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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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18. Dezember 2014
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Peter Glotz hat im VORWÄRTS das Buch „Die Reformlüge“ von Albrecht Müller kommentiert.

Verantwortlich:

Beim Versuch, Deutschland reformreif zu schreiben, steht Glotz als Mitglied der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) an vorderster Stelle. Dennoch galt er lange als einer der wenigen intellektuellen Köpfe der SPD. So durfte man durchaus gespannt sein, was er zur „Reformlüge“ zu sagen hat.

Seine Rezension erweist sich als inhaltlich enttäuschend. Die Kritik von Glotz zielt nicht auf das Buch, sondern auf den Autor:

  • Glotz versucht gar nicht erst, die Argumentation in „Die Reformlüge“ auch nur in einem einzigen Punkt zu widerlegen. Lieber spricht er pauschal von „demagogischen Konzepten“ und „klobigem Keynesianismus“, ohne dies mit Zitaten zu belegen.
  • Glotz greift Thesen an, die in dem Buch so nicht enthalten sind (Zitat: „Die Idee, man könne durch entschlossene „Konjunkturprogramme“ zur „Vollbeschäftigung“ zurückkehren und hätte dann alle Probleme los, ist naiv.“)
  • Glotz zufolge könne die Regierung Schröder nicht anders, weil sie wegen der Verschuldung durch die Wiedervereinigung und dem europäischen Stabilitätspakt keinen Handlungsspielraum mehr habe. Dass diese Behauptung in „Die Reformlüge“ ausführlich erläutert und als Denkfehler entlarvt wird, verschweigt er dem Leser einfach.

Wie hilflos Glotz den analytischen Herausforderungen der aktuellen, volkswirtschaftlichen Probleme gegenübersteht, wird aus den folgenden Sätzen deutlich (Zitat):

Wenn Schröder das täte, was Müller fordert, würden ihn die Kapitalmärkte, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die OECD etc. in Acht und Bann tun. National hätte er die Gewerkschaften Ver.di und IG Metall sowie die TAZ und die Frankfurter Rundschau auf seiner Seite, sonst niemanden. Wie sollte das funktionieren?

Glotz sucht nicht wirklich nach einem funktionierenden wirtschaftspolitischen Instrumentarium zur Bewältigung der Krise; er mag bloß nicht abseits vom Meinungs-Mainstream stehen. Eine Minderheiten-Position als richtig zu erkennen und offensiv zu vertreten erscheint ihm völlig abwegig.

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