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Arbeitslosenzahl gesunken. Was man über die Erfolgsmeldungen hinaus noch wissen sollte:

Verantwortlich:

„Arbeitslosenzahl gesunken“ (Tagesspiegel), „Arbeitslosigkeit leicht rückläufig“ (SZ), so oder so ähnlich lauteten gestern die Schlagzeilen. Wir freuen uns für jeden der wirklich einen neuen Arbeitsplatz bekommen hat. Gibt es aber wirklich Anlass zur Euphorie?

Roland Bunzenthal schaut in der Frankfurter Rundschau genauer hin:

  • Bei den sozialversicherungspflichtigen „Normalarbeitsverhältnissen“ gibt es noch keine Belebung, im Gegenteil: Davon gibt es 152.000 weniger als Vorjahr.Nur die Zahl der Minijobber hat ungefähr in der gleichen Größenordnung zugenommen: 4,9 Millionen verdienen sich nur ein geringfügiges Einkommen.
  • Während die Alg I –Empfänger (Arbeitslosenhilfeempfänger und sog. Kurzzeitarbeitslose) deutlich abnimmt, nimmt die Zahl der von der Hartz-Reform Betroffenen (Alg II, dem zweiten Sozialgesetzbuch unterliegende sog. Langzeitarbeitslosen) erheblich zu. Siehe NachDenkSeiten vom 24.04.2006.
  • Etwa die Hälfte des Rückgangs der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 262.000 ergibt sich daraus, dass die Betroffenen in sog. Arbeitsgelegenheiten, d.h. 1-Euro-Jobs abgerutscht sind. 135.000 West- und 122.000 Ostdeutsche sollen mit solchen Tätigkeiten ihre „Erwerbsfähigkeit erhalten, verbessern oder wiederherstellen“ (BA-Monatsbericht).
  • Bei den Qualifizierungsmaßnahmen verzeichnet die BA ein Minus von 15 Prozent. (Kein Wunder die BA muss ja sparen, damit die Beitragssätze für die Arbeitslosenversicherung gesenkt werden können.)
  • Die Zahl der Lehrstellen ist um 4% zurückgegangen. 371.000 Bewerber sind noch unvermittelt (gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 15%.Trotzdem reden alle von einem Erfolg des Ausbildungspaktes?)
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