• Blog abonnieren

    Beim Erscheinen eines neuen Artikels erhalten Sie eine Benachrichtigung per E-Mail.

  • Archive

Leserbriefe zu: „Werden wir in den nächsten Krieg gelogen?“ und zu: „Der Westen will Krieg. Der Westen bekommt Krieg.“

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Leserbriefe, Wertedebatte

Die beiden Artikel Werden wir in den nächsten Krieg gelogen? Von Willy Wimmer. und Der Westen will Krieg. Der Westen bekommt Krieg. , die vor einigen Tagen erschienen sind, wurden von zahlreichen Lesern kommentiert, oder um Details ergänzt, die Sie hier lesen können. Ein Dank an alle Leser! Zusammengestellt von Moritz Müller.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Wimmer,

wie ist zu erklären, dass die westlichen Staaten, allen voran die Bundesregierung mit Frau Merkel, dieses Zerstörungswerk mittragen, Die Zerstörung der eigenen Zukunft. Wie der Fall Skripal zeigt, scheint  es völlig unwichtig  zu sein, ob Anschuldigungen haltbar sind oder nicht, die Lüge offensichtlich. Es braucht keinen Beweis, um Russland an den Pranger zu stellen. So einig ist man sich selten. Unsere Politiker kennen die Wahrheit. Sie wissen, wer den Weltfrieden tatsächlich gefährdet. Dafür gibt es genügend Beweise. Wie kann es dann sein, dass keiner sich dem entgegen stellt, sondern im Gegenteil, diese verantwortungslosen und gefährlichen Kriegsspiele noch unterstützt. Es wird sicher zu spät sein, bis endlich der Letzte begriffen hat, dass die Guten die eigentlich Bösen sind.

Mit besten Grüssen
Christa Schreiber


2. Leserbrief

Guten Tag,

ich möchte auf eine Meldung in der Tagesschau vom gestrigen Abend aufmerksam machen:

Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg: Diskussion über Regierungsprojekte

‘…NATO Generalsekretär Stoltenberg und EU Kommissionschef Juncker sind zu Gast …’ mit dem Ergebnis ‘…kaum Zeit für das Arbeitsprogramm der GroKo…’.

Direkter kann die Einflussnahme auf die Regierung wohl kaum dargestellt werden.

‘Von NATO und EU geht für die Bürgerinnen und Bürger in Westeuropa derzeit eine “akute Lebensgefahr” aus.’

Diesen Satz schrieb Willy Wimmer in seinem gestrigen Beitrag auf den Nachdenkseiten – Werden wir in den nächsten Krieg gelogen?.

Es ist wahrlich mehr als Besorgnis erregend, was derzeit um uns herum geschieht.

Mit freundlichen Grüßen
Rosemarie Petra Schreiber


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

zu ihrem obigen Artikel hier einige Überlegungen von mir:

“Wir glauben, es ist den Preis wert.” (Madeleine Albright, der damalige Außenminister der USA, auf die Frage, ob 500.000 tote Kinder durch das Irak Embargo den Preis wert gewesen sind.)

„Das russische Regime, dessen Hände auch bedeckt sind mit dem Blut syrischer Kinder, lässt sich durch die Bilder seiner Opfer nicht beschämen. Wir haben das schon vorher versucht. Russland könnte dieses sinnlose Schlachten stoppen, wenn es wollte, aber es steht dem Assad Regime bei und unterstützt es ohne Zögern.“ (Nikki Haley im Weltsicherheitsrat zum vorgeblichen Giftgasanschlag in Duma)

“Das kann auch meinetwegen noch mal nachgeprüft werden. Aber das hilft uns bei der Verurteilung des Falles jetzt nicht weiter.” (Angela Merkel zum Vorschlag Russlands, den Giftgasanschlag durch die OPWC untersuchen zu lassen)

Mir stellt sich zunächst die Frage, ob die drei Frauen, welche ich oben zitiert habe, ihre Aussagen ernst meinen. Bei Frau Albright besteht daran kein Zweifel, sie hätte der atemberaubenden Beantwortung dieser Frage ausweichen können, tat es aber nicht, da sie der festen und unverrückbaren Überzeugung ist, das in besonderen Fällen harte aber unumgängliche Entscheidungen gefällt werden müssen.

Besonders das Zitat von Frau Haley sieht im Lichte des Zitates von Frau Albright zynisch aus, da vordergründig mit zweierlei Maß gemessen wird. Aber gerade weil es so zynisch aussieht, muss man es sehr ernst nehmen. Frau Haley setzt sich nicht in den Weltsicherheitsrat um sich zum Gespött ihrer Kollegen zu machen. Frau Haley meint, was sie sagt. Sie ist der festen und ehrlichen Überzeugung, die Wahrheit zu sagen. Ihre Empörung ist nicht gespielt, für Sie ist das „russische Regime“ das Böse unter der Sonne.

Auch Frau Merkel meint sehr ernst, dass es auf die Untersuchung der Tatsachen nicht ankommt, sondern vielmehr auf die Verurteilung Russlands. Auch sie hätte der Beantwortung der Frage ausweichen können, ohne sich etwas zu vergeben. Sie fand es aber wichtiger, sich ohne Wenn und Aber an die Seite der Vertreter der „westlichen Werte“ zu stellen.
 
Das heißt nun aber, dass die ganzen Einwände gegen die Behandlung (z.B.) der Skripal + Duma – Affären (es müsste genauer untersucht werden, Russland hätte keine Motiv, etc. pp., wie Sie es ja richtigerweise offengelegt haben) an den befassten Politikern völlig wirkungslos abtropfen und nur zur Selbstbeschäftigung und Lähmung der Kritiker führen, aber nicht zur Änderung der Politik. Es geht für unser politisches Personal nicht darum, sich eines Besseren überzeugen zu lassen, sie verstehen den Inhalt dieser Kritik gar nicht, sie halten die Kritiker im besten Falle für naiv, ansonsten für Russlandtrolle, Querulanten, Wegbereiter des Terrorismus.
 
Der grundsätzliche und unüberbrückbare Unterschied in der Haltung von – sagen wir mal – Frau Merkel (oder Frau Haley oder Frau Albright) und (z.B.) Herrn Wimmer (oder Frau Leukefeld oder Ihnen) liegt in ihrem unterschiedlichen Menschenbild. Während Herr Wimmer den Menschen als Zweck des politischen Handelns ansieht, dient er Frau Merkel (z.B. in der Gestalt syrischer Kinder oder deutscher Soldaten) nur als Mittel zur Erreichung politischer Ziele.

Damit haben sich die Vertreter westlicher Werte nun von den Werten der Aufklärung verabschiedet. Welches aber sind die Ziele einer Politik, welche Lüge und Totschlag zum nicht mehr hinterfragbaren Mittel erhebt? Einer Politik also, welche die beiden Totsünden (nach Hannah Arendt) der beiden totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts in sich vereint? Ich glaube diese Politik soll den Supereliten des Westens vollkommen marktgerecht unter Ausnutzung aller Ressourcen, also auch der Menschen, den gesamten globalen Kuchen verschaffen.

Letztlich ist also die Haltung der drei Damen von oben nichts anderes als eine Ausgeburt der neoliberalen Pseudoreligion des freien Marktes. Diese ist aber nichts anderes als eine Verballhornung der calvinistischen Prädeterminationslehre, in der „Gott“ durch „freien Markt“ ersetzt wurde („Gott zeigt dir durch die Größe der Reichtümer, die du ansammelst, ob du in Paradies kommst oder nicht“). Hier schließt sich der Kreis: der Mensch ist das Mittel, das Geld der Zweck und nicht etwa umgekehrt. Schöne neue Welt, solange es sie noch gibt!

Mit freundlichen Grüßen
Michael Verner


4. Leserbrief

Sehr geehrte Herren,
 
die Anwesenheit von Nato- Generalsekretär Stoltenberg auf der Kabinetts- Konferenz in Meseburg stimmt mich nachdenklich. Was hatte er dort zu suchen, zu berichten?

Einstimmung auf Krieg, auf den totalen Krieg in Syrien? Dazu passt auch Trumps tweed mit der Ankündigung von Raketenangriffen nur einen Tag später.
 
Mit freundlichem Gruß
Reinhold Helmholz


5. Leserbrief

Hallo liebe NDS-Leute,

hier gibt es eine aus meiner Sicht sehr lobens- und unterstützenswerte Initiative.

Vielleicht können Sie ja Ihre Leser darauf aufmerksam machen.

Viele Grüße
Andreas Holländer
Berlin


6. Leserbrief

Guten Morgen!

Danke für den Beitrag “Der Westen will Krieg. Der Westen bekommt Krieg.” Sie leisten hier ein unverzichtbares Stück Aufklärungsarbeit.

Für mich stellt sich in diesen Tagen die Frage: warum ruft die Friedensbewegung nicht auf zu bundesweiten Protesten, die unsere Regierung auffordern, sich von den Kriegstreibern zu distanzieren? Einzelaktionen sind dem Ernst der Lage doch nicht mehr angemessen.

Wann, wenn nicht jetzt, soll es gelingen, die Friedensbewegung zu stärken? Jetzt, wo die Mehrheit der Menschen diesen Ernst auch versteht und geschlossen gegen die Eskalationspolitk vereint werden kann.

Vielleicht können Sie hierzu einen Anstoß geben.

Beste Grüße
Dr. Klaus Fürst
ZukunftsAspekte

nach oben

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

Online spenden
Fördermitglied werden

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag:

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr dazu.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen