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Panama, Genscher usw. – unsere Medien sind in einem schlimmeren Zustand als gedacht

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Steuerhinterziehung / Steueroasen / Steuerflucht
Albrecht Müller

Vor einem halben Jahr gab es im damaligen Herausgeber-Zirkel der NachDenkSeiten einen Disput darüber, wie man wichtige Medien betrachten kann – ob als Kampfpresse, oder nicht. Im Januar 2015 gab es einen Disput darüber, wie gerechtfertigt oder abstrus es ist, das Wort Lügenpresse zum Unwort des Jahres zu erklären. Siehe hier und hier. Ich habe mir erlaubt, von „Kampfpresse“ zu sprechen und bin dafür gescholten worden. Der Disput von damals ist absolut lächerlich, wenn man sich anschaut, wie gleichgerichtet ein Großteil unserer Medien mit den Panama-Papers umgeht. Und, nebenbei, wie unkritisch und unangenehm „lobhudelnd“ sie Genscher und Westerwelle feiern. Zum Umgang mit den Panama-Papers will ich nur ein, zwei Beobachtungen beisteuern. Albrecht Müller

Was auffällt: Übereinstimmend werden die Veröffentlichungen genutzt, um den russischen Präsidenten in den Skandal hinein zu ziehen. Das ist von langer Hand vorbereitet, wie das Cover eines gleichzeitig erscheinenden Buches der Redakteure der Süddeutschen Zeitung belegt. Schauen Sie sich diesen Buchdeckel an:

Buch Panama Papers

Laut Meldung des Börsenblatts des Deutschen Buchhandels erscheint dieses Buch heute.

Es enthält auf dem Titel den Namen Putin und dabei wird behauptet, im Buch werde beschrieben, wie die Autoren die „geheimen Gelder von Putins innerstem Zirkel“ gefunden hätten. Genau die gleiche Botschaft transportierten die Autoren des Buches selbstverständlich in der Süddeutsche Zeitung. Ein großer Teil der anderen Medien folgte dem. In der ZDF-heute Sendung vom 4. April zum Beispiel kam das Foto von Putin und er sitzend gleich mehrmals vor. Die Panama-Papers und ihre Veröffentlichung werden zu einer grenzüberschreitenden Diffamierungskampagne benutzt.

Für die Beobachtung, dass es sich um eine von langer Hand vorbereitete Kampagne handelt, spricht die Tatsache, dass ein Buchcover nicht zwischen Tür und Angel produziert wird. Die Passage über Putin ist sehr viel früher festgelegt worden und findet sich dann wie beschrieben als quasi aktuelle Feststellung in den Medien von heute wieder. Da man Putin nicht finden konnte, aber sein Name – als einziger!! – unbedingt auf dem Titel erscheinen sollte, schreibt man etwas von „Putins innerstem Zirkel“. Wenn man das Buch-Cover mit den beiden Überschriften der Süddeutschen vergleicht, wird offensichtlich, dass es dem gleichen Muster folgt und schon lange ganz genau so geplant war.

Das ist so lächerlich und durchsichtig, dass man kaum glauben mag, dass intelligente Menschen darauf hereinfallen. Aber wenn eben nahezu alle renommierten Medien das gleiche behaupten, dann fällt man auf diese Parolen herein.

Auch noch interessant: Das „Enthüllungsbuch“ erscheint bei Kiepenheuer & Witsch, dessen Gründer Joseph Caspar Witsch für den CIA tätig war, und zwar als Kopf der Kölner Gruppe des CIA-gesteuerten „Kongress für kulturelle Freiheit“. Wenn Sie sich darüber informieren wollen, dann schauen Sie sich diese Dokumentation von 2006 an: „Benutzt und gesteuert – Künstler im Netz der CIA.“

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