Leserbriefe zu „Erstschlagwaffen für die Bundesrepublik: Die deutsche Politik hat den Bezug zur Realität verloren“

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Marcus Klöckner kommentiert hier einen Bericht des Springer-Blattes Berliner Morgenpost. Demnach sei der Kauf von „400 Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk aus US-Produktion“ vorgesehen. Aufgrund ihrer Einsatzeigenschaften seien die Tomahawks auch als „Erstschlagwaffen“ bekannt. Im Verteidigungsministerium werde sogar längst „weitergedacht“. Demnach wolle Deutschland sogar „eigene Mittelstreckenwaffen für Distanzen über 2000 Kilometer entwickelt haben“. Zum ersten Mal wäre Deutschland im Besitz von Langstreckenwaffen, die Moskau treffen könnten. Das sei geschichtsvergessen und zeige, was passiere, wenn die Politik die Realität verliere und die Presse nicht willens sei, Kritik zu üben. Wir danken für die interessanten E-Mails dazu. Es folgt nun eine Leserbrief-Auswahl, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Guten Tag,

den Bezug zur Realität hat die deutsche Politik schon lange verloren.

Deutschlands beliebtester Politiker wird es ja nicht müde den ernannten Feind Russland zu warnen. Da passt ein Mosaik ins andere. Grundgesetz, Friedensgebot was ist das, wen interessiert das noch? Wo kein Kläger, da kein Richter und die völlig aus dem Ruder gelaufene Gesellschaft, scheint es auch nicht weiter zu kümmern. Alles in weiter Ferne, die Kühlschränke gefüllt, Verblödungsklotze läuft und der Ball rollt auch wieder. Die Gefahren einer solchen Aufrüstung mit weitreichenden Erstschlagwaffen werden natürlich nicht genannt. Zu prüfen wäre alle mal, ob sich die Verantwortlichen noch auf dem Boden Grundgesetzes bewegen. Die Bundeswehr sollte eine reine Verteidigungsarmee sein, die für die Landesverteidigung einsatzbereit sein muss.

Bündnisverpflichtungen sind unter Berücksichtigung des Grundgesetzes und aus der geschichtlichen Verantwortung heraus verantwortungsvoll zu prüfen. Zu diesem Auftrag braucht es keine weitreichenden Erstschlagwaffen. Was es braucht, sind kluge und gut ausgebildete Diplomaten, die schnellstens wieder willig sind mit dem gegenüber zu reden. 

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


2. Leserbrief

Russland diskutiert momentan intern die Option, Deutschland und UK mit taktischen Nuklearwaffen auszulöschen, wenn der Krieg in der Ukraine gegen Russland in dieser Form von beiden Ländern weiter eskaliert wird. Deutschland wäre innerhalb der kommenden zwei Jahre das erste nukleare Ziel, da alle Weltkriege von Deutschland ausgingen. Diese Option liegt momentan in Russland auf dem Tisch.

Kein Medium in Deutschland oder der EU hat dieses Szenario vor Augen. Alles wird hier tot geschwiegen. Merz, Pistorius, vd Leyem und Kallas müssen weg, egal wie! Wir brauchen eine schnellstmögliche Korrektur deutscher Politik!!

Präsident Putin’s engster Berater Karaganow hat in einem Tucker Carlson Interview ganz klar gesagt, das man UK und Deutschland bald eliminieren wird, wenn die Eskalation weiter geht.

Grüße
von unserem Leser R.O.


3. Leserbrief

Einem wahrhaftigen Journalisten wünscht man gerne ein gutes NEUES JAHR!

Es sind noch nicht viele “Neue Jahre” vergangen und man fragt sich, ob die Politikerkaste, die sich im Parlament herumlümmelt, in der Lage ist, einen derart übersichtlichen Zeitraum einzuschätzen.  Heute Morgen hat uns das Qualitäts-TV einen kleinen Einblick in das Tun und Lassen der Volksvertreter dieser “Unseredemokratie” gewährt. Der Zustand dieses Gebildes ist höchst bedenklich und das Fortschreiten der Deindustrialisierung können oder wollen sie nicht verhindern und sie können dies auch nicht mehr verheimlichen. 

Die Rüstungsindustrie allerdings blüht zusehends auf und unter den “Lawmakern” egal welcher Partei herrscht Einigkeit: Deutschland muss auf allen Ebenen ertüchtigt werden. Wehrtüchtig soll der Deutsche und auch die Deutsche werden und damit sein! Im Lande unserer Sehnsucht -also in gods own country- ist man da frank und frei: Hegseth ist der Kriegsminister

Es sei vorgesehen, dass “wir” -also “Unseredemokratie”-  400 Marschflugkörper erhalten dürfen. Diese Tomahawks können bis nach Moskau fliegen und sie kosten pro Stück einen ordentlichen Batzen. Der Vizekanzler Klingbeil ist ja nicht mehr bei Rheinmetall buchmäßig tätig, aber sein Lobbydasein ruht ganz gewiss nicht, eher schon das Gewissen des Kanzlers Merz. Der Mann war ja oder ist ja oder wird ja ganz gewiss weiterhin ein Gefolgsmann seiner Mutterbrust Black Rock sein! Der alte Tetzel hat es gewusst: Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt! Klöckner zitiert den Verteidigungsminister. Unser Pistorius ist ja nur Verteidigungsminister, aber in der Seele eben doch auch Kriegsminister:  ER will und lässt jeden Schlag beantworten – auch KONVENTIONELL!  Ich definiere dies mal so: Auf die HERKÖMMLiCHE Art. Die andere Art lässt der SPD-Mann in der logischen Leere stehen. Nur zwei Mal hat ein Staat es gewagt, auf Städte nicht herkömmlich zu BOMBEN: Nagasaki und Hiroshima! Die USA! 

Bescheiden haben “wir” damals  angefangen. 5000 Helme! “Unsere” Panzer sind da schon ein anderes Kaliber, wiewohl sie großumfänglich zu Schrott geschossen werden. Nach Moskau werden sie wohl nicht mehr kommen. Taurus sollte dem Russen das Siegen verwehren! Der Stier wird es nicht können. Nun also die 2000-km-Tomahawk-Rakete? USA-Marschflugkörper wohlbewährt? Klöckner lässt hier wissen, dass an kriegstüchtiger Stelle noch weiter gedacht wird. Was, wenn Gottes eigenes Land gar kein Interesse mehr an der Ukraine hat? “Wir” können das selber und sicher auch besser und wir müssen das auch, denn in einem Krieg zwischen der NATO und Russland würde es um alles gehen.                             

Ein Schlusswort noch: “Wir” werden 13 Soldaten in die Arktis schicken. Die benötigen gerade mal 13 Helme! Wie fing das 2022 an? Richtig! Mit 5000 Helmen! Eine Fiktion beginnt da in meinen Eingeweiden zu wühlen. Die NATO zerbricht und der Gegner wird nicht Russland sein und er wird im Westen dräuen: Der Weltenherrscher USA.

Ich bitte die Leser mir die vielen Anführungszeichen zu verzeihen und spreche dem Journalisten Klöckner meinen Dank aus.

Dieter Münch


4. Leserbrief

Guten Tag Herr Klöckner,

in Ihrem Artikel „Erstschlagwaffen für die Bundesrepublik: Die deutsche Politik hat den Bezug zur Realität verloren“ schreiben Sie unter Berufung auf die Berliner Morgenpost, Deutschland erwägt „400 Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk aus US-Produktion“ zu kaufen. Tomahawk-Marschflugkörper können auch mit Nukleargefechtsköpfen ausgestattet werden. Sollte Deutschland Kernwaffen besitzen, ist es dem Untergang geweiht. Diese drastische Aussage tätige ich, nachdem ich den wirkmächtigen Bericht „Von der passiven zur aktiven Abschreckung“ in deutscher Übersetzung gelesen habe. Verfasst wurde er von Dmitrij Trenin, Sergej Awakjanz und Sergej Karaganow.

So findet sich bspw. im Kapitel „Modernisierung der Nukleardoktrin“ auf Seite 89 folgende Passage:

„Moskau muss Berlin warnen, dass jeder Schritt, der zum Erwerb von Kernwaffen durch Deutschland führt, garantiert durch Handlungen Russlands durchkreuzt wird, darunter auch mit Gewalt. Jetzt ist es notwendig, auf inoffiziellem Wege, aber so öffentlich wie möglich, darauf hinzuweisen, dass Deutschland, das zwei Weltkriege ausgelöst hat, vernichtet wird, wenn es erneut (wie unter Hitler) zu Kernwaffen greift.“

Dessen sind sich die Verantwortlichen bewusst und die USA werden aus Selbsterhaltungstrieb, der bei unseren Entscheidungsträgern möglicherweise ausgeschaltet ist, niemals diese Waffensysteme liefern.

Wie wir im September 2025 auf den NDS lesen konnten, schreibt Jeffrey Sachs in einem Beitrag:

„Präsident John F. Kennedy zeigte den möglichen Weg zur Beendigung des Kalten Krieges auf, der auf der gegenseitigen Achtung der Sicherheitsinteressen aller Seiten beruhte. Kennedy blockierte den Versuch des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, sich Atomwaffen von Frankreich zu beschaffen, und zerstreute damit die sowjetischen Bedenken vor einer atomaren Bewaffnung Deutschlands.“

Deutschland wurde schon einmal zu seinem Glück zurückgepfiffen. Mir war das hasardierende Verhalten des damaligen Bundeskanzlers Konrad Hermann Joseph Adenauer bis dahin unbekannt. Sein aktueller Nachfolger Joachim-Friedrich Martin Josef Merz fühlt sich von Adenauer inspiriert, wie er jüngst in einem Gastbeitrag zum 150. Geburtstag Adenauers zum Besten gab.

Friedliche Grüße
Jan Schulz


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