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Am 30. November 2003 erschien der erste Beitrag auf den NachDenkSeiten unter dem Titel: „INSM verbreitert die Öffentlichkeitsarbeit“. Albrecht Müller hat damals darauf aufmerksam gemacht, „mit welchem strategischen und werblichen Geschick jene arbeiten, die das Sagen über die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland haben“.
Die Frage, wer bei uns im Lande die Politik und die öffentliche Meinung bestimmt und mit welchen Methoden das geschieht, stand bei uns über die Jahre hinweg im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Wenn Sie unsere ersten Beiträge von vor neun Jahren lesen, dann sind diese 2012 so aktuell wie damals. Da fragt man sich natürlich, ob unsere Arbeit einen Sinn hatte und ob es überhaupt Gründe zum Feiern gibt.

Der Agenda-Kurs wurde durch Schwarz-Gelb noch radikalisiert. Der jüngste Rentenbeschluss der SPD korrigiert die Fehler der rot-grünen „Reformen“ nicht, sondern ist eher ein Täuschungsmanöver. Die Spekulation feiert auf den Finanzmärkten fröhlich Urständ. In einer Art Gehirnwäsche ist es gelungen, die Finanzkrise in eine „Staatsschuldenkrise“ umzudeuten. Die Krise dient als Hebel, von Deutschland aus die neoliberalen Konzepte mit Lohn- und Sozialabbau, mit Privatisierung und mit einer Umverteilung von unten nach oben ganz Europa aufzuzwingen. Am Ende wird es allen schlechter gehen. Die Demokratie als lebendige Volksherrschaft wird von einer „marktkonformen“ Demokratie (Angela Merkel) immer mehr verdrängt. Die Insolvenzen der Frankfurter Rundschau und der Financial Times Deutschland sind nur die Spitze des Eisbergs eines allgemeinen Verlustes an Meinungsvielfalt. Meinungsmache bestimmt mehr denn je das politische Leben.

Die Beispiele für einen Niedergang von Aufklärung und einem Verlust an Vernunft in der Politik und in der gesellschaftlichen Debatte ließen sich beliebig fortsetzen. Wir beobachten, dass immer mehr Menschen resignieren, da sie täglich erleben müssen, wie irrational die politischen Entscheidungen sind, die getroffen werden, und wie wenig ihre Meinung gefragt ist. Sollten wir also unser Projekt einer gebündelten kritischen Begleitung der politischen Meinungs- und Willensbildung aufgeben und den Dingen ihren Lauf lassen?

Wir Macher der NachDenkSeiten und unsere engagierten Helfer sehen das gerade umgekehrt: Wenn die Stimmen der Vernunft in unserer Gesellschaft weniger und leiser werden, können die herrschenden Interessen und die ökonomisch Mächtigen sich umso rücksichtsloser und schamloser zu Lasten der Mehrheit bedienen und die Spaltung der Gesellschaft noch tiefer treiben. Gerade weil die Irrationalität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eher zugenommen hat, ist Aufklärung, ist die Aufforderung sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und sich eigene Gedanken zu machen wichtiger denn je.

Die Tatsache, dass wir nicht alleine dastehen, wenn wir Denkfehler, ja Lügen und oft auch politische Korruption aufdecken, gibt uns Kraft und Mut bei unserem ehrenamtlichen Engagement für die NachDenkSeiten nicht nachzulassen. Zwischen 50.000 und 70.000 Menschen haben im laufenden Jahr tagtäglich unsere Website aufgerufen und bis zu 13 Millionen Mal wurden im Monat Texte der NachDenkSeiten angeklickt. Täglich erreichen uns hunderte Mails, in denen wir Argumente und Hinweise von unseren Leserinnen und Lesern geliefert bekommen. Wir können die Zuschriften beim besten Willen gar nicht alle beantworten.

  • „Auf Ihren Seiten finde ich mich wieder mit meiner Meinung und bekomme die Argumentationshilfen, die ich brauche.“
  • „Vor ca. 2 Jahren habe ich Ihre Seite im Internet entdeckt und lese sie seitdem täglich!!! Davor hatte ich nur ein mäßiges Interesse an Politik. Seitdem ich die “Nachdenkseiten” entdeckt habe, kann ich es kaum erwarten die “Hinweise des Tages” oder die Kommentare zu lesen.“
  • „Es ist wohltuend, zu sehen, dass es Quellen gibt, die im Unterschied zum stromlinienförmigen Mainstream auch andere Facetten beleuchten. Es ist wohltuend, bestätigt zu bekommen, dass nicht nur ich alleine systematische Fehler und Falschheiten in vielen Darstellungen sehe.“
  • „Seitdem ich nachdenkseiten.de lese, fühle ich mich nicht mehr wie ein Verbannter in einem mir fremd gewordenen Land.“
  • „Es ist für mich einfach geradezu ein elektrisierendes Erlebnis, durch Sie, Ihre Kollegen, die NDS überhaupt, diese grandiose Chance geboten zu bekommen, so richtig fundiert hinter all dieses manipulierende Geschwafel blicken zu dürfen.“
  • „Wenn ich irgendwo in einer Zeitung oder einem Magazin einen politischen Artikel lese, gehe ich anschließend ins Netz, um auf den NachDenkSeiten die Realität und die Wahrheit darüber zu erfahren.“ Sie sind eine “Realitäts-Abgleichs-Versicherung”.

Derartige Ermunterungen gehen nahezu täglich in unserer Redaktion ein. Viele Journalisten versichern uns (unter vier Augen natürlich), dass die NachDenkSeiten ihnen unverzichtbare Denkanstöße liefern. Gewerkschafter, Pfarrer, Lehrerinnen und Lehrer, Hochschulangehörige, Arbeitslose und an den Rand Gedrängte, sogar Bürgerinnen und Bürger, die ganz anderer Meinung sind, sagen uns, dass die Informationen, Fakten und Argumente, die sie in den NachDenkSeiten finden, eine tägliche Hilfe für ihre politische Orientierung sind. Auch diejenigen, deren Schliche bei der Durchsetzung ihrer Eigeninteressen wir aufzeigen, beobachten uns ziemlich genau.

Wir scheuen vor Meinungskontroversen nicht zurück und auch bei Kritikern der herrschenden Politik ecken wir in der Sache oftmals an. Wie sollte es auch anders sein? Man muss über politische Alternativen in einzelnen Fragen auch streiten können, ohne dass man die Gemeinsamkeiten vergisst. Wir haben den Stein der Weisen nicht gefunden, alles was wir können, das ist, Denkanstöße zu geben. Gerade auch unter fortschrittlich denkenden Menschen brauchen wir eine offenere Streitkultur.

Wir überschätzen unsere Wirkung in der öffentlichen Debatte gewiss nicht. Uns haut zwar nichts so schnell um, aber auch nach neun Jahren nahezu täglicher Wortmeldung, müssen wir nüchtern feststellen, dass die NachDenkSeiten immer noch bestenfalls ein kleiner Fels im mächtigen, gleichgerichteten Meinungsstrom sind. Wir haben nicht das große Geld, sondern wir leben von unseren Leserinnen und Lesern: Davon, dass Sie die NachDenkSeiten weiter empfehlen und davon, dass Sie uns finanziell unterstützen, denn wir wollen von Bannerwerbung unabhängig bleiben.

Wir wollen unser Angebot für Sie technisch und inhaltlich weiter verbessern. Deshalb haben wir dieser Tage Sie selbst gefragt, wie wir Ihre Leserinteressen besser erfüllen können. Wir bedanken uns bei den über 10.000 Leserinnen und Leser, die sich an unserer Umfrage beteiligt haben.

Wir Herausgeber werden nicht jünger und wir müssen unsere Arbeit auf Dauer auf mehr Schultern verteilen und dafür auch ein faires Entgelt bezahlen. Dazu reicht aber das Spendenaufkommen unseres Fördervereins nicht aus. Wir können zwar überleben, aber wir können viele neue Ideen und Themen nicht aufgreifen. Und deshalb sind wir auf Ihre Förderung angewiesen.

Wir wenden uns an unserem neunten Geburtstag insbesondere auch an jene unter Ihnen, die keine wirtschaftlichen Sorgen haben, die sich aber mit uns Sorge um die Meinungsvielfalt und die Demokratie machen. Sie bitten wir um ein Geburtstagsgeschenk, nämlich dass Sie darüber nachdenken, ob Sie mit einer Einmalspende unsere laufenden Kosten ausgleichen oder mit regelmäßigen Beiträgen als Fördermitglied dazu beitragen können, die NachDenkSeiten auch in Zukunft abzusichern und zu helfen, unser Angebot an Sie weiter auszubauen.

Allen, die bisher schon geholfen haben, danken wir von Herzen. Und alle, die aus finanziellen Gründen nicht helfen können, sind uns als Leserinnen und Leser wie auch als Multiplikatoren nach wie vor so willkommen wie bisher.

Herzliche Grüße
Ihre Herausgeber
Albrecht Müller und Wolfgang Lieb

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