Anzeichen von Schizophrenie im Kanzleramt?

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Wer Montagnacht spät noch wach war, konnte Zeuge einer seltenen, sehr aufschlussreichen Konstellation werden. Nicht am wolkenverhangenen Sternenhimmel allerdings, sondern auf der ARD-Homepage. Dort waren zwei Artikel in unmittelbarer Nähe zueinander platziert, die geeignet sind, einem auch in dunkelster Nacht die Anzeichen von Schizophrenie im deutschen Kanzleramt zu erhellen. Carsten Weikamp

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

In dem einen Artikel konnte Georg Mascolo als Vertreter des Rechercheverbunds von NDR, WDR und SZ unter dem Titel „Keine ‚Smoking Gun‘ aus Russland“ berichten: Auch nach fast einem Jahr geheimdienstlicher Untersuchungen im Auftrag der Kanzlerin ist kein eindeutiger Beweis für gezielte Streuung von Desinformationen aus Russland zu finden. Die Ergebnisse sind so dünn, dass man sie nicht einmal veröffentlichen will, obwohl das fest vorgesehen war.

Schräg unter diesem Artikel gab es den Hinweis auf die Reportage „Abgehört und abgenickt“, in der Fernseh- und Grimmepreisträger Hubert Seipel zweifelsfrei darlegt: „Die Vereinigten Staaten bestehen auch weiterhin auf den Lauschangriffen unter Partnern und kümmern sich wenig um deutsches Recht. Zusätzlich räumt die NSA ein, dass der Geheimdienst auch Wirtschaftsspionage betreibt.“ Seipel fasst zusammen: „Die Bundesrepublik Deutschland wurde von Anfang an überwacht. … Und jeder, der das wissen wollte, konnte es wissen.“

Man könnte angesichts dieser Sachlage meinen, es sei im Sinne des Landes an der Zeit, die Geheimdienstler einmal auf die Machenschaften von NSA, CIA und Co. anzusetzen. Mit so viel gesundem Menschenverstand ist man dann allerdings wohl ungeeignet, im Kanzleramt mit darüber zu entscheiden, wie es weitergeht. Seipel konstatiert, dass die belegte flächendeckende NSA-Abhörung kaum jemanden interessiert, und wörtlich: Auch die Bundesregierung nicht. Mascolo weiß, dass sich das Kanzleramt trotz des Mangels an Beweisen für die Theorie russischer Beeinflussung nicht davon abbringen lässt. Es ordnet an, das Thema weiterzuverfolgen, mit der Begründung, die russischen Dienste seien vielleicht ja nur schlau genug, sich nicht erwischen zu lassen.

Klassische Anzeichen von Schizophrenie, wie ein schneller Blick in Wikipedia belegt:

  • Der Schizophrene besitzt … eine argumentativ nicht angreifbare Überzeugung, in Geschehnisse verwickelt zu sein, die für andere nicht nachvollziehbar sind, unlogisch sind oder den Naturgesetzen widersprechen.
  • Im Zuge eines Verfolgungswahns kann die erkrankte Person zu der unbelegbaren Überzeugung kommen, dass andere ihn schädigen wollen (z. B. der Nachbar, die Regierung usw).
  • Apathie: Mangelnde Erregbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen, was zu Teilnahmslosigkeit und Interesselosigkeit führt.

Ein weiteres Indiz ist laut Wikipedia, dass der Betroffene „Stimmen [hört], die ihm Anweisungen geben.“ Weil nicht ganz auszuschließen ist, dass im Kanzleramt tatsächlich Stimmen zu vernehmen sind, die Anweisungen geben und die wir außerhalb so nicht wahrnehmen können, belassen wir es bis auf weiteres bei unserem laienhaften Verdacht.

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