Leserbriefe zu „Arte im Propaganda-Modus“

Ein Artikel von:

Der Artikel „Arte im Propaganda-Modus“ hat einige unserer Leser zu Briefen angeregt. Wir geben eine Auswahl der Zuschriften hier wieder. Zusammengestellt von Redaktion.

1. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS-Team,

als regelmäßiger NDS-Leser möchte ich Ihnen insb. f.d. oben genannten Beitrag danken. Ich selbst entschied mich bereits nach wenigen Minuten der Zudröhnung mit NATO-Propaganda, angewidert von dem Sender weg zu zappen und finde es geradezu bewundernswert vom Autor Ihres Beitrags, Hrn. Tobias Riegel, diesen Aufguss des in den letzten Monaten und Jahren sich regelmäßig wiederholenden, de-kontextualiserten US-Brainwashings so lange durchzuhalten die ihm die vorgenommenen Einordnungen ermöglichten. Dass sich ein, seinem Selbstverständnis nach niveauvoller Sender mit Zielgruppe Intellektuelle / Bildungsbürger, zu so einem Machwerk herablässt empfinde ich als eine nahezu ins groteske übersteigerte Bestätigung von Noam Chomsky’s Propagandamodell.

Mit freundlichen Grüßen,
Camillo Signor


2. Leserbrief

Sehr geehrte NDS-Redaktion,
sehr geehrter Herr Riegel,
 
der gestrige Abend auf ARTE war in der Tat ein weiterer Tiefpunkt der ÖR-Medienpropaganda.

Ich habe mir etwa 45 Minuten des Films “Putins Zeugen” “angetan”, länger habe ich diesen “Dreck”, ich muss es so hart sagen, nicht ertragen können.
 
Schon alleine diese im Stil des “Weißen Hai” gehaltene Hintergrundmusik, die wohl negative Stimmung erzeugen sollte, ging dermaßen auf die Nerven, das es nicht möglich war, den Film in voller Länge zu ertragen. – Bevor ich jedoch den Sender wechselte, habe ich ein kleines Experiment gemacht und einfach mal den Ton für eine Weile abgestellt. – Wie ich sofort feststellen konnte, waren die Bilder ohne den Kommentar und ohne die Musik völlig “neutral”, also in keiner Weise dazu geeignet, Präsident Putin negativ darzustellen. Es war einfach eine Doku über die Stationen eines Politikers auf dem Weg zum Präsidenten eines großen, wichtigen Landes.
 
Alles, was diesen Film zu einem “negativen”, also Präsident Putin schlecht machenden “Werk” machte, waren der Kommentar des (deutschen) Sprechers und die Musik. Da ich wie wohl die meisten ARTE-Zuschauer der russischen Sprache leider nicht mächtig bin, konnte ich auch nicht nachvollziehen, ob korrekt übersetzt wurde, was einzelne Personen sagten, die in dem Film zu Wort kamen.
 
Man sieht hier wieder deutlich, wie aus eigentlich “neutralen” Originalaufnahmen und einer entsprechenden negativen Aufbereitung, garniert mit Unterstellungen, Vermutungen und Halbwahrheiten, ein Propaganda-Machwerk gemacht werden kann.
 
Mein Trost dabei: Die geringen Einschaltquoten, die ARTE erzielt (was eigentlich schade ist, weil sonst wirklich sehr gute Beiträge dort laufen) und ein Leserbrief heute in meiner Regionalzeitung, in der ausdrücklich Präsident Assad verteidigt und auf dessen säkulare Ausrichtung verwiesen wurde und dass ohne ihn längst der IS an den Grenzen der Türkei stünde, bzw. in der Türkei.
 
Die “NATO-Propaganda” verfängt meinem Eindruck nach immer weniger und wenn solche Leserbriefe abgedruckt werden (und das sogar im sonst tiefschwarzen “Schwarzwälder Boten”), dann besteht noch Hoffnung. Selbst mein Chef, sonst glühender CDU-Anhänger, meinte letzens: “Nach Russland ist es ein Katzensprung, von den USA trennt uns ein Ozean, wir sollten schauen, mit den Russen klar zu kommen”. – Ich habe Hoffnung!
 
Freundliche Grüße
Thomas Haug


3. Leserbrief

Wertes Nachdenkseiten-Team,
 
Betr.Beitrag vom 18. März 2020 um 13:45 Arte im Propaganda-Modus: Stundenlange Meinungsmache am Stück
 
Anlässlich dieses Beitrags fällt mir ein interessantes Thema für eine meines Wissens noch fehlende aber möglicherweise interessante Recherche ein. Seit dem Ende der DDR wird ja eine Flut von Dokumentationen über missliebige Regierunssysteme und Personen (z. B. DDR, Russland, Stasi……) Personen (Putin ….) produziert  in TV-Programmen wie z.B ZDF-Info, ARD alpha, Phoenix, Tagesschau24 und laufend wiederholt. Es ist kaum zu glauben, dass da kein langfristig geplantes Meinungsmache-Konzept dahinter steht.
 
Zu einem Aspekt habe ich bisher keine Dokumentation gesehen, nämlich, wie diese Flut von politisch korrekten Sendungen finanziert wird. Gibt es da spezielle staatlich finanzierte Fördertöpfe? Fliessen für jede Wiederholungssendung feste Zahlungen an die Produzenten? Werden kritische Dokus, die möglicherweise als Alibi für eine geforderte Ausgewogenheit des Programms erforderlich sind, bezüglich der Finanzierung und Honorierung gleich behandelt wie „wir sind die Guten“-Dokus?
 
Vielleicht findet sich ja mal ein kundiger Interviewpartner, der dazu etwas mitteilen kann.
 
Mit freundlichen Grüssen,
Dieter Geyl


4. Leserbrief

Hallo NDS, sehr geehrter Herr Riegel,

ARTE ist größtenteils tot, spätestens seit 2015, als diese Flaschen ihre
Finger tiefer in den Honigtopf gesteckt haben:

tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/auf-lizenzbasis-springer-produziert-arte-magazin/11997186.html

Das zeigt sich auch an verschiedenen Personalentscheidungen, z.B. bei Bruno Patino (der ja dann beispielsweise auch zusammen mit Springer-Leuten – und sonst kaum jemandem – an den Bilderberg-Konferenzen teilnehmen darf, auf denen Rußland, Syrien und Co. bestimmt keine nachrangigen Themen sind; ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Habe den Sender früher – lang ist’s her – gerne geschaut, aber leider ist auch dort der Geist weitgehend entwichen und hat dem Ungeist, dem Zeitgeist und der Staatsräson, Platz gemacht.

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Bichler


5. Leserbrief

Zu Ihrem Beitrag „Arte im Propaganda-Modus” folgende Bemerkung: Am Montag, den 16. 3. erschien in der Süddeutschen Zeitung die seitenfüllende Reportage „Die Straße der Verlorenen“, ein Reisebericht aus der Region Idlib. Am Dienstagabend zeigte ARTE die von den NDS analysierte Doku Syrien: Auf der Flucht aus Idlib. Ich denke, es ist nicht unplausibel, hier einen Zusammenhang zu sehen, einen auf dem kleinen redaktionellen Dienstweg verabredeten “Synergie-Effekt”. Denn die Reportage in der Süddeutschen war erkennbar ein Kuckucksei. Als Autor wird der SZ-Korrespondent in Kairo, Tomas Avenarius, genannt, aber es finden sich in dem Artikel so viele Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten, dass man zumindest eines mit Gewissheit sagen kann: Wenn es überhaupt einen Reporter gab, der sich in jüngster Zeit in der Provinz Idlib aufgehalten und die in der Reportage geschilderten Begegnungen mit diversen Personen erlebt und aufgeschrieben hat, dann war es nicht Herr Avenarius. Die ganze Reportage riecht nach Fake News (oder auch nach Claas Relotius). Ich tippe mal darauf, dass diese spezielle SZ-Reportage, der Arte-Abend über Syrien und Putin und vielleicht noch ein paar andere einschlägige Machwerke in anderen Medien, von denen ich nichts mitbekommen habe, Bestandteile einer konzertierten Mini-Kampagne waren.

Karl Heinz Siber


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

es kommen ja viele gute Sendungen auf Arte, aber diese zu Syrien war wirklich skandalös. Ich möchte einen Protest an Arte richten.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Ulrich Bünger


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