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Interview mit dem Programmdirektor des deutsch-französischen Senders ARTE – mit Bezug zu den als fragwürdig betrachteten Putin vs. USA-Sendungen

Veröffentlicht in: Interviews, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Ulrike Sumfleth hat mit dem Programmdirektor Bernd Mütter über die von den NachDenkSeiten verlinkten und kritisierten Sendungen „Putin vs. USA“ gesprochen. Das Interview ist ein Beispiel dafür, wie innerhalb eines begrenzten Meinungsspektrums Vielfalt suggeriert wird. Man muss zur besseren Erkenntnis ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Am Ende des Interviews finden Sie als Nachtrag eine Vorschau auf weitere Sendungen, leider auch wieder Propagandasendungen. Albrecht Müller.

Welche politischen Signale sendet Arte?

Mit der Doku „Putin vs. USA“ erhitzte Arte die Gemüter. Auch viele NachDenkSeiten-LeserInnen sahen darin Propaganda und trugen zur Untersuchung bei. Die Debatte und die Leserbriefe finden Sie hier. Anlässlich der Jahrespressekonferenz in Hamburg sprach Ulrike Sumfleth mit Programmdirektor Bernd Mütter über den Film.

Von Ulrike Sumfleth

Vorweg: Worum geht es in dem Streit um die Doku „Putin vs. USA“?

„Shame on U arte!“ Solche Kommentare fanden sich zuletzt dutzendfach auf der Arte-Internetseite, wo die zweiteilige US-Dokumentation bis 15. Februar angeschaut werden konnte. „Bei den meisten anderen Sendern“, schreibt der User namens Spencer Verse, „hätte mich das gar nicht weiter gestört, aber dass ihr nun in dieses Horn blast, ist eine große Enttäuschung. Das ist N24-Niveau.“

So wie Spencer Verse ergeht es vielen. Sie empfinden die vom ZDF eingekaufte US-Doku als Propagandakeule. Putin werde dämonisiert. Zu sehen ist allein die amerikanische Sichtweise. Die meisten Interviewpartner sind US-Geheimdiensten, US-Regierung und US-Mainstream-Medien zuzuordnen. Regisseur Michael Kirk versuche, eine angebliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen 2016 durch Russland darauf zurückzuführen, dass Putin einst KGB-Agent war und persönlich gekränkt wäre durch das geopolitische und militärische Handeln der USA in der Welt. Beweise bleibt er aber schuldig. Die eigene Geopolitik werde verharmlost und glorifiziert.

Auch der Verein „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.“ legte Programmbeschwerde ein: „Der Film entsprach mindestens acht der zehn Grundsätze der Kriegspropaganda gemäß Lord Arthur Ponsonby.“ Diese kann man z.B. hier auf Wikipedia nachlesen.
Und ferner:

„Der Film lief deshalb Ihren staatsvertraglichen Verpflichtungen, unabhängig, unparteiisch, objektiv und umfassend zu informieren, komplett zuwider.“

Die vollständige Beschwerde an ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut finden Sie hier.

Doch es gibt auch eine andere Seite. Zumindest bei den Kritiken bei Arte im Netz

Dort kritisiert der Kommentator „Phonomatic“ die oft undifferenzierte Vorgehensweise: „Die Menschen, die sich hier als Antipropagandisten gerieren, sind offenkundig sehr viel simpler gestrickt als der Filmemacher, dem sie vorwerfen, Propaganda produziert zu haben. Schlimmer noch: ihre Herangehensweise ist gerade nicht die unemotionale, sorgfältige und differenzierte Kritik – wie man es vielleicht vermuten würde –, sondern nach Lektüre von 89 Kommentaren habe ich vielmehr den Eindruck, hier soll etwas aggressiv niedergebrüllt werden.“

Was sagen die Programmverantwortlichen dazu? Anlässlich der Arte-Jahrespressekonferenz am 7. Februar in Hamburg gab der neue Geschäftsführer und Programmdirektor Bernd Mütter ein Interview.

Interview: Welche politischen Signale sendet Arte?

Interview von Ulrike Sumfleth mit Arte-Programmdirektor Bernd Mütter

Herr Mütter, mit der US-Propaganda-Doku „Putin vs. USA“ provozierte Arte sein Publikum. Können Sie die Enttäuschung der ZuschauerInnen nachvollziehen?

Zunächst: Arte ist ein Sender, der zu vielen Themen ein breites Spektrum ins Programm nimmt. Wir sind der Sender der Autoren, der Kreativen. Das entscheidende Auswahlkriterium ist, dass handwerklich sauber gearbeitet wird. Die Putin-Doku hat an keiner Stelle behauptet, „das und das ist sicherlich so gewesen“. Die (Anm.: Macher des Films) sagen: Experten von verschiedenen Behörden in verschiedenen Ländern kommen zu dem Ergebnis. Aber sie sagen nicht: Wir konnten es überprüfen. Ganz im Gegenteil. Sie bleiben bei allem, was sich auf Putin bezieht, im absolut korrekten journalistischen ersten Konjunktiv.

Es ist aber trotzdem eine sehr einseitige Darstellung. Es kommen hauptsächlich Vertreter der US-Leitmedien, US-Geheimdienste und der Regierung zu Wort. Die geopolitische Strategie, die Absichten der USA werden glorifiziert, so ein Vorwurf.

Ich finde das interessant. Weil u.a. das Gespräch, das wir hinterher zeigten, ja überaus differenziert ist. Das hat ja zwei unterschiedliche Perspektiven! Da haben sie den Experten (David Herszenhorn), der sagte: Es ging denen, die da am Werk waren, nie darum, tatsächlich den Ausgang (der US-Präsidentschaftswahl 2016) zu beeinflussen. Es ging darum, den Diskurs im Vorfeld zu beeinflussen und sozusagen Zweifel zu säen.
Das ist natürlich etwas ganz anderes als die andere Position, die in dem Gespräch vertreten worden ist. Die darauf abhebt zu sagen: Nein, da war schon ein Ziel dabei, tatsächlich den Wahlausgang, wie er dann auch tatsächlich ausgegangen ist, zu beeinflussen.
(Anm.: Der erwähnte Experte ist Brüsseler Chef-Korrespondent von Politico EU, einem europäischen Joint Venture des Axel-Springer-Verlags mit der US-amerikanischen Zeitung Politico. Zuvor war er u.a. in Moskau Korrespondent der New York Times. Zweiter Gast war die Journalistin und TV-Moderatorin Christine Ockrent. Die Gesprächsrunde ist im Netz nicht mehr verfügbar.)

Also, Sie verweisen darauf, dass man schwierigere Filme möglichst in Themenabende einbettet, damit man Sie dann davor/danach aus anderen Perspektiven beleuchten kann?

Ich glaube daran, dass es bei allem, was länger als 1:30-Nachrichtenformat ist, in der Realität extrem schwierig ist, eine tatsächliche Objektivität zu erreichen. Ganz im Gegenteil. Der Konstruktivismus hat uns ja gelehrt, dass man hinter „echter Objektivität“ immer ein Fragezeichen setzen muss. Auch bei journalistischer Objektivität. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass unsere Filme durchaus eine Haltung haben. Die dann aber auch transparent sein muss.

Eine Arte-typische Haltung war das aber nicht in dem Film. Das kann man, glaube ich, so sagen?

Nein! Aber… Ich weiß gar nicht, ob es eine Arte-typische Haltung gibt…

Na doch, ich meine, es gibt eine Arte-typische kritische Haltung. Die die großen Erzählungen hinterfragt. Zum Beispiel eher konzernkritisch, eher globalisierungskritisch…

Jaa… aber… Ich sehe Arte immer als Sender in der Tradition der Aufklärung. Unser Hauptziel ist doch, das steht im Gründungsvertrag, dass wir die Verständigung der Europäer ermöglichen. Ich glaube, unser Hauptziel ist es, dass wir zu Debatten anregen. Dass wir auch Themen bringen, die noch nicht so auf dem Radar der Öffentlichkeit sind.

Absolut.

Und in dem Zusammenhang ist unsere Haltung, ganz im Sinne der Aufklärung, zu hinterfragen: Stimmt denn diese Gewissheit oder jene? In der Hinsicht war das Paket, das wir angeboten haben, ein Paket, das genau diese Gewissheiten klug hinterfragt. Und gezeigt hat: Was wissen wir? Was spekuliert wer? Was kann wer belegen? Und was sind die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden?

Es wurde Programmbeschwerde eingelegt, dass der Film gegen acht von zehn Prinzipien der Kriegspropaganda verstoßen würde. Was mich interessieren würde: Wie kommt es zu der Ausstrahlung einer solchen Dokumentation? Ist es denn nicht klar gewesen, dass die sehr pro-amerikanische Sicht den Vorwurf erzeugen könnte, dass das Propaganda ist?

Definieren Sie den Begriff Propaganda…

Propaganda ist vor allem eine einseitige Darstellung. Das ist, glaube ich, das zuallererst zutreffende Kriterium. Es wird nur eine Sicht der Dinge erzählt.

Und das würde ich bei dem Film und bei dem Gesamtpaket bestreiten.

Sie verweisen also auf das Gesamtpaket?

Selbst der Film ist ja diffferenziert. Er ist nicht „Bouf, das ist die eine Linie! Wir können es zwar nicht beweisen, aber wir behaupten es.“ Ich glaube, ein entscheidendes Kriterium für Propaganda ist letztlich, nicht zu unterscheiden zwischen dem, was belegbar ist, und dem, was vermutet wird.

Spekuliert wird aber schon: Putin wäre persönlich gekränkt durch das militärisch-geopolitische Handeln der USA in der Welt nach dem Mauerfall. Das kann man doch nicht beweisen, Gekränktheit ist was Gefühltes. Ich würde jetzt nicht auf Details rumreiten wollen…

Die Frage ist schon interessant. Reinhart Koselleck, der große Historiker, redete ja schon vom Veto-Recht der Quellen. Ich glaube, das ist auch für den Journalismus ein gutes Kriterium, was man anlegen sollte. Für was habe ich Quellen? Für was Quellen, die das Gegenteil belegen? Und was sind dazwischen Plausibilitätsschlussfolgerungen? Was sind Vermutungen, die zitiert sind von anderen?
Ich kann mir vorstellen, dass man sich bei dem Ansehen der Doku gefragt hat: Hätten da nicht auch noch ein paar mehr Europäer drin sein können? Das ist durchaus ein Aspekt, den würde ich auf der handwerklichen Ebene teilen können. Aber ohne dass ich damit jetzt sagen würde, da hat es eine echte Einseitigkeit gegeben.
Der Film hat, glaube ich, eine Haltung, die macht er auch klar und transparent. Er unterscheidet aber sehr präzise zwischen dem, was Putin und der russischen Regierung vorgeworfen wird – von amerikanischer Seite, das wird dann so benannt –, und dem, was als Tatsachenbehauptung sozusagen vom Film selbst kommt.

Ich möchte das als Überleitung nehmen, was Sie als nächstes zum Thema Russland machen. Am 18. März sind Präsidentschaftswahlen. Arte zeigt am 13. März einen Schwerpunkt. Können Sie dazu schon etwas sagen?

Es wird ein Stück über die russische Opposition, über Alexej Nawalny geben. Und ein Stück über Russia Today, über die weltweiten Bemühungen, die Sicht der russischen Regierung zu vermarkten. In dem Magazin „Re:“ geht es um die russische Jugend. Ein klassisches Arte-Thema ist auch am 14. März der russische Künstler Pawlenski.

Abseits von Russland: Wie sehen Sie das Thema Medienkritik allgemein? Seit der Ukraine-Krise gibt es einen anhaltenden Boom. Wie beeinflusst das Ihre Arbeit? Beim Einkauf, bei der Produktion, beim Schreiben der Pressetexte, Sie haben auf Facebook irre viele Fans…

Fünf Millionen.

Wie stellen Sie sich auf zunehmende Medienkritik ein? Also vorher, weil man sie vorauszukalkulieren versucht, bzw. hinterher, wenn man sie bearbeiten muss.

Ich glaube, das gemahnt uns alle, wirklich sehr, sehr präzise zu arbeiten. Alle Rechercheergebnisse sauber zu dokumentieren. Aber das halte ich für relativ normal. Es gab ja nie eine Zeit, in der es keine Medienkritik gegeben hat. Man nimmt sie jetzt möglicherweise stärker wahr, weil sie über Facebook oder Twitter sofort öffentlich ist.
Was, glaube ich, ein echter Punkt ist – aber auch den hat es immer gegeben, nur wahrscheinlich nicht in der Quantität: Dass wir konfrontiert sind mit einer Gegenbehauptung. „Nee, das ist nicht so!“
Da muss man natürlich immer fragen: Ist das tatsächlich belegbare Medienkritik? Oder gibt es auch eine Tendenz in den berühmten Filterbubbles, die dazu führt, dass man Dinge kritisiert, ohne die Belege fundiert hinterfragen zu können. Das Säen von Zweifeln ist das eine, darauf basieren ja auch die gängigen Verschwörungstheorien. Dass man Zweifel sät – aber man kann letztlich die belegbaren Fakten oft nicht entkräften. Da ist dann der Zweifel immer schwächer als ein belegbares Faktum.

Einer der großen Vorwürfe der Medienkritik lautet, dass in den öffentlich-rechtlichen, aber auch in den privaten Leitmedien häufig zu regierungsnah berichtet wird, zu konform, dass die Journalisten nicht kritisch nachfragen. Und wenn man das dann noch einmal rückwärts denkt, wird den Regierungen bereits vorgeworfen, dass sie zu sehr von der US-Politik beeinflusst sind. Kurz, im Endergebnis ist die Berichterstattung zu USA-nah, zu einseitig, zu transatlantisch. Und zu wenig friedensorientiert. Nehmen wir das Thema Deutschland – Frankreich. Viele befürchten, dass Macrons Arbeitsmarktreformen eine Art Export des umstrittenen Hartz-IV-Modells bedeuten. Und sie wünschen sich, dass darüber nicht regierungskonform berichtet wird, sondern kritisch. Ich kann mir vorstellen, dass da auch Hoffnungen auf Arte liegen.

Bei dem Thema gilt, wie bei allen, für unsere Berichterstattung wieder die europäische Perspektive. Ich weiß auch nicht, ob das stimmt, dass zu regierungsnah berichtet wird.

Die TV-Kritik gilt vor allem ARD- und ZDF-Nachrichten.

Aber auch da würde ich mal ein Fragezeichen dran machen. Nach meinem Erleben wird da doch relativ fundiert gearbeitet, und es werden Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.

Ich habe versucht, zu formulieren, worauf sich die aktuelle Medienkritik immer wieder zurückführen lässt. Meiner Erfahrung nach ist das einer der häufigsten Vorwürfe.

Aber ich glaube, wichtig ist letztlich, dass alle öffentlich-rechtlichen Medien – das gilt für Arte genauso wie für France 2, ZDF, ARD – pluralistisch organisierte Medien sind. Es ist ja schon wichtig zu sagen: Die Gesamtschau muss pluralistisch sein.
Nochmal, der Konstruktivismus lehrt uns, und das gilt auch für die journalistische Praxis: Bis 1:30 oder 2:30 kriegt man journalistische Objektivität hin, aber „echte Objektivität“ im philosophischen Sinne ist schwierig. Von daher: Die Regeln müssen klar sein. Wie beleuchtet man ein Thema?
Und die Regeln werden eingehalten. Für uns ist eine der ganz wichtigen Regeln der europäische Aspekt. Das gilt ja für ganz vieles, auch was Gesellschaftspolitik, Bildungspolitik oder Steuerpolitik angeht, dass Europa ein relativ breites Spektrum an politischen Möglichkeiten darstellt.

Im Mai gibt es den Staat Israel seit 70 Jahren. Wie sieht der Arte-Schwerpunkt dazu aus?

Wir haben im April einen dokumentarischen Zweiteiler von William Karrell („Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“), der selber im Kibbuz gelebt hat. Übrigens auch ein Beispiel für ein Programm, das eine Haltung haben wird. Jemand, der einen Teil dieser Geschichte hautnah miterlebt hat, macht darüber natürlich einen anderen Film als ein später Geborener oder einer, der noch nie in Israel war. Fokussiert ist der Film auf die ersten 20 Jahre nach der Staatsgründung, 1948 bis 1968.
Wir haben außerdem die sehr hervorhebenswerte internationale Koproduktion über die Tagebücher von Oslo. Wo es Unterhändler für die verschiedenen Seiten gab, die tatsächlich den Frieden erreichen wollten. Bis zur letzten Sekunde stand alles auf Messers Schneide. Dazu die Frage, was ist später draus geworden? Der Film zeigt, dass es Momente in der Geschichte gibt, wo tatsächlich die einzelnen handelnden Personen – sonst redet man ja gerne davon, dass die Strukturen und Prozesse entscheiden – den Lauf beeinflussen.

Ihr persönliches Highlight 2018?

Die Serie „18 – Krieg der Träume“ ist schon ein Top-Highlight. (Anm.: Anhand von Tagebüchern erzählt die im September startende Serie von Schicksalen nach dem Ersten Weltkrieg.) In dieser Zwischenkriegszeit waren alle Gewissheiten unterbrochen. Durch den massiven Zusammenbruch auf deutscher Seite und durch den massiven Gewaltexzess des Ersten Weltkriegs. Für die Zeitzeugen bedeutete das eine wahnsinnige Fragmentierung, Beschleunigung der Gesellschaft. Einerseits kulturelle Vielfalt und andererseits politische Radikalisierung. Das ist ein Stoff, der extrem spannend ist. Und er hat durchaus Aspekte, die interessant sind, sie sich mit dem Blick von heute noch einmal vor Augen zu führen.

Danke für das Gespräch!

Nachtrag zum Arte-Programm:

Die nächste Propaganda gegen Russland droht schon, kritische LeserInnen mögen sie aufmerksam verfolgen: Am 13. März zeigt Arte um 20.15 Uhr den Film „Propaganda 3.0 – Putin und der Westen“. Der französische Film untersucht, wie die russische Regierung versucht, mit Medienbeiträgen weltweit politischen Einfluss zu nehmen. Eingebettet ist der Film wieder in einen Themenabend. Doch anstatt die Gelegenheit zu nutzen und anschließend eine gebotene Gegendarstellung über westliche Propaganda gegen Russland zu zeigen, folgt nur ein Stück über Putins Gegner, den Oppositionspolitiker Nawalny. Der nächste Aufreger ist damit programmiert.

Und noch ein Hinweis: Im Netz streamt Arte aktuell die 2. Staffel der Serie „Occupied – Die Besatzung“.
Darin erlebt ein braver norwegischer Ministerpräsident, der die Erdöl- und Gasproduktion auf angeblich „alternative Energien“ umstellen will, dass sein Land auf Veranlassung der EU von „den Russen“ besetzt wird. Nicht nur ist das ein komplett absurdes Szenario, bei dem in den Köpfen hängen bleibt: „Oh, Gott, russische Invasion!“ Darüber hinaus ist die Serie auch noch eine gigantische Werbekampagne für Atomkraft. Denn bei den hier als „ökologisch“ gepriesenen „alternativen Energien“ handelt es sich um Thorium-Kraftwerke. Diese sind eine Hochrisikotechnologie, die dank weltweiter PR-Maßnahmen als „umweltfreundliche, risikolose Atomkraft“ verharmlost wird. Was den jubelnden Leitmedien einfach mal wieder nicht aufgefallen ist…? Eine geharnischte Kritik dieser Greenwashing-Kampagne, eingebettet in eine Serie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, finden Sie hier von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer und Vizepräsident Atomschutzverband TRAS.

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