Der Fall Fauci bringt die Corona-Debatte zurück

Der Fall Fauci bringt die Corona-Debatte zurück

Der Fall Fauci bringt die Corona-Debatte zurück

Tobias Riegel
Ein Artikel von: Tobias Riegel

Die aktuellen Vorgänge um den US-Immunologen Anthony Fauci haben in den USA die Debatte um die destruktive Corona-Politik neu entfacht. Auch in Deutschland wäre eine neue Debatte zu den Verwerfungen dieser Zeit und dazu, wer dafür die Verantwortung trägt und wie eine Wiederholung verhindert werden kann, sehr wünschenswert. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Der US-Wissenschaftler Anthony Fauci, der während der Corona-Politik als Berater der US-Regierungen fungiert hat, steht zunehmend unter Druck wegen seiner prägenden Rolle während dieser Corona-Politik. Bei einer Anhörung im US-Senat vor einigen Tagen hatte sich Fauci mehr als hundert Mal auf den fünften Verfassungszusatz berufen und die Aussage verweigert. US-Republikaner werfen ihm Falschaussagen zur Corona-Pandemie vor, während US-Demokraten von einer politischen Inszenierung sprechen, wie etwa die Welt berichtet.

Umgang mit dem Fall Fauci ist auch zwiespältig

Diese aktuellen Vorgänge um Fauci erscheinen mir etwas zwiespältig. Einerseits ist es sehr zu begrüßen, dass Fauci sich endlich rechtfertigen muss für seine teils unwissenschaftliche, widersprüchliche und darum destruktive Rolle während der Corona-Politik. Andererseits gibt es in der aktuellen Debatte in den USA auch Elemente, die unseriös wirken – etwa eine „Tribunal“-Pose mancher US-Republikaner oder die Veröffentlichung von Teilen eines privaten Tagebuchs von Fauci durch seine Gegner.

Wie ist diese Veröffentlichung von privaten Tagebuch-Einträgen zu bewerten? So ein Schritt mag rechtens sein, wenn Strafverfolgungsbehörden solche persönlichen Aufzeichnungen für Ermittlungen nutzen, in Deutschland unterliegt das aber engen Grenzen. Und gilt das auch, wenn der politische Gegner das macht? Die Veröffentlichung der Tagebucheinträge liegt laut Medien im Fall Fauci in einer rechtlichen Grauzone, sei aber in den USA wohl durch parlamentarische Vorrechte gedeckt – der US-Sender CBS geht in diesem Video auf diese Frage ein (auf Englisch).

Wenn diese Veröffentlichung von Tagebucheinträgen allerdings dazu beiträgt, dass etwaige Falschaussagen einer zentralen Figur einer zerstörerischen Politik endlich öffentlich in sich zusammenbrechen, dann haben die Veröffentlichungen (trotz moralischer/juristischer Einwände) einen Sinn gehabt.

Auch eine zu starke Konzentration auf einzelne Personen wie Fauci wäre fragwürdig: Die unangemessene und von seriösen Erkenntnissen „der Wissenschaft“ auf zentralen Feldern nicht gedeckte Corona-Politik beruhte weltweit auf dem Handeln von tausenden Akteuren – Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und mitlaufenden „zivilgesellschaftlichen“ Gruppen. Dass sich auf besonders relevante Personen wie Fauci auch besondere Aufmerksamkeit richtet, sollte allerdings ebenfalls nicht überraschen.

Faucis Widersprüche zu Maskenpflicht, Lockdowns, Impfstoffen …

Einen Zusammenschnitt von einigen krassen Widersprüchen, in die sich Fauci während der Corona-Politik verstrickt hatte, hat die Journalistin Aya Velazquez auf ihrem X-Account verlinkt. Auch dieses Video ist zwiespältig: Einerseits legt es wirkungsvoll einige unzweifelhafte und skandalöse Widersprüche in Faucis Handeln und Reden offen. Andererseits erscheint es durch die schnelle Schnitttechnik und unnötige KI-Elemente an manchen Stellen auch etwas unseriös.

Faucis Aussagen im Video drehen sich vor allem um die Fragen zu einem etwaigen Labor-Ursprung des Virus, zur Maskenpflicht, zu Lockdowns und zu den Impfstoffen. Zu einem möglichen Labor-Ursprung ist zu sagen, dass die Corona-Politik auch dann als unangemessen zu bezeichnen ist, wenn sich dieser Labor-Verdacht erhärten sollte, wie im Artikel „Corona: Die ‘Labor-These’ ändert das vernichtende Urteil über die Maßnahmen-Politik nicht“ beschrieben wird.

Kommt die Corona-Debatte auch in Deutschland zurück?

Wie auch immer die Art und Weise zu bewerten ist, mit der US-Republikaner nun eine überfällige Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten während der Corona-Politik erzwingen wollen: Dass die Vorgänge um Fauci in den USA die Debatte um die destruktive und unangemessene Corona-Politik neu entfacht hat, ist sehr zu begrüßen.

Eine neue Debatte zur Corona-Politik, die diesen Namen auch verdient, würde man sich auch in Deutschland wünschen. Das wäre übrigens (neben vielen anderen wichtigen Punkten) mal ein tatsächlich wirkungsvolles Element im vielbeschworenen „Kampf gegen Rechts“: Im Artikel „Wahlmotiv: Corona“ hatte ich beschrieben, wie die Verweigerung einer Aufarbeitung von Lockdowns, Schulschließungen, maskierten Kindern, einsam verstorbenen Alten, Hetzkampagnen gegen Andersdenkende und so weiter und so fort einen „Booster für die AfD“ darstellt.

Titelbild: Screenshot/CNN

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