Hinweise des Tages

Ein Artikel von:

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Low Representative
  2. Merz-Vorstoß für die Ukraine: Überflüssig und gefährlich
  3. Die Achse Berlin-RN
  4. “Diese vermeintlich sozialen Medien” – Merkel fordert noch mehr EU-Zensur
  5. Die Angriffe der Ukraine auf Russland werden Russland nicht an den Verhandlungstisch zwingen. Ganz im Gegenteil.
  6. Die unmenschliche Sprache der Macht: Zutreten, wenn ein Mensch am Boden liegt
  7. Ukraine repatriates OUN leader Melnyk’s remains from Luxembourg, for reburial near Kyiv
  8. Rechter Polizeiminister postet Demütigung von Gaza-Aktivisten
  9. «Was die USA Kuba antun, ist grausam»
  10. Große Aufregung um Renten-Ente
  11. Sozialkahlschlag für Großmachtziele
  12. Keine Rendite mit der Miete: Die Stadt als Beute
  13. Die Nordhäuser Sanktionsmaschine
  14. Sieg für Transparenz: Auswärtiges Amt muss Baerbock-SMS herausgeben
  15. Corona: Wissenschaftler ritten uns in den Lockdown

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Low Representative
    Sie war Premierministerin eines Landes, das weniger Einwohner hat als München. Sie schrieb ein Buch, in dem nichts steht. Und ohne ihren Vater (Siim Kallas) wäre sie vermutlich nicht Staatsfrau, sondern irgendetwas Passenderes geworden geworden (Lifestyle-Influencerin).
    Die Chefdiplomatin der EU ist eine solche Nullnummer, dass noch nicht einmal ein Schmierlapp wie Marco Rubio ihr einen Termin für „bilaterale Gespräche“ gewähren will. Sie bestreitet, dass Russland & China die Sieger des II. Weltkriegs sind („das ist mir neu“), verwechselt Boris Pistolius mit Armin Laschet, träumt offen davon, Russland in kleinere Staaten zu zerlegen, rät den Menschen und sich selbst, „jetzt mit dem Trinken anzufangen“, und beschuldigt, während sie selbst keinen einigen Mitgliedsstaat hinter sich hat, alle anderen Länder der Welt, (aufs Bösartigste) die schöne EU zu „spalten“.
    Quelle: Martin Sonneborn via Twitter/X
  2. Merz-Vorstoß für die Ukraine: Überflüssig und gefährlich
    Der Kanzler will einen besonderen Status für die Ukraine in der EU. Der Plan würde nichts besser, aber vieles schwieriger machen.
    Kanzler Friedrich Merz schießt gern aus der Hüfte. In Berlin hat man sich an seine unüberlegten Alleingänge längst gewöhnt. Aber in Brüssel? Dort kommen die Vorstöße aus dem Off gar nicht gut an. In der EU muss man sich mit den Partnern absprechen, sonst fällt man auf die Nase.
    Diese Erfahrung musste Merz bereits 2025 machen, als er ohne eingehende Konsultationen forderte, auf das in Belgien eingefrorene russische Vermögen zuzugreifen. […]
    Die Ukraine verfügt längst über einen Sonderstatus, wie auch der 90 Milliarden Euro schwere Hilfskredit zeigt. Diesen Sonderstatus mit einem neuen Label zu versehen – „assoziiertes Mitglied“ –, macht nichts besser, aber vieles noch schwieriger. Zum Beispiel das Verhältnis zu den anderen EU-Kandidatenländern auf dem Westbalkan. Sie warten seit 20 Jahren – und fühlen sich durch die privilegierte Behandlung der Ukraine übergangen.
    Quelle: Eric Bonse in der taz

    dazu: Merz will “assoziierte EU-Mitgliedschaft für die Ukraine” – mit militärischen Beistandspflichten
    Für die Ukraine erfindet Bundeskanzler Friedrich Merz einen neuen Status der EU-Mitgliedschaft. Mit einer “assoziierten Mitgliedschaft” soll die Ukraine zwar Zugang zu EU-Gremien und Finanztöpfen bekommen, allerdings ohne Stimmrecht. Als Grund für diese Zwischenlösung nennt Merz, dass die Ukraine die Bedinungen für eine Vollmitgliedschaft noch auf Jahren nicht erfüllt.
    Besonders brisant ist, dass der Vorschlag von Merz auch militärische Beistandspflichten gegenüber der Ukraine umfasst. Damit würde die EU der Ukraine faktisch Sicherheitsgarantien geben – noch bevor sie Vollmitglied wäre.
    Politisch wäre dies ein Paradigmenwechsel.
    Quelle: RT DE

    Anmerkung Christian Reimann: Interessant ist die russische Berichterstattung zu diesem Merz-Vorhaben. Auf die militärischen Risiken wird ausdrücklich hingewiesen. Da stellt sich die Frage, weshalb der deutsche Bundeskanzler so einen Vorschlag überhaupt macht. Dem Schutz der deutschen Bevölkerung und dessen Wohlstand zu mehren, scheint er sich nicht verpflichtet zu fühlen. Vielmehr könnte dieser Plan US-Interessen in der Ukraine – BlackRock ist seit Ende 2022 offizieller Koordinator für den „Wiederaufbau“ der Ukraine – gewidmet sein. Dem BlackRock-Kanzler geht es offensichtlich weniger um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte, sondern schlicht um Geld. Erinnert sei auch an diesen Beitrag: US-Investmentgesellschaft BlackRock soll im Auftrag von Zelenskij den Wiederaufbau der Ukraine koordinieren.

  3. Die Achse Berlin-RN
    Deutschland beginnt sich mit Jordan Bardella von der französischen Rechtsaußenpartei Rassemblement National (RN) abzustimmen – für den Fall seines Sieges bei der Präsidentenwahl in Frankreich im April nächsten Jahres. Wie kürzlich bekannt wurde, hat Bardella sich im Februar mit dem Botschafter der Bundesrepublik in Frankreich getroffen – als erster RN-Politiker überhaupt. Vergangene Woche hat er zudem in einem Interview mit einer führenden deutschen Zeitung angekündigt, nach einem Wahlsieg dort, wo es möglich sei, eng mit der Bundesregierung kooperieren zu wollen – so etwa in der Flüchtlingsabwehr; er lobt die deutschen Grenzkontrollen. Bardella, der in den Umfragen zur Präsidentenwahl führt, wird vom Medienimperium des ultrarechten Milliardärs Vincent Bolloré unterstützt; er lässt sich von einem engen Mitarbeiter des Milliardärs Pierre-Édouard Stérin zu Wirtschaftsthemen beraten. Die RN-Spitze tauscht sich mittlerweile mit führenden Unternehmern Frankreichs aus, darunter die Chefs von Airbus, TotalEnergies und Renault und der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH, Bernard Arnault, der reichste Nicht-US-Amerikaner. Bardella will gegen die deutsche Dominanz in der EU vorgehen.
    Quelle: German Foreign Policy
  4. “Diese vermeintlich sozialen Medien” – Merkel fordert noch mehr EU-Zensur
    Merkel nutzte nun am Dienstag ihre Redezeit für Lob, Ermahnung und Empfehlungen an die EU-Parlamentarier. So erklärte sie wörtlich in ihrer rund zehnminütigen Rede.
    “Hier will ich nur einen Bereich nennen, bei dem die Europäische Union heute für mich Vorreiter ist. Das ist die Entwicklung der sogenannten sozialen Medien, in denen plötzlich Fakten nicht mehr Fakten sind, Wahrheiten Lügen genannt werden können, Lügen Wahrheiten, in denen Gefühle und Fakten vermischt werden und damit die Grundlagen der europäischen Aufklärung in Gefahr geraten.” (…)
    “Ich kann Sie alle nur ermutigen, gehen Sie weiter auf den Weg der Regulierung dieser vermeintlich sozialen Medien. Gehen Sie weiter auf den Weg der Regulierung der künstlichen Intelligenz. Vielleicht werden Fehler gemacht, ja, aber nur durch Fehler wird man lernen. Aber zu glauben, dass Verantwortlichkeiten für das Verbreiten von Informationen nicht mehr nötig sind, dass man für Lügen nicht zur Rechenschaft gezogen wird, das wird die Grundlagen der Demokratie untergraben.” (…)
    “Vielleicht werden Fehler gemacht”? Kann ja mal vorkommen, wie bei der fatalen Merkel-Corona-Politik, als die kinderlose Politikerin ungeahntes Leid in Abertausende Familien trug, durch ihre nachweislich inhumane Lockdownpolitik für Kindergärten und Schulen? Mit Nachwirkungen und landesweit überfüllten Wartezimmern in Praxen und Spezialkliniken für suizidgefährdete Heranwachsende, blutig geritzt und mit lebenslangen Ess-, Lern- und psychosozialen Störungen?
    Mahnte da die enkellose Politikerin, die Omas und Opas in luftdichten und abgedunkelten, abgeriegelten Seniorenheimen allein und verlassen elendig dahinsiechen und sterben ließ? Die die Wirtschaft samt Arbeitsplätze drangsalierte, die die körperliche Nötigung kritischer Bürger zur Verabfolgung eines schädlichen, fahrlässig “zugelassenen” mRNA-Versuchsstoffs einforderte?
    “Aber nur durch Fehler wird man lernen”, darf diese Frau unverblümt hinausposaunen, da sie genau weiß, dass sie juristisch unantastbar ist.
    Quelle: Bernhard Loyen auf RT DE

    dazu auch: Die Architektur des digitalen Verdachts
    Wo sicherheitsrelevante Daten entstehen, wie der Staat auf sie zugreift und warum sich die Logik der Ermittlungen verschiebt
    Der Datensatz vor dem Verdacht
    Ein Vorfall.
    Ein klar umrissener Ort. Ein bestimmter Zeitraum.
    Mehr ist zu Beginn häufig nicht bekannt. Es gibt möglicherweise eine Anzeige, vielleicht eine Zeugenaussage, vielleicht nur einen Sachverhalt, der geprüft werden muss. In der klassischen Vorstellung beginnt die Ermittlungsarbeit an diesem
    Punkt mit der Suche nach einer Person: Wer könnte verantwortlich sein? Wer hatte Zugang? Wer hatte ein Motiv?
    Doch in einer digital organisierten Gesellschaft verläuft der Einstieg oft anders. Parallel zur personenbezogenen Suche wird ein technischer Raum definiert. Der Tatort ist nicht nur ein physischer Ort, sondern zugleich ein rekonstruierbares Datenumfeld. Zeit und Raum lassen sich digital abbilden: durch Mobilfunkprotokolle, Transaktionszeitpunkte, Login-Daten oder elektronische Bewegungsdaten.
    Quelle: Hintergrund

  5. Die Angriffe der Ukraine auf Russland werden Russland nicht an den Verhandlungstisch zwingen. Ganz im Gegenteil.
    Russland hat in der Ukraine bisher deutlich gemacht, dass es kein Interesse hat, das ehemalige Bruderland mehr als nötig zu zerstören. Der Druck in Russland auf den Kreml aber steigt, der Welt endlich zu zeigen, was Russland kann, wenn es will. (cm)
    In den vergangenen Wochen argumentieren immer mehr russische Experten und Kommentatoren, dass eine Eskalation des Stellvertreterkriegs zwischen Russland und dem Westen unvermeidlich werden könnte. Dieser Trend ist zu konstant, um bloß Zufall zu sein. Angesichts der zunehmenden Angriffe der Ukraine sehen viele Russen offenbar nur noch einen Ausweg.
    Quelle: Globalbridge
  6. Die unmenschliche Sprache der Macht: Zutreten, wenn ein Mensch am Boden liegt
    „Der beste Zeitpunkt dafür, einen Menschen zu treten, ist der, wenn er am Boden liegt.“
    (Im Original: The most effective time to kick a man is when he’s down. Entnommen dem Artikel „Putin is down. This is the time to start kicking him“; Hamish de Bretton-Gordon, Telegraph, 11. Mai 2026)
    Im besagten Artikel ging es um einen angeblich geschwächten Putin. Das habe die Siegesfeier in Moskau in diesem Jahr bewiesen. Also folgerte der Autor: Zeit zuzutreten.
    Im sogenannten täglichen Leben führt ein solcher Rat stracks ins Unglück, womöglich zum Tod eines Menschen und langjähriger Haftstrafe für den Täter. Denn er ist von äußerster Unmenschlichkeit geprägt. Von einem Triumph der Gewalt.
    Aber im politischen Leben, im militärischen Kalkül, in dem Element, in dem sich Hamisch de Bretton-Gordon aufhält und offenbar pudelwohl fühlt, wird so nicht gedacht. Sobald Schwäche vermutet wird, gilt: zutreten. Jetzt erst recht. Feste zutreten. Denn in der Vorstellung des Hamish de Bretton-Gorden liegt der Getretene hilflos am Boden, und nun ereilt ihn das verdiente Schicksal.
    Hamish de Bretton-Gordon gehört seit Jahren zu den medialen Souffleuren in Großbritannien, die Kriege, Konflikte und Krisen begünstigen. Er tat sich auch im „Skripal-Fall“ hervor, als Experte für Chemie- und Biowaffen. Mit Fachwissen glänzte er nicht, aber mit einer bis heute ungebrochenen Bereitschaft, Putin zum Oberschurken schlechthin zu erklären.
    Quelle: Petra Erler
  7. Ukraine repatriates OUN leader Melnyk’s remains from Luxembourg, for reburial near Kyiv
    On May 19, the ashes of Andrii Melnyk, a key leader of the Organization of Ukrainian Nationalists, and his wife Sofia were exhumed in Luxembourg during an official ceremony attended by Ukrainian state representatives.
    Quelle: Yahoo

    Anmerkung unseres Lesers H.H.: Die OUN war eine nationalistische und antisemitische Organisation. Die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS rekrutierte sich zu großen Teilen aus Mitgliedern der OUN.

    dazu: »Held« heimgeholt: Faschistenführer Melnyk nach Kiew überführt
    Für ukrainische Nationalisten geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Am Dienstag wurden in Luxemburg die sterblichen Überreste des Faschistenführers Andrij Melnyk und seiner Frau in einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit von Vertretern des Büros von Präsident Wolodimir Selenskij, des Außenministeriums und des Ukrainischen Instituts für Nationale Erinnerung (UINP) exhumiert und in die Ukraine überführt.
    Der 1964 in Köln verstorbene Melnyk war Mitgründer und nach der Ermordung von Jewgen Konowalez im Jahr 1938 Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Nach der Spaltung 1940 war er Kopf des als »gemäßigt« geltenden und nach ihm benannten Melnykisten-Flügels (OUN-M). Wie sein Rivale Stepan Bandera kollaborierte Melnyk mit Nazideutschland.
    Quelle: junge Welt

  8. Rechter Polizeiminister postet Demütigung von Gaza-Aktivisten
    Das Video von Itamar Ben-Gvir und die Behandlung der Gaza-Aktivisten in Israel sorgt für internationalen Protest – auch aus den USA und der EU. Nun werden die Ersten in ihre Heimatländer zurückgebracht.
    Nach einem Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das Gaza-Aktivisten auf demütigende Weise zeigt, hat auch Außenminister Johann Wadephul das Verhalten des Politikers als „vollkommen inakzeptabel“ bezeichnet. „Es widerspricht den Werten, für die Deutschland mit Israel gemeinsam stehen will, fundamental“, sagte Wadephul in Berlin. Er sei seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar dankbar „für die klaren Worte, die er für dieses unsägliche Verhalten gefunden hat“. Zuvor hatte bereits der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, ähnliche Worte der Kritik gefunden.
    Quelle: Süddeutsche
  9. «Was die USA Kuba antun, ist grausam»
    Zwei US-Abgeordnete waren vor Ort: Kein Benzin, kein Strom, doppelte Kindersterblichkeit: Die Sanktionen verletzen das Völkerrecht.
    Im April waren die beiden Abgeordneten der demokratischen Partei im US-Kongress, Pramila Jayapal aus Washington und Jonathan L. Jackson aus Illinois, zu Besuch in Kuba, um sich selbst ein Bild der Folgen der drastischen Embargo- und Blockade-Politik der US-Regierung zu machen. Was sie dabei antrafen, hat sie «schockiert», wie sie gegenüber der «New York Times» berichteten.
    Quelle: Infosperber
  10. Große Aufregung um Renten-Ente
    Ein Bericht über angebliche Beschlüsse der Rentenkommission sorgt für Aufregung. Dann dementiert das Gremium. Der Bericht stimme nicht: “Wir haben über die beschriebenen Punkte noch keine Beschlüsse getroffen”.
    Mitglieder der Rentenkommission haben den Bericht der “Bild”-Zeitung über angebliche Empfehlungen des Gremiums klar dementiert. “Von der Rentenkommission gibt es noch keine Beschlüsse, insofern ist dieser ‘Bild’-Zeitungs-Artikel hanebüchen”, sagte die SPD-Vertreterin in der Kommission, Annika Klose, bei RTL/ntv. Sie könne sich nicht erklären, wie die Meldung an die Öffentlichkeit komme. “Vielleicht hat sich da jemand irgendwas ausgedacht.”
    Ein Dementi kam auch vom CDU-Vertreter in der Rentenkommission, Pascal Reddig. “Ich kommentiere die besprochenen Inhalte der Kommission nicht, weil wir strikte Vertraulichkeit vereinbart haben”, sagte der Bundestagsabgeordnete RTL/ntv. “Allerdings kann ich sagen, dass der Bericht schon deshalb nicht zutrifft, weil wir bislang über die beschriebenen Punkte noch keine Beschlüsse getroffen haben.”
    Quelle: n-tv
  11. Sozialkahlschlag für Großmachtziele
    Deutschlands Niedergang hat tiefgreifende strukturelle Ursachen, die kaum thematisiert, geschweige denn angegangen werden. Stattdessen setzt die Politik auf ihre Lieblingslösung: Sozialabbau. Teil 2 von 2.
    Dass Deutschland sich aktuell nicht im wirtschaftlichen Aufschwung befindet, dürfte jedem klar sein, auch ohne dass er oder sie einen Blick in dem Wirtschaftsteil einer beliebigen Zeitung wirft. Es ist im Alltag der meisten Menschen angekommen. Betrachtet man dann doch einmal die Berichterstattung der meisten Medien, bekommt man den Eindruck, das Ganze sei mehr oder weniger das Ergebnis unglücklicher Umstände. Je nach Gusto sind Corona, der Ukrainekrieg oder Trumps Zollpolitik verantwortlich. Die eigentlichen Ursachen liegen tiefer, kommen aber nur selten aufs Tapet. Seit den 80er-Jahren wurde systematisch privatisiert, und auch Deutschlands Rolle als Weltmeister im Kapitalexport fällt ins Gewicht. Auto- und Chemieindustrie befinden sich in einer historischen Krise, was die Politik versucht auszubügeln, indem sie Geld ohne Ende in Rüstung pumpt. Langfristig wird das keinen Wohlstand bringen, denn Waffen sind keine normalen Produkte, die möglichst schnell verkauft werden und somit Einnahmen bringen.
    Quelle: Manova

    Anmerkung unseres Lesers F.K.: Wie hieß es schon viel früher: „Gold gab ich zur Wehr – Eisen nahm ich zur Ehr“

  12. Keine Rendite mit der Miete: Die Stadt als Beute
    Mächtigste Lobbyorganisation der Wohnungswirtschaft ZIA tagt im Berliner Admiralspalast. Nachbarschafts- und Mieterinis protestieren – und fordern Vergesellschaftung von Konzernen
    Was für ein Gewusel: Rollkoffer klappern über das holprige Kopfsteinpflaster, Taxis blockieren im Minutentakt die Straßenbahn. Der Andrang ist enorm: dunkle Sakkos, weiße Hemden, braune Lederschuhe – eine uniforme Masse. Dienstag vormittag, kurz nach halb zehn. Direkt am S-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße, Admiralspalast. Ein denkmalgeschütztes Theater mit mehreren Sälen.
    Hier geht gleich der »Tag der Immobilienwirtschaft (TDI)« über die Bühne. Veranstalter ist der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), der mächtigste Branchenverband. Rund 1.800 »Entscheider« aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft haben ihr Kommen angekündigt – etwa Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD), CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und Arbeitgeberboss Rainer Dulger. Kurz: Gesichter der herrschenden Klasse.
    Fast unbemerkt zieht ein Tross auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf. »Mehr Gegensatz zwischen uns und denen kann es kaum geben«, wird Hannah Rose von der Initiative »Pankow gegen Verdrängung« später gegenüber jW sagen.
    Quelle: junge Welt
  13. Die Nordhäuser Sanktionsmaschine
    Matthias Jendricke (SPD), Landrat des Landkreises Nordhausen, hat es geschafft. Innerhalb kürzester Zeit ist der Lokalpolitiker zum bundesweit zitierten Stichwortgeber der unsozialsten Rechtsausleger aufgestiegen. „Wir züchten eine Generation von Faulenzern“, hatte Jendricke im Herbst des vergangenen Jahres mit Blick auf junge Arbeitslose verkündet – und ein in Deutschland bis dahin einmaliges „Pilotprojekt“ ins Leben gerufen.
    Seitdem müssen Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren im Kreis Nordhausen damit rechnen, eine Aufforderung zum „gemeinnützigen“ Arbeiten in einer Werkstatt, auf dem Bauhof oder in der Grünpflege zu erhalten. Gezahlt werden 1,20 Euro pro Stunde. Wer sich weigert, wird mit Sanktionen bedroht – und muss morgendliche Besuche des kreiseigenen „Vollzugsdienstes“ befürchten. Der kommt stilecht in Uniform, mit Schutzweste, Handschellen und Reizgas ausgerüstet, um die unwilligen jungen Erwachsenen zum Arbeitseinsatz zu fahren.
    Quelle: unsere zeit
  14. Sieg für Transparenz: Auswärtiges Amt muss Baerbock-SMS herausgeben
    Das Berliner Verwaltungsgericht verpflichtet das Außenministerium zum Offenlegen digitaler Dienstnachrichten. SMS sind als amtliche Informationen einzustufen.
    Das Auswärtige Amt muss Kurznachrichten der früheren Bundesaußenministerin Annalena Baerbock offenlegen, mit denen die Grüne bei anderen Staaten um Zustimmung zu einer UN-Resolution warb. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin nach einer Klage der Transparenzplattform „Frag den Staat“ entschieden (Az.: VG 2 K 3/24).
    Das Gericht stellt in seiner Entscheidung klar, dass dienstliche SMS als amtliche Informationen einzustufen sind, wenn sie eine objektive Aktenrelevanz besitzen.
    Quelle: Heise Online
  15. Corona: Wissenschaftler ritten uns in den Lockdown
    Vorschnelle Prognosen waren falsch, zeigt ein provozierender Film. Auch Schwedens kritisierter Staatsepidemiologe kommt zu Wort. […]
    «Man hätte eigentlich wissen können: Die liegen systematisch um den Faktor 10 oder 100 daneben. Dass man trotzdem den Berechnungen […] so ein grosses Gewicht gibt, das fand ich dann schon bald mal sehr komisch», ergänzt der Luzerner Gesundheitsökonom Konstantin Beck.
    «Wir schauten uns das Modell [von Ferguson] an und hielten es für nicht sehr realistisch», sagt Anders Tegnell, Schwedens früherer Staatsepidemiologe. «Gemäss dem Modell hätten wir im ersten Frühling fast 100’000 Erkrankungsfälle haben sollen. Nach diesem Frühling hatten wir etwa 3000 Fälle. Das zeigte, wie falsch das Modell war.»
    Quelle: Infosperber

    dazu auch: Corona war erst der Anfang
    Felix Feistel geht in seinem neuen Buch dem Geschäftsmodell Pandemie nach und beschreibt, warum Zoonosen sich dafür besonders eignen. Auch die Frage nach einem möglichen erneuten Virusausbruch hält er für relevant. Eine Rezension.
    Vier Jahre nachdem der Deutsche Bundestag gegen die allgemeine Corona-Impfpflicht gestimmt hatte, veröffentlicht der Journalist Felix Feistel sein erstes Sachbuch „Corona — Next Level: Wie die nächste Pandemie vorbereitet wird“. Corona — vorbei und vergessen? Viele Menschen möchten über diese Zeit am liebsten nicht mehr sprechen. Andere hingegen meinen, dass diese Zeit bis heute nicht wirklich aufgearbeitet wurde — und sich die politischen Entgleisungen jederzeit wiederholen könnten. In seinem Buch beschreibt Feistel ein mögliches Szenario einer erneut ausgerufenen Pandemie: eine vermeintliche Zoonose, eine Seuche, die sich vom Tier auf den Menschen überträgt.
    Quelle: Manova

Rubriken:

Hinweise des Tages

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

Beitrag versenden

Sie kennen jemand der sich für diesen Beitrag interessieren könnte?
Dann schicken Sie ihm einen kleinen Auszug des Beitrags über dieses Formular oder direkt über Ihr E-Mail-Programm!