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Aus aktuellem Anlass und weil der Vorgang uns alle betrifft: Ein paar Unterlagen für Ihre Meinungsbildung zu Clinton, Sanders und Trump.

Veröffentlicht in: USA, Wahlen

Es tagt der Nominierungskongress der US-Demokraten. Bernie Sanders hielt eine viel beachtete Rede (1), für Clinton mit „Bedingungen“ und gegen Trump. Michael Moore erklärt (2), dass Trump gegen Clinton gewinnt und findet das schlimm. Andere (3) finden das nicht schlimm. Und der Wahlkampfmanager von Clinton weiß (4), dass die Russen hinter den Leaks der E-Mails der Demokratischen Partei zulasten von Sanders stecken. Dazu jeweils Dokumente. Zu Ihrer gefälligen Bedienung. Albrecht Müller.

In den Hinweisen des Tages fanden Sie heute schon eine Reihe von Tipps zu verschiedenen Artikeln zum Thema. Hier folgen ein paar weitere Dokumente:

  1. Die Rede von Bernie Sanders am 25.7.2016
    Dazu eine kleine Inhaltsangabe:

    • Sanders bezeichnet die Voten für ihn als Voten für eine Revolution. Wir wollen eine Revolution „to transform“ Amerika und diese Revolution wird anhalten.
    • Viele sind enttäuscht darüber, dass er nicht nominiert wurde. Am meisten „ich selbst.“
    • Der Kampf des Volkes für eine Regierung, die für alle da ist, geht weiter. Ich werde auch künftig für euch kämpfen.
    • Es geht bei der Wahl nicht um das, was die Medien sagen. Es muss um die Bedürfnisse (needs) der Menschen gehen und um ihre Zukunft.
    • Er weist auf die grassierende Armut hin. Auch darauf, dass die junge Generation weniger gut leben wird als ihre Eltern, wenn wir so weitermachen.
    • Er nennt Daten für die ungerechte Einkommensverteilung.
    • Er lobt Obama, weil er die USA aus der Rezession der Finanzkrise herausgeholt hat. Aber es muss mehr getan werden.

    Die Unterstützung für Hillary Clinton garniert er mit einer Reihe von inhaltlichen Positionen, die sie aus seiner Sicht akzeptiert und übernommen hat. Von einer Zusammenfügung der Plattformen ist die Rede. Sanders Formel dafür: „She understands“. Clinton hat verstanden,

    • Dass der Mindestlohn angehoben werden muss.
    • Dass in die Infrastruktur neu und viel investiert werden muss.
    • Dass es nicht so weitergehen kann mit dem Kauf von Wahlen und Parteien, mit dem Einfluss des großen Geldes auf die Politik.
    • Dass für Umwelt und gegen den Klimawandel mehr getan werden muss.
    • Dass die USA eine Transformation der Energiesysteme brauchen.
    • Dass der Zugang zu öffentlichen Colleges und Universitäten weiter geöffnet werden muss.
    • Dass die Gesundheitsversorgung für viel mehr Menschen gesichert werden muss.
    • Usw.

    Anmerkung: Wir werden sehen, was es in der Praxis heißt, Hillary Clinton habe verstanden.

  2. Michael Moore erklärt, warum Trump Präsident werden wird
    Michael Moore bedauert das.
  3. Eine Leserin der NachDenkSeiten weist auf eine Reihe von anderen Einschätzungen hin. Wir geben Ihre Mail einschließlich der Links auf die anderen Einschätzungen im Folgenden ohne eigene Kommentierung hier wieder:

    Zur Ergänzung zum Thema Trump/Clinton:

    Auch in Robert Parrys Analysen/Consortiumnews schnitt Clinton im Vergleich zu Trump immer schlecht ab. Ich hatte den Eindruck gewonnen, Clinton gilt als der Super-GAU. Und William Blum, einer der berühmtesten US-Dissidenten und ausgewiesener Kenner der US-Außenpolitik (u.a. Autor von: Killing Hope, Zerstörung der Hoffnung. Globale Operationen der CIA seit dem 2. Weltkrieg), hat sich bereits am 11. März  2016 auf seinem Blog für Trump ausgesprochen. Hier ein Ausschnitt:

    „Wenn die amerikanische Präsidentschaftswahl mit Hillary Clinton gegen Donald Trump endet und mein Pass konfisziert ist, und ich bin irgendwie GEZWUNGEN den einen oder anderen zu wählen, oder ich werde dafür BEZAHLT,  gut bezahlt … Ich würde für Trump stimmen.

    Meine Hauptsorge ist die Außenpolitik. Die amerikanische Außenpolitik ist die größte Bedrohung für den Weltfrieden, für den Wohlstand und für die Umwelt. Und wenn es um Außenpolitik geht, ist Hillary Clinton eine entsetzliche Katastrophe. Vom Irak und Syrien zu Libyen und Honduras ist die Welt ihretwegen zu einem viel schlechteren Platz geworden; und zwar in einem Ausmaß, dass ich sie eine Kriegsverbrecherin nennen würde, die strafrechtlich verfolgt werden sollte. Und nicht viel Besseres ist von dieser Frau in der Innenpolitik zu erwarten, der Goldman Sachs – eine der reaktionärsten, anti-sozialsten Unternehmen in dieser traurigen Welt – $ 675.000 für vier Reden bezahlt hat und an politischen Spenden in den letzten Jahren sogar noch mehr. Hinzu kommt Hillarys Bereitschaft, für sechs Jahre im Vorstand von Walmart zu dienen, während ihr Mann Gouverneur von Arkansas war. Können wir das Verhalten von Konzernen ändern, indem wir ihr Geld nehmen? 

    (…)

    Und Herr Trump? Er ist viel mehr Kritiker der US-Außenpolitik als Hillary oder Bernie. Er spricht von Russland und Wladimir Putin als positive Kräfte und Verbündete, und es wäre viel weniger wahrscheinlich, dass er in den Krieg gegen Moskau zieht, als es bei Clinton der Fall ist. Er verkündet, dass er „unparteiisch“ wäre, was die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts anbelangt (im Gegensatz zu Clintons unbegrenzter Unterstützung Israels). Er lehnt es ab, Senator John McCain, weil er gefangen genommen wurde, einen „Helden“ zu nennen. (Welcher andere Politiker würde es wagen, so etwas zu sagen?)

    Er nennt Irak „ein Desaster“, verurteilt nicht nur George W. Bush, sondern auch die ihn umgebenden Neokonservativen. „Sie haben gelogen. Sie sagten, es gab Massenvernichtungswaffen, und es gab keine. Und sie wussten, dass es keine gab. Es gab keine Massenvernichtungswaffen.“ Er stellt sogar in Frage, dass  „Bush für unsere Sicherheit gesorgt hat „, und fügt hinzu „Ob Sie Saddam mögen oder nicht, er hat Terroristen getötet.“

    Ja, er (Trump, d.Verf.) ist persönlich widerwärtig. Es wäre sehr schwer für mich, sein Freund zu sein. Wen interessiert das?“

    (…)

    Hier das Original:

    The Anti-Empire Report #144

    By William Blum – Published March 11th, 2016

    American exceptionalism presents an election made in hell

    Weiter im Mail der NDS-Leserin:

    Bernie Sanders hat übrigens früher schon sehr fragwürdige Entscheidungen getroffen, vorsichtig formuliert. Hier der Ausschnitt eines Interviews mit Jeremy Scahill in Democracy Now, in deutscher Übersetzung:

    Unerzählte Fakten über Sanders & Clinton in drei Minuten

    Im folgenden Video spricht Jeremy Scahill  mit Amy Goodman von “Democracy Now!” über die Militär- und Außenpolitik von Bernie Sanders und Hillary Clinton. In diesem Interview werden Fakten hervorgebracht, welche in den Massenmedien kein Gehör finden.

    Diese Fragen und noch viele mehr werden im folgenden Video besprochen:

    • Wie standen die Kandidaten zu Kriegseinsätzen und dem Einsatz von Drohnen in der Vergangenheit?
    • Inwieweit waren Hillary Clinton und Bernie Sanders an den “Regime-Changes” der Vergangenheit involviert?
  4. Zum Schluss noch der Link auf einen Spiegelonline Artikel über Vermutungen darüber, wer Auftraggeber und Arrangeur des Leckenlassens der E-Mails von Frau Clinton sein könnte. Wir können es uns denken und der Wahlkampfmanager von Frau Clinton weiß es: die Russen waren’s, wer denn sonst. Insgesamt ein absurdes Theater:

    „Hillary Clintons E-Mail-GAU: Die Spur führt nach Moskau“

    Hintergründig geht es bei der Debatte um den gehackten Parteiserver um eine fast schon geopolitische Auseinandersetzung. Das Clinton-Lager streut, russische Geheimdienste und womöglich sogar Präsident Wladimir Putin könnten hinter dem Diebstahl der E-Mails und ihrer Veröffentlichung stecken. Recherchen von „Experten“ hätten dies ergeben, behauptet Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook, ohne öffentlich in die Details zu gehen.

    Sehr ausführlich spricht er dafür über das angebliche Kalkül: Moskau, so der Clinton-Mann, wolle Trump helfen, weil er gegenüber Russland eine weichere Linie fahre als seine Konkurrentin.

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