Jessica Hamed: „Ein tiefer Fall der renommierten FAZ“
Jessica Hamed: „Ein tiefer Fall der renommierten FAZ“

Jessica Hamed: „Ein tiefer Fall der renommierten FAZ“

Ein Artikel von Marcus Klöckner | Verantwortlicher: Redaktion

„Klappe halten, impfen lassen“ – unter dieser Überschrift hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein Interview veröffentlicht, worin sich der Forscher Armin Falk für eine Impfpflicht ausgesprochen hat. Die Überschrift lässt erahnen, mit welcher Tonalität Falk versucht, dem Wahnsinn einer Impfpflicht das Wort zu reden. Er spricht von einer „Trägheit“ und „Dummheit“ der „Impfgegner“ und bezeichnet diese als „Trittbrettfahrer der übelsten Sorte“. Wenn es nach Falks Fantasien geht, sollten Ungeimpfte sogar unter bestimmten Umständen von Ärzten bei der Behandlung hintenangestellt werden. Die Rechtsanwältin Jessica Hamed, die von Beginn der Pandemie an mit den Mitteln des Rechts den Maßnahmen entgegentritt, hat der FAZ deutliche Worte per Leserbrief ins Stammbuch geschrieben. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Wenn es um die Situation der Ungeimpften geht, verschieben sich die Grenzen des Sagbaren immer weiter. Das von FAZ-Redakteur Johannes Pennekamp geführte Interview markiert, mit welch einer verbalen Wucht Menschen und Bürgern, die aus unterschiedlichen Gründen der „Corona-Impfung“ kritisch gegenüberstehen, begegnet wird. Medien ebnen dieser Entwicklung den Weg.

Die Anwältin Jessica Hamed, die mit mehreren grundlegenden Verfahren Regierungsmaßnahmen entgegentritt, kritisiert nicht nur die Aussagen von Armin Falk scharf, sie kritisiert auch die Interviewführung.

„Mich bestürzt, dass Sie den unsäglichen, beschämenden und unwissenschaftlichen ‚Äußerungen von Prof. Dr. Armin Falk unwidersprochen einen solchen Raum gegeben haben.“

Mit diesen Worten beginnt ihr Leserbrief an die FAZ-Redaktion.

„Den Äußerungen“, so Hamed weiter, „muss ich – alleine schon wegen des autoritären und sogar vulgären Tons, der einem Wissenschaftler unwürdig ist – aufs Deutlichste widersprechen. Mindestens genauso beschämend ist aber bedauerlicherweise auch die Interviewführung von Johannes Pennekamp. Hetze statt Argumente – ein tiefer Fall der renommierten FAZ.“

Den Leserbrief hat Hamed auf ihrem Blog veröffentlicht. Hamed ist nicht bekannt, ob der Brief abgedruckt wurde.

Stück für Stück zerlegt die Juristin die Aussagen von Falk und dokumentiert so zugleich, was der FAZ-Redakteur nicht gemacht hat.

Bei der Delta-Variante, so Hamed, unterscheide sich die Viruslast bei Geimpften und Ungeimpften nicht. Der interviewte Forscher aber meinte, „sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz“ und die Geimpften schützten nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.

Hamed entgegnet der Aussage von Falk mit den Worten: „Der Interviewer hätte auf dieses Problem, dass eine Herdenimmunität schlicht nicht möglich ist, hinweisen müssen. So bereits Streeck zu einem Zeitpunkt, zu dem die vorgenannten amerikanischen Erkenntnisse noch gar nicht vorlagen; bzw. seit Monaten ist bekannt, dass es leider keine sogenannte „sterile Immunität“ mit den zugelassenen Impfstoffen gibt.“

Auch der Aussage Falks, wonach die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar, dafür aber der Nutzen für die Bevölkerung riesig seien, tritt Hamed entgegen.

„Gerade junge Menschen U40 sollten ausweislich der geringen Gefahr durch Covid aber den durchaus beträchtlichen möglichen Nebenwirkungen bis zum Tod eine ausführliche Risiko-Nutzen-Analyse machen“, schreibt Hamed.

Sie betont weiter, dass es nicht so einfach sei, die Nebenwirkungen als „geringfügig“ abzutun. Falk hätte „wenigstens mit den Erkenntnissen aus Israel bzgl. der – wenngleich seltenen – gravierenden Nebenwirkungen, die insbesondere bei jungen Männern auftraten“, hinweisen müssen.

Der „Impfbefehl“ sei bei fehlender Differenzierung „medizinisch unhaltbar“. Und erneut folgt Kritik an der Interviewführung: „Richtigerweise“, so Hamed, „hätte man ihn (wenigstens) damit konfrontieren müssen.“

Das von Falk in dem Interview vorgeschlagene „Opt-out-Modell“ bezeichnet Hamed als „Gipfel des Fremdschämens“. Nach diesem „Modell“ müsse man der Impfung aktiv widersprechen, sonst werde man geimpft. „Wie genau stellt er sich die Umsetzung vor? Zwangsimpfung, weil man vergessen hat, zu widersprechen?“

Schließlich bietet die Juristin Falk eine Art Crashkurs in Sachen Geschichte des Grundgesetzes und verweist auf einen Spiegel-Artikel, worin nachzulesen ist, was es mit dem „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ auf sich hat und warum der Staat nicht alles, was er tun könnte, auch tun darf.

Falk habe „eine Fülle an Unwissen“ verbreitet und ein „zutiefst bedenkliches Menschenbild offenbart“. Scharf geht Hamed mit der FAZ ins Gericht: „Stammtischniveau, das man kaum unterbieten kann. Ich hoffe sehr, dass Sie öffentlich zu dem Beitrag Stellung beziehen und die vielen falschen Behauptungen richtigstellen.“

Hamed schließt ihren Leserbrief mit den Worten: „Als Medium mit einer derartigen Reichweite haben Sie eine große Verantwortung, die Sie bedauerlicherweise im höchsten Maße enttäuscht haben. Es liegt nun an Ihnen, den eingetretenen Schaden so gering wie möglich zu halten bzw. halbwegs wieder gut zu machen.“

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