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7. Dezember 2016
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Wie antisemitisch ist die Linke?

Veröffentlicht in: Antisemitismus, Demoskopie/Umfragen, DIE LINKE, Interviews

Eine bisher nicht in Gänze veröffentlichte, in einigen Monaten jedoch wohl unter dem Titel „Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee. Eine Spurensuche“ als Buch erscheinende Serie von Studien [PDF – 795 KB] des inzwischen emeritierten Professors für Psychologische Methodenlehre und Friedensforschung an der Universität Konstanz Wilhelm Kempf ging unter anderem der Frage des „linken Antisemitismus“ nach und förderte hierbei Erstaunliches zutage. Jens Wernicke sprach hierzu mit Rolf Verleger, der Kempfs von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstütztes Projekt als Berater wissenschaftlich begleitet hat.

Herr Verleger, Sie haben die bisher nur in Teilen publizierten Kempf-Studien zum Thema Antisemitismus wissenschaftlich begleitet. Was war das Anliegen des Projektes, welches Erkenntnisinteresse leitete Sie?

Ende 2008 wurde bekannt, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Projekt zu „Antisemitismus und Israelkritik“ für drei Jahre fördern würde. Ursprünglich hatte ich vermutet, dass dieses Projekt eine Unterfütterung der häufig zu hörenden Vorwürfe, dass der wahre Grund für Kritik an Israel der „ewige Antisemitismus“ sei, liefern wollte. Also schrieb ich an Kempf, den ich damals noch nicht kannte, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Dies führte unerwarteterweise dazu, dass er mich zum Berater des Projektes ernannte. So habe ich auf Besprechungen und im schriftlichen Austausch am Fortgang des Projekts teilhaben können.

Und was genau hat Kempf untersucht?

Kempf untersuchte mit diesem Projekt die Verteilung von Vorbehalten in der deutschen Bevölkerung 1. gegen Juden und 2. gegen den Zionismus. Und er untersuchte 3. den Zusammenhang der Verbreitung dieser beiden Vorbehalte miteinander sowie, – am wichtigsten – 4. den Zusammenhang dieser Vorbehalte mit einer Reihe damit vielleicht verknüpfter Einstellungen und Kenntnisse: Einstellungen zur Judenvernichtung durch Nazideutschland, zur Verteidigung und Durchsetzung von Menschenrechten, zu Palästinensern, zu Moslems; außerdem persönliche Betroffenheit durch den Palästinakonflikt, Faktenkenntnis über Israel, Parteinahme für eine der beiden Seiten und Befürwortung von friedlichen oder gewaltsamen Mitteln bei dieser Parteinahme. Ziel dabei war herauszufinden, in welche Weltbilderkritische Einstellungen gegen Israel eingebettet sind.

Und wie ist man dabei dann vorgegangen?

Zunächst wurden entsprechende Fragebögen für all die genannten einzelnen Themen entworfen und auf ihre Tauglichkeit bewertet. Um möglichst ungehemmte Antworten zu erhalten, wurden diese Fragen eingeleitet mit „Finden Sie die folgende Aussage sachlich rechtfertigbar oder ein unbegründetes Vorurteil?“ Eine Aussage „sachlich rechtfertigbar“ zu finden bedeutet ja nicht unbedingt, dass man auch selbst dieser Meinung ist. Das heißt, die Verbreitung von Vorbehalten gegen Juden und Muslimen wird bei dieser Studie eher über- als unterschätzt. Mit diesen Fragebögen wurden dann in Südbaden und Thüringen ca. 1.700 Personen persönlich befragt. Und aus den Daten wurde dann eine Stichprobe von ca. 1.000 Personen herausgefiltert, die in Alter, Geschlecht und Bildung repräsentativ für die deutsche erwachsene Bevölkerung ist.

Vom Ansatz her also ähnlich wie beim Konzept der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ ?

Das kann ich nicht beurteilen, da kenne ich mich fachlich nicht genug aus.
Was man aber häufiger in der Zeitung lesen kann – ich weiß nicht, ob vom Bielefelder Projekt – sind ja solche Aussagen wie „5 Prozent…“ oder „20 Prozent…“ oder „12 Prozent der Bevölkerung sind antisemitisch“.

In Kempfs Befragung kam auf dieser Ebene beispielsweise heraus, dass 9 Prozent der Befragten die Aussage für sachlich rechtfertigbar hielten, dass man mit Juden keine Geschäfte machen solle, und 19 Prozent darüber hinaus auch die Aussage, Juden hätten auf der Welt zu viel Einfluss. Wie zuvor bereits gesagt: „Sachlich rechtfertigbar“ bedeutet nicht unbedingt, diese Meinung zu haben. Vielleicht hatten nur 17 Prozent diese Meinung, und weitere 2 Prozent waren nicht dieser Meinung, hielten sie aber für „sachlich rechtfertigbar“. Man weiß es nicht, aber kann annehmen, dass diese Zahlen die Verbreitung solcher Vorbehalte besser wiedergeben als wenn nur nach der eigenen Meinung gefragt worden wäre.
Das war für uns aber, wie zuvor angedeutet, nur die erste Ebene, die von Interesse war.

Inwiefern die „erste Ebene“…?

Nun, die Frage ist doch: Was denken Leute, die so etwas sagen, eigentlich noch? Wie kommen sie zu solchen Aussagen? Und daher war die zweite Ebene, die wir – wie andere Studien auch – uns angeschaut haben, die, dass wir auch nach der Einstellung zum Zionismus und zu Israel gefragt haben.

Beispielsweise nannten 20 Prozent der Stichprobe die Aussage sachlich rechtfertigbar, das Ziel des Zionismus sei es schon immer gewesen, die Palästinenser zu vertreiben. Nun ist die naheliegende Frage – als dritte Ebene -, ob die 9 Prozent der Stichprobe, die es für rechtfertigbar erachten, mit Juden keine Geschäfte zu machen, in diesen 20 Prozent enthalten sind oder ob das eher andere Leute sind. Ein Teil der Befragten wird beispielsweise gar nicht gewusst haben, was „Zionismus“ eigentlich ist.

Für Kempf – und das war nun wirklich das Neue an diesem Projekt – war daher auch die Frage nach einem Zusammenhang von Einstellungen gegen Juden und gegen Zionismus noch nicht weit- und tiefgehend genug. Daher fragte das Projekt nach all den oben genannten Themen zugleich. Und dank dieser Gesamtheit aller Antworten konnten dann Einstellungsmuster beschrieben und unterschieden werden – in Form komplexer Zusammenhänge, die ein realistisches Bild davon zeichnen, wie die Leute denken.

Ich muss zum Verständnis nachfragen: Bereits das Ergebnis, dass 9 Prozent antisemitische, aber 20 Prozent antizionistische Antworten gaben, würde ja die Vermutung nahelegen, dass – jenseits der Frage, ob die 9 Prozent in den 20 überhaupt enthalten sind -, mindestens die 11 Prozent, die keinesfalls mit antisemitischen Aussagen in Verbindung gebracht werden können, vor allem antizionistisch, nicht jedoch antisemitisch denken?

Das könnte so sein, muss aber nicht. Es könnte ja sein, dass beides Teil einer gemeinsamen Einstellung ist, die mit der zweiten Frage besser ausgelotet wird. Zum Beispiel die oben erwähnten Unterschiede: 9 Prozent finden Geschäfte mit Juden problematisch und 19 Prozent finden jüdischen Einfluss auf der Welt problematisch. Haben diese zusätzlichen zehn Prozent – 19 minus 9 – grundsätzlich auch Vorbehalte gegen Juden, nur eben ein bisschen weniger, sodass sie bei den Geschäften mit Juden nicht so rigoros antworteten – oder stimmen sie dieser Aussage über den Einfluss auf der Welt aus anderen Gründen zu? Die gleiche Frage stellt sich auch für den Unterschied von zum Beispiel den 9 Prozent, die keine Geschäfte mit Juden machen wollen, und den 20 Prozent, die sagen, der Zionismus diene der Vertreibung der Palästinenser: Haben diese zusätzlichen elf Prozent – 20 minus 9 – womöglich nur ein bisschen weniger Vorbehalte gegen Juden, sodass sie bei den Geschäften mit Juden nicht so rigoros antworteten – oder stimmen sie dieser Aussage aus anderen Gründen zu?

Ah, okay. Und welche komplexen Ergebnisse förderten die Untersuchungen am Ende zutage; welches Bild zeichnete sie?

Aus den vielen Antworten wurden anhand eines mathematischen Verfahrens diejenigen Personen zusammengestellt, die ähnliche Muster von Antworten auf all die abgefragten Themenbereiche gaben. Daraus ergaben sich drei Hauptgruppen von Personen, nämlich 1. „Rechte“ 2. „Israelfreunde“ und 3. „Palästinafreunde“.

„Rechtsstehende“ – 26 Prozent unserer Stichprobe – weisen konsequente und durchgängige Vorbehalte gegen Zionismus und Juden, mindestens genauso stark aber auch gegen Palästinenser und den Islam, auf. Sie halten relativ wenig von Menschenrechten, haben mäßig bis wenig Kenntnis des Konflikts – nur 28 Prozent der Gruppe hatten beispielsweise überhaupt je Kontakt zu Israelis und nur 22 Prozent zu Palästinensern – und ergreifen in diesem ihnen nicht sehr wichtigen Konflikt tendenziell Partei für Palästina anstatt für Israel.

„Israelfreunde“ – 31 Prozent unserer Stichprobe – ergreifen Partei für Israel, haben jedoch relativ wenige Kenntnisse vom Nahost-Konflikt. Beispielsweise hatten nur 20 Prozent der Gruppe jemals persönlichen Kontakt zu Israelis und nur 13 Prozent zu Palästinensern. Zudem bevorzugen sie überwiegend eine gewaltsame Behandlung des Konflikts. Diese Personen liegen sowohl bei den Fragen zu Antizionismus als auch bei der Einstellung gegen Palästinenser im Mittelbereich, bei Antisemitismus hingegen im unteren Bereich, verblüffenderweise jedoch mit höheren Werten als die „Palästinafreunde“.

Und diese schließlich, die „Palästinafreunde“ – 44 Prozent unserer Stichprobe – ergreifen überwiegend Partei für Palästina, sind teils für friedliche, teils für gewaltsame Konfliktlösung, schwanken zu einem großen Teil zwischen diesen beiden Polen, haben weder Vorbehalte gegen Juden noch gegen Palästinenser, halten die Menschenrechte hoch, sind mäßig bis stark antizionistisch und haben die größte Kenntnis des Konflikts. Beispielsweise haben 50 Prozent der Gruppe bereits einmal mit Israelis Kontakt gehabt und 38 Prozent mit Palästinensern.

Generell kann man diese drei Gruppen anhand zweier Eigenschaften sinnvoll auseinanderhalten: Leute mit vielen Vorbehalten gegen andere und wenig Interesse am Nahostkonflikt bilden die Gruppe der „Rechten“, Leute mit wenigen Vorbehalten gegen andere und viel Interesse am Nahostkonflikt bilden die Gruppe der „Palästinafreunde“ – und Leute schließlich mit einem mittleren Maß an Vorbehalten gegen andere und an Interesse am Nahostkonflikt bilden die Gruppe der „Israelfreunde“.


Rebellunion: Der Friedenswinter und Die Linke


Habe ich Sie richtig verstanden: Die, wie Sie sie nennen, „Israelfreunde“ sind laut den Befragungen antisemitischer als die „Palästinafreunde“?

Ja, so kam es heraus: Die „Israelfreunde“ in der deutschen Bevölkerung liegen in der Mitte zwischen den „Rechten“, die relativ viele Vorbehalte gegen Juden haben, und den „Palästinafreunden“, die wenige Vorbehalte gegen Juden haben.

Ähnlich verhält es sich bezüglich der Kenntnisse und der emotionalen Betroffenheit durch den Konflikt: Die „Israelfreunde“ liegen in der Mitte zwischen „Rechten“, die der Konflikt wenig interessiert, und den „Palästinafreunden“, denen der Konflikt persönlich nahe geht. Mit einem Wort: Die „Israelfreunde“ sind die laue Mitte.

Und wie erklären Sie sich das? Dass die Verteidiger und Beschützer Israels „antisemischer“ als ausgerechnet die „Palästinafreunde“, denen ja tagtäglich Antisemitismus testiert wird, sind?

Die „Palästinafreunde“ vertreten tatsächlich am deutlichsten die Auffassung, dass alle Menschen gleich sind. „Israelfreund“ zu sein kann dagegen mit der Einstellung einhergehen, dass Juden anders sind als andere Menschen. Wer diese Einstellung extrem hat, würde in dieser Studie als „Rechter“ eingruppiert werden. Aber in milderer Form denken auch „Nicht-Rechte“ solche Dinge, beispielsweise also, dass man Israel unterstützen muss, weil „wir“ „den Juden“ noch etwas schuldig sind. In einem solchen Gedanken – „wir“ und „die Juden“ – steckt ja eine große Verallgemeinerung, die genauso von Leuten gemacht würde, die ausdrückliche Vorbehalte gegen „die Juden“ haben. Solch Philosemitismus ist manchmal die Kehrseite von Antisemitismus.

Und was bedeutet ihr Ergebnis mit der „Gewaltbereitschaft“? Welches Bild zeichnete sich da im Detail?

Bei den „Palästinafreunden“ dominiert hier eine Einstellung, die weder bei „Rechten“ noch bei „Israelfreunden“ eine Rolle spielt: Ihre Ansicht darüber, ob der Nahostkonflikt friedlich oder gewaltsam lösbar ist, ist nicht eindeutig. Vielmehr liegt sie mehrheitlich auf der Kippe, nach dem Motto: Eigentlich sind wir gegen Gewalt, aber was bleibt den Palästinensern denn bei diesen andauernden israelischen Rechtsbrüchen und dem Mitläufertum unserer Politiker noch übrig als Gewalt? Dagegen ist die mehrheitliche Einstellung bei „Israelfreunden“, dass der Konflikt durch Israel mit Gewalt gelöst werden muss. „Israelfreunde“ haben dabei weniger Skrupel gegen Gewalt als „Palästinafreunde“.

Und wie verteilen sich diese drei Gruppen innerhalb der deutschen Parteienlandschaft?

Dazu kann die Studie tatsächlich auch etwas sagen, denn die Befragten sollten auch angeben, welche Partei sie als nächstes wählen würden.

Von den wenigen NPD-Anhängern waren 85 Prozent unserer Gruppe der „Rechten“ zuzuordnen – was zeigt, dass diese Klassifizierung auch passend ist–, 15 Prozent den „Israelfreunden“ und kein einziger den „Palästinafreunden“.

Die CDU-Anhänger teilten sich zu je einem Drittel in „Rechte“, „Israelfreunde“ und „Palästinafreunde“. Und bei den vier anderen hier vertretenen Parteien – SPD, FDP, Grüne, Linke –waren die „Palästinafreunde“ in der Mehrheit, am deutlichsten bei den Grünen mit 57 Prozent, gefolgt von der Linken mit 51 Prozent und dann der SPD und FDP mit je 45 Prozent.

„Rechte“ gab es überdies mit 13 Prozent am wenigsten bei den Grünen-Wählern und mit 36 Prozent am meisten bei der CDU, bei den anderen jeweils um 20 Prozent. „Israelfreunde“ gibt es bei allen Parteien um die 30 Prozent.

Insgesamt ist also die Anhängerschaft aller Parteien in dieser Frage tief gespalten.

Wenn ich das jetzt richtig verstehe, bedeutet das auch, dass bei den Wählern der Grünen und der Linken anteilig die wenigsten Antisemiten vorfindbar sind?

Ja, offenbar. Im Einzelnen: Der Anteil der „Rechten“ bei Wählern der Grünen 13 Prozent, der FDP 19 Prozent, der Linken 21 Prozent, der SPD 25 Prozent, der CDU 32 Prozent, der NPD 85 Prozent. Das war 2010, und ich sehe keinen Grund, warum sich das dramatisch geändert haben sollte.

Das widerspricht aber recht deutlich dem, was medial verbreitet wird…

So ist es. Denn die vermeintlich antisemitischen „Palästinafreunde“ sind in aller Regel jene, deren Denken am geringsten von antisemitischen Vorurteilen bestimmt ist.

Die Kluft zwischen Realität und dem, was Politik und die großen Medien propagieren, zeigt sich darüber hinaus darin, dass die offizielle Position, die behauptet, Israel würde zum Schutz der Menschenrechte und zur Ermöglichung einer friedlichen Lösung des Konfliktes unterstützt, in der realen Meinungswelt der Bevölkerung gar nicht vorhanden ist. Denn die jetzige Politik der israelischen Regierung verstößt in vielerlei Hinsicht gegen die Menschenrechte und lässt sich – und das wissen auch die Unterstützer Israels, wie unsere Ergebnisse zeigen – nur mit Gewalt durchsetzen. Die veröffentlichte Meinung ist in dieser Frage hohl und unglaubwürdig und agiert zudem gegen die Mehrheit der tatsächlichen Einstellungen in der Bevölkerung.

Und wie bewerten Sie es, dass trotz dieser Sachlage medial der „linke Antisemitismus“ als großes gesellschaftliches Problem thematisiert wird?

Nun, das ist wohl im Wesentlichen ein Propagandamärchen. Denn Meinungsverschiedenheiten zwischen der Minderheit der „Israelfreunde“ und der Mehrheit der „Palästinafreunde“ gibt es in der Anhängerschaft aller Parteien.

Die Linke diskutiert diese Fragen dank des Engagements einiger Menschenrechtsaktivisten jedoch am offensten. Und diesen Spiegel wollen sich die Führungen der anderen Parteien offenbar nicht vorhalten lassen und stellen ihrerseits die Linke als Sündenbock hin und sich selbst damit als „außenpolitisch reif“ dar; soll heißen, sie unterstützen Israel in seiner Missachtung elementarer Rechte der Palästinenser. Die Anhängerschaft von SPD und Grünen – und weniger ausgeprägt auch der CDU – unterstützt Israel aber in Wirklichkeit genauso wenig wie die der Linken – im Gegensatz zu ihren Parteiführungen.

Indem die großen Medien diesen angeblichen Antisemitismus, der sich bei „überzogener“ Kritik gegen Israel zeige, der Linken zuschreiben, stellen sie die Linke in die Böse-Buben-Ecke – Schlagwort „außenpolitisch unreif“ – und signalisieren gleichzeitig der Anhängerschaft der anderen Parteien, die dasselbe denken, „so zu denken gehört sich nicht“.

Ich bedanke mich für das Gespräch.


Rolf Verleger (Prof. Dr.) ist Psychologe an der Universität Lübeck. Während seiner Mitgliedschaft im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland 2005-2009, als Delegierter Schleswig-Holsteins, setzte er sich von der unkritischen Unterstützung Israels durch die deutsche jüdische Gemeinschaft ab. Er schrieb unter anderem das Buch „Israels Irrweg. Eine Jüdische Sicht„.


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