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ARD-DeutschlandTrend Juni 2008: Deutschland am Rande der Depression

Veröffentlicht in: Bundesregierung, Demoskopie/Umfragen, Erosion der Demokratie

Der ARD-DeutschlandTrend im Juni zeigt die Bundesbürger im Stimmungstief: Jeder Zweite fürchtet den wirtschaftlichen Abstieg, jeder Dritte hat große Finanzsorgen, und das Vertrauen in die Demokratie schwindet. Union und vor allem die SPD sinken in der Folge auf ein Rekordtief. Diese Umfrageergebnisse sollte man sich genauer anschauen. Wolfgang Lieb

  • 72 % sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden.
  • 66 % haben wenig Vertrauen in die Bundesregierung, 81% wenig Vertrauen in die Politik und noch weniger (82%) vertrauen den Parteien.
  • 52% (!) sind mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden.
  • 43% schätzen ihre wirtschaftliche Lage in 10 Jahren schlechter ein. In der Unterschicht und unteren Mittelschicht, der sich 35% zurechnen, sind es gar 55%, die ihre Zukunft schlechter sehen.
  • Jeder Dritte erklärt, dass er sich derzeit große Sorge um seine finanzielle Situation macht.
  • 78% meinen, dass sie am Wirtschaftsaufschwung nicht teilnehmen.

Dass die Regierungsparteien weiter an Zustimmung verlieren, ist deshalb nicht erstaunlich:

Die genaue Auswertung der Umfragen seit der Bundestagswahl 2005 zeigt den Zusammenhang zwischen den Verlusten der Regierungsparteien und den finanziellen Alltagssorgen der Bürger. Besonders groß ist der Anteil derer, die einen wirtschaftlichen Abstieg befürchten, unter ehemaligen Unions-Wählern, die im Moment angeben, gar nicht wählen zu wollen, und unter denen, die von der SPD zur Partei „Die Linke“ gewandert sind.

Die CDU hat demnach seit der letzten Bundestagswahl 2,4 Millionen Wähler verloren, der SPD sind sogar 6,2 (!) Millionen Wähler verloren gegangen, und zwar gerade von den Menschen, die ihre wirtschaftliche Situation negativ einschätzen.

Fazit: Die Umfrage stellt die Wahrnehmung einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft fest. Was besonders bedrohlich ist: Es gibt den „stabilen Trend“ einer Zunahme und einen Höchststand an Unzufriedenen mit dem Funktionieren der Demokratie.

Da kann also die Regierung sich noch so sehr den Aufschwung zuschreiben und die SPD noch so oft über die Erfolge ihrer Reformpolitik jubeln, die Mehrheit der Menschen spürt, dass sie vom Aufschwung nichts hat, sondern dass sich durch die „Reformen“ ihre Situation eher verschlechtert hat und weiter verschlechtern wird.

Die Enttäuschung und die Empörung darüber entwickeln sich mehr und mehr zu einer Gefährdung für die Demokratie in unserem Lande.

Quelle: tagesschau.de

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