Nach dem „Aufstand der Alten“ im ZDF hetzt BILD die Jungen gegen die Alten

Ein Artikel von:

Der ehemalige Pressesprecher der Allianz, derzeit abgestellt bei BILD, Oliver Santen, hat mal wieder einen Kombattanten der INSM, Peter Oberender, gefunden, der ausgerechnet haben will, dass die Jungen 146.080 Euro mehr in die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung einbezahlen als sie später herausbekommen. Die über 60-Jährigen bekämen 251.240 Euro mehr als sie einbezahlten.

Oberender, Professor für Wirtschaftstheorie an der Uni Bayreuth, Inhaber und Seniorpartner der Unternehmensberatung “Oberender & Partner”, Spezialist für “Public Private Partnership in der Hochschulmedizin” und Propagandist einer völligen Privatisierung der Krankenversicherung mit alters- und risikoabhängigen Beiträgen, der sich darüber hinaus für einen freien Markt für Körperorganspenden einsetzt und Unterzeichner des marktradikalen „Hamburger Appells“ ist sowie der ordoliberalen Hayek-Gesellschaft nahe steht, ist eine überirdisches Phänomen. Er weiß schon heute wie viele der 25-Jährigen arbeitslos werden, wie viel Krankenkosten sie verursachen und wie pflegebedürftig sie sein werden. Deshalb kann er auch schon jetzt bis auf den einzelnen Euro ausrechnen, dass „unser gesetzliches Sozialsystem immer mehr zum massiven Minusgeschäft für die Jüngeren“ wird.
Ein solches Geschwätz dient Allianz-BILD natürlich wieder mal eine „neue Schock-Studie über unser Sozialsystem“.
Oberender weiß also bis auf den Euro genau, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird, wie sich das Krankheitsrisiko künftig darstellt, wie hoch die Beiträge und die Zahl der Beitragszahler für die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen und Rentenversicherung mindestens für die nächsten 40 Jahren sein wird.

Ein weiteres Beispiel für die skrupellose Strategie der Zerstörung des Vertrauens in das solidarische Gesundheitssystem. Wetten, dass Oberender die nächsten Tage wieder in allen Medien herumgereicht wird und jedenfalls sein Altenteil damit absichert, dass er als „Experte“ von der Versicherungswirtschaft engagiert wird.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!