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ARD-Tagesthemen: „Wo ist die Friedensbewegung?“ – Eine ungeheuerliche Verdrehung der Tatsachen

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Friedenspolitik, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Von Wolfgang Bittner. In den ARD-Tagesthemen am 7.12.2016 wurde zum Krieg in Syrien gefragt: „Wo ist die Friedensbewegung?“ Eine Ungeheuerlichkeit! Man ruft jetzt plötzlich nach der Friedensbewegung, aber nicht gegen die westliche Aggressionspolitik und NATO-Aufrüstung, sondern im Propagandakrieg gegen Russland.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Gezeigt wurde eine Demonstration, die vor der russischen Botschaft in Berlin gegen die Beteiligung Russlands im Syrienkrieg stattfand. Als ob Russland den Krieg in Syrien zu verantworten hätte. Es fanden sich eine Anzahl Williger aus Unkenntnis und Naivität und andere, die dafür mit Publicity oder sonstwie belohnt werden.

Interviewt wurden u.a. die ansonsten für die Kriegstreiber in Kiew eintretende Grünenabgeordnete Marieluise Beck sowie der Schriftsteller und Putin-Hasser Peter Schneider. Kein Wort über die mordenden Terroristen und ihre Milizen, unter denen die syrische Zivilbevölkerung nun schon seit Jahren so unsäglich leidet. Wieder mal eine dieser verlogenen Verdrehungen der Tatsachen, die bis zum Erbrechen von den US- und NATO-Propagandisten unter Mithilfe der deutschen sogenannten Qualitätsmedien verbreitet werden. Weitere Teilnehmer waren der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und der Grünenabgeordnete Cem Özdemir.

Als Beobachter nahmen der Publizist Ulrich Gellermann und der Herausgeber des Internetportals KenFM, Ken Jebsen, teil. Gellermann schreibt in seinem Internetauftritt „Rationalgalerie“:

„Vor der russischen Botschaft in Berlin wollen sie den „Massenmord in Aleppo“ stoppen. Intellektuelle, wie Daniel Cohn-Bendit und Peter Schneider. Nicht vor der Saudischen Botschaft oder den Botschaften von Katar oder den USA, vor den Vertretungen jener Länder, die den Syrien-Krieg aus niedrigen Motiven seit fünf Jahren mit Geld, Waffen und Propaganda vorantreiben und befeuern … Unterstützung fanden sie ebenso schnell wie freudig in den üblichen Massen-Medien.“

Über die Initiatoren der Demonstration und eines Aufrufs schreibt Gellermann:

„Cohn-Bendit und Schneider, die Initiatoren des fatalen Aufrufs, haben Übung in falscher Parteinahme: Sie waren für den völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieg. Weder hat sie der jüngste posthume Freispruch des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic durch den ‚Internationalen Strafgerichtshof für das frühere Jugoslawien‘ bewegen können, ihre Kriegsmitschuld zu bekennen, noch konnte sie die geplatzte Lüge vom ‚Hufeisenplan‘, dieser Kriegsgrund-Erfindung durch Rudolf Scharping, bewegen. Beide waren wieder dabei als es galt, einen Krieg in Libyen zu rechtfertigen, der mit 55.000 Toten das Mords-Ergebnis in Jugoslawien noch übertroffen hat …“

Sehr gut und informativ ist der Bericht von Ken Jebsen, der einige der Teilnehmer interviewt hat. Auf seine Frage an Cem Özdemir, ob es auch eine Demonstration vor der Botschaft von Saudi-Arabien oder Katar geben werde, antwortete Özdemir:

„Da habe ich schon demonstriert.“

Dazu Ulrich Gellermann:

„Das ist eine schnelle, glatte Lüge. So ist der komplette Özdemir: Ein einziges Fake.“

Der sich peinlicherweise auf die wehrhafte demokratische Gesellschaft berufende Peter Schneider polemisierte hasserfüllt über „Putin und seinen Kumpan, den Massenmörder Assad“, wobei ihm Ursachen und Beginn des Syrien-Krieges abhandengekommen waren. Ihm fiel ein, dass in Aleppo von den Russen und der syrischen Armee die Zivilbevölkerung umgebracht wird. O-Ton:

„Putin soll mit der Schande, die das bedeutet, in die Geschichte eingehen. Dafür müssen wir sorgen.“

Offensichtlich eingeübte Sprechchöre skandierten:

„Aleppo-Putin-Schande!“

Alles in allem eine gespenstische Verkehrung der Fakten und zugleich eine politische Lumperei, verlogen, verhetzt und niederträchtig.

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