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17. Dezember 2017
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Wer die Einflussarbeit der USA auf Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart kennt, wird über die jetzt hyperaktiven Trolle nur lachen können.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Strategien der Meinungsmache

Nach Erscheinen des NachDenkSeiten-Beitrags „Die Indizien dafür, dass Angela Merkel eine geführte Führungsperson ist, häufen sich“ wurde offensichtlich Großalarm unter den Trollen auf der NachDenkSeiten-Facebook-Seite ausgelöst. Dutzende haben sich in ziemlich gleichlautenden Einträgen empört. Offensichtlich werden die Trolle von der Realität des Einflusses der USA auf unser Land nicht irritiert. Fakten zählen nicht. Sie glauben fest an ihren verinnerlichten Auftrag. – Für solche NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser jedoch, die an Fakten interessiert sind, liefern wir hiermit noch einige Quellen und Dokumente nach. Albrecht Müller

Die Dokumente betreffen die Vergangenheit und die Gegenwart. Es gibt keine Gründe, davon auszugehen, dass die Methoden der Beeinflussung der deutschen Politik, von denen in den beiden ersten Dokumentationen die Rede ist, gestoppt worden sind. Im Gegenteil.

Eine NachDenkSeiten-Leserin hat kritisiert, dass im Beitrag über die geführte Führungsperson Angela Merkel vor allem Vermutungen geäußert werden. Diese Feststellung ist richtig. Ich habe ja auch ausdrücklich von „Indizien“ gesprochen und bitte um Verständnis dafür, so vorzugehen.

Einige der folgenden Dokumente enthalten nicht nur Vermutungen, sondern Belege und Zeugnisse von Personen in den USA, die mit der Steuerung von Politikern und Institutionen in Deutschland beschäftigt waren. Dass diese Akteure und Zeugen (siehe 2. Dokument) sich nachträglich öffentlich geäußert haben, ist ein Glücksfall. Normalerweise geschieht das im laufenden Geschäft nicht. Zum Beispiel wird man kaum schriftliche Aufzeichnungen darüber finden, wie Mitglieder der deutschen Bundesregierung von diversen amerikanischen Stellen darauf hingewiesen werden, wie wichtig die Freihandelsabkommen aus der Sicht des US-amerikanischen Präsidenten für die USA und den Westen insgesamt sind.

Dass wir Belege davon haben, wie sich die steuernden Stellen ihres Erfolges bei der weltweiten Meinungsbeeinflussung rühmen (3. und 4. Dokument), ist ein nicht alltäglicher Glücksfall.

Im letzten verlinkten Dokument (5. Dokument) finden Sie einen interessanten Namensartikel der damaligen Oppositionsführerin Merkel in der Washington Post. Er stammt vom 20. Februar 2003. Merkel kritisiert darin den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, weil er nicht bereit war, mit George W. Bush in den Irakkrieg zu ziehen. Das war jener Krieg, der mit der Lüge über angebliche Massenvernichtungsmittel Husseins begründet worden war und das ganze Elend im Nahen Osten einschließlich der Flüchtlingswelle massiv verschärft hat.

Kein sachlicher Grund, nicht das Fitzelchen eines deutschen Interesses hat die damalige CDU-Vorsitzende im Februar 2003 dazu gezwungen, dem deutschen Bundeskanzler in der Hauptstadtpostille der USA in den Rücken zu fallen. Schon damals hätte man aufgrund dieses Vorgangs formulieren können: Angela Merkel ist eine „geführte Führungsperson“. Das ist sogar vornehm ausgedrückt.

Nun also die Hinweise auf die verschiedenen Dokumente:

  1. Dokument:
    Benutzt und gesteuert
    Künstler im Netz der CIA

    Dokumentation, Regie: Hans-Rüdiger Minow , Zweites Deutsches Fernsehen, Deutschland 2006, 52 Minuten. Erstausstrahlung Arte TV, Mittwoch, den 29. November 2006, 20.40 Uhr
    Quelle: YouTube

    Die Dokumentation von Arte und des ZDF ist ausgesprochen spannend und bestätigt die Grundannahmen meines Beitrages von gestern.

    Wenn Sie die Zeit nicht finden, die Dokumentation anzuschauen, dann könnte es reichen, den folgenden Artikel bei Telepolis zu überfliegen:

    Deutsche Künstler und Journalisten als „IM“ der USA?
    Quelle: Telepolis

  2. einschlägiges Dokument:
    Germany made in USA – Die Amerikanisierung der Deutschen // Doku

    Quelle: YouTube

    Auch dieses Dokument ist ausgesprochen spannend. Es zeigt, wie eng die USA damals mit deutschen Stellen und Personen zusammengearbeitet haben. Hier wird sichtbar, welche bedeutende Rolle die US-amerikanischen Gewerkschaften und die deutschen Gewerkschaften damals gespielt haben. Über sie liefen die CIA- und andere Gelder für die Einflussarbeit auf die politische Entwicklung einschließlich wichtiger Personalentscheidungen in Deutschland.

    Das 3. und 4. Dokument handeln von der Einflussarbeit über Medien und Meinungsbildung:

  3. Dokument
    27’000 PR-Berater polieren Image der USA

    Ein Chefredaktor beklagt den immensen Einfluss des amerikanischen Verteidigungsminsteriums auf seine Journalisten. Jetzt ist ihm der Kragen geplatzt: Er enthüllt schier unglaubliche Fakten über die PR-Arbeit des Pentagons.
    Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden. 
    Quelle: www.tagesanzeiger.ch
  4. Dokument
    Prof. Mausfeld: Warum die Lämmer schweigen. Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie.

    Rainer Mausfeld behandelt das Thema in seinem letzten Vortrag ab 1:01:00 ca. 4-5 Minuten, weist u.a. auf Obama hin, der sich öffentlich damit gebrüstet hat, wie hervorragend die USA darin sind, die öffentliche Meinung zu beherrschen. Das war vor Bush schon so und ist nach ihm noch so.
    Quelle: YouTube

  5. Dokument
    Schroeder Doesn’t Speak for All Germans

    Von Angela Merkel.

    Dass die Raute des Grauens „ein verlässlicher Partner der USA in Deutschland“ ist, hat sie bereits am 20. Februar 2003 in der amerikanischen Öffentlichkeit kundgetan.

Das war’s. Hoffentlich haben Sie sich nicht gelangweilt.

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