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„Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben“

Veröffentlicht in: Länderberichte, Terrorismus

Gerhard Kilper, Ökonom, Kenner der französischen Sprache und Freund der NachDenkSeiten hat einen Artikel des französischen Philosophen und Essayisten Didier Martz übersetzt: „Das Attentat von Nizza“. Dieser Text passt in die gesamte Debatte und trifft. Er trifft die Verantwortlichen. Auch den Großteil unserer Medien, die immer noch nicht den Ursachen der Gewalt und des Terrors nachgehen. Hier – verbunden mit einem großen Dankeschön – die Übersetzung und danach das Original. Albrecht Müller.

G. Kilper: In Mediapart am 18.7.2016 erschienener Artikel (am Vortag vom Autor auf seinem Blog veröffentlicht). Der Autor Didier Martz, Philosoph und Essayist, lebt in Reims

Originaltitel: Attentat de Nice

Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben

Was wir erleben ist Terrorismus. Der Terrorismus ist eine Waffe im Krieg.

„Der Krieg“ ist der Krieg, den unsere Regierungen der Reihe nach seit mehreren Jahrzehnten ohne Kriegserklärung in Afghanistan, in Libyen, im Irak, in Syrien und anderswo führen. Krieg wird auch indirekt dadurch von uns geführt, dass wir Waffen an potentiell kriegsführende Parteien verkaufen. Hunderttausende waren genauso unschuldige und zivile Opfer dieses „Krieges“.

Nach dem 13. November 2015 erklärte uns der Premierminister „Wir sind im Krieg“. Ein missbrauchtes „wir“, da „wir“ diesen Krieg nicht gewollt haben und auch unsere Abgeordneten haben ihn nicht gewollt, da sie ihn nicht als solchen erklärt haben.

Wir haben den Krieg ins Ausland getragen und der gleiche Premierminister ist jetzt darüber erstaunt, dass der Krieg sich in unserem Land in Form schmutziger Attentate manifestiert – obwohl er weiß, dass wir historisch von solch ungeheuerlichen Taten nicht verschont geblieben sind.

Nein Monsieur Cazeneuve, nein Herr Innenminister als Kriegsminister, „ich werde diesen Krieg nicht mitmachen“, wie das die Poeten so schön sagen.
Sie haben den Wind gesät und es ist nur schiere „Normalität“, dass sie auch selber die Ernte des gesäten Sturms einfahren.
Jedem sein ihm zukommendes Teil – außer dass es „uns“ Frauen, Kindern, Männern vorbehalten bleibt, am Ende dann die Zeche zu bezahlen.

Attentat de Nice

17 juillet 2016

Par Didier Martz

Des victimes civiles et innocentes paient le prix d’une guerre qu’ils n’ont pas voulue.

C’est du terrorisme. Le terrorisme est une arme de guerre. La guerre, c’est celle que nos gouvernements successifs mènent sans l’avoir déclarer depuis plusieurs décennies en Afghanistan, Lybie, Irak,Syrie et autres. Celle aussi menée indirectement en vendant des armes à des belligérants potentiels. Cette guerre a fait des centaines de milliers de victimes toutes aussi innocentes, toutes aussi civiles.

Le premier ministre l’a déclaré au lendemain du 13 novembre 2015 : „nous sommes en guerre“. Un „nous“ bien abusif puisque cette guerre „nous“ ne l’avons pas voulu et même nos parlementaires ne l’ont pas votée puisque pas déclarée.

Nous avons porté la guerre à l’étranger et le même ministre s’étonne qu’elle puisse se manifester dans notre pays sous forme d’attentats sordides. Sachant qu’en matière de monstruosités, notre histoire n’a pas été en reste !

Non Monsieur Cazeneuve, ministre de la guerre, cette guerre „je n’irai pas la faire“ comme dit le poète. Vous avez semé le vent, il est normal que vous fassiez vous même la récolte de la tempête ! A chacun son dû sauf que c’est „nous“, femmes, enfants, hommes qui en payons le prix.

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