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Was für einen ausgemachten Quatsch unser Spitzenpersonal erzählt. Beispiel Stuttgart 21

Verantwortlich:

Mit dem Projekt werde Europa von Frankreich über die Slowakei bis auf den Balkan verbunden, meint unsere Bundeskanzlerin. – Als ich 1960 bis 1963 in München studierte, konnte ich von dort wie auch von zuhause, von Heidelberg oder Mannheim, bis nach Split mit dem Zug fahren, und von München aus auch nach Istanbul. Züge fuhren vom Balkan bis nach Dortmund. Dazu bedurfte es keines „Stuttgart 21“. – Und heute erzählt uns diese Agitations-Type aus Mecklenburg-Vorpommern, man brauche „Stuttgart 21“, um den Weg zum Südosten Europas zu finden. Hier werden die Menschen veräppelt, noch dazu auf absolut üble und dumme Weise. Weil es so eingängig ist, glauben es vermutlich die strammen Anhänger von Frau Merkel. Von Paris über Stuttgart bis nach Bratislava! Wie viele 1000 im Jahr machen das? Albrecht Müller

Entschuldigen Sie bitte meine harte Sprache. Aber ich finde es einfach nicht mehr zum Aushalten, für wie blöd uns unsere Führungsmannschaft hält.
Näheres zur Einlassung von Bundeskanzlerin Merkel finden sie hier. Zugleich verbunden mit der Frage an den SWR, wie man einen solchen Quatsch senden kann:

Mainz/Stuttgart Merkel spricht sich erneut für Stuttgart 21 aus
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erneut Position für Stuttgart 21 bezogen. Das Projekt sei “nicht irgendein Bahnhof in irgendeiner Stadt”. Auf dem Landesparteitag der rheinland-pfälzischen CDU sagte sie am Samstag, Stuttgart 21 sei “ein europäisches Projekt, das auch im europäischen Parlament abgestimmt wurde”.
Mit dem Projekt werde Europa von Frankreich über die Slowakei bis auf den Balkan verbunden. Man könne in Europa nicht zusammenarbeiten, wenn man seine Politik danach ausrichte, “wie viele Menschen gerade auf der Straße stehen”, sagte Merkel mit Blick auf die Proteste gegen das Bahnprojekt. Das Projekt sei 16 Jahre lang diskutiert worden, “da kann man wirklich nicht sagen, das war zu kurz”. Deutschland müsse nun zeigen, dass es “zuverlässig” sei.
Quelle: SWR

Bei Stuttgart 21 demonstrieren die herrschenden Kreise und die meinungsführenden Medien auch, dass sie die Methoden der Meinungsmache mit der Muttermilch aufgesogen haben: man verbreitet die Botschaft B, um die Botschaft A zu fördern. Ein einschlägiges Beispiel dafür liefert SpiegelOnline mit seinem Beitrag vom 25. September 2010, 10:22 Uhr:

Bahn-Prestigeprojekt
“Stuttgart 21″-Einsatz schwächt Landespolizei

“Das ist brandgefährlich”: Die Proteste gegen das Bahnprojekt “Stuttgart 21″ führen zu Personalengpässen bei der Polizei in Baden-Württemberg – zu viele Kräfte sind nach SPIEGEL-Informationen in der Landeshauptstadt gebunden, im Rest des Landes fehlen sie. Das rächte sich beim Amoklauf von Lörrach.
Hamburg – “Die Demonstrationen sind eine ungeheure Belastung für die Beamten, die aus ganz Baden-Württemberg zusammengezogen werden müssen”, erklärt Konrad Freiberg, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Durch den Dauereinsatz in Stuttgart werde “die Präsenz der Polizei in anderen Regionen des Flächenlandes erheblich reduziert”, warnt Freiberg, “das ist brandgefährlich”.
Welche Risiken die ausgedünnte Personaldecke birgt, hat sich etwa bei dem Amoklauf in Lörrach am vorletzten Wochenende gezeigt, bei dem vier Menschen starben: Die Polizisten, die zuerst am Tatort eintrafen, waren ein Sachbearbeiter aus dem Innendienst, der aus Personalmangel im Sonntags-Spätdienst eingesetzt war, sowie ein sogenannter Polizeifreiwilliger, der ehrenamtlich in seiner Freizeit den Polizeidienst unterstützt und dafür eine kurze Ausbildung durchlaufen hat.“
Quelle: SPIEGEL Online

Die Demonstranten von Stuttgart sind also auch noch schuld an den Toten beim Amoklauf von Lörrach. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Freiberg stützt den Verdacht.
Ganz klar: mit der Botschaft B – die baden-württembergische Polizei kann nicht einmal mehr das Notwendige erledigen – wird transportiert, dass Demonstrationen gegen Stuttgart 21 unangebracht und sogar schädlich sind, und dass Stuttgart 21 ein gutes Projekt ist.

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