Leserbriefe zu „„Könnte Kriegsverbrechen sein“ – Angriff auf Grundschule im Iran, „Wertegemeinschaft“ schweigt“ und „Angriff auf eine Grundschule im Iran – deutsche Medien blenden aus“
Marcus Klöckner
beschäftigt sich in seinem Kommentar mit dem Angriff auf eine Grundschule in Minab im Süden des Iran am 28. Januar 2026, bei dem ca. 165 bis 170 Kinder starben und etwa 100 bis 150 verletzt wurden. Laut UN-Aussagen liegt hier „ein mögliches Kriegsverbrechen“ vor, die UNESCO spricht von „schwerer Verletzung des humanitären Völkerrechts“. Unser Autor kritisiert , dass westliche Regierungen nicht angemessen darauf reagieren, Leitmedien nicht ausreichend darüber berichten. „Eine gewichtige Rolle spielen ermordete Zivilisten in der westlichen Wertegemeinschaft häufig nur dann, wenn sie dazu dienen, die Grausamkeit des „Feindes“ vor Augen zu führen“, das sei ein „Offenbarungseid“. In Folge fordert er diesem Kommentar von Medien und Journalisten, sich auf ihre Kernaufgaben zu besinnen: saubere journalistische Berichterstattung bedeutet, Ereignisse umfassend darzustellen, Betroffenen eine Stimme zu geben und politische Hintergründe kritisch einzuordnen. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken unseren Leserinnen und Lesern für die interessanten Zuschriften, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Liebe Mannschaft der NachDenkSeiten,
Die Grünen schüren eine „Sexismus“-Kampagne im Wahlkampf – mit aus dem Zusammenhang gerissenen und obendrein völlig harmlosen Zitaten aus acht Jahre alten Berichten.
Was sind dagegen über 160 iranische Mädchen zwischen 7 und 12 Jahren (bei Jungen wäre das genauso schlimm), die erst vor wenigen Tagen in ihrer Schule durch US- oder israelische Raketen gewaltsam getötet wurden? Man könnte auch sagen: ermordet wurden, und zwar durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.
Das stört die Grünen nicht, aber wenn bei uns im „weltoffenen“ Deutschland ein Mann vor acht Jahren in einem Interview gesagt hat, daß eine 16-jährige braune Augen hat, drehen die Grünen durch. Und die Medien machen mit, und die Grünen werden für so etwas sogar gewählt; ausgerechnet von jungen Leuten im universitären Umfeld, wo man doch höhere Intelligenz vermuten würde. Oder ist es doch eher Standesdünkel und dieser Drang nach Selbstinszenierung, um straflos Feindbilder zu schüren, um Leute abzuschießen?
Zeigt das nicht auch die ganze Verlogenheit und Heuchelei dieser „Sexismus“-Kampagnen? Und sind das nicht auch Symptome eines sehr beschränkten Horizonts im Wahrnehmen, Denken und Empfinden gegenüber wirklichen Opfern? Nicht nur bei den Grünen, sondern bei unseren Medien und in der Gesellschaft insgesamt?
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Fauser
Stadtroda
2. Leserbrief
Guten Tag,
nein, sie tun es einfach nicht, objektiv und ehrlich berichten, die gut bezahlten Auftragsschreiber.
Spiegel und Konsorten sind mittlerweile fast ausschließlich für die Papiertonne geeignet.
Von dem durch Gebühren finanzierten ÖRR, der einen ganz klaren Informationsauftrag hat, darf und muß man mehr erwarten, nämlich gute Recherche und breitgefächerte, sachorientierte Information ohne ideologisierten Hintergrund. Auch hier kann davon ausgegangen werden, es ist nicht nur das „Nicht-Wollen“, die können das einfach nicht mehr. Redaktions-, Schreibtisch- und großmäulige Experten, die natürlich keine sind, braucht es hierzu nicht. Da gehören Journalisten vor Ort, die Einfühlungsvermögen, landesspezifische Kenntnisse und vor allem Mumm haben. Dabei denke ich an den großartigen Peter Scholl-Latour.
Fazit, die durch Gebühren aufgeblähte, milliardenschwere Murkskiste ÖRR braucht in dieser Form niemand mehr.
Auf einem Auge blind und mit dem Zweiten einäugig unterwegs, so auch im Fall der iranischen Grundschule und des unprovozierten Angriffskrieges der beiden ,, Guten ” gegen den Iran.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Stöbe
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
was Sie mit Ihrem Beitrag sagen wollten, ist mir nicht so ganz klar geworden.
Sie schreiben: “Unabhängig von der Urheberschaft und den Gründen für den Angriff drängen sich Fragen auf: Wer waren die Kinder? Was haben sie getan, als die Raketen einschlugen? Wer waren ihre Lehrer? Wer ihre Eltern? Wurden die Kinder schon beerdigt? Wann war die Beerdigung? …”. Was soll das bringen? Es war ein schweres Kriegsverbrechen.
Sie hätten in dem Artikel bemängeln können, dass in den Medien mal wieder Begriffe und Redewendungen, wie “angeblich”, „vermeintlich”, oder “mangelnde Pressefreiheit in Iran” verwendet wurden.
Auch schreiben Sie: ” Was sagen die Opfer und die Hinterbliebenen etwa im Hinblick darauf, dass die Angriffe auf ihr Land doch im Zeichen der „Befreiung“ verstanden werden sollen? Nehmen die Iraner vor Ort die Angriffe hin? Akzeptieren sie die toten Kinder und Lehrer, weil das „nun mal“ der „Preis“ ist, der für die „Freiheit“ des Landes zu zahlen ist?” Die Antwort können Sie sich doch selbst gegeben.
Die Hinterbliebenen der getöteten Kinder und Lehrer werden großen Schmerz und Trauer empfinden. Sie sollten da nicht spekulieren. Spekulationen sollten Sie den “Qualitätsmedien” überlassen, und diesen dann wahre Fakten entgegen halten.
Ulrich Kleinecke
4. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
nehmen Sie es doch nicht immer alles so genau.
Das ist doch bestenfalls eine 1,5 auf der Gaza und eine 0,001 auf der Hiroshima-Skala.
Es gab und gibt auch keine Wertegemeinschaft. Es sei denn, Sie meinen Geldwerte. Man sollte sich auch nicht mit doppelten Standards beschäftigen. Man hat entweder einen Standard oder halt keinen. Gleiches gilt für Moral, wie man hier auch wieder ganz gut sehen kann. Sind alles nur Komponenten der ewig gleichen BS-Bestrahlung.
Und zu Danny Danon [Anm.d.Red.: israelischer Politiker der Likud-Partei; Ständiger Vertreter Israels bei den Vereinten Nationen] kann man in diesem Sinne nur folgendes sagen: Wenn Israel gerne die Vormachtstellung im Nahen Osten auf dieser Basis einnehmen will, sollte es sich nicht wundern, wenn es statt Groß-Israel Groß-Palästina bekommt.
Mit freundlichen Grüßen
Kai P.
5. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner, vielen Dank für Ihren Artikel.
Was sagt die EKD-Spitze (Bischöfin Fehrs, Auslandsbischof Kopania) in den „aktuellen Nachrichten der evangelischen Kirche“(Stand 9.3.2026 15 Uhr)?
Kein Wort zum Angriff auf die Grundschule.
Kein Wort zum Völkerrechtsaspekt.
Kein Wort zu geopolitischen und ökonomischen Zusammenhängen und Hintergründen.
Kein Wort zu Kriegs-PR.
Kein Wort zu Äußerungen der Bundesregierung.
Kein Wort zu Untergrabung von Diplomatie und Bellizisierung von Politik.
Udo und Ulrike Böttcher, Meißenheim
6. Leserbrief
Hallo,
und genau daran sehen wir in welche Richtung der „Qualitätsjournalismus“ und die „Wertegemeinschaft“ seit vielen Jahren marschiert..:
Menschen aus Iran, Irak… usw. sind schlicht nicht wichtig.
Das ist ganz im Sinne der bösartigen Madelaine Albright, die auf die Frage bezüglich der US-Sanktionen gegen Irak in den 1990iger, bei denen rund 500.000 Kinder starben, sagte, dass es das wert war…
Das ist alles Bestandteil einer faschistischen Ideologie…
Grüße
T. Rath
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