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Nachtrag zu Joschka Fischers Außenansicht bei der Süddeutschen Zeitung

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Strategien der Meinungsmache

Einer unserer großartigen Leser machte mich darauf aufmerksam, dass zu meiner Kommentierung des Textes von Fischer ( Vom Pflasterstrand links unten über das Außenministerium nach rechts oben bis zum Rüstungslobbyisten: Joschka Fischer ) dessen Auftritt bei der Rede des russischen Präsidenten Putin im Deutschen Bundestag am 25.9.2001 passen würde. Nach kurzer Recherche fand ich diesen Ausschnitt in meinem Archiv. Albrecht Müller.

Außerdem gab es in den NachDenkSeiten am 17. Februar 2016 einen einschlägigen Artikel: Russlands Präsident hat schon 2001 im Deutschen Bundestag angeboten, die Potenziale Russlands mit denen der anderen Teile Europas zu vereinigen.

Dieser Artikel begann so:

„Diese Botschaft löste entsetzte, jedenfalls nachdenklich uninteressierte Gesichter auf der Regierungsbank aus. Hier sehen Sie den damaligen Außenminister Joschka Fischer und den Innenminister Schily. Sie sehen aus, als sei ihnen nicht ein zukunftsfähiges Angebot sondern eine Schreckensnachricht übermittelt worden.
Fischer und Schily wissen offenbar mehr. Vermutlich weiß Joschka Fischer von seiner Freundin Albright, der damaligen US Außenministerin und Freundin der heutigen Bewerberin um die Präsidentschaft, Hillary Clinton, dass die USA keine Stärkung Europas und deshalb auch keine enge Zusammenarbeit mit Russland wollen. Man muss sich die Rede Putins anhören oder nachlesen, und die entsetzten Gesichter sehen, um die heutige Politik und damit die Ursachen der Kriegsgefahr verstehen zu können.“

In dem Artikel vom 17. Februar 2016 finden Sie auch die Links zur Rede Putins als Video und als Text.

Ich habe an diesen früheren Vorgang und vor allem an die Rede Putins nochmals erinnert, weil damit die Widersprüchlichkeit und Verlogenheit des Textes von Fischer in der Süddeutschen Zeitung vom 9. Januar 2017 grell beleuchtet wird.

Der gesamte Vorgang von damals bis heute bringt eine Kette von Erkenntnissen über die Unabhängigkeit und Abhängigkeit unseres Spitzenpersonals. Sowohl der Auftritt Fischers bei der Rede Putins wie auch sein Beitrag für die Süddeutsche Zeitung fast 16 Jahre später sind deutliche Zeichen dafür, dass dieser Außenminister im Interesse einer anderen Regierung gearbeitet hat. Als Schröder und Fischer im Oktober 1998 nach gewonnener Bundestagswahl und vor der Wahl zum Bundeskanzler und zum Vizekanzler nach Washington reisten und dort als Eintrittsbillett die Zustimmung der neuen, noch zu wählenden rot-grünen Regierung zum Bundeswehreinsatz im Jugoslawien Krieg hinterließen, wurde vermutlich alles schon ausgedealt.

Wenn Sie die Reaktion Fischers auf das Angebot Russlands zur Zusammenarbeit aus dem Jahr 2001 konfrontieren mit den Aussagen von Fischer im Süddeutschen Zeitung-Artikel, dann können Sie ermessen, in die Hände welcher Charaktere unser Volk geraten ist. In dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 9. Januar behauptet Fischer:

„In Moskau wird Außenpolitik nicht als Win-Win-Spiel betrachtet (beide gewinnen), sondern als Null-Summen-Spiel (ich gewinne, du verlierst).“

Und dann kommt die für unsere heutige Situation schlimme Folgerung von Fischer:

„Deshalb geht auch für ein solches Denken nationale militärische Stärke und Einflusszone immer vor kooperativer Sicherheit.“

Der ehemalige Bundesaußenminister schreibt also bewusst die Unwahrheit. Und die Süddeutsche Zeitung druckt das.

P.S.: Ein Leserbrief zu dem Artikel über Fischers Text in der Süddeutschen Zeitung sei hier noch angefügt.

Er enthält nicht nur Bemerkungen zu meinem Text sondern auch einen Hinweis auf die Rolle der ehemaligen US-Außenministerin Albright und die enge Verbindung zwischen ihr und Joschka Fischer:

Lieber Albrecht Müller, 

vielen vielen Dank für diesen Kommentar. Auf die von Ihnen kommentierte Art und Weise habe ich es nun auch „geschafft“, den hetzerischen Artikel von Joschka Fischer in der Süddeutschen zu lesen, ich hatte den Artikel gestern bereits entdeckt, mich aber bisher nicht motivieren können, weil ich schon vorherahnte, was darin ungefähr stehen würde und ich hätte mich wieder furchtbar aufgeregt. Ich kann mir wirklich schöneres vorstellen. Aber auf diese lobenswerte Art und Weise haben Sie mir quasi „über die Straße geholfen“, ich danke Ihnen dafür! Der „Direktkommentar“ macht es möglich, sogar Artikel, die sonst Bauchschmerzen bereiten würden, zu Gemüte zu führen. Man fühlt sich beim Lesen nicht so allein unter all den Atlantikern, die sich ihre „Wahrheiten“ für deren interventionistische Absichten zurechtbiegen… Speziell der „Pseudo-Sponti“ Joschka, der den Schoß von Madeleine Albright wohl nie wieder verlassen hat. …. 

Herzlichen Gruß 
C. G. 
München

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