Leserbriefe zu „Der grüne Bückling“

Ein Artikel von:

Hier thematisiert Jens Berger die Reise des grünen Bundeswirtschaftsministers an den Persischen Golf. Es wird darauf hingewiesen, dass bei keiner Partei die „Differenz zwischen ihrem Image und ihrer Realität so grandios wie bei den Grünen“ sei. Das russische Gas sei zwar preiswert und vergleichsweise umwelt- und klimafreundlich, aber Russland sei „nun einmal – so sehen es zumindest die Grünen – böse, undemokratisch und aggressiv, führt Kriege und hat Defizite in Sachen Demokratie und Menschenrechte“. Mit Katar habe der grüne Minister ein Land besucht, dass „Russland in so ziemlich allen Kritikpunkten mühelos in den Schatten“ stelle. Viele Beispiele werden benannt – u.a. die verstorbenen Arbeitssklaven, die Kriegsbeteiligung im Jemen, die praktizierte Scharia sowie durchgeführte Todesstrafen und die absolutistische Herrschaft des Emirs ohne Parteien und Parlament. Ein Foto des sich devot vor dem Energieminister Katars verbeugenden Robert Habeck sage wohl mehr über das Rückgrat der Grünen, als es tausend Worte könnten. Danke für die zahlreichen und interessanten Zuschriften. Hier nun eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.

1. Leserbrief

Hallo,

vielen Dank für den guten Artikel, in den deutschen Qualitätsmedien findet man dazu ansonsten kaum Kritik. Als ich Habecks Bückling das erste mal sah, war mein erster Gedanke, da hat jemand Habecks Reise mit Photoshop treffend zusammen gefasst. Als zweites mußte ich an das bekannte Bild vom Tag von Potsdamm denken, und zumindest der grüne Russenhass kommt schon fast an das braune Original heran.

Aussagen von Bearbock sie wolle Russlands Wirtschaft vernichten bedeutet ja im Licht betrachtet nichts anderes, als das sie den Einwohnern Russlands die Lebensgrundlage entziehen will. Da kann man schon mal von Grünen Vernichtungsphantasien sprechen. In den letzten Jahren hat sich eh herauskristalisiert, das der Russenhass vielfach der gemeinsame Nenner der Woken, und der Freunde der Freiheit ist. Sozusagen der “gute Rassismus” der politisch Korrekten.

Nachdem Putin in seiner bemerkenswerten Rede im Bundestag die Hand Europa und ganz besonders Deutschland weit zur Zusammenarbeit ausgestreckt hat (was natürlich ganz und gar nicht im Interesse der USA liegt, deshalb wurde die Hand auch von den transatlatischen Marionetten in Europa auch nicht angenommen) haben die Europäer fast keine Gelegenheit ausgelassen den Russen dafür ins Gesicht zu spucken. Insofern hat der Westen seinen Teil zur Eskalation der Lage beigetragen.

Die Regierungen und Transatlantischen Eliten sind zur Durchsetzung ihrer interessen, wie man sieht, dazu bereit diie Interessen der ukrainischen, russischen und sogar der eigenen Bevölkerung zu opfern.

Viele Grüße
P. Schneider


2. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

dieser Kotau, den Herr Habeck vor dem katarischen Energieminister veranstaltet, zeigt einmal mehr, wie sehr der Spruch: Gut gemeint ist nicht gut gemacht, stimmt. Seit die Grünen mit dem Angriffskrieg auf Jugoslawien ihre ach so grüne und menschlich wirkende Maske fallen gelassen haben, und gezeigt haben, dass sie zu jeder Schandtat bereit sind, sind sie vom Paria des Parlaments, mit dem niemand reden – geschweige denn agieren durfte – zu einer respektablen Größe für die „Eliten“ geworden. Sie halten immer noch – wie Frau Baerbock es ja eindrücklich beweist – das Mäntelchen hoch, verbal versteht sich. Doch wenn es um die Interessen des Imperiums geht, sind sie wirklich unschlagbar kompromisslos. Da gehen sie Allianzen mit dem „Teufel“ ein.

Die Heuchelei der Grünen ist in diesem Beitrag ganz deutlich herausgearbeitet. Vielen Dank dafür. Einerseits den Krieg in der Ukraine geradezu zu verteufeln, dann aber über denselben im Jemen hinwegzugehen, und damit das blutige Gas durch noch blutigeres Gas auszutauschen, das muss man erst einmal hinbekommen.

Das geht nur, indem man die Hälfte weglässt, nämlich genau diese Parallelen, wie sie im Beitrag aufgearbeitet wurden. Schon bei Nordstream II war die Position der Grünen alles andere als „grün“. Auf Frackinggas zu setzen, das sollte man als Umweltschützer mal bringen. Die Bewohner der Gebiete, in denen Frackinggas gewonnen wird, werden sicher von den Grünen begeistert sein. Aber das ist ja weit weg und wieder wird die Hälfte weggelassen. So funktioniert nur eines: Propaganda.

Die Grünen-Spitze wird zunehmend unglaubwürdiger. Sie war es seit 1999 schon, aber nun verspielen sie alles. Leider ist damit dem Neoliberalismus und den unmenschlichen Tendenzen bei unseren „Eliten“ weiter Tür und Tor geöffnet. Denn leider sind die Linken ja auf dem gleichen Trip.

Auf die Art der Grünen, Politik zu machen, gilt: Der Worte Klang ist wie Wohlgenuss, doch an ihren Taten wird man sie messen.

Mit solidarischen Grüßen
Gunther Troost


3. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

in Sachen Öl- und Gasimporte betreibt die Ampelregierung ein unfassbare Heuchelei. Mit dem Argument, die Putin Regierung nicht länger zu finanzieren, soll jetzt mehr Öl in Saudi Arabien und mehr Gas in Katar eingekauft werden. Verschwiegen wird dabei, dass die Saudische Diktatur damit den Krieg im Jemen finanziert, in dem bisher bereits 250.000 Menschen gestorben sind und aktuelle Tausende vom Hungertod bedroht sind. Und Katar finanziert bekanntlich nicht nur den IS sondern auch andere islamistische terroristische Organisationen. Keines dieser Regimes ist demokratisch – aber das hat die deutsche Regierung noch nie gestört! Genau so wenig wie das akzeptieren durch die deutsche Regierung das seit 2014 ca. 14.000 Menschen im Donbass getötet wurden (davon ca. 75 % Zivilisten, bestätigt durch die OSZE) – insb. durch das faschistische Asov-Regiment das offen den Hitlergruß zeigt und Waffen SS Abzeichen trägt.

Die deutsche Regierung bezieht einseitig Stellung im Ukraine-Konflikt und trägt somit nicht zum Frieden bei sondern zur Ausweitung/Eskalation des Konflikts bei! Gemeinsam mit der US-Regierung und anderen NATO-Regierungen betreibt die deutsche Regierung mind. seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und/oder der Rede von Putin im deutschen Bundestag 2001 Kriegshetze gegen Russland – obwohl Russland immer zur konstruktiven Zusammenarbeit bereit war. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine ist vom “Westen” m.E. provoziert und gewollt!

Nachfolgend ein sehr interessantes Video (54:37 Minuten) zur Geschichte der (ewigen) Feindschaft gegen Russland welche weit über die “Herzlandtheorie” hinaus geht – Die Heartland-Theorie ist eine geopolitische und -strategische Theorie des britischen Geographen Halford Mackinder in seinem Aufsatz „The geographical pivot of history“ 1904: https://veezee.tube/w/9G82D6AjFkCWBZEz1rtj11

Zum Wohle des deutschen Volkes müsste sich die deutsche Regierung neutral um Frieden bemühen – ein Anfang wäre eine Entschuldigung bei Putin/Russland für die jahrzehntelangen Provokationen und (Kriegs)Hetze gegen Putin/Russland. Hier wäre der “Bückling” von Habeck sinnvoll und angebracht!

Deutschland müsste sich zudem m.E. aus den Fängen der US-Regierung und der NATO befreien!
Herzliche Grüße
Andreas Rommel


4. Leserbrief

Der grüne Bückling – genial, Herr Berger ?, treffender hätte man es nicht ausdrücken können.

Die grüne Partei habe ich auch einmal gewählt – es ist lange her. Nach der Befürwortung der Bombardierung Serbiens war damit Schluß. Das heutige Personal zeichnet sich wodurch aus? Eine junge Abgeordnete, die für die Impfpflicht gegen Ungeimpfte wettert, eine fragwürdige Impfpflicht fordert, damit sie sich wieder ‚frei und sicher‘ fühlt – ohne jeden Sachverstand, ohne Zahlen und Fakten, die anderes belegen, zu hinterfragen oder in Erwägung zu ziehen. Ein Wirtschaftsminister, der ins Menschenrechts-Paradies Katar fährt, um ‚saubere‘ Energie einzukaufen, eine Außenministerin, die Russland ruinieren möchte, die deutsche Interessen vertreten sollte, aber eigentlich am Tisch von Anthony Blinken sitzt und lauthals us-amerikanischen Interessen dient.

Wie will man mit diesem politischen Personal – SPD, FPD und CDU haben nichts Besseres zu bieten – in diesen konfliktgeladenen Zeiten zu konstruktiven und friedlichen Lösungen für Europa kommen? Wo sind wirkliche ‘Young Global Leader’ und nicht billige, einfältige Vasallen?

Mit friedlichen und hoffnungsvollen Grüßen
Sabine Zapp


5. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

ich versuche ja mit meiner kleinen unbekannten Internetseite Satire zu machen, zumindest aber witzig zu sein. Auch wenn mich kaum jemand kennt, weiß ich manchmal nicht, warum ich mich überhaupt noch darin versuche, wenn doch unsere Politiker das wesentlich besser machen.

Ich kann nur hoffen, dass es sich dabei um eine Modeerscheinung handelt und sich auswächst. Dann werden Politiker vielleicht wieder Politik und Satiriker wieder Satire machen. So wie es unsere industrielle Arbeitsteilung eigentlich vorgesehen hatte.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Schäfer


6. Leserbrief

Liebes NachDenkSeiten-Team,

das Foto wird Habeck anhängen wie Putin sein Tisch. Im Nachhinein (seit dem 24.02.22) versteht man die Distanz.

Was Habeck anbelangt, so war es früher bei Absolutens üblich, sich bäuchlings auf den Boden zu werfen, dagegen erscheint unser Wirtschaftsminister doch ausgesprochen selbstbewusst. Verwunderlich nur, dass der Staatschef sein Handy nur ans Ohr hält und nicht einfach weitertelefoniert. Das Gesicht seiner Begleitung spricht Bände.

Ist halt vertrackt, wenn man neues, anderes, besseres Gas will, ausgerechnet aus Quatar.

Solidarische Grüße
Dietrich Brauer


7. Leserbrief

Hallo Herr Berger

Ihnen ist beim Schreiben des Artikels ein Fehler, wohl unbemerkt, unterlaufen. Ich zitiere:

“Klimapolitik, Menschenrechte, Emanzipation, LGBTQ-Politik und die letzten Reste einer ohnehin bereits bis zur Unkenntlichkeit pervertierten Friedenspolitik – all dies spielt offensichtlich keine Rolle, wenn man erst mal in Amt und Würden ist.”

Den Medienberichten und dem Verlauf der Grünen Politik der vergangenen Jahre folgend, muß das wohl heißen:

“… wenn man erst mal im Amt ohne Würde ist.”

Macht weiter so…

Markus Nahms


8. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie schreiben mir aus der Seele.

Mit besten Grüßen
Wolfgang Hoppe


9. Leserbrief

Liebe Redaktion,

dazu passt der heutige Artikel “Zwischen Pest und Cholera” in der Berliner Zeitung. Dort heißt es: ” Das öffentliche Leben ist verglichen mit anderen Staaten relativ liberal. Bürgerrechte wie Presse- und Meinungsfreiheit sowie Rechte von Millionen ausländischer Arbeitnehmer sind jedoch deutlich eingeschränkt…”.

Der Artikel wurde wohl von der dpa übernommen.

Mit fereundlichen Grüßen
R. Göddertz


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

Herr Habeck hat wie Herr Beckenbauer in Katar keinen Menschen in Ketten gesehen. Das sollte doch ausreichen um Katar zu den Guten zu zählen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Völler


11. Leserbrief

Lieber Herr Berger

Wie meist treffen Sie auch mit diesem Artikel einen zentralen und „wahren“ Kern: Habeck “exekutiert nun Realpolitik und verneigt sich devot vor totalitären Schlächtern mit Blut an ihren Händen“.

Ihre Auffassung allerdings, dass Habeck bzw. „die Grünen“ das tun “solange das irgendwie gegen Russland geht und im Interesse unserer großen Brüder jenseits des Atlantiks ist“ teile ich absolut nicht.
Das Interesse, in dem diese realpolitische Zerreissprobe gerade stattfindet ist in erster Linie das der Ukraine bzw. Ihrer Bevölkerung!

Man mag an seinem sichtbar verzweifelten Bemühen, den Ukrainern in der akuten Not helfen zu wollen kritisieren, dass ihm die diplomatische Gratwanderung zwischen Aushandlung konkreter Geschäfte bei gleichzeitiger klarer Benennung und Verurteilung der menschenrechtlichen Missstände nur ungenügend gelungen ist und er so tatsächlich eher das Bild eines “grünen Bücklings“ zum Ausdruck gebracht hat. Aber die Entscheidung, sich überhaupt für ein mögliches Energiegeschäft mit Katar einzusetzen, ist bezogen auf die Brisanz des Anliegens (der Ukraine so schnell wie möglich helfen zu wollen!) vermutlich die einzig mögliche Option innerhalb eines Dilemmas zwischen lauter schlechten Lösungen.

Insofern finde ich die Parolen “Prinzipien und Werte sind etwas für Verlierer. Moderne Grüne sind Gewinner!“ in diesem Kontext völlig unangemessen.
Welche Prinzipien und Werte-basierte Lösung haben Sie den angesichts der aktuellen Situation anzubieten?

Mit freundlichen Grüssen
Florian Leihener


12. Leserbrief

Sehr guter Artikel Herr Berger! Schildere ihnen einen sofortigen Gedanken:

Vor lauter Bücklingen mus der doch mittlerweile Kreusschmerzen haben. Mensch Habeck, stehl dich doch mal gerade hin, möchte doch nicht, dass du bald nur noch kriechen kannst. Joschka ist doch kein Vorbild für dich. Den einen Despoten hast du zu unser aller Schaden die Gasleitung zugedreht, dem viel schlimmeren anderen Despoten bettels du nun um Gas an. Nur weil dich das USA-Kapital dahin beordert hat, weil die plötzich zu wenig Frakinggas für dich haben. Wer nur gebückt rumläuft sieht nicht den richtigen Weg. Aber du darfst wohl nicht anders, auch wenn du den richtigen Weg siehst. Eine Katastrophe für uns, für dich vielleicht später ein dicker Posten in der Öl- oder Rüstungsindustrie (den du dir im Augenblick hart erarbeitest) wie der Joscka dazumal. Aussenminister Joscka hat damals 1998 fleißig seit an seit mit den USA (NATO) ein Land in Europa bombardiert mit 20.000 Toten. 78 Tage lang Serbien und besonders das zivile Ziel Belgrad. Joschka ist dafür nicht bestraft worden, dafür der Serbenführer Milosovic, er starb in einer Zelle des Den Haager Gerichtshof.

Denk ich an Deutschland in der Nacht…..

Norbert Arbeiter


13. Leserbrief

Hallo allerseits,

Also ich finde das durchaus stringent. Wer in der Ukraine Nazis und Faschisten finanziert und mit Waffen beliefert, wer zudem keineswegs ideologisch davon entfernt Vernichtungsphantasien ggü Russland hegt, wie das nicht nur Frau Baerbock so handhabt (https://bit.ly/3IuqzGT), bei Assange furchtbar ins Stottern gerät (Habeck) und sich einen abstoßenden Faschisten Navalny als Maskottchen westlicher Werte (in Russland) aussucht und noch eine endlose Liste weiterer Beispiele westlicher “Werte”-Politik (=Faschismus), der gibt auch solchen Leuten devot die Hand. Das ist Überzeugung. Alles Andere, all die Beteuerungen für die Menschenrechte ist Folklore für das (eigene!) Volk.

Warum nur hab ich das Gefühl, dass es westlichen Politikern ausschließlich nur um Macht, nicht um die Belange der Menschen oder irgendeine andere Form von Sachpolitik geht.

Viele Grüße
von unserem Leser R.A.


14. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

danke für den Artikel. Ich sah das Bild schon vor einigen Tagen und dachte mir: “Das müssten doch die NachDenkSeiten mal kommentieren”.

Dass er sich nicht schämt, der Habeck in seinem Konfirnationsanzug mit dem Bückling vorm Despoten. Es ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Halt, nein, peinlicher geht’s in der deutschen Poltiik immer, da gibt es keine Grenze. Ich bin versucht, weiter zynisch, spöttisch über dieses Politikpersonal zu schimpfen, besonders über das der Grünen.

Aber was soll’s, viel schlimmer sind ja die Konsequenzen des würdelosen Gewürges dieser Bande. Sie fahren alles an die Wand, die Wirtschaft, den inneren und den äußeren Frieden und alle vernünftigen Zukunftsperspektiven. Die CDU unter Merkel war bereits ein großer Übeltäter in dieser Sache. Aber, wie schon bei Gerdchen Schröder und Jockel Fischer, SDP und Grüne setzen immer noch eins drauf (und das sagt einer, dessen Familie seit 4 Generationen SPD-Anhänger war).

Wie Deutschlands Zukunft aussieht, konnte ich letztes Jahr auf der Durchreise in Novi Sad (Serbien) bewundern. Da bauen Chinesen die Hochgeschwindigkeitsbahntrasse Budapest-Belgrad. Sie werden es wohl in einem Jahr schaffen. Was ist mit BER und Stuttgart-21? Vor 40 Jahren war Deutschland mal stolz auf die ICE-Trasse Hannover-Würzburg. Warum wurde nicht weiter gebaut? Von der Verbindung Kopenhagen-Istanbul träume ich immer noch.

Naja, mit diesem Personal in den Führungsetagen wird das nie was. Und das Schlimmste, der Deutsche Michel hält es für normal und klatscht Beifall.

Beste Grüße,
Rolf Henze


15. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

erst mal Danke für diesen Artikel.

Ich würde gerne wissen, ob das Bild von Habeck kein Fake ist und wo es zum erstenmal erschienen ist.

Wenn Sie mir das beantworten könnten, wäre ich Ihnen dankbar.

Ich bin regelmässiger Leser der Nachdenkseiten und schöpfe daraus

Energie in düsteren Zeiten.
mfG Helmut Spahn

Antwort Jens Berger: Ja, lieber Herr Spahn, das Bild ist echt. Es wurde u.a. auch von dpa verbreitet.


16. Leserbrief

Es verschlägt einem die Sprache. Hier ein Versuch, sie wieder zu finden.

Noam Chomsky: Würde man die in Nürnberg 1945 angewandte Rechtsprechung konsequent befolgen, müssten alle amerikanischen Präsidenten nach 1945 gehängt werden.

Das mag wohl formal richtig sein, ist aber nicht grünes Selbstverständnis.

Während die grüne Deutsche Außenministerin verkündet, “wir ruinieren Russland”, ruiniert der grüne Deutsche Wirtschaftsminister den Ruf seiner Partei als regelbasiert und

werteorientiert mit dem Bückling von Katar, s. Anhang.

Mit dem massiven Ausfall von Futtermitteln aus Ukraine und Russland denkt der grüne Landwirtschaftsminister darüber nach, den resultierenden Produktionsausfall mit

erneuter Zulassung von schon untersagten Herbiziden und Pestiziden zu kompensieren. Da muss die Deutsche Biene mal solidarisch sein.

Womit dann die Deutsche Kriegsministerin „Putin ins Visier nehmen“ will, wenn die 100 Milliarden Aufrüstung in Hangars und Schuppen steht, weil kein Sprit da ist,

sollte sie vielleicht dem staunenden Publikum näher erklären.

Allmählich schält sich heraus, was die neue Ampelregierung mit “Fortschritt wagen” meint: raus aus der Komfortzone (Gauck: „wir“ müssen dann mal für die Freiheit frieren) .

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ampelkoalition-was-heisst-hier-fortschritt-100.html

Warum auch nicht? Im Urlaub können wir auf so viel Komfort verzichten, ohne uns dabei schlecht zu fühlen. Da lebt man wochenlang zu Dritt zusammengepfercht auf 10 m2

Segelschiff ohne das Geringste zu entbehren. Es wird sich in Zeltstädten erholt, die auf Campingplätzen zu besichtigen sind. Oder in Containern auf Rädern, die als Wohnmobile hoch im Rang stehen.

Sowieso dürfen die Reihen wieder fester geschlossen werden, soziale Distanz war mal. Endlich mal Flüchtlinge, die es in die Gästezimmer der Grünen schaffen könnten.

Soviel Fortschritt in so kurzer Zeit: kann mich nicht erinnern, dass das schon mal vorgekommen ist.

Ich hoffe, dass die Freunde der Ukraine in unserem Kreis die blau-gelbe Fahne im Fenster haben?

Kompensatorisch denke ich darüber nach, Russlands Fahne rauszuhängen. Fragt sich nur, wie lange das Fenster überlebt.

Mit besten provokatorischen Grüßen
Rainer


17. Leserbrief

In einem Vergleich zu naturwissenschaftlichen Aussageformen,
wird sichtbar welcher weitere Widerspruch zur Begründung von Sanktionen in diesem Artikel unterschlagen wird:

Wenn das Völkerrecht gebrochen wird, dann müssen wir sanktionieren.
ODER
Wenn es regnet, dann ist die Erde nass.

Mit diesem Vergleich arbeiten wir jetzt.
Aus unserer Behauptung haben wir 4 Fälle.
Geklammert schreibe ich welche Versuchsergebnisse ein Physiker zu dieser Behauptung zuordnen würde.

Es regnet -> Erde nass (OK)
Es regnet -> Erde bleibt trocken (FALSCH)*
Es regnet nicht -> Erde trocken (OK)
Es regnet nicht – Erde nass (OK)

* Die Behauptung, ist offenbar fast immer WAHR, nur der eine falsche Fall darf nie auftreten.
Wäre es so: Dann unbestritten -> ist die Behauptung (Wenn es regnet -> dann Erde nass) falsch.
Toleranter kann man solche Behauptungen nicht behandeln.
(NB: Wenn das Völkerrecht nicht gebrochen wird -> darf beliebig sanktioniert werden. Die Behauptung wäre nicht widerlegt. Weiter kann man der Behauptung nicht entgegen kommen.)

Den falschen Fall: Es regnet -> die Erde bleibt trocken hatten wir schon.
Das Völkerrecht wurde schon gebrochen, es wurde nicht sanktioniert.
Dann ist die Behauptung falsch. Steht aber so im Raum.

Vergleiche ich jedoch Katar und Russland. Umwelt, Versorgungssicherheit, Menschenrechte, Frauen-orientierte Außenpolitik, … ich finde nichts entlastendes.
Dann haben wir jetzt sogar Platzregen -> die Erde bleibt trocken.
Weiterer Widerspruch: Also die Behauptung ist ja schon falsch…

https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-03/robert-habeck-katar-erdgasdeal-gruenen-energiepolitik

LG
Matthias Tresp

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