Grenzenlose Manipulation bei „Hart aber Fair“

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

In mehreren Mails sind wir auf die Manipulationen in der letzten „Hart aber fair“-Sendung hingewiesen worden. Wir dokumentieren die ausführlichen Beobachtungen eines unserer Nutzer mit dessen Originalmail. Die Redaktion bekam Gegenwind von vielen Zuschauern. Wir möchten Sie ermuntern, mit Beiträgen in den Foren der verschiedenen Sendungen zu intervenieren, auch wenn ständig zensiert wird. Wir werden, soweit wir können, auch auf diese Zensuren hinweisen. Albrecht Müller

Hier die Mail von Th. W.:

Liebes Nachdenkseiten-Team,

ich sah letzte Woche Mittwoch, nachdem man uns in NRW zur Urne gerufen hatte, eine Sendung zum Thema “Keine Macht für niemanden – wer führt Deutschland in der Krise?”. Was sich dort abgespielt hat, hat selbst mich, der ich mich mit Manipulationen in privaten und öffentlich-rechtlichen Programmen auseinandersetze, doch erschüttert. Ich gebe es zu: Ich tue mir die Sendungen von Will, Illner und Plasberg gezielt an, und sei es nur, um die Wut nicht zu verlieren. Was sich aber an diesem Mittwoch abspielte, war höchst bedenklich.

Ich schaue mir oft vorher die Gästeliste an, und mir fiel bei dem oben genannten Thema auf, daß kein Vertreter der Linkspartei eingeladen war. Damit stand ich nicht allein da, gemeinsamer Tenor von deutlich mehr als der Hälfte der Gästebuchnutzer war eben diese Frage. Gleichzeitig startete man eine Online-Umfrage, welche Koalition zu präferieren wäre. Als ich meine Stmme abgab, war Rot-Rot-Grün mit 59% an erster Stelle, was sich im Verlauf der Sendung auf folgende Werte stabilisierte:

Welche Koalition präferieren Sie für NRW?

  • schwarz-rot: 18 %
  • rot-rot-grün: 60 %
  • rot-gelb-grün: 11 %
  • schwarz-gelb-grün: 11 %

Es ging dann auch in der Sendung von Seiten der CDU und FDP dahin, daß man mit “den Schmuddelkindern” erst gar nicht reden dürfe, und Frau Kraft wand sich, um nicht in die Ypsilanti-Falle zu tappen. Viel interessanter war das, was Plasberg machte: Er spielte zwischen Minute 14 und Minute 21 einen Einspieler nach dem anderen ein mit anti-Linker Propaganda vom Plumpsten und mit einer erneuten Wiederholung der dusseligen Frau Bötsch, deren Aussagen in jedem stramm anti-sozialen Fernsehformat rauf- und runtergesendet wird, um auch dem letzten Zweifler klar zu machen, daß die Linke die Mauer wieder aufbauen will.

Bei „Hart aber Fair“ wird gegen Ende der Sendung immer die Frau Büscher zu den Zuschauermeinungen befragt. So auch diesmal; doch als Frau Büscher anhebt, die Gästebuch-Grundstimmung zu Rot-Rot-Grün zu erwähnen, fährt ihr der Plasberg über den Mund (Minute 64ff. der Aufzeichnung) und meint, da wären wir schon drüber hinaus, und macht dann bis zum Ende der Sendung Anlageberatung: Ob man Staatsanleihen kaufen sollte oder in Gold investieren, vollkommen am eigentlichen Thema vorbei. Das sieht so aus, als habe der Plasberg einen regelrechten Auftrag bekommen.

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Mit diesen Fragezeichen vor Augen saß ich auf der Couch und wunderte mich über die Chuzpe einer solchen Aktion. 

Ich hatte im Verlaufe der Sendung ca. 6 Einträge ins Gästebuch verfasst, wovon allerdings nur einer die Zensur überlebte, und war weiter mit der Webseite beschäftigt, als mir auffiel, daß ca. 10 Minuten vor Sendeende die Umfrage zur Koalitionsfrage und ihr Ergebnis verschwunden waren und auch in der Sendung natürlich keine Erwähnung fanden, obwohl es bei HaF durchaus üblich ist, eigene Umfragen mit einzubauen.

Mittlerweile ist auf der Webseite das Ergebnis der Umfrage wieder zu sehen, dafür wurde das Gästebuch nachträglich zensiert, so daß nun ein stramm antikommunistischer Beitrag ganz oben steht. Dafür mussten ca. 20 Beiträge gelöscht werden, was man an den Uhrzeiten der Beiträge sehen kann. Auch in der Mitte gibt es immer wieder Lücken, wo vorher kritische Beiträge waren.

Ich hatte gehofft, auf den Nachdenkseiten etwas darüber zu lesen, weil man sich mit der Kenntnisnahme solcher Aktionen leicht auf das Terrain der Verschwörungstheorien begibt, aber die übrig gebliebenen Gästebucheinträge bei HaF helfen mir doch, nicht an meinem Verstand zu zweifeln.

Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Th.W.

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