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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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18. Dezember 2014
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Ein tolles Stück im „Parlament“

Verantwortlich:

Gestern war ich gerade dabei, eine Tagebuchnotiz zu einer neuen Rubrik in den NachDenkSeiten zu schreiben, als mich der Hinweis eines Freundes erreichte, in der Zeitung „Das Parlament“ sei gerade eine unfreundliche Rezension meines Buches erschienen. Diese Rezension ist in der Tat bemerkenswert. Sie reiht sich ein in eine Reihe von Besprechungen von sehr ähnlichem Muster – von Peter Glotz, der FAZ, der WELT, von Erhard Eppler: ich wolle zurück in vergangene Zeiten, heute sei mit der Globalisierung alles anders, die Erkenntnisse der Nationalökonomie gelten nicht mehr und so weiter. Wenn man das Buch gelesen hat und jetzt diese Rezensionen liest, dann kann man nicht glauben, dass diese Besprecher das Buch je gelesen haben. Sie schreiben nach, was andere geschrieben haben, oder was sie in ihrem Netzwerk verabredet haben. Das war’s denn auch. Schade. Eine Auseinandersetzung zur Sache wäre ja sinnvoll. Ich möchte Sie bitten, mögliche Leser des „Parlaments“ auf diese Rezension aufmerksam zu machen und dabei vor allem wichtige Informationen zu ergänzen, die die Redaktion des Parlaments ihren Lesern vorenthalten hat.

Im „Parlament“ werden Gegenbehauptungen ohne jeglichen Beleg aufgestellt. Auf meine Analysen geht auch dieser Autor kaum ein, geschweige denn, dass er eine Übersicht darüber böte, was die Leser im Buch erwartet. Selbst bei harter Kritik wäre dies das Minimum dessen, was die Leser des „Parlament“ erwarten dürften.
Die Redaktion des „Parlaments“ hat ihren Lesern wichtige Informationen vorenthalten: der Schreiber der Rezension mit Namen Jürgen Turek ist Geschäftsführer und Leiter der Forschungsgruppe Zukunftsfragen des CAP, Zentrum für angewandte Politikforschung. Dieses wird geleitet vom langjährigen Mitglied der Leitung der Bertelsmann-Stiftung, Prof. Werner Weidenfeld. Das CAP ist personell und finanziell mit der Bertelsmann-Stiftung eng verflochten. Der Schreiber der Rezension ist, anders als der Redakteur des „Parlament“ mir gegenüber meinte, nicht Ökonom, aber er hat ganz feste Urteile über ökonomische Zusammenhänge – das Übliche. Diese Informationen, vor allem über die Verortung des Autors im CAP und dessen Verwobenheit mit der Bertelsmann-Stiftung, wären für die Leser des „Parlament“ wichtig gewesen, sehr wichtig sogar. Denn ein entscheidender Teil meines Buches kreist um das, was ich die „Koalition der Willigen“ nenne, jenes Netzwerk, das die Propaganda für die neoliberale Umgestaltung unseres Landes macht. Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der großen Spinnen in diesem Netzwerk. Einen Angestellten dieses Netzwerkes zum Rezensenten zu machen und dies dem Leser nicht zu sagen, hat ein “Gschmäckle”, würde man in Schwaben sagen.
Übrigens lohnt sich ein Blick auf die Homepage des CAP. Sie werden sich wundern, wer wem dort die Klinke in die Hand gibt. Sie können dabei auch sehen, wie das CAP den Einfluss von Bertelsmann in andere Medien organisiert. Wichtige Macher anderer Medien werden zu „Fellows“ ernannt.

P.S.: Noch ein Trost für alle Demokraten, die auf Gleichbehandlung pochen: Auch ich als ehemaliger Bundestagsabgeordneter erfahre, wie dieser Fall zeigt, keine Sonderbehandlung durch ein vom Deutschen Bundestag herausgegebenes Blatt. Ich bin nicht vorher informiert und auch nicht gefragt worden. So gehört es sich in einer Demokratie. Aber wichtige Informationen wegzulassen gehört sich halt nicht.

Quelle: Rezension von “Das Parlament” »

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