Noch ein bisschen Nachdenken vor der Wahl – über Merkel und die erstaunliche Kriegsbereitschaft
Noch ein bisschen Nachdenken vor der Wahl – über Merkel und die erstaunliche Kriegsbereitschaft

Noch ein bisschen Nachdenken vor der Wahl – über Merkel und die erstaunliche Kriegsbereitschaft

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Heute Früh, ein Tag vor der Wahl, ging wie üblich auf der E-Mail-Adresse der NachDenkSeiten eine größere Zahl von E-Mails ein. Zwei fand ich besonders bemerkenswert und möchte sie deshalb noch vor dem Wahlsonntag an unsere Leserinnen und Leser weiterreichen. Das 1. war der Hinweis auf einen Beitrag von Dagmar Henn für RT Deutsch: „16 Jahre Merkel: Stillstand und bedrückendes Schweigen“. Das Zweite ist der Bericht eines unserer Leser über seinen Rundgang auf dem Marktplatz von Hünxe und insbesondere über ein Gespräch mit einer Vertreterin der FDP. An ihrer Einlassung wird klar, dass der Umgang mit Krieg und Frieden fahrlässig geworden ist. Kriegseinsatz, auch ohne UNO-Mandat – „wieso nicht“. Wir sind auf einem gefährlichen Weg. Darauf wollte ich Sie vor Ihrer Wahlentscheidung noch hinweisen. Wir müssen die wenigen wirklichen Gegner von Kriegseinsätzen stärken. Nachtrag: Zwei weitere interessante Mails als 3. und 4. Albrecht Müller

1. Sechzehn Jahre Merkel: Stillstand und bedrückendes Schweigen
25 Sep. 2021 07:18 Uhr
Wie angenehm wäre es, Politiker zu hören, die einfach nüchtern bilanzieren: Wir haben soundso viel Wohnungen gebaut, die Renten erhöht, soundso viele Straßen erneuert… Aber wir haben Merkel, seit sechzehn Jahren. Und da wird nicht gebaut, verbessert oder erneuert, da wird gepredigt. Von Dagmar Henn bei RT Deutsch
Quelle: RT Deutsch

2. Guten Morgen
Heute Morgen steht auf dem Marktplatz von Hünxe ein Stand der SPD UND FDP
Das übliche …
Geschenke wie Kuli, Notizblock und Blume
Ich fragte die 2 Menschen ( 1 Frau und 1 Mann) am Stand der FDP:
Kennen Sie den Philosophen Karl Jaspers und Prof. Dr. Rainer Mausfeld?
Der Mann geht sofort, obwohl kein anderer Mensch außer mir am Stand ist.
Schon mal sehr unhöflich.
Die Frau sagt mehr oder weniger interesselos:
Kenne ich nicht.
Ich erkläre, wer Jaspers war, dass er 1966 das Buch geschrieben hat „Wohin treibt die Bundesrepublik“.
Dann frage ich:
Wird die FDP in Zukunft illegalen Kriegseinsätzen der Bundeswehr, wofür es kein UNO-MANDAT gibt, zustimmen?
Ja – war die deutliche Antwort
Ich frage nochmals
Die FDP wird also den Kriegseinsatz der Bundeswehr zustimmen, auch dann, wenn es dazu kein UNO-MANDAT GIBT, obwohl doch die FDP eine demokratische Partei ist und der 2.Buchstabe das D im Parteinamen für Demokratie steht?
Antwort: wieso nicht.
Ich weiss nicht, welche Funktion diese Frau in der FDP hat.
Aber selbst, wenn sie nur ” einfaches” Parteimitglied ist, zeigt eine solche Antwort, dass in den Parteien kein Rechtsstaatsbewusstsein herrscht und es fehlt an grundsätzlichem Demokratieverständnis.
Das erlebe ich aber seit 50 Jahren in tausenden Gesprächen mit Menschen.
Der Durchschnittsbürger kennt nicht die Grundregeln der Bundesrepublik.
Es mangelt an Rechtsbewusstsein
Demokratieverständnis
Rechtskonformes Verhalten.
Das wundert mich ja auch nicht.
Wir werden ja seit 72 Jahren in der Bundesrepublik belogen,
getäuscht und betrogen von der Politik und der Wirtschaft

MfG Dieter Klaucke

Noch 2 Ergänzungen:

3. Funktioniert der Trick von 1965 noch einmal zugunsten der CDU/CSU?
Lieber Albrecht,
zur Bestätigung des hier am 20. September Gesagten: Funktioniert der Trick von 1965 noch einmal zugunsten der CDU/CSU? :
Plötzlich Kopf-an-Kopf-Rennen

Herzliche Grüße Jürgen

4. Eine E-Mail von Leo Ensel mit der Erinnerung an Putins Rede im Deutschen Bundestag vor genau 20 Jahren
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Bekannte,
wie immer für diejenigen unter Euch/ Ihnen, die es interessiert.
Heute vor 20 Jahren, es war genau zwei Wochen nach 9/11, sprach erstmals ein russisches Staatsoberhaupt im Deutschen Bundestag. Der junge Präsident warb – überwiegend in deutscher Sprache – leidenschaftlich für eine vertrauensvolle bilaterale Zusammenarbeit. Und erntete, heute unvorstellbar, parteiübergreifend Standing Ovations.
Putin äußerte zwar damals schon vorsichtig Kritik am Verhalten des Westens gegenüber Russland: „Wir sprechen von einer Partnerschaft. In Wirklichkeit haben wir aber immer noch nicht gelernt, einander zu vertrauen. Trotz der vielen süßen Reden leisten wir weiterhin heimlich Widerstand. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. – Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.“

Er tat dies allerdings im Kontext eines schon fast inbrünstigen Werbens um eine nachhaltige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Putin empfahl die Schaffung einer dauerhaften und standfesten internationalen Sicherheitsstruktur, um auf dem europäischen Kontinent ein Vertrauensklima zu schaffen, ohne das ein, wie er es nannte, „einheitliches Goßeuropa“ nicht möglich sei. Alle sollten sich, so schloss er versöhnlich, von den Stereotypen und Ambitionen der Vergangenheit verabschieden, „um die Sicherheit der Bevölkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gewährleisten.“

In meinem heute erschienen Essay ordne ich die Rede Wladimir Putins in den historischen Zusammenhang ein.

Und wer will, kann sich ausmalen, welche Chancen seitdem fahrlässig verspielt wurden …

Ich wünsche Euch/ Ihnen allen ein schönes Wochenende
und unserem Lande – aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz – eine neue Regierung,
die es mit einer Entspannung mit Russland wirklich ernst meint!

Mit herzlichen Grüßen,

Leo Ensel

PS: Die vollständige Rede gibt es hier als Text und hier als Video.
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„Look at the other side!“
„Посмотри на другую сторону!“

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