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9. Dezember 2016
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Hinweise des Tages

Veröffentlicht in: Hinweise des Tages

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Die NachDenkSeiten gibt es nun auch auf die Ohren
  2. Amazon
  3. Bankenrepublik Deutschland
  4. EU kippt die Wasserrichtlinie
  5. Denkwerk oder Blendwerk
  6. Fall Gustl Mollath – Warum die Hypo-Vereinsbank geschwiegen hat
  7. Wie Europas Großbanken ihre Risiken schönrechnen
  8. Transparenz bei Staatsanleihen: Die EZB lüftet ihr Geheimnis
  9. Opposition wirft Schwarz-Gelb Zensur vor
  10. Situation an bayerischen Kliniken Verdi warnt vor dramatischem Personalmangel
  11. Wirtschaft bestellt Studenten
  12. Bahn-Gremien haben Überschreitung der Kostengrenze von Stuttgart 21 schon 2009 zugestimmt
  13. Runder Tisch zum Kindesmissbrauch – Viele Vorschläge, wenig Opferschutz
  14. Daniel Cohn-Bendit im Interview: „Schwarz-Grün wäre eine Option“
  15. Plattner und die Milliarden-Medien-Ente
  16. Das Rechenmaschinenmonster
  17. Von Arbeitsdruck und Konsumdruck Friedhelm Hengsbach: „Die Zeit gehört uns – Widerstand gegen das Regime der Beschleunigung“
  18. Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen – Spitzes zur Nacht

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Die NachDenkSeiten gibt es nun auch auf die Ohren
    Die als Reaktion auf die publizistischen Machenschaften in puncto Verbreitung neoliberalen Gedankenguts der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gegründet Website NachDenkSeiten hat heute ein zusätzliches Service-Angebot für deren Leser angekündigt. Nach neuem Layout und der Einrichtung eines Video-Podcast, worüber NDS-Redakteur Jens Berger Fragen der Leser beantwortet, gibt es nun auch einen Audio-Podcast. Bestimmte Artikel der NachDenkSeiten werden künftig vertont und den Lesern zum Abruf angeboten. […]
    Der Audio-Podcast ist, wie ich finde, interessante weitere Bereicherung des Angebots der NDS. Die Vertonung von Artikeln der kritischen Website könnte ihr zusätzliche Freunde bringen und zu einer erweiterten Verbreitung des inzwischen für viele ihrer Leserinnen und Leser zu einem unverzichtbaren Mediums beitragen. Die NachDenkSeiten werden damit auch für Sehbehinderte und Blinde interessant. Das redaktionell von Albrecht Müller, Wolfgang Lieb und Jens Berger hervorragend und mit ausgeprochen viel Sachverstand betreute Medium, welches Licht zwischen und hinter die Zeilen eines in großen Teilen im neoliberalen Mainstream versumpften Journalismus bringt, stärkt mit seiner Arbeit nicht zuletzt unsere Demokratie. Nun gibt es die NachDenkSeiten sozusagen auch auf die Ohren. Womit der dabei transportierte Inhalt nun auch gesprochen den Weg dahin findet, wo gemeinhin das Nachdenken stattfinden sollte.
    Quelle: Readers Edition
  2. Amazon
    1. Verleger kündigen Amazon
      Zwei Verleger nehmen die Welle der Empörung, die derzeit über Amazon hereinbricht, zum Anlass und kündigen ihre Verträge mit dem Online-Buchhändler. In einem offenen Brief an Amazon-Chef Jeff Bezos sprechen sie von überzogenen Rabattforderungen.
      Quelle: Frankfurter Rundschau

      Anmerkung MB: Diese Nachrichten könnten den betreffenden Verlagen mehr Aufmerksamkeit und damit Geschäftszuwachs bringen als die subopimalen Listungen bei Amazon. Auf gutes Gelingen! Leistung muss sich wieder lohnen.

    2. Arbeitsagentur belastet Amazon-Leiharbeitsfirma
      1000 Mitarbeiter verlieh Trenkwalder im Weihnachtsgeschäft an Amazon, einige kamen aus Spanien und Schweden. In der Debatte um schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon gerät nun auch die Zeitarbeitsfirma unter Druck: Die Bundesagentur für Arbeit hat Verstöße gegen geltende Gesetze festgestellt. Mit dem Fall Amazon beschäftigt sich mittlerweile auch der Bundestag.
      Quelle: Süddeutsche

      passend dazu: Bund hielt Amazon-Partner für „Besten Arbeitgeber“
      Ein umstrittener Dienstleister des Online-Händlers Amazon ist vor zwei Jahren von der Bundesregierung für seine guten Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden. Das Zeitarbeitsunternehmen Trenkwalder habe damals einen Preis im Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ gewonnen. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. Die Auszeichnung wurde laut der Website des Unternehmens mit der Qualität und Attraktivität des Unternehmens begründet worden, hieß es in dem Blatt. Der Wettbewerb wird jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Initiative Neue Qualität der Arbeit, dem „Handelsblatt“, dem „Personalmagazin“ und der Uni Köln durchgeführt.
      Quelle: Tagesschau

    3. Amazon – Nazi-Musik und rechtsextreme Bücher?
      LeiharbeiterInnen aus Polen, Ungarn, Rumänien, Spanien werden bei Amazon zu menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt und von einem mit Nazis durchsetzten Sicherheitsdienst mit Namen „H.E.S.S.“ sogar in ihren Unterkünften überwacht und drangsaliert. Dies nahmen wir zum Anlass einer Recherche: Wie sieht es mit dem Vertrieb von rechter Musik und entsprechender Literatur bei dem Konzern aus? Müssen die LeiharbeiterInnen aus Halb Europa bei Amazon auch noch Neonazipropaganda verpacken? Uns interessierte dabei nur, was Amazon Deutschland selbst anbietet und versendet. Fremdanbieter mit Versand über Amazon oder mit eigenem Versand, die z.B. eifrig die Reichskriegsflagge anbieten, sparten wir bei der Überprüfung aus. Exemplarisch wählten wir jeweils drei Beispiele aus Literatur und Musik.
      Mit Schrecken mussten wir feststellen. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich. Bücher zur Wehrmacht, Waffen SS, SS Panzerdivision usw. füllen die Seiten – teilweise von renomierten Verlagen. Aber auch der rechtsextreme Untergrund, die ultrarechten Kleinverlage mit ihrem braunen Gedankengut und „WissenschaftlerIn­nen“ sind vertreten.
      Quelle: Bürger gegen extreme Rechte

      Anmerkung unseres Lesers R.D.: Hier wird auf einen Aspekt des Geschäftsgebahrens von Amazon hingwiesen, der in der augenblicklichen Diskussion bisher wenig beachtet wurde. Ein Buchhändler/Musikhändler der kein Problem damit hat (auch) Naziliteratur und Nazimusik zu verkaufen, ist sicher fuer viele Menschen unakzeptabel. Ich würde jedenfalls ein solches Geschäft in meiner Stadt nicht betreten.

    4. ARD-Reporter dementieren Vorwürfe
      Hat die ARD falsch berichtet oder nicht? Nachdem sich Amazon nach der Reportage „Ausgeliefert“ in der vergangenen Woche einem Shitstorm ausgesetzt sah, waren nun Vorwürfe über eine verfälschende Berichterstattung des Senders laut geworden. Im Interview weisen die hr-Reporter Diana Löbl und Peter Onneken die Vorwürfe von sich: „Wir haben im Prinzip nicht mal die Spitze des Eisbergs gezeigt.“ Mit der Kritikerin sei man in ständigem Kontakt. Beide sind erstaunt über das heftige mediale Echo.
      Quelle: meedia
  3. Bankenrepublik Deutschland
    Ein interner Bericht der Regierung offenbart intensive Verbindungen zur Finanzindustrie. Investmentbanken beschäftigen ganze Stäbe in Berlin damit, gute Kontakte zu Entscheidungsträgern zu pflegen. […]
    „Die Lobbyisten der führenden Geldhäuser geben sich in der Bundesregierung die Klinke in die Hand“, sagt Barbara Höll, steuerpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion. „Wenn sich der Staatsminister im Kanzleramt in dreieinhalb Jahren 25 Mal mit dem Cheflobbyist von Goldman Sachs trifft, muss man sich über die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Bankenregulierung nicht wundern.“ […]
    Investmentbanken beschäftigen ganze Stäbe in Berlin damit, gute Kontakte zu Entscheidungsträgern zu pflegen. Oft rekrutieren sie die Mitarbeiter aus politischen oder diplomatischen Kreisen. So arbeitet der ehemalige Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser inzwischen für die Deutsche Bank. Bis vor kurzem hat auch der Spitzendiplomat Thomas Matussek für den Branchenprimus die Kontakte zu Bundeskanzlerin, Finanzminister und Co. gepflegt. Mitarbeiter berichten, Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain verbringe derzeit ebenfalls sehr viel Zeit in Berlin.
    Quelle: Frankfurter Rundschau

    passend dazu: Einflüsterer Goldman Sachs
    Die Investmentbank geht in Berlin ein und aus: Auch nach der Finanzkrise lässt sich die Bundesregierung intensiv von Goldman Sachs beraten. Die Deutsche Bank ist ebenfalls oft Gast in den Ministerien. Und ein paar Banker bekamen sogar Vier-Augen-Gespräche mit der Kanzlerin.
    Quelle: Süddeutsche

    Anmerkung MB: Siehe dazu die Schocktherapie von Erwin Pelzig in der Anstalt vom 13.11.2012. Er klärt uns über die Krake Goldman-Sachs auf.

  4. EU kippt die Wasserrichtlinie
    Der Sturm im Wasserglas ist abgeblasen. Im Streit um die Privatisierung des Wassermarkts schwächt Kommissar Barnier seine Vorschläge entscheidend ab – nach einem enormen Protest der Bürger und Kommunen. […]
    Erst sammelte eine Bürgerinitiative mehr als eine Million Stimmen gegen die EU-weite Ausschreibung von Wasserkonzessionen. Dann machte in dieser Woche eine geballte Delegation aus Deutschland dem Kommissar ihre Aufwartung. Vertreter des Städte- und Gemeindebundes waren darunter, Abgesandte des Städte- und Gemeindetags und Vertreter der kommunalen und privaten Wasserwirtschaft. Sie protestierten gegen die Pläne Barniers.
    Am Donnerstag lenkte der Kommissar im Europaparlament überraschend ein. Vor dem Binnenmarktausschuss schwächte er seine Richtlinie entscheidend ab. Sollte die Regel bisher auch für Mehrspartenunternehmen greifen, die zugleich Strom und Wasser anbieten, wie Rheinenergie in Köln, so gilt sie künftig nur noch separat für Wasserwerke. Sprich: Nur Wasserwerke, die 20 Prozent ihres Geschäfts außerhalb des Stadtgebiets betreiben, müssen ihre Konzessionen EU-weit ausschreiben. Das sind in Deutschland nur fünf Stadtwerke, welche indes, das konnte am Donnerstag nichtmal der Verband der kommunaler Unternehmen (VKU) zu sagen. Fest steht nur: Der Sturm im Wasserglas ist abgeblasen.
    Quelle: Frankfurter Rundschau

    Anmerkung JB: Die ist ein phantastischer Erfolg, der ohne den Widerstand von mehr als einer Million Bürger nicht möglich gewesen wäre.

  5. Denkwerk oder Blendwerk? SPD und GRÜNE wollen uns erneut auf Zukunft vertrösten – und spielen im politischen Sandkasten mit neuen Begriffen
    “Das Denkwerk Demokratie ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine soziale, ökologische und demokratische Zukunftsgestaltung einsetzt”, heißt es in der Vorstellung auf der Internetseite des Denkwerks Demokratie. Im Vorstand sitzen Yasmin Fahimi, IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Guggemos, IG Metall, Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, Steffi Lemke, Politische Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen. So schmal der Vorstand besetzt ist, so breit aufgestellt ist der Beirat. Die personelle Bandbreite reicht vom SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, über diverse Gewerkschaftsvorsitzende und Ökonomen bis hin zum Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Prof. Gerhard Wegner.
    Dieser hochkarätig besetzte Verein hat nun vergangene Woche unter der Überschrift “Wohlstand von morgen. Wege zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell” eine Konferenz abgehalten – und es damit sogar in die Nachrichten des Deutschlandsfunks geschafft. “SPD und Grüne wollen Debatte über Wachstumsbegriff anstoßen“, meldete dieser. Süddeutsche online machte gar mit der Überschrift auf: ”SPD und Grüne entwerfen grundlegend neue Wirtschaftspolitik“.
    Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft
  6. Fall Gustl Mollath – Warum die Hypo-Vereinsbank geschwiegen hat
    Ein interner Revisionsbericht der Hypo-Vereinsbank hätte Gustl Mollath womöglich einiges ersparen können: Mittlerweile sitzt der Nürnberger seit sieben Jahren in der Psychiatrie, weil ihm Wahnvorstellungen nachgesagt wurden. Nun äußert sich die Bank erstmals zu dem Fall – und schildert, wieso der Bericht nie den Weg zur Justiz gefunden hat.
    Quelle: Süddeutsche
  7. Wie Europas Großbanken ihre Risiken schönrechnen
    In der Branche ist es kein Geheimnis: Seit Jahren lassen europäische Großbanken ihre wichtigsten Kennzahlen zur Finanzlage mit Hilfe ausgebuffter Rechenmethoden glänzen. Und die neuen, strengen Kapitalvorschriften des Regelwerks Basel III haben diese Praxis noch verschärft, sagen Analysten. Weil sie vor Anlegern und Aufsehern besonders solide dastehen wollen, würden große europäische Finanzinstitute immer häufiger zu überwiegend kosmetischen Bilanzierungsmanövern greifen. Dagegen wollen die Bankenkontrolleure in einigen Ländern nun vorgehen. Dieses Jahr treten unter dem Dach von Basel III schrittweise neue Regeln in Kraft, welche die Finanzbranche stabiler machen sollen. Banken sind künftig verpflichtet, sich besser gegen unerwartete Verluste zu schützen. Sie sollen laut Gesetz ihre Kapitalpolster erhöhen – also ein solideres Verhältnis zwischen ihrem Eigenkapital und riskanten Vermögenswerten vorweisen, den so genannten risikogewichteten Aktiva.
    Quelle: Wall Street Journal Deutschland
  8. Transparenz bei Staatsanleihen: Die EZB lüftet ihr Geheimnis
    Der Schleier über dem Staatsanleihenprogramm des Euro-Systems ist gelüftet: Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt erstmals die Anlagen des Systems in Staatstiteln der Währungsunion voll offengelegt. Nicht nur wurden die Anlagen nach Herkunftsländern aufgeführt, wobei sich herausstellte, dass Italien der grösste Nutzniesser des Programms war, sondern es wurde auch bekanntgegeben, zu welchem Buchwert die Papiere gehalten werden und welche Restlaufzeit sie aufweisen. Die Zentralbank hatte das Staatsanleihenprogramm 2010 ins Leben gerufen, als die Renditen der Staatsanleihen jener Länder, die von der Schuldenkrise besonders hart betroffen waren, immer mehr in die Höhe kletterten. Besonders kritisch war dabei ihr Engagement in griechischen Titeln betrachtet worden, vor allem, als sie nicht am Schuldenschnitt für Griechenland teilnahm, so dass ihr, im Unterschied zu den privaten Gläubigern, keine Verluste entstanden. Die EZB hatte damals argumentiert, allfällige Gewinne aus griechischen Staatspapieren würden an die nationalen Notenbanken ausgeschüttet, die diese wiederum, je nach nationaler Rechtsgrundlage, an ihre Regierungen weiterreichen könnten. Die EU-Regierungschefs beschlossen daraufhin, diese potenziellen Einnahmen einst für die Griechenland-Hilfe zu verwenden. Dass das Euro-System mit dem Programm und ganz besonders mit den Griechenland-Bonds satte Gewinne gemacht hat, steht seit Donnerstag fest. Die EZB gab bekannt, sie allein habe im vergangenen Jahr mit griechischen Titeln gut eine halbe Milliarde Euro Gewinn gemacht – mit dem gesamten Staatsanleihenprogramm entstand ihr ein Plus von über einer Milliarde Euro. Da die EZB selbst lediglich knapp 10% des gesamten Programms auf ihren Büchern hält – der Rest liegt bei den nationalen Notenbanken –, dürfte sich der Gewinn für das gesamte Euro-System auf mehrere Milliarden Euro belaufen.
    Quelle 1: NZZ
    Quelle 2: European Central Bank (ECB)
    Quelle 3: European Central Bank (ECB)
  9. Opposition wirft Schwarz-Gelb Zensur vor
    Wie sieht es aus mit der Armut in Deutschland? Der Regierungsbericht dazu sollte längst vorliegen, wird aber immer noch in der „Ressortabstimmung“ überarbeitet. Weil dabei kritische Stellen gestrichen wurden, spricht die Opposition von Verschleierung – und versucht, den Wirtschaftsminister zur Bundestagsdebatte zu zitieren.
    Quelle: Süddeutsche

    passend dazu: Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung unseriös und feige!
    Viele Aussagen des Armutsberichts sind der unsäglichen FDP-Zensur zum Opfer gefallen. Aber auch das, was der Bericht beispielsweise zur Altersarmut enthält, hat oft mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun. Im Bericht selbst erklärt die Bundesregierung, Kollege Zimmer, dass je nach Statistik das Armutsrisiko bei 848 Euro, bei 952 Euro oder gar bei 1 063 Euro beginne, und dennoch behaupten CDU/CSU und FDP in demselben Bericht allen Ernstes, dass die sogenannte Grundsicherung im Alter Altersarmut verhindere. Das Grundsicherungsniveau beträgt derzeit allerdings durchschnittlich nur 707 Euro, also deutlich weniger als 1 063 oder 952 Euro und auch weniger, Herr Straubinger, als 848 Euro.
    Quelle: Linksfraktion über Youtube

  10. Situation an bayerischen Kliniken Verdi warnt vor dramatischem Personalmangel
    Gehetzte Pfleger, enormer Arbeitsdruck und kaum Freizeit: Die Situation für das Personal in bayerischen Kliniken ist laut einer Verdi-Studie verheerend. Quer durch alle Beschäftigtengruppen müssten etwa 21.000 Arbeitsplätze besetzt werden – das merkten auch die Patienten.
    Quelle: Süddeutsche
  11. Wirtschaft bestellt Studenten
    Unternehmen können teils massiven Einfluss auf die Vergabe sogenannter Deutschlandstipendien an begabte Studierende nehmen. In einer verdeckten Anfrage gab sich die taz gegenüber verschiedenen Unis als Personalberater aus, der ein Stipendium einer ehemaligen Praktikantin zukommen lassen wolle. Eine große technische Universität schickte ein Vertragsmuster, in dem nur noch der Name eingetragen werden muss. Das Stipendiengesetz schließt jedoch eine Einflussnahme auf die Auswahl der Studierenden aus. Wie taz-Recherchen ergaben, lassen dennoch mehrere Unis Sponsoren bei der Auswahl mitbestimmen. Die privaten Mittel stockt der Staat aus Doppelte auf.
    Quelle: taz
  12. Bahn-Gremien haben Überschreitung der Kostengrenze von Stuttgart 21 schon 2009 zugestimmt / Bundesrechnungshof prüft Staatssekretäre im Aufsichtsrat
    Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat laut einem internen Gutachten der Bahn schon 2009 einer Kostensteigerung des Projekts Stuttgart 21 auf 4,9 Milliarden Euro zugestimmt und sich damit nach Einschätzung von Experten möglicherweise schadensersatzpflichtig gemacht. Der Bundesrechnungshof prüft derzeit, ob die Staatssekretäre der Bundesregierung als Mitglieder des Aufsichtsrates den Bahnvorstand im Hinblick auf Stuttgart 21 hinreichend kontrolliert hat. Das berichtet das ARD-Magazin MONITOR in seiner heutigen Ausgabe (Donnerstag, 21.02., 21.45). Laut dem Bericht lagen dem Bahnvorstand und dem Aufsichtsrat schon vor vier Jahren Kalkulationen vor, nach denen der vereinbarte Finanzierungsrahmen von 4,5 Milliarden Euro nicht mehr eingehalten wurde. Offiziell hat die Bahn dem Aufsichtsrat sowie der Öffentlichkeit dies erst im vergangenen Dezember bekannt gegeben, als man den Umfang der Gesamtkosten auf bis zu 6,8 Milliarden Euro korrigierte. Die Gutachter stellen in einem Vermerk für den Aufsichtsrat fest, dass ein Betrag von 4,9 Milliarden Euro schon 2009 „implizit Beschlussgegenstand in den Gremien des DB AG-Konzerns war“. Die darin gegenüber früheren Planungen enthaltenen Kostensteigerungen um eine Milliarde Euro sollten seinerzeit durch „Einspar- und Optimierungspotentiale“ in Höhe von knapp 900 Millionen Euro aufgefangen werden, die sich später jedoch nicht realisieren ließen. Schon damals war dem Aufsichtrat laut Gutachten bekannt, dass die erhofften Einsparpotentiale „nicht auf einer vertieften Planung, sondern nur auf einer groben Kostenschätzung“ beruhten.
    Quelle: Monitor
  13. Runder Tisch zum Kindesmissbrauch – Viele Vorschläge, wenig Opferschutz
    Drei beteiligte Ministerien, mehr als 250 Seiten voller Ideen: Eilig berief die Bundesregierung einen Runden Tisch ein, als im Jahr 2010 bekannt wurde, dass Tausende Kinder in kirchlichen Einrichtungen, Internaten und Heimen über Jahre hinweg Opfer sexueller Gewalt geworden waren. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt. Doch die Bilanz ist dürftig. Viele gute Vorsätze – doch Kritiker beklagen, dass nur ein kleiner Teil der Vorhaben bisher verwirklicht wurde. „Es gibt ein Umsetzungsdefizit“, sagt etwa Fredi Lang vom Berufsverband Deutscher Psychologen, der an den Sitzungen des Runden Tisches teilgenommen hat.
    Quelle: SZ
  14. Daniel Cohn-Bendit im Interview: „Schwarz-Grün wäre eine Option“
    Die Debatte über Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl bekommt neuen Schwung. In der Union beginnt ein Nachdenken über neue Konstellationen. Bei den Grünen drängt der Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit auf eine Öffnung seiner Partei – hin zur Union.
    Quelle: Spiegel

    Anmerkung MB: Ja, danke. Der ehemalige Mitbewohner von Ex-Steineschmeißer Joschka Fischer in Frankfurt Bornheim hält Schwarz-grün für eine Option und wird uns vielleicht bald als Talk-Show-Moderator im Fernsehen peinigen. Leben Sie wohl.
    Fairerweise muss angemerkt sein, dass die Cohn-Benditsche Bedrängnis gegenüber seiner Partei nicht so scharf ausfällt wie im Einleitungstext beschrieben – das ist dann schon wieder einfach Spiegel-mäßig.

  15. Plattner und die Milliarden-Medien-Ente
    Ist SAP-Gründer Hasso Plattner nun der große Philanthrop, der die Hälfte seines Milliarden-Vermögens spendet oder nicht? Seit Dienstagnacht beschäftigt die die angebliche Mega-Spende Plattners und sein Beitritt zu Bill Gates Spender-Vereinigung The Giving Pledge die Medien. Mal ist Plattner Mitglied, dann wieder nicht. Mittlerweile stimmt beides irgendwie. Die Geschichte vom Big Spender Plattner ist ein ebenso amüsantes wie erschreckendes Lehrstück über die Funktionsweise von Medien und PR.
    Quelle: Meedia
  16. Das Rechenmaschinenmonster
    Frank Schirrmachers etwas alarmistische, doch lesenswerte Warnung vor dem bösen „Ego“. […]
    Dabei kann dieses Buch durchaus für sich selbst stehen. Es erklärt zwar nicht, was es erklären will, nämlich warum wir alle so egoistisch sind, aber es erzählt sehr anschaulich, wie eine der unserem zerstörerischen Egoismus zugrundeliegenden Ideen in die Welt gekommen ist.
    Und das ist ja schon mal nicht wenig, wenn auch wegen seines kapitalismuskritischen Aplombs nicht gleich „links“ zu nennen, man denke nur an die Agenda der Konservativen Revolution, an Oswald Spengler, Stefan George oder auch Thomas Mann. Oder nehme einfach mal ein Buch von Schirrmachers publizistischem Ziehvater Joachim Fest in die Hand … Nun gut. […]
    Der Homo Oeconomicus ist unsere zweite Natur geworden. Der „Mensch Nummer 2“, wie Schirrmacher ihn nennt, existiert aus Fleisch und Blut und schon lange nicht mehr als mathematische, sozio-physikalistische Abstraktion. Über das Wie dieser Zurichtung erfahren wir, wie bereits angemerkt, eher wenig, dafür krachen die alarmistischen Beschreibungen des Was umso mehr: Sie reichen von der Abschaffung der Politik durch sich selbst über die Vision der „marktkonformen Demokratie“ (Angela Merkel) bis zur Utopie des „Informations-Markt-Staates“ – den wir uns am besten als hypernervöses Netzwerk nach dem Vorbild eines Ameisenhaufens vorstellen.
    Das sollte uns Warnung sein. Und ein Grund, Frank Schirrmachers Buch doch zu lesen.
    Quelle: Frankfurter Rundschau
  17. Von Arbeitsdruck und Konsumdruck Friedhelm Hengsbach: „Die Zeit gehört uns – Widerstand gegen das Regime der Beschleunigung“, Westend-Verlag, Rezensiert von Andreas Rinke
    Warum haben wir keine Zeit? Warum sind wir so gestresst? Liegt es am Kapitalismus? Der Jesuit Friedhelm Hengsbach sieht hier einen engen Zusammenhang und macht vor allem die digitalisierten Finanzmärkte zur Quelle allen Übels. Chancen in den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen sieht er kaum.
    Quelle 1: Deutschlandradio Kultur (Text)
    Quelle 2: Deutschlandradio Kultur (Audio-Podcast, mp3)
  18. Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen – Spitzes zur Nacht
    Samstag, 23. Februar 2013, 21.45 – 22.45 Uhr.
    Zu Gast am 23.02.2013 sind unter anderem Piet Klocke und Timo Wopp.
    Kaum ist der Karneval vorbei, werden in Köln schon wieder die Satiremesser gewetzt. Und während Jungfrau, Prinz und Bauer in ihren verdienten Sessionsschlaf gehen, teilt das wahre Pointen-Dreigestirn Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Uwe Lyko wieder kräftig aus. Prominente Unterstützung gibt es dieses Mal von einem nicht minder fulminanten Trio: Christoph Sieber, Timo Wopp und Piet Klocke. Jede Menge einschlägige Preise und Auszeichnungen hat Christoph Sieber in letzter Zeit sammeln können. Sein erfrischender Satirestil verbindet verblüffend organisch und höchst amüsant pointensichere Wortakrobatik und Pantomime, inhaltlichen Tiefgang und spielerische Leichtigkeit. Und noch ein „junger Wilder“ ist am Samstag im Alten Wartesaal unter dem Kölner Hauptbahnhof zu Gast in den Mitternachtsspitzen: Timo Wopp. Er setzt auf satirische Lebenshilfe und nennt das ganze augenzwinkernd „Mehrwertkabarett“. In seinem aktuellen Programm „Passion“ spielt er gekonnt mit der Manipulierbarkeit der Menschen und balanciert dabei überaus virtuos zwischen Scherz und Frechheit. Das Gästetrio komplettiert der Meister der absurden Assoziation, der Sprachspieler und Alltagsphilosoph Piet Klocke. Seit jeher ist er auf der Suche nach Wahrheit und Klarheit. Um Licht in die Sache zu bringen, begibt er sich gerne auf die aphorismenreiche Suche in der Evolution der Menschheit. Ein Wiedersehen gibt es natürlich auch mit altbekannten Gästen der Mitternachtsspitzen. „Ulli aus Deppendorf“ gewährt wieder tiefe Einblicke in den Politalltag der Hauptstadt, Kult-Rentner Herbert Knebel wird wieder aus dem Ruhrpott-Nähkästchen plaudern, und Wilfried Schmickler und Uwe Lyko werden einmal mehr ein „überschätztes Paar der Weltgeschichte“ zu garantiert neuem und überaus amüsanten Leben erwecken.
    Quelle: WDR
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