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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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20. Dezember 2014
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Hinweise des Tages

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(KR/WL)

  1. Der Missbrauch ist ein Mythos
    Eine Dokumentation in der Frankfurter Rundschau stellt klar:

    • Der Kostenanstieg bei Hartz IV ergibt sich aus der steigenden Anzahl der Bedarfsgemeinschaften
    • Die Einsparungen im Rechtskreis Sozialgesetzbuch (SGB) III übertreffen den Kostenanstieg bei Hartz IV
    • Der Regelsatz sichert sozio-kulturelles Existenzminimum nicht
    • Hartz IV macht mehr Menschen arm
    • Arbeit lohnt sich trotz Hartz IV
    • Niedriglohn wird bereits jetzt subventioniert
    • Missbrauchs- und Mitnahmefälle sind statistisch betrachtet nicht relevant

    Quelle: Frankfurter Rundschau

  2. Standortnachteil Kaufkraftentwicklung: Wal-Mart gibt Deutschland auf
    Interessant ist, wie Wal-Mart den Rückzug begründet. Offenbar wird die Entwicklung der Kaufkraft und damit der Binnennachfrage in Deutschland als mittel- bis langfristig kritisch eingeschätzt. »Nachdem wir unsere Aktivitäten auf die Bereiche konzentrieren, von denen wir uns hinsichtlich unserer Wachstumsstrategie den größten Erfolg versprechen«, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung des Managements, »wurde zunehmend deutlich, dass es unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland schwierig ist, die von uns angestrebte Größe und angestrebten Ergebnisse zu erreichen.«
    Quelle 1: Junge Welt
    Quelle 2: Joachim Jahnke

    Anmerkung: Zur Geschäftsphilosophie von Wal-Mart gehört es, die Kosten zu Lasten der Mitarbeiter so weit wie möglich zu drücken. In Deutschland hat Wal-Mart erlebt, was geschieht, wenn alle anderen Arbeitgeber dasselbe tun: Mangels Kaufkraft bleiben die Kunden aus.
    Ein anschauliches Beispiel dafür, wie das deutsche Dogma, wir würden über unsere Verhältnisse leben, mit der Wirklichkeit konfligiert.

  3. Studiengebühren als Abschreckung:
    Immer weniger Studenten aus sozial schwachen Schichten an britischen Unis
    Quelle: DLF
  4. Der ehemalige französische Premier und Chef der Sozialisten Frankreichs: Keine Gesellschaft kann es sich leisten, dem ökonomischen System zu erlauben, seinen Marsch in Richtung Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohlergehen und der Sicherheit der Arbeitnehmer fortzusetzen
    Quelle: Project Syndicate
  5. Joseph E. Stiglitz and Hamid Rashid: Die neue Scheinheiligkeit der USA beim Welthandel
    Quelle: Project Syndicate
  6. Stellenbewerbungen gegen Gebühr
    Quelle: Yahoo
  7. Oskar Lafontaine im Interview der Woche im DLF:
    Die Regierung Merkel setzt die Politik der Vorgängerregierung fort. Und diese Politik wird genau so scheitern, wie die der Vorgängerkoalition.
    Quelle: DLF
  8. Hans-Peter Dürr: Irrtümer der Moderne
    Quelle: Nicht mehr erreichbar (25.08.2006)
  9. Karl-Otto Hondrich: Der Fall der Geburtenrate – ein Glücksfall
    Quelle: NZZ

    Anmerkung KR: Die Kernthese ist bemerkenswert: Die Krieger für den Wirtschaftsstandort Deutschland, die die Bevölkerungspolitik vor allem darum forcieren, weil sie in den Menschen hauptsächlich Produktionsfaktoren sehen, tragen mit all den Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität schließlich selbst dazu bei, dass mehr Frauen kinderlos bleiben.
    Kritikwürdig ist der Vorschlag, die sozialen Sicherungssysteme auf Steuern oder private Vorsorge umzustellen. Hondrich redet auch die Legende von den 40 % kinderlosen Akademikerinnen nach; dazu haben wir auf den NachDenkSeiten des öfteren Stellung genommen.
    Hondrichs Kritik an der „Subventionierung“ von Kindern teilen wir ausdrücklich nicht: Kinder bedeuten gerade für untere Einkommensbezieher ein Armutsrisiko.

  10. Die Oberzensurengeber der Politik: Der „Merkelmeter“ von IW, INSM und Wirtschaftswoche.
    Quelle: wiwo.de

    Anmerkung: So simpel ist der Maßstab, an dem der verlängerte Schreibtisch der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), die Politik misst. Man bastle sich sein gewünschtes Reformkonzept [PDF – 386 KB] und messe daran die praktische Politik und wehe die Politik spurt nicht!!!

  11. Die Drohkulisse „Globalisierung“ zeigt Wirkung:
    Immer mehr glauben, dass es das Schicksal der Globalisierung sei, dass Jobs abwandern und dass deshalb die sozialen Sicherungssysteme abgebaut werden müssten
    Quelle: Allensbach-Umfrage in der „Wirtschaftswoche“

    Anmerkung: Darüber, dass dies eine spezifische Art der politisch gewollten Globalisierung ist, spricht das Magazin natürlich nicht.

  12. Thomas Barth: Bertelsmann: Die Republik entdeckt einen Machtfaktor
    Quelle: junge welt
  13. Ottmar Schreiner bezeichnet die Arbeitsmarktpolitik als “ziemlich chaotisch” und fordert deren “völlige Neuordnung”
    Quelle: Saarbrücker Zeitung
  14. Der Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerkes “Die Arche”, Bernd Siggelkow:
    Es gibt kaum Verständnis für Armut
    Quelle: SPIEGEL
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