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11. Dezember 2016
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Hinweise des Tages

Veröffentlicht in: Hinweise des Tages

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf „weiterlesen“ klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS/WL)

Hier die Übersicht. Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.

  1. Wirtschaftssanktionen gegen Russland
  2. Massaker auf Flüchtlingsschiff
  3. Jugendliche Straftäter: Die Mär vom kriminellen Ausländer
  4. Antisemitismus
  5. Spanische Pfleger in Deutschland Wer zurück will, muss zahlen
  6. Bundesbank-Präsident Weidmann für 3 Prozent Lohnanstieg
  7. Europas Stagnationsüberschuss
  8. Bankrotterklärung
  9. Mietpolitik: Von Österreich lernen
  10. Fall Mollath: Begründete Gefährlichkeit nicht nachzuweisen
  11. Die Bachelor-Falle – Die reformbedürftige Reform
  12. Annette Schavan nennt Doktortitel weiter im Lebenslauf
  13. Für Hoeneß darf auch ein Platzhalter einsitzen
  14. Wem gehört das Wasser?
  15. Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen
  16. Fifa mit Rekordgewinn, Brasilien geht leer aus
  17. Zu guter Letzt: Klaus Stuttmann: Der Sprecher der deutschen Waffenindustrie…

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Wirtschaftssanktionen gegen Russland
    1. Reaktion auf EU-Sanktionen Russland droht mit höheren Energiepreisen in Europa
      Nach der Verschärfung der westlichen Sanktionen droht Russland mit höheren Energiepreisen für Verbraucher im Westen. Die G-7-Staaten drohen ihrerseits mit noch schärferen Sanktionen, sollte Russland seinen Kurs nicht ändern.
      Quelle: FAZ

      Anmerkung unseres Lesers U.D.: Was haben die Experten im Bundeskanzleramt erwartet? Russland ist nicht die Schweiz, der man mit der Kavallerie drohen kann.

    2. Sind hier Schlafwandler am Werk?
      Russland Mit seiner Sanktionspolitik spielt sich der Westen als Weltpolizei auf und der ökonomische Sinn dahinter ist nicht zu erkennen. Hier geht es um etwas anderes
      Quelle: Der Freitag

      Anmerkung RS: Etwas irritierend ist die Aussage, die Einstellung Rüstungslieferungen an Russland fördere den Rüstungswettlauf. Will man hier damit sagen, Rüstungsexporte verhindern den Rüstungswettlauf? Das hört sich fast wie Werbung der Rüstungsindustrie an.

    3. Wirtschaftskrieg gegen Russland stoppen
      „Bundesregierung, EU und USA starten vollkommen verantwortungslos einen heißen Wirtschaftskrieg mit Russland. Mit dem Zudrehen des Kredithahns für russische Banken haben Merkel und Co. die Lunte zu einer globalen Finanzkrise angesteckt. Die Träumerei von Wirtschaftsminister Gabriel, mit den Sanktionen in Russland schnell eine negative Wirkung zu erzielen, ist naiv und unverantwortlich. Die dadurch verursachten starken Einbußen für deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer werden von der Bundesregierung in verantwortungsloser Weise als zu akzeptierende Kollateralschäden dargestellt“, kommentiert Sahra Wagenknecht die neuen Wirtschaftssanktionen gegen Russland.
      Quelle: Linksfraktion
  2. Massaker auf Flüchtlingsschiff
    Erstickt, erschlagen, ertrunken – Italiens Behörden gehen von bis zu 180 Toten auf dem völlig überfüllten Kahn aus, dessen 569 überlebende Insassen am Samstag von dem dänischen Öltanker „Torm Lotte“ 75 Seemeilen südlich von Lampedusa gerettet wurden. Unter Deck fanden sie 29 Leichen. Die Menschen waren im Maschinenraum zusammengepfercht und dort der Hitze und den Abgasen zum Opfer gefallen. „Die Leiter nach oben war entfernt, die Luke hermetisch geschlossen worden“, zitiert Il manifesto italienische Polizeibeamte, die zahlreiche Zeugen vernommen hatten. Aus den Aussagen geht auch hervor, dass eine klare Trennung an Bord herrschte. Unter Deck befanden sich ausnahmslos Schwarzafrikaner, die für die Überfahrt zwischen 250 und 500 Dollar gezahlt hatten. Der Platz an Deck dagegen kostete 1.000 bis 2.000 Dollar; die Passagiere dort waren vor allem Syrer. Auch dort waren die Menschen wie Sardinen gedrängt, wie Fotos von dem Schiff zeigen. Als die Luft im Maschinenraum knapp wurde, brachen die dort Eingeschlossenen nach Zeugenaussagen die Luke auf und versuchten, ins Freie zu gelangen. In diesem Moment soll es zu den Morden gekommen sein. Männer, Frauen, ja, selbst Kinder wurden nach Aussagen der Zeugen erstochen oder mit Knüppeln erschlagen und dann über Bord geworfen. Fünf der mutmaßlichen Täter, ein Syrer, zwei Marokkaner, ein Palästinenser und ein Saudi-Araber, wurden von anderen Bootsinsassen identifiziert und daraufhin festgenommen.
    Quelle: taz

    Anmerkung Orlando Pascheit: Wie soll man sich das vorstellen: Die fünf von den Überlebenden als Schlepper angezeigten Männer sollen mit Messern und Knüppeln bewaffnet über hundert Menschen getötet oder über Bord geworfen haben. Und die restlichen 569 haben zugeschaut. Es ist doch wohl eher davon auszugehen, dass die „Passagiere“ auf dem überfüllten Boot beim Kampf um einen Platz an Deck sich gegenseitig umgebracht haben. – Wo steht Europa in diesem Hobbschen „Krieg aller gegen alle“ in dem „der Mensch dem Menschen ein Wolf“ ist?

  3. Jugendliche Straftäter: Die Mär vom kriminellen Ausländer
    Populisten wettern oft gegen „Ausländerkriminalität“ und schüren Ängste vor Zuwanderung. Jetzt zeigt ein neues Gutachten: Junge Migranten begehen nicht mehr Straftaten als Jugendliche ohne Migrationshintergrund.
    Quelle: Spiegel-Online
  4. Antisemitismus
    1. Jüdisches Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg
      In den Augusttagen vor 100 Jahren zogen auch 100.000 deutsche Juden in den Krieg. Sie kämpften, litten und starben Seite an Seite mit ihren christlichen Kameraden. Doch nach 1918 blieb der „Dank des Vaterlandes“ aus – hatten doch die Antisemiten jeglicher Couleur schnell die Schuldigen an der deutschen Niederlage ausgemacht: die Juden. Das Verhältnis der deutschen Streitkräfte zu den jüdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs ist nach den Worten des Militärhistorikers Michael Berger„eines der beschämendsten Kapitel deutscher Militärgeschichte“. Als die jüdischen Frontkämpfer gedemütigt und diffamiert wurden, regte sich keine Hand zu ihrer Verteidigung. Auch nicht, als viele von ihnen nach 1933 in Arbeits- und Vernichtungslagern ermordet wurden.
      Quelle: WDR [Audio – mp3]
    2. Antisemitismus Knobloch rät deutschen Juden, nicht erkennbar zu sein
      In der Nacht wurden Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal geworfen. Die Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht von der bedrohlichsten Zeit seit 1945.
      Quelle: Die Zeit
  5. Spanische Pfleger in Deutschland Wer zurück will, muss zahlen
    In ihrer Heimat finden sie keinen Job, in Deutschland sind sie heiß begehrt – klingt, als würden alle von der Zuwanderung spanischer Pflegekräfte profitieren. Doch einige fühlen sich ausgebeutet.
    Quelle: Spiegel-Online
  6. Bundesbank-Präsident Weidmann für 3 Prozent Lohnanstieg
    Erstmals hat sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann direkt zur Kontroverse über höhere Löhne in Deutschland geäußert und 3 Prozent Tarifanstieg als Richtwert genannt. Es sei „zu begrüßen, dass die Arbeitsentgelte wieder stärker steigen“, sagte Weidmann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). „In einer Reihe von Branchen und Regionen haben wir praktisch Vollbeschäftigung, und es häufen sich die Meldungen über Arbeitskräftemangel.“ Die 3 Prozent ergäben sich überschlagsmäßig aus mittelfristig knapp 2 Prozent Inflation und 1 Prozent Produktivitätswachstum, sagte Weidmann. Dies ist aus Sicht der Notenbanker der stabilitätspolitisch vertretbare Verteilungsspielraum.
    Quelle: FAZ
  7. Europas Stagnationsüberschuss
    Weniger Sparen, um Euro-Kurs zu senken
    Um Europas Wirtschaft anzukurbeln, müsste der Kurs des Euros fallen. Dafür muss Deutschland den Ländern im Süden Europas mehr Spielraum für Investitionen geben – oder die EZB beginnen, deren Staatsanleihen zu kaufen.
    Quelle: Capital
  8. Bankrotterklärung
    Sozialverband Deutschland zieht nach zehn Jahren eine Bilanz der Hartz-Gesetze und fordert grundlegende Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik
    Quelle: junge Weltbank
  9. Mietpolitik: Von Österreich lernen
    Heiko Maas‘ Pläne für eine zweite Mietpreisbremse sind richtig. Wohnungsmodernisierungen sind für Immobilienbesitzer zur Chance geworden, gesetzliche Beschränkungen für gewöhnliche Mieterhöhungen zu umgehen. Im für Vermieter besten Falle werden die Mieter zum Auszug getrieben, bei Neuvermietungen kann dann noch mehr aufgeschlagen werden. Derzeit darf nach einer Modernisierung die Miete zeitlich unbegrenzt um bis zu 11 Prozent der entstandenen Kosten erhöht werden. Künftig sollen es noch 10 Prozent sein – und zwar nur so lange, bis die entstandenen Kosten gedeckt sind. Leider werden die Pläne so nicht durchkommen. Die Immobilienlobby wird dagegen ebenso Sturm laufen wie gegen die Mietpreisbremse bei Neubauten, die Maas erst am Wochenende ad acta gelegt hat.
    Alleine über gesetzliche Regelungen lassen sich mieterfreundlicher Neubau und Modernisierungen kaum durchsetzen, solange Bund und Kommunen nicht über nennenswerte Wohnungsbestände verfügen.Selbst die FAS hat Maas am Sonntag den Blick nach Wien empfohlen, wo eine vorbildliche Mieterpolitik mit einem sehr hohen Anteil städtischer Wohnungen Mietsteigerungen in Grenzen hält. Sie hat recht. Spätestens wenn die zweite Mietbremse verwässert worden ist, sollte sich die SPD von ihren Wiener Genossen erklären lassen, wie sozialdemokratische Wohnungspolitik geht. Ob die mit der Union zu machen ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
    Quelle: taz

    Siehe auch: Bürgermeister für volle Bremse
    Die Ankündigung von Justizminister Heiko Maas (SPD), die geplante Mietpreisbremse weiter zu lockern, sorgt für Unverständnis auch in den eigenen Reihen. Ob in München, Köln oder Düsseldorf: Genau in jenen Städten mit besonders überhitzten Wohnungsmärkten, ist die Empörung groß. „Es darf auf keinen Fall weitere Ausnahmen für die Mietpreisbremse geben“, fordert Münchens SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter.
    Quelle: taz

  10. Fall Mollath: Begründete Gefährlichkeit nicht nachzuweisen
    Prozess gegen Zwangspsychiatrisierten geht dem Ende zu Gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Freiheitsberaubung: Die Anklagepunkte, die Mollath vom Landgerichts Nürnberg-Fürth 2006 vorgeworfen wurden, sind aus rechtlicher Sicht im Laufe des Wiederaufnahmeverfahrens geradezu zerfallen. Ein vom Gericht bestellter Gutachter hatte zuletzt gar eingeräumt, dass Mollaths Geschichte auf realen Annahmen basiere und eine begründete Gefährlichkeit, mit der letztlich seine Unterbringung in der Psychiatrie gerechtfertigt wurde, nicht nachzuweisen sei. Außerdem verdeutlichte die Vorsitzende Richterin auch noch durch ihre Entscheidung, Anträge, die Mollaths Verteidiger in Sachen Schwarzgeldvorwürfe gestellt hatte, seien nicht mehr notwendig und daher abzulehnen, da die in den Anträgen behaupteten Aussagen als wahr zu betrachten sind.
    Quelle: Telepolis
  11. Die Bachelor-Falle – Die reformbedürftige Reform
    Mit dem Bologna-Prozess wurde vor 15 Jahren das Bachelor-Master-System beschlossen, um auch in Deutschland die Lage an den Universitäten und am Arbeitsmarkt zu verbessern. Analog zum angelsächsischen System wurde die Gliederung vorgenommen und mit viel Aufwand und Widerstand durchgesetzt. Auch sollte es einfacher werden, im Ausland zu studieren und zu arbeiten.
    Doch die Realität sieht heute anders aus: Ohne Masterstudium haben junge Menschen kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Der Bachelor findet selten Anerkennung, die Räume der Universitäten sind nach wie vor überfüllt und die Abbrecherquote ist noch immer hoch. Und zudem ist die Zulassung hierzulande oft nur mit einem Einserabitur möglich. Die Folge: Unsere österreichischen Nachbarn müssen sich inzwischen schon überlegen, wie sie mit den vielen deutschen Studenten bei manchen Studienfächern im eigenen Land umgehen.
    Frontal21 berichtet von Universitäten, aus der Wirtschaft und zeigt neueste Studienergebnisse.
    Quelle 1: Frontal 21 Video
    Quelle 2: Frontal 21 Manuskript [PDF – 53,9 KB]
  12. Annette Schavan nennt Doktortitel weiter im Lebenslauf
    Annette Schavan, Ex-Bundesforschungsministerin und neuerdings deutsche Vatikan-Botschafterin, scheint noch immer an ihrem Doktortitel zu hängen, der ihr plagiatbedingt aberkannt wurde. In ihrer offiziellen Vita als neue Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom führt die CDU-Politikerin auf: „1980: Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014).“ – Der Bonner Wissenschaftsrechtler Wolfgang Löwer hält die Formulierung im Lebenslauf für unzulässig. Ein rechtswidriger Verwaltungsakt werde rückwirkend aufgehoben. „Damit hat die Promotion nie als gültiger Staatsakt existiert“, sagte Löwer.
    Quelle: N24

    Anmerkung Orlando Pascheit: Eine Peinlichkeit nach der anderen. Eine Botschafterin als Lachnummer des Vatikans. Das hat selbst das atheistische Deutschland nicht verdient. Wie wenig hält Frau Schavan von ihrer Lebensleistung, dass sie so sehr an diesem Titel hängt. Wohlgemerkt es geht nicht darum, auf einer Jugendsünde von Frau Schavan herumzureiten. Es geht um die vollkommene Uneinsichtigkeit einer erwachsenen Frau in diese Jugendsünde, die sie für jedes öffentliche Amt disqualifiziert. – Man könnte den Fall Schavan als Fall einer von Geltungsdrang zerfressenen Frau abtun. Nicht hinnehmbar ist allerdings, dass die Kanzlerin bzw. unsere politische „Elite“ ihr obendrauf einen wohldotierten Posten im Vatikan verschafft, der über genügend studierte Köpfe verfügt, die wissen, was ein Plagiat ist.
    Und das Fehlverhalten dieser „Elite“ setzt sich fort. Wegen des Umgangs der Universität Düsseldorf mit dem Fall Annette Schavan hat Bundestagspräsident Norbert Lammert eine Festrede zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule abgesagt. Dabei warf er der Universität die „demonstrative Auszeichnung“ von zwei Professoren vor, die bei dem Verfahren gegen die damalige Wissenschaftsministerin eine zentrale Rolle gespielt hatten. Ihn irritiere, „dass jegliche kritische Stimmen auch und gerade von hoch angesehenen Wissenschaftlern und aus den akademischen Spitzenverbänden ausnahmslos für eine unerwünschte Einmischung und unzulässige versuchte Einflussnahme erklärt werden“. Es ist schon erbärmlich, dass sich ein bisher eher honoriger CDU-Mann, der sich oft eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt hat, sich nun vorbehaltlos einer Politklasse anschließt, die eine der ihren ohne Wenn und Aber exkulpiert und gut versorgt sehen will. Oder sollen wir tatsächlich glauben, dass Herr Lammert nicht in der Lage ist, ein so offensichtliches wissenschaftliches Plagiat zu erkennen, das jedem Nicht-Wissenschaftler in wenigen Minuten zu erklären ist. Oder meint er, dass Frau Schavan aufgrund ihrer Verdienste (welcher?) ein Gnadenakt gewährt werden sollte. Peinlich der Verweis auf „kritische Stimmen auch und gerade von hochangesehenen Wissenschaftlern und aus den akademischen Spitzenverbänden“. Es handelt sich größtenteils um Wissenschaftsmanager, die im Wissenschaftsbetrieb der Bundesrepublik mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und damit mit der Ministerin Schavan zu tun hatten. Nicht zuletzt steht es dem nach dem Bundespräsidenten zweiten Mann in Staat nicht gut an, sich so locker über ein Verwaltungsgericht hinwegzusetzen, dass vorbehaltlos Schavan Täuschung bei ihrer Doktorarbeit attestierte. Auf „60 Täuschungsbefunde“ ist das Gericht in Schavans 1980 eingereichter Doktorarbeit mit dem Titel „Person und Gewissen“ gestoßen.

  13. Für Hoeneß darf auch ein Platzhalter einsitzen
    Der Ex-Präsident des FC Bayern bekommt keine Sonderbehandlung, heißt es. Jeder Gefangene, der wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro verurteilt sei, komme in eine Starnberger Privatklinik.
    Wenn er sich an die Anweisungen der Ärzte hält, kann er die Einrichtung tagsüber bald wieder verlassen und muss nur noch nachts dorthin, kann aber auch einen Platzhalter schicken. Oppositionelle bayerische Politiker fragten, ob hier vielleicht, möglicherweise eine Art Sonderbehandlung vorliegen könnte.
    Von offizieller Seite verlautete, das sei alles ganz normal, jeder Gefangene, der wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro verurteilt sei, komme in eine Starnberger Privatklinik. Da würden keine Unterschiede gemacht.
    Quelle: Die Welt

    Anmerkung RS: Gleichbehandlung der besonderen Art.

  14. Wem gehört das Wasser?
    Wasser ist die lebenswichtigste Ressource der Erde. Der Kampf um den Besitz der weltweiten Wasser-Reserven hat längst begonnen. Mehrere Weltkonzerne liefern sich ein Wettrennen um die besten Trinkwasserquellen – allen voran Coca Cola, Pepsi und Nestlé, der größte Lebensmittelhersteller des Planeten. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, erklären die Vereinten Nationen. Die Getränkehersteller halten es dagegen für „blaues Gold , ein Produkt, das seinen Preis haben müsse. Nur, wer soll dafür wie viel bezahlen – und wer verdient daran? Denn der Handel mit sauberem Wasser in Flaschen ist ein äußerst lukratives Geschäft. Die Wassergiganten kaufen rund um den Globus die besten Quellen auf und machen schon heute damit Milliardengewinne. Denn was billig aus öffentlichen Quellen abgepumpt wird, kann später zu deutlich höheren Preisen in Flaschen wieder verkauft werden. Wer darunter leidet, sind die Menschen vor Ort: Durch die weltweite Wasserprivatisierung stieg der Preis für Trinkwasser in manchen Regionen um bis zu 200 Prozent. Ein Preis, den viele Menschen in den betreffenden Regionen nicht mehr zahlen können.
    Quelle: WDR via YouTube
  15. Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen
    Im Wasserwerfer-Prozeß vor dem Landgericht Stuttgart wird immer klarer, wie voreingenommen die Staatsanwaltschaft ihre eigenen Ermittlungsergebnisse gedeutet hat.
    Quelle: Kontextwochenzeitung

    Hinweis: In dieser Woche neu in Kontext:Wochenzeitung u.a.:

    • Voll geschmacklos: Der Bildhauer Peter Lenk hat ein neues künstlerisches Projekt, dem er sich wie gewohnt lustvoll satirisch widmen will: den umstrittenen Stuttgarter Tiefbahnhof S 21. Das hat der Künstler jüngst in der SWR-Leute-Sendung bei Wolfgang Heim angekündigt. Kontext verriet er mehr.
    • Die Brüder sprechen – schriftlich: Die ehemaligen Heimkinder der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal sprechen von einem Skandal, die Beschuldigten hüllen sich lieber in Schweigen. Kontext hat seit Wochen versucht, die Brüder zu einem Interview zu bewegen. Ohne Erfolg. Jetzt reden sie – schriftlich.
    • Von der Buhfrau zur Super-Theresia: Vor einem Jahr war Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Buh-Frau nicht nur der heimischen Musikszene. Jetzt liegen ihr Professoren und Rektoren zu Füßen: Bei Finanzminister Nils Schmid (SPD) hat die Grüne einen siebenstelligen Betrag für die Hochschulen locker gemacht. Ihre Hartnäckigkeit befähigt sie zu Höherem.
    • Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen: Nach bisher zehn Verhandlungstagen im Wasserwerfer-Prozess vor dem Landgericht Stuttgart tritt immer klarer hervor, wie voreingenommen die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihre eigenen Ermittlungsergebnisse interpretiert hat.
    • Scientologen zerstritten: Die Scientologen stecken in Deutschland in der Krise. Der Organisation fehlen Geld und Unterstützer, so ein kritischer Blog. Hinter den Kulissen wurde offenbar heftig über den Standort des hiesigen Hauptquartiers gestritten. Die Entscheidung fiel für Berlin, gegen Stuttgart.
    • Seltsame Ignoranz: Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat den Protest jetzt auf dem Schreibtisch. In ihrem Brief fordern Autoren, unter ihnen Felix Huby sowie Theaterhauschef Werner Schretzmeier, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft endlich in der Sache Grohmann ermittelt. Der Kabarettist hatte nach einer Kontext-Kolumne Morddrohungen erhalten.
    • 1 Million nebenher: Doch Peter Grohmann wettert unverdrossen weiter. Diesmal über die Abzockermentalität von Politikern und Sponsorengelder von Rüstungsfirmen.
    • Langer Atem im Sattel: Sportler und Sportfunktionäre schweigen meist, wenn sie zu politischen Ereignissen Stellung nehmen sollen. Doch Sport kann auch gerade solche Botschaften haben. So wie der jährliche Pacemaker-Radmarathon, der am Samstag für eine atomwaffenfreie Welt startet.
    • Finger an der Hosennaht: Die Erziehung zum Krieg musste früh beginnen. Prügelnde Lehrer, paramilitärische Turner, willfährige Kirchenfürsten und die preußische Propagandamaschine sollten die Jungen zu nationalen Deutschen machen. Da passte auch der Matrosenanzug des Stuttgarter Kaufmanns Wilhelm Bleyle. Teil XVI unserer Weltkriegsserie.
    • Nazis auf Heidenheimer Art: Das Heidenheimer Naturtheater gibt „The Blues Brothers“. Tausende pilgern bis Ende August dorthin und erleben „Neonazis“, die deutsche Volkslieder singen. Alle sind begeistert, nur einer nicht: Erich Schmeckenbecher, früher Zupfgeigenhansel.
    • Von den Freuden des Teilens: Dank der „Stadtisten“ wird ein Brauch eingeführt am Neckar, der in anderen Weltgegenden Jahrzehnte alt ist: Die einen bezahlen keinen Kaffee und bekommen einen, die anderen bezahlen zwei und trinken einen.

    Am Samstag auch als Beilage zur taz.

  16. Fifa mit Rekordgewinn, Brasilien geht leer aus
    Die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 brachte der Fifa Rekordgewinne, Gastgeber Brasilien geht dagegen weitgehend leer aus. Ein Bundesstaat muss für sein neues Stadion nun 20 Jahre lang seine Schulden abstottern.
    Quelle: Tagesspiegel

    Anmerkung RS: Wer hätte das gedacht?

  17. Zu guter Letzt: Klaus Stuttmann: Der Sprecher der deutschen Waffenindustrie…

    Quelle: Klaus Stuttmann

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