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18. Dezember 2017
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Worin unterscheidet sich Papst Franziskus von Oskar Lafontaine?

Veröffentlicht in: Aktuelles, Friedenspolitik, Militäreinsätze/Kriege, Privatisierung öffentlicher Leistungen

Bei der Beantwortung dieser Frage muss ich ausgesprochen vorsichtig sein. Denn Kritik an Franziskus ist weitgehend untersagt. Dennoch hier die Antwort: Der Papst umarmt Präsident Obama, obwohl an dessen Händen das Blut der Drohneneinsätze klebt. Oskar Lafontaine kritisiert diese Drohneneinsätze scharf. Siehe unten die Lafontaine-Kolumne Nr. 3. – Aus meiner Sicht sind auch die Äußerungen des Papstes in Kuba im Vergleich mit seinen Äußerungen in den USA fragwürdig. Papst Franziskus hat den kubanischen Staatspräsidenten Castro kritisiert – siehe Foto aus der FAZ – weil dieser die Kritik des Papstes an der unsozialen Wirtschaftspolitik in eine sozialistische Kapitalismuskritik umgedeutet habe. Hat der Papst in den USA dann wenigstens darauf gedrängt, dass die Sanktionen gegen Kuba, unter denen dort viele Menschen leiden, auch wirklich und nicht nur laut öffentlichen Deklarationen aufgehoben werden? Albrecht Müller.

Die kubanische Botschaft in Berlin hat vor einigen Tagen ein Papier [PDF – 627 KB] veröffentlicht, das aus kubanischer Sicht belegt, dass den Worten bisher nur wenige Taten gefolgt sind. Wenn das der Wirklichkeit entspricht, dann haben wir es hier mit einer infamen Strategie zu tun: der Öffentlichkeit, vor allem der westlichen Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, die USA seien im Umgang mit dem kubanischen Volk ziviler und human geworden. Tatsächlich müssen wir jedoch eine Art von Window-Dressing feststellen.

Wichtige Teile dieses kubanischen Berichtes werden wir in den nächsten Tagen übersetzt haben und in der NachDenkSeiten veröffentlichen.

Hier die Oskar Lafontaine Kolumne Nr. 3

Obama privatisiert das Töten

Mehr als 60 Drohnen hat das US-Militär derzeit weltweit rund um die Uhr in der Luft, mehr als 3.000 Menschen sind den Drohnenangriffen bereits zum Opfer gefallen, darunter viele unschuldige Menschen. Das reicht den USA noch nicht, sie wollen mehr. Mitte August hat der US-amerikanische Kriegsminister (in den Propagandamedien heißt er Verteidigungsminister) Ashton Carter angekündigt, dass die Zahl der militärischen Drohnenflüge bis zum Jahr 2019 um 50 Prozent erhöht wird. Einen Teil der Drohnenflüge sollen künftig private Firmen wie der Drohnenhersteller General Atomics übernehmen. General Atomics kann dann am Bau der Drohnen, an der Ausbildung der Piloten und der Übernahme eigener Drohnenflüge verdienen. Die USA privatisieren den Krieg, ein blutiges Geschäft.

Während sich „Friedensnobelpreisträger“ Obama für den Truppenabzug aus dem Irak und die Reduzierung der Truppenstärke in Afghanistan feiern lässt, bleibt festzustellen:  Von einem echten Abzug der Amerikaner kann gar keine Rede sein. Die US-Regierung hat ihre Soldaten nur gegen die Angestellten privater Sicherheitsfirmen ausgetauscht. Allein in Afghanistan sind heute nach Informationen des US-Kongresses mehr als 100.000 Beschäftigte von US-„Sicherheitsfirmen“ im Einsatz.

Eine wichtige Rolle in diesem Drohnenkrieg spielt die Airbase im rheinland-pfälzischen Ramstein. Das hat auch der frühere US-Drohnenpilot Brandon Bryant bestätigt. Bei Einsätzen in Pakistan und im Jemen war er mit der Airbase immer über ein Glasfaserkabel verbunden. Von dort würden die Steuerungssignale über Satellit an die Drohnen übertragen, sagt er. Und die Regierung Merkel-Gabriel? Schaut einfach weg, wenn von deutschem Boden aus unschuldige Menschen ermordet werden. Am Wochenende demonstrieren auch in Ramstein viele gegen diesen blutigen Drohnenkrieg.

Anmerkung A.M: Zu Orten und Terminen der Demonstration siehe hier auf der Webseite ramstein-kampagne.eu.

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