„Mehr-russische-Soldaten-töten“-Frage: Berliner Zeitung berichtet von strafrechtlichen Ermittlungen in Russland

„Mehr-russische-Soldaten-töten“-Frage: Berliner Zeitung berichtet von strafrechtlichen Ermittlungen in Russland

„Mehr-russische-Soldaten-töten“-Frage: Berliner Zeitung berichtet von strafrechtlichen Ermittlungen in Russland

Marcus Klöckner
Ein Artikel von: Marcus Klöckner

Die „Mehr-russische-Soldaten-töten“-Frage des FAZ-Autors Michael Martens ist weit bis nach Russland vorgedrungen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, habe die russische Justiz ein Strafverfahren gegen den Journalisten eingeleitet. Von Marcus Klöckner.

Die Berliner Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf die russische Nachrichtenagentur Tass. Demnach gehe es um die Anwendung von Artikel 282 Absatz 2 des russischen Strafgesetzbuches, also der „Anstiftung zu Hass oder Feindschaft“. Eine Stellungnahme vonseiten Martens’ oder der FAZ zu dieser Entwicklung ist nicht bekannt.

Grundlage für die Reaktion von russischer Seite war eine Frage, die Martens am 8. August bei einer Pressekonferenz des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Belgrad gestellt hat. Der FAZ-Autor fragte:

Können Sie uns Europäern konkret sagen, was wir tun können, um ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten? Mehr russische Soldaten, natürlich.

Als die Frage sich in der Öffentlichkeit ausbreitete, hagelte es Kritik. Die FAZ reagierte mit einer Stellungnahme in der Sache:

Die Frage war allerdings missverständlich formuliert, was wir bedauern. Es ist nicht die redaktionelle Linie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Die F.A.Z. tritt ein für das völkerrechtlich garantierte Selbstverteidigungsrecht der Ukraine und für ein möglichst baldiges Ende des russischen Angriffskrieges.

Des Weiteren heißt es in der Stellungnahme:

Zur Pressefreiheit gehört das Recht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz. 

Martens verteidigte auf seinem Kanal auf der Plattform X seine Frage, unter anderem mit den Aussagen:

Denn das Töten von so vielen russischen Soldaten wie möglich ist das, was wichtig ist, um den Krieg zu beenden. Außerdem geht euch das, was ich auf Pressekonferenzen frage, sei es in Serbien oder sonstwo, nichts an.

Mittlerweile sind die Tweets von Martens nur noch für „bestätigte Follower“ einsehbar.

Titelbild: Screenhsot RTS Sajt

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