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Hinweise des Tages

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Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “Mehr” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Euro-Retter: Zwangsdiät nach Fehldiagnose
  2. Italien wird ohne Monti ärmer werden
  3. Banken müssen langweiliger und kleiner werden
  4. Die Schweiz war immer ein Hort der Hinterzieher
  5. Lohndumping unter der 115
  6. Apotheken-Lobbyist soll Ministerium ausspioniert haben
  7. Bombenalarm in Bonn: Salafisten im Visier der Ermittler
  8. Warum es höchste Zeit für eine Globalisierung von unten ist
  9. Wenn soziale Gerechtigkeit in der Grundschule endet
  10. Ökonomischer Analphabetismus
  11. Rührende Nobelpreis-Verleihung: Merkel und Hollande feiern Hand in Hand
  12. »Sport ist nur Teil der korrupten Gesellschaft«
  13. Jakob Augstein: Im Zweifel euphorisch
  14. Die neuen Abo-Modelle der “Welt”
  15. Zu guter Letzt: Rente

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Euro-Retter: Zwangsdiät nach Fehldiagnose
    Die Troika der Euro-Retter verlangt den Krisenländern extreme Einsparungen ab. Doch ihre Rezepte beruhen auf falschen Diagnosen: Die Experten verrechnen sich systematisch mit fatalen Folgen für die Wirtschaft der Länder. Den Ökonomen der EU-Kommission unterlaufen immer wieder schwerwiegende Fehler, immer wieder in die gleiche Richtung: Die künftige Entwicklung der Wirtschaftsleistung in den Krisenstaaten von Italien bis Griechenland stellt die Kommission in ihren Berichten regelmäßig viel zu rosig dar. (…) Die rosigen Zahlen der Behörde verleiten die Krisenbekämpfer dazu, den Problemstaaten radikale Sparprogramme aufzubürden, im Glauben, die Wirtschaft sei robust genug, das wegstecken zu können. Das könnte sich als Trugschluss erweisen: Sind die Prognosen falsch, droht die bittere Sparmedizin die Konjunktur abstürzen zu lassen und damit die Staatsfinanzen noch mehr zu zerrütten. (…)
    Doch warum liegt die EU-Kommission so hartnäckig mit ihren Vorhersagen daneben? Ihre Ökonomen benutzen ein Modell der Volkswirtschaft, das die Wirkungszusammenhänge abbilden soll. Eine wichtige Größe dabei ist der sogenannte fiskalische Multiplikator. Er gibt an, wie stark sich Änderungen bei den Staatsausgaben auf die Wirtschaftsleistung auswirken. Die EU-Kommission schätzt den fiskalischen Multiplikator in ihrer Prognose aus dem Frühjahr 2012 auf etwa 0,5. Das bedeutet: Wenn der Staat seine Ausgaben um einen Euro kürzt, sinkt die Wirtschaftsleistung nur um 50 Cent. Der Ökonom Patrick Artus, Leiter der Forschungsabteilung bei der französischen Bank Natixis, kommt dagegen für die krisengeplagte Euro-Zone auf einen Multiplikator-Wert von rund 1,8. In Griechenland könnte der Multiplikator laut Artus sogar bei 3,6 liegen. Ähnlich fielen im Oktober die Ergebnisse einer Studie des IWF aus. Der Währungsfonds hatte Daten aus 28 Industrieländern seit 2010 analysiert. Den Berechnungen zufolge liegt der Multiplikator zwischen 0,9 und 1,7, also weit höher als von der EU-Kommission und bisher auch vom IWF angenommen.
    Quelle: Handelsblatt

    Anmerkung unseres Lesers G.K.: Der folgende Passus aus dem Handelsblatt-Beitrag zeigt das erschreckende Ausmaß an ideologischer Borniertheit und Verblendung der in den europäischen Schaltzentralen der Macht tonangebenden neoliberalen Ideologen, insbesondere aber auch der in Deutschland das Zepter schwingenden Kaputtsparideologen in Politik, Medien und Wirtschafts-“Wisenenschaften”:
    “Es ist wenig verwunderlich, dass die EU-Kommission an einem niedrigen Wert für den fiskalischen Multiplikator festhält. Denn sollte er wirklich derart groß sein wie die Berechnungen von Patrick Artus oder der IWF-Ökonomen nahelegen, würde das die komplette Rettungsstrategie der Euro-Staaten als fatalen Fehler entblößen. Ein Gesundsparen der Krisenstaaten, wie es vor allem deutsche Politiker fordern, wäre dann schlicht nicht möglich. Ist der Multiplikator größer als eins, führt Sparen immer weiter ins Verderben. Ausgabenkürzungen lassen die Wirtschaft derart abstürzen, dass sich die Schuldenquote sogar erhöht, statt auf erträgliche Werte zu sinken. Es droht ein Teufelskreis aus immer neuen zerstörerischen Kürzungsorgien.”
    Maßgeblich unter deutscher Anleitung werden den europäischen Krisentaaten zerstörerische “Spar”-Diktate verordnet, die dann in den Folgejahren zu noch desaströseren wirtschaftlichen Ergebnissen führen. Statt jedoch auf Basis dieser Ergebnisse die Therapie zu hinterfragen, wird die “Spar”-Dosis noch weiter gesteigert. Große Teile der von der Krise innerhalb der Eurozone profitierenden deutschen “Eliten” nehmen dann die sich weiter verschärfende Wirtschaftlage in den europäischen Krisenstaaten zum Anlaß, ihre chauvinistische und nationalistische Stimmungsmache gegen diese Staaten und deren Bevölkerungen weiter anzuheizen.
    Dem Handelsblatt, das in seiner Berichterstattung die Lage in Deutschland, Europa und der Welt zumeist durch die Brille der Unternehmerverbände betrachtet, gebührt für diesen Beitrag ein großer Dank!

  2. Italien wird ohne Monti ärmer werden
    Mario Monti hat Gewaltiges geleistet. Auch ohne ihn wird Italien weiter zum Sparen gezwungen werden. Die wirklich nötigen Reformen aber werden ausbleiben.[….]
    Montis Angriff auf Berufsmonopole war ebenso wichtig. Der Eintritt in Berufsstände vom Anwalt über den Apotheker bis hin zum Taxifahrer ist in Italien nur durch das Erwerben von limitierten Lizenzen möglich. Das treibt Preise für wichtige Produkte und Dienstleistungen künstlich in die Höhe und verhindert Innovationen.
    Der Internationale Währungsfonds sagt, dass die italienische Wirtschaftsleistung alleine durch das Abschaffen dieser Hürden um fast fünf Prozent steigen würde. Hierzu hat Monti erste Beiträge geleistet. So wird es in Italien bald mehr Apotheken geben, die ihre Öffnungszeiten flexibler gestalten dürfen. Gesetzliche Mindestgebühren für Anwälte und Ärzte werden abgeschafft.
    Quelle: ZEIT

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Man kann es nicht mehr hören. “Notwendige Strukturreformen” – “Flexibilisierung des verkrusteten Arbeitsmarkts” – Abschaffung des Kündigungsschutzes schafft Arbeitsplätze” – “Reformen” usw. etc. pp. Super-Mario hat es mit seiner Austeritätspolitik geschafft, das Wirtschaftswachstum unter Null zu drücken und die Arbeitslosigkeit um satte drei Prozentpunkte zu erhöhen – was sollen das denn für Erfolge sein? Die Beschränkung von Lizenzen für bestimmte Berufsgruppen (Taxis), Gebühren bei der Übernahme von Anwaltskanzleien und Mindestgebühren bei bestimmten Dienstleistungen (Anwälte, Ärzte) sind auch in Deutschland üblich, ohne daß das das “Job-Wunder” verhindert hätte, und auch sinnvoll (um z. B. ruinöse Konkurrenz unter Taxiunternehmen zu verhindern). Im Gegenteil, Deutschland leidet doch darunter, daß viele Beschränkungen abgeschafft sind und bspw. keine verbindliche Lohnuntergrenze existiert.
    Gibt es eigentlich in der ganzen Pseudo-Qualitätspresse nur solche Lobhudeleien auf eine gescheiterte, brutal neoliberale Politik? Berlusconi braucht niemand, aber Monti hat auch mehr geschadet als Gutes getan. “Die Italiener sind durch Monti ärmer geworden” wäre die korrektere Überschrift.

  3. Banken müssen langweiliger und kleiner werden
    Die Bundastagsabgeordneten Sven-Christian Kindler (Bündnis90/Die Grünen), Hilde Mattheis (SPD), Axel Troost (DIE LINKE) im Gespräch über die Krise
    Quelle: Linksnet
  4. Die Schweiz war immer ein Hort der Hinterzieher
    Er galt als einer der unerschrockensten Steuerfahnder der Republik: Frank Wehrheim verfolgte viele Jahre lang Schwarzgeldsünder. Dann wurde er kaltgestellt. “Die Schweiz war schon immer ein Hort der Hinterzieher”, sagt er – und verrät seine besten Tricks. […]
    In Deutschland sind es die etwa 2600 Steuerfahnder, die sich dem Exodus der Ersparnisse entgegenstemmen und in den vergangenen beiden Jahren dem Fiskus fast vier Milliarden Euro sicherten.
    Ausschlaggebend dafür waren vorrangig die Datenträger aus der Schweiz, die vor allem nordrhein-westfälische Behörden angekauft hatten. Die Steuerfahndung im Westen der Republik gilt als besonders umtriebig, was Fachleute wie Wehrheim auch auf die Struktur der Verwaltung zurückführen. Die NRW-Fahndungsabteilungen sind keine Anhängsel der Finanzämter, sondern zehn autonome Behörden mit eigenen Leuten und Leitern. Vor allem der Chef der 70 Wuppertaler Fahnder, der Jurist Peter B., ist ein Star der Szene. Selbst der Datendieb Heinrich Kieber schwärmte von den Treffen mit den Ermittlern, sie seien “offen und cool” gewesen: “Ich war perplex, wie gut sie sich vorbereitet hatten.”
    Quelle: SPIEGEL Online
  5. Lohndumping unter der 115
    Lohndumping? Prekäre Arbeitsverhältnisse? Beides nennt der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit schlimm – offiziell. Doch tatsächlich beschäftigen landeseigene Berliner Betriebe Mitarbeiter auf Dauer in Zeitarbeit und zu Niedriglöhnen.
    Quelle: SPIEGEL Online
  6. Apotheken-Lobbyist soll Ministerium ausspioniert haben
    Die Berliner Republik steht vor ihrem bisher größten Lobby-Skandal: Ein Interessenvertreter der Apothekerschaft soll sich jahrelang geheime Unterlagen aus dem Gesundheitsministerium beschafft haben. Nach SZ-Informationen geht es dabei auch um E-Mails von FDP-Chef Rösler und Gesundheitsminister Bahr. […]
    in Interessenvertreter der Apothekerschaft soll sich jahrelang geheime Unterlagen aus dem Ministerium beschafft haben. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung handelt es sich auch um E-Mails aus der Leitungsebene – also auch um Nachrichten, die von den Staatssekretären und den Ministern Philipp Rösler und Daniel Bahr (beide FDP) und ihren engsten Mitarbeitern stammten.
    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin hat der freiberufliche Lobbyist der Apothekerschaft mit einem Mitarbeiter des Unternehmens zusammengearbeitet, das für die IT-Struktur des Ministeriums zuständig ist. Dieser hat ihm E-Mails, Beschlüsse, Gesetzesentwürfe und andere Daten übermittelt und dafür Geld kassiert.
    Ziel der systematischen Spionage war es offenbar, sich über die noch geheimen Gesetzgebungsvorhaben des Ministeriums im Pharma- und Apothekenbereich zu informieren und mit diesem Informationsvorsprung entsprechende Gegenstrategien ergreifen zu können.
    Quelle: Süddeutsche Zeitung
  7. Bombenalarm in Bonn: Salafisten im Visier der Ermittler
    Nach dem Bombenalarm am Bonner Hauptbahnhof hat die Polizei heute einen Tatverdächtigen aus der Islamistenszene festgenommen. Ein weiterer Täter soll noch auf freiem Fuß sein. Die Suche hat begonnen. (…) Laut „Focus“ wurde der Somalier Omar D. in der Bonner Innenstadt kurz nach 13.30 Uhr festgesetzt. Sicherheitskreise bestätigten der dpa, er sei von Jugendlichen identifiziert worden. Es werde anhand von Telefondaten überprüft, ob er tatsächlich am Tatort auf dem Bonner Hauptbahnhof war. Unbestätigten Medienberichten zufolge ging ein zweiter Verdächtiger den Fahndern ebenfalls in der früheren Bundeshauptstadt ins Netz. Zunächst war von einem Abdirazak B. die Rede, später nannten „Spiegel Online“ und „Bild.de“ den Namen Abdifatah W. Omar D. und Abdirazak B. sollen miteinander befreundet und den Sicherheitsbehörden seit Jahren als Mitglieder der militanten Bonner Islamistenszene bekannt sein.
    Quelle: Handelsblatt

    Anmerkung unseres Lesers G.K.: Da wollen wir aber schwer hoffen, daß Bild, Focus und dpa sich mit der gleichen Leidenschaft und Intensität der schwarz-gelben Bundesregierung und speziell der auf Rüstungsexporte fixierten Kanzlerin Merkel widmen, die auf Biegen und Brechen den Hauptfinanzier der Salafisten mit Rüstungsgütern beliefern möchten: Das safafistische Regime Saudi-Arabiens. Siehe hierzu auch den Beitrag der österreichischen Zeitung “Die Presse”: “Deutsche Panzer für die Saudis: Merkels heimliche Revolution“.
    Oder geht es unseren angeblich um die “innere Sicherheit” bemühten Medien ausschließlich darum, mit dem Schüren von Terrorangst wieder einmal den Stammtisch zu mobilisieren? Jedenfalls fällt auch im Zusammenhang mit der Medienberichterstattung über den braunen NSU-Terror auf, daß insbesondere jene Medien, die den Linksterrorismus und den islamistischen Terrorismus vorzugsweise als sehr große Gefahr für Deutschland darstellen, in Sachen Rechtsterrorismus eher auf Verharmlosung umschalten (“Einzelpersonen”, “eher unpolitisch” etc.) und bei der kaum noch zu leugnenden Kumpanei von Verfassungs-“Schutz” und rechtem Terror noch immer von angeblichen “Fahndungspannen” schwadronieren.

  8. Warum es höchste Zeit für eine Globalisierung von unten ist
    Katja Kullmann denkt im Kommentar von Deutschlandradio Kultur darüber nach, was sich hinter dem Begriff “Mitte“ verberge, der ursprünglich in der „alten Bundesrepublik“ verankert sei. Sie kommt zu dem Schluss, dass es höchste Zeit sei, die Globalisierung von oben durch die von unten abzulösen.
    Quelle: Deutschlandfunk [Audio – mp3]

    Anmerkung unseres Lesers R.W.: Sehr angenehme, engagierte Überlegungen, die letztlich zur Überwindung des Neoliberalismus aufrufen.

  9. Wenn soziale Gerechtigkeit in der Grundschule endet
    Sozialer Aufstieg fängt bereits in der Grundschule an – und in viel zu vielen Fällen endet er auch dort. Mangelnde Förderung, Desinteresse der Eltern und unfaire Bewertungen durch Lehrer halten so manchen aufstrebenden Schüler auf. Besserung ist nicht in Sicht – auch wenn die neuesten Studien kleine Fortschritte zeigen. […]
    Gemeint ist vor allem die Unwucht bei der Empfehlung für höhere Schulen wie das Gymnasium. Dies ist der Skandal in diesen eigentlich unspektakulären Untersuchungen. Jahr um Jahr, Studie um Studie haben die Fachleute bemängelt, Pädagogen ließen sich in ihrem Urteil zu sehr von der sozialen Herkunft der Kinder leiten. Nun zeigt sich: es hat sich nichts gebessert. Der Nachwuchs aus bildungsbürgerlichem Hause hat eine fast dreieinhalb Mal so hohe Chance, fürs Gymnasium vorgeschlagen zu werden, als Kevin oder Murat aus dem Arbeiter- oder Hartz-IV-Haushalt. Bei gleicher Leistung wohlgemerkt.
    Quelle: Süddeutsche Zeitung

    dazu auch: Deutschland steckt im Stillstand
    Die Studien TIMSS 2011 und IGLU 2011 beschreiben Deutschland wie wir es schon kennen: Die Schulen fördern die Kinder nicht ausreichend. Arbeiterkinder und Kinder mit Migrationshintergrund sind benachteiligt. Die Bildungswissenschaft versucht das schön zu reden. […]
    Hinzu kommt: Die Gruppe der Risikoschüler ist gleich groß geblieben. Die Bildungswissenschaftler der Studie gehen davon aus, dass 15,4 Prozent der Schüler wegen ihrer mangelnden Leseleistungen Probleme in der Sekundarstufe I bekommen werden – und zwar in allen Fächern. In Mathematik werden ebenfalls 19,3 Prozent der Schüler in der Oberstufe Schwierigkeiten haben. Ähnliches gilt für die Naturwissenschaften. Die Schülergruppe, die durch ihre Leistungen hervorstechen, hat sich auch nicht vergrößert. Also oben und unten, alles beim Alten.
    Quelle: Was bildet ihr uns ein?

  10. Ökonomischer Analphabetismus
    Es gibt unzählige Publikationen, die sich mit der Frage beschäftigen: In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Die Antworten reichen von „Bürgergesellschaft“, „Verantwortungsgesellschaft“ und „Konsumgesellschaft“ über „Erlebnisgesellschaft“ und „Risikogesellschaft“ bis hin zu „Wissensgesellschaft“, „Bildungsgesellschaft“ und „Informationsgesellschaft“. Ein Bezug zur Wirtschaft kommt dabei nur am Rande vor, als Unterbegriff oder Nebenaspekt. Und doch ist sie die Hauptsache, denn die Gesellschaft, in der wir heute leben, ist in erster Linie und vor allem eine Wirtschaftsgesellschaft. Was liegt da näher, als Wissen, Bildung und Informationen, die unser Denken ausfüllen, auch ökonomisch zu bestimmen, sie der Wirtschaftssphäre zuzuordnen? Bildung wäre demnach in hohem Maße ökonomische Bildung, Wissen zu einem Gutteil Wirtschaftswissen und die Informationen, die täglich von uns aufgenommen und verarbeitet werden, größtenteils Wirtschaftsdaten, -fakten und -zusammenhänge.
    Quelle: Das Blättchen
  11. Rührende Nobelpreis-Verleihung: Merkel und Hollande feiern Hand in Hand
    Bei der Vergabe des Friedensnobelpreises waren auch Angela Merkel und Francois Hollande anwesend – und wurden in der Rede direkt hervorgehoben. Nach minutenlangem Applaus bedankten sie sich Hand in Hand.
    Quelle: Handelsblatt

    Anmerkung unseres Lesers G.K.: Betrachtet das vom Handelsblatt veröffentlichte Video zu dieser Szene während der Nobelpreisverleihung, dann könnte man beinahe den Eindruck gewinnen, der Preis sei an Merkel (und – kleiner “Kollateralschaden” – an Hollande) verliehen worden. Solche “Nachrichten” verbreiten die auf Merkel-Lobhudelei fixierten Medien besonders gerne. In Oslo macht Merkel einen auf Friede, Freude, Eierkuchen (“Hand in Hand” mit Hollande), in Deutschland läßt es Merkel ohne kritsche Worte zu, daß die ihr nahestehenden Medien gegen Frankreich und dessen Präsidenten Hollande chauvinistisch und nationalistisch eingefärbte Beiträge veröffentlichen. So hetzte z.B. die zum Firmenimperium von Merkels Freundin Friede Springer gehörende Bildzeitung im November gegen Frankreich und die französische Bevölkerung: “Zu faul? „Grande Nation“ macht schlapp“.
    Die Mär, daß die angebliche “Faulheit” der Franzosen die Verantwortung für die Wirtschaftsprobleme Frankreichs trage, wurde bereits im Januar 2012 vom Springer-Blatt “Die Welt” unter die Leute gebracht: „Franzosen arbeiten 225 Stunden weniger als Deutsche“. Siehe die Leseranmerkungen zu dem “Welt”-Artikel im unteren Teil der hier verlinkten “Hinweise des Tages, Nr. 3″ vom 18. Januar 2012.
    Die von zahlreichen deutschen Medien betriebene Hetze gegen Frankreich ist ein Ablenkungsmanöver, das die erhebliche Mitverantwortung der deutschen Dumpingpolitik und der von den hiesigen Politikern in beonderem Maße mitzuverantwortenden europäischen Kaputtsparpolitik unter den Tisch kehren soll. Das läßt sich durch ein zum persönlichen Vorteil Merkels nutzendes und unter tätiger Mithilfe williger Medien wie dem Handelsblatt inszeniertes Händchenhalten mit Hollande in keiner Weise aus der Welt schaffen.

  12. »Sport ist nur Teil der korrupten Gesellschaft«
    Eine DDR-Reporterlegende über Freundschaft und Frieden, Doping und Politik. Ein Gespräch mit Heinz Florian Oertel […]
    jW: In Sachen Sport hat sich viel verändert. Überall regiert das Geld, besonders im Fußball. Welche Sportveranstaltungen lohnt es sich noch anzusehen?
    Oertel: Daß der Sport so versaut ist, ist für mich keine Überraschung, denn die Welt ringsherum ist ebenso versaut und heuchlerisch. Es geht nur noch um Geld, Geld, Geld. Wenn jemand etwas zu Recht kritisieren will, dann sollte er nicht zuerst den Sport nennen, sondern sich mit der Gesellschaft auseinandersetzen. Der Sport ist nur ein Teil der korrupten Gesellschaft.
    Quelle: Junge Welt
  13. Jakob Augstein: Im Zweifel euphorisch
    Na, man könnte ja fast meinen, dass Jakob Augstein sich als Autor beim Vorwärts bewerben möchte; für spd.de wäre selbst er immer noch zu kritisch. So schlecht wird es aber hoffentlich nicht um den Freitag bestellt sein. “Ein Loblied auf Steinbrück, ausnahmsweise“, überschreibt der Herausgeber der Wochenzeitung seine aktuelle Spiegel-Kolumne, die “Im Zweifel links” heißt. Diesmal aber ist Augstein im Zweifel euphorisch.
    Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft
  14. Die neuen Abo-Modelle der “Welt”
    Von nun an kann jeder Nutzer pro Kalendermonat 20 Artikel auf unserer Internetseite kostenfrei lesen. Ab dem 21. Artikel – und das ist neu – bieten wir Ihnen zu fairen Preisen unsere digitalen Abo-Modelle an. Schließen Sie eines davon ab, können Sie unsere journalistischen Angebote unbegrenzt im Internet nutzen. Und nicht nur dort: Sie haben zusätzlich freien Zugriff auf unsere Smartphone-Apps und, je nach Angebot, auch auf Tablet-Apps und auf die gedruckte “Welt am Sonntag”. Sollten Sie kein Abo abschließen, können Sie im Folgemonat wieder 20 Artikel kostenfrei lesen.
    Quelle: Die Welt

    Anmerkung Orlando Pascheit: Nun ist “Die Welt” nicht unbedingt das Leib- und Magenblatt der NDS, aber sie realisiert als erste einen Trend, der auch bei der FAZ und der SZ diskutiert wird. Sicherlich werden ähnlich wie bei der Welt Texte dem Nutzer pro Monat frei zur Verfügung gestellt, aber dann greift die Bezahlschranke. Das wird sicherlich auch Auswirkungen auf die Hinweise der NachDenkSeiten haben.

  15. Zu guter Letzt: Rente
    von Andreas Rebers
    Und: Haben Sie schon vorgesorgt, oder haben Sie ausgesorgt? So wie ich. Ich war 15 Jahre im Vorstand der Allianz. Ich mache schon probeliving in verschiedenen Heimen, Psychiatrien und Anstalten. Damit ich weiß, wo ich später mal hinkomme, wenn ich nichts mehr merke. Verstehen Sie? Alzheimer und Co!!!
    Aber das hier wird nix. Hier gibt es keine Wellness, keine Fitness, keinen Beach und keinen Pool, und zwischen Personal und Patienten gibt es keinen Unterschied. Das einzige, was sie hier finden ist, die Süddeutsche Zeitung. Dieses bolschewistische Kampfblatt, das die Menschen aufhetzt und eine Horrormeldung nach der anderen verbreitet. Altersarmut!!! Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher!!! Na und? Ist das mein Problem? Warum wird Misserfolg eigentlich immer als moralische Überlegenheit dargestellt? Und von wem? Na von der Süddeutschen Zeitung! Vor zwei Wochen hieß es dann: „Die Allianz ekelt chronisch Kranke und schwere Fälle aus der KKH!!” Völlig zu Recht. Wissen Sie, die Allianz bewegt im Jahr 1,6 Billionen Euro. Solche Summen kriegen Sie nicht zusammen, wenn Sie tote Pferde reiten. Insofern ist das völlig normal, dass die schweren Fälle ausgelagert, outgesourst werden. Die fassen wir dann zusammen in bestimmten Einrichtungen, und dann überlegen wir uns ein entsprechendes Finanzierungsmodell, das wir noch bereden werden, und das Ganze nennen wir dann Barmherzika. Im Grunde funktioniert das wie eine bad bank. Wissen Sie, wie sich die Altenheim- und Pflegeindustrie auf die Zukunft vorbereitet? Da werden Portofolios erstellt. Geschäftsmodelle entwickelt. Meiner Meinung gibt es zwei. „Residieren oder vegetieren?“
    Quelle: Das Blättchen
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