Handke-Debatte: „Hier werden Behauptungen aufgestellt, die im Zirkelschluss bewiesen werden“
Handke-Debatte: „Hier werden Behauptungen aufgestellt, die im Zirkelschluss bewiesen werden“

Handke-Debatte: „Hier werden Behauptungen aufgestellt, die im Zirkelschluss bewiesen werden“

Ein Artikel von: Redaktion

Die Recherchen des in der Schweiz lebenden Historikers Kurt Gritsch zu dem Schriftsteller Peter Handke sind in prominente Hände gelangt: Ein Jury-Mitglied des Nobelpreis-Komitees hatte die Arbeit von Gritsch genutzt und in den Entscheidungsprozess einfließen lassen. Im NachDenkSeiten-Interview wirft Gritsch, der den Lesern der NDS für seine kritische Arbeit zum Kosovo-Krieg bekannt sein dürfte, einen Blick auf die Medien und ihren Umgang mit Handke. Darüber hatten auch die NachDenkSeiten kürzlich berichtet. Journalisten rät Gritsch, das Werk von Handke „zu lesen“ und zwar mit der „zugegebenermaßen schwierigen Annahme, der Andere könnte Recht haben.“ Ein Interview über einen Literaturnobelpreisträger, mit dem Medien scharf ins Gericht gegangen sind und eine Berichterstattung, die auch nach vielen Jahren nicht bereit ist, ihre Schwarz-Weiß-Erzählung zum Kosovo-Krieg zu überdenken. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Herr Gritsch, viele Medien haben an dem Literaturnobelpreisträger Peter Handke kein gutes Haar gelassen. Können Sie das nachvollziehen?

Peter Handke hat durch seine proserbische Sichtweise auf die jugoslawischen Zerfallskriege die gängige Erzählung vieler westlicher Leitmedien, wonach Belgrad der Aggressor und die anderen Konfliktparteien die Angegriffenen waren, herausgefordert. Zugleich hat er zahlreiche Leitmedien, Journalisten und Intellektuelle für ihre einseitige antiserbische Parteinahme in den jugoslawischen Zerfallskriegen kritisiert. Das haben ihm viele nicht vergessen. Interessant ist, dass kaum ein Medium, das nun Handke angreift, neue Argumente bringt.

Sondern?

Im Wesentlichen werden die alten Positionen und Inhalte der 1990er Jahre wiederholt, die Positionen wirken festgefahren, eine echte Auseinandersetzung, ein Nachdenken über Peter Handkes Literatur, aber auch über die Konfliktberichterstattung von damals, findet nicht statt. Das ist schade, denn hier bleibt eine Chance ungenutzt, die Darstellung der jugoslawischen Zerfallskriege kritisch zu reflektieren.

Was viele wahrscheinlich nicht wissen: Ihre Recherchen zu Peter Handke wurden von einem Jury-Mitglied des Nobelpreis-Komitees genutzt und mit in den Entscheidungsprozess einbezogen. Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie sich so intensiv mit Handke auseinandergesetzt haben?

Wir haben Ende der 1990er Jahre an der Universität Innsbruck darüber diskutiert, ob es nun richtig oder falsch sei, militärisch in den Kosovo-Konflikt einzugreifen. Das Hauptargument der Befürworter war ja, dass man einen drohenden Genozid an der albanischen Bevölkerung verhindern wolle. Das leuchtete ja auch ein. Ich wollte aber nicht akzeptieren, dass ich deshalb nun für einen Angriffskrieg und für Bombardierungen sein musste. Es musste doch noch einen anderen Weg geben. Und dann war da noch Peter Handke, der 1999 unverdrossen Serbien verteidigte und die NATO kritisierte, obwohl er dafür mancherorts für unzurechnungsfähig erklärt wurde. Ich beschloss also, tiefer zu graben und mich als Student der Germanistik und Geschichte nun mit Handke und dem Jugoslawien-Krieg zu beschäftigen. Ich habe meinen Zugang zum Thema 2012 im „Standard“ dargelegt.

Was waren Ihre Gedanken, als Sie gehört haben, dass Handke den Literaturnobelpreis bekommt?

Es hat mich nicht überrascht. Peter Handke hat ein literarisches Oeuvre von über 100 Werken – Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher, Lyrik, Übersetzungen – hervorgebracht, das für sich steht. Er ist ein Meister der Sprache, das anerkennen auch alle Kritiker. Er hat auch bis heute immer wieder wichtige Literaturpreise für bestimmte Werke bekommen, und er orientiert sich nicht am Mainstream, stellt unbequeme Fragen, verstößt auch mal gegen die politische Korrektheit. Er ist ein großer Intellektueller, gerade weil er sich nicht den Erwartungshaltungen beugt. Würden wir Konsensfähigkeit anstelle von künstlerischer Tiefe prämieren, wäre unsere Literatur bald wesentlich ärmer, weil angepasster. Was Handke vorgeworfen wird, ist ein politischer Aspekt, es ist seine einseitig Serbien-freundliche Haltung in den Balkenkriegen und seine nach Meinung der Kritiker zu wenig distanzierte Haltung zu Slobodan Milošević. Aber sein Werk steht, unabhängig der literarischen Debatte dazu, über diesen Meinungsverschiedenheiten.

Wie angesprochen: Medien haben die Verleihung des Preises an Handke, aber vor allem auch Handke selbst, sehr scharf kritisiert. Würden Sie bitte unseren Lesern erklären, was der Kern der Kritik ist?

Der Kern der Kritik ist, dass Handke die Schuldfrage in der Zerstörung Jugoslawiens anders beurteilt als das Gros der deutschsprachigen Leitmedien.

Wie haben die Medien damals berichtet?

Die Berichterstattung war in den 1990er Jahren sehr stark polarisiert und unterschied in serbische Täter und kroatische und bosnische Opfer, später albanische. Grautöne blieben in dieser Schwarz-Weiß-Interpretation ausgespart. Dazu kam, dass die Berichterstattung über das Narrativ der serbischen „Bad Guys“ hinaus auch schablonenhaft über Jugoslawien berichtete. Das hat Peter Handke empört, diese Sprachbilder haben ihn dazu gebracht, dem negativen Serbien-Bild ein anderes Bild entgegenzusetzen, das zwar nicht erfunden war, aber doch manches anders gewichtete. Viele Journalistinnen und Journalisten wiederum interpretierten Handkes Rückzug auf das Poetische im Zusammenhang mit Serbien als Revisionismus in Bezug auf die Berichterstattung und warfen dem Dichter deshalb vor, serbische Verbrechen auszublenden.

Ist denn etwas an dem Vorwurf dran?

Dieser Vorwurf ist für seine Werke teilweise zutreffend, weil Handke dort zwar über das Negative nachdenkt, es aber nicht in den Mittelpunkt rückt. Andererseits ist diese freie Wahl des eigenen Blickpunkts das Recht eines jeden Menschen. Und genau darum ging es Handke, um das Recht auf den eigenen Blickpunkt. Interessant ist, dass es durchaus nicht nur die Sturheit des Dichters ist, die eine andere als die traditionelle Sichtweise auf die jugoslawischen Zerfallskriege zulässt, sondern dass es auch Fakten gibt, die seine Sichtweise stützen. Das bedeutet nicht, dass sich damit die Rolle von Gut und Böse umdreht, aber es zeigt, dass das alte Schwarz-Weiß-Bild durch ein neues mit unterschiedlichen Schattierungen ersetzt werden muss. Doch während die Geschichtswissenschaft Schritt für Schritt die Konflikte und Kriege am Balkan aufarbeitet, weigern sich viele Leitmedien bis heute, ihre eigene, nachgewiesen einseitige Rolle zu reflektieren. Deshalb ziehen sie jetzt wieder mit denselben Vorurteilen gegen Handke los, die sich schon in der Debatte um sein Buch „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“ 1996 finden.

Um mal stellvertretend eine Kritik anzuführen, die aus der „Frankfurter Rundschau“ stammt : „Mit dem, was Peter Handke zu den Kriegen und Massakern in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo schrieb, hat der soeben mit dem Literaturnobelpreis geehrte Schriftsteller bis heute die Propaganda des Milošević-Regimes übernommen. Im Diskurs von Verschwörungstheoretikern werden oft rhetorische Fragen aneinander gereiht, aber nicht beantwortet. Diese Fragen dienen dazu, angebliche Manipulationen aufzudecken. Genauso machte es Handke in seinem im Jahr 1996 erschienenen Text ‘Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien’.“
Haben Sie dem etwas entgegenzusetzen?

Wer Augen hat, der sehe. Hier werden Behauptungen aufgestellt, die danach im Zirkelschluss bewiesen werden. Erst die behaupteten Manipulationen und die behauptete verschwörungstheoretische Herangehensweise Handkes lassen die Schlussfolgerung logisch erscheinen, Handke habe die Propaganda des Milošević-Regimes übernommen. Es gibt zahlreiche medienwissenschaftliche Publikationen, die nachweisen, dass die Berichterstattung vieler NATO-Länder über Jugoslawien einseitig und voreingenommen war. Dazu finden sich Fakten, keine Verschwörungstheorien, es genügt ein Blick in die damaligen Berichte. Und vor allem sollten die Kritiker Handkes Werke lesen, genau lesen: lesen, mit der – zugegebenermaßen schwierigen – Annahme, der Andere könnte Recht haben. Es gibt in Handkes Werken zu Jugoslawien durchaus Dinge, die kritisiert werden können, aber der Pauschalvorwurf der Übernahme serbischer Propaganda ist nicht nachweisbar.

Was meinen Sie: Warum gehen viele Medien so mit Handke ins Gericht?

Bei bestimmten Printmedien sehe ich eine Kontinuität in der Berichterstattung, sei es in der Handke- wie in der Jugoslawien-Berichterstattung. Teilweise tritt diese Kontinuität durch Journalistinnen und Journalisten zu Tage, die Handkes Jugoslawien-Äußerungen seit über 20 Jahren kritisieren, teilweise ist es eher die ideologische Orientierung des Mediums, das eine NATO-kritische Sichtweise ablehnt. Ich sehe hier wenig Bereitschaft, den eigenen Standpunkt zu reflektieren, und dementsprechend auch wenig Weiterentwicklung in der Debatte. Bedenkt man, dass Peter Handke viele deutschsprachige und internationale Leitmedien, Journalisten und Autoren wegen ihrer schablonenhaften und stereotypen Jugoslawien-Berichterstattung gerügt hat, dann ist die harsche Ablehnung seines Standpunkts bei den Kritisierten wenig verwunderlich.

Inwiefern hat Handke die Medien damals denn kritisiert? Was hat er gesagt?

In „Gerechtigkeit für Serbien“ bezeichnet er FAZ-Journalisten als „Tendenzkartätschen“ (S. 15) und die Zeitung als „zentrales europäisches Serbenfressblatt“, (S. 125) er wirft dem SPIEGEL, der ZEIT, Le Monde, Liberation, Le Nouvel Observateur, der New York Times und vielen anderen vor, sie hätten über Jahre „immer in dieselbe Wort- und Bildkerbe“ (S. 123) gedroschen – was sich übrigens leicht verifizieren lässt, wenn man die entsprechende Jugoslawien-Berichterstattung anschaut – und seien deshalb „auf ihre Weise genauso arge Kriegshunde […] wie jene im Kampfgebiet“. (S. 123) Insofern war es nicht verwunderlich, dass viele Medien angesichts dieser massiven Schelte – die so unbegründet nicht war –, den Autor attackiert haben.

Medien, die also beleidigt reagieren? Das ist nicht gerade professionell.

Es wäre wünschenswert, wenn das journalistische Professionsverständnis um den Aspekt der Reflexion erweitert werden könnte. Aber, wie gesagt, Handkes Kritik war auch entsprechend harsch, und in einigen Interviews hat er hier noch mehr zugespitzt. Trotzdem bleibt es eine Tatsache, dass viele der Angegriffenen übersehen haben, dass Handke in „Gerechtigkeit für Serbien“ explizit den Typus des Kriegsberichterstatters als „Feldforscher“ (S. 122) lobt. Was er ablehnt, sind die „Fernfuchtler“, (S. 122) die Leitartikler, die fernab eines Konflikts ihre Urteile fällen und Konfliktparteien in Gut und Böse einteilen, anstatt differenziert zu berichten. Was mich etwas verwundert, ist, dass hier seit über 23 Jahren keine Veränderung in der Wahrnehmung des Dichters und seines Anliegens feststellbar ist.

Drei Jahre nach „Gerechtigkeit für Serbien“ begann die NATO mit der Bombardierung Jugoslawiens, dem sogenannten „Kosovo-Krieg“. Peter Handke hat auch diese Berichterstattung und insbesondere den Angriff explizit kritisiert. Lassen Sie uns nochmal auf Ihre Forschung zum Kosovo-Krieg eingehen. Sie haben ja die Berichterstattung der Medien analysiert. Hatte Handke recht? Was haben Sie denn damals rausgefunden?

Peter Handke lag auf jeden Fall nicht so falsch mit seiner Kritik an der Kosovo-Berichterstattung. Ich habe einerseits die Feuilletondebatten und andererseits die Konfliktberichterstattung untersucht. Für die Feuilletondebatte habe ich alle Beiträge, die in den deutschen Leitmedien FAZ, Süddeutsche Zeitung, taz, ZEIT und SPIEGEL zwischen Kriegsbeginn 24. März und Kriegsende 10. Juni zum „Kosovo-Krieg“ veröffentlicht wurden, ausgewertet. Die Konfliktberichterstattung habe ich von Beginn des Bürgerkriegs im Kosovo im Januar 1998 bis zum Ende der NATO-Luftangriffe im Juni 1999 punktuell analysiert. „Punktuell“ bedeutet, dass ich wichtige Ereignisse wie zum Beispiel das serbische Massaker in Prekaz im März 1998, das unbewiesene serbische Massaker von Orahovac und die albanischen Morde an Serben im selben Zeitraum Juli/August 1998, aber auch das Holbrooke-Milošević-Abkommen vom Oktober 1998 oder das mutmaßliche Raak-Massaker von Januar 1999 auf die Wahrnehmung in den deutschen und westlichen Printmedien hin analysiert habe.

Haben Sie noch etwas in Ihren Fokus gerückt?

Ja, ich habe auch Propagandaphänomene wie zum Beispiel den sogenannten Hufeisen-Plan zur angeblich systematischen Vertreibung der Albaner aus dem Kosovo untersucht und die Erzählungen der Zeitungen analysiert.

Wie war die Berichterstattung?

Sie war weder ausgewogen noch neutral, sondern stark Serbien-kritisch. Man hat an das Feindbild Serbien, das aus dem Bosnien-Krieg stammte, angeknüpft, und in diesem Sinne wurde der Kampf zwischen der kosovo-albanischen Miliz UÇK und serbischen Anti-Terror-Einheiten nicht als Bürgerkrieg interpretiert, sondern als „serbisches Vertreibungs- und Vernichtungsprogramm“ (so zum Beispiel die NZZ). Obwohl UNO-Generalsekretär Kofi Annan immer von einem Bürgerkrieg gesprochen hat, der eine politische Lösung brauche, und obwohl er wiederholt Beweise für serbische und albanische Verbrechen vorgelegt hat, waren in der Berichterstattung Albaner die Opfer und Serben die Täter, mehr noch: Sie wurden als „neue Nazis“ dargestellt, indem wiederholt diskursive Anspielungen auf den Holocaust gemacht wurden und Slobodan Milošević zum „neuen Hitler“ stilisiert wurde.

Es zeigt sich, dass auch 1998/99 wieder einseitig berichtet wurde, wie es Gabriele Vollmer in ihrer Dissertation 1994 bereits für die deutsche Konfliktberichterstattung über den Bosnien-Krieg nachweist. Im Bosnien-Krieg war, so Gabriele Vollmers Fazit, tatsächlich ein serbisches Feindbild aufgebaut worden, erreicht „durch eine Einseitigkeit der Berichterstattung zugunsten der Slowenen und Kroaten“. Dasselbe kann über die Kosovo-Berichterstattung von 1998/99 gesagt werden.

Gibt es noch einen weiteren Bestandteil Ihrer Untersuchung?

Ich habe auch noch die Feuilleton-Debatte rund um die Frage untersucht, ob die NATO-Intervention ein moralisch gerechtfertigter Angriff, ein „gerechter Krieg“, sei. Dazu habe ich alle Intellektuellen gezählt, die mit ihrer Meinung zum Krieg (gerechtfertigt, ungerechtfertigt, unentschlossen) in den deutschen Leitmedien FAZ, Süddeutsche Zeitung, taz, ZEIT und SPIEGEL in der Zeit der NATO-Intervention von 24. März bis zum Ende am 10. Juni 1999 erwähnt wurden. Rund 30 Prozent der Dichter und Denker waren für die Intervention, fast 60 Prozent dagegen und der Rest unentschlossen. So weit die reine Erwähnung eines Intellektuellen in Form einer Kurznotiz. Wertet man dann die Essays und Interviews von Intellektuellen aus, welche in den einzelnen Medien publiziert wurden, zeigt sich ein anderes Bild: FAZ und SPIEGEL gaben Kriegsbefürwortern fast doppelt so viel Platz. Der SPIEGEL nannte zwar jede Menge Kriegsgegner unter den Intellektuellen, diskreditierte diese jedoch häufig in der Darstellung. Die ZEIT lag mit ihrer Anzahl der Kriegsbefürworter (35 %) zwar nicht eklatant über der tatsächlichen Menge von 30 Prozent, erweckte aber, da sie im Verhältnis nur die Hälfte der Interventionsgegner repräsentierte, den Eindruck, es herrsche gleichmäßige Verteilung unter den Meinungen. Anstatt rund 14 % skeptischer oder unentschlossener Argumentationen druckte sie 32 %, also nahezu jede dritte Meinung zum Luftkrieg. Die Süddeutsche Zeitung räumte den Interventionsbefürwortern wenig mehr Platz als den Kritikern ein, womit sie letzten Endes also den Pro-Stimmen ‚nur’ doppelt so viel Raum gab. Einzig die taz kam den tatsächlichen Prozentsätzen mit 31 für die Interventionisten und 59 für die Gegner nahe – allerdings war die Konfliktberichterstattung der taz sehr NATO-freundlich.

In allen anderen Zeitungen kamen die Befürworter des Bombenangriffs also überdurchschnittlich oft zu Wort, in einigen gar drei- bis viermal so häufig wie Kriegsgegner. Hier wurde also ein NATO-freundliches Bild erzeugt, das nicht der Wirklichkeit entsprach, und die Leserinnen und Leser mussten den Eindruck gewinnen, dass die Dichter und Denker des Landes mehrheitlich den Krieg, den die NATO als „humanitäre Intervention“ verstanden haben wollte, befürworteten. Das Gegenteil war der Fall.

Titelbild: Gil C / Shutterstock

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