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Die weitere Beschäftigung mit dem Thema lohnt sich. Es gibt Einblicke in Verkaufsmethoden der Finanzwirtschaft, in die Rolle der PR und die nervöse Reaktion auf aufklärende Stücke in unseren Massenmedien. Deshalb setzen wir die Serie zum Thema und hier und hier und hier fort. Heute mit einem Offenen Brief von Christoph Lütgert/Panorama an Maschmeyer, mit einer Dokumentation von Finanztest und dem Hinweis auf eine interessante Zeitungsbeilage zu Gunsten von AWD mit der Information über eine Eigenkapitalrendite AWDs von 47,6 % im Jahr 2007. Albrecht Müller.

Der Stein des Anstoßes, die Sendung “Der Drückerkönig und die Politik” können Sie hier anklicken. Maschmeyer ist dagegen juristisch vorgegangen und betreibt jetzt verstärkt PR. Dazu der offene Brief in Anlage 1.

Finanztest/Stiftung Warentest hat schon des Öfteren über die Methoden von AWD berichtet. Die Erfahrungen sind in einer Dokumentation zusammengestellt. Siehe dazu Anlage 2. Als Fußnote sei hier anzumerken, dass es von Finanztest leider nicht nur solche hilfreichen Dokumentationen sondern auch sehr fragwürdige Lobeshymnen auf verschiedene Sorten der Riester-Rente gibt. Wir haben dies in den NachDenkSeiten bisher deutlich kritisiert. Siehe zum Beispiel hier.

Wir hatten schon des Öfteren berichtet, wie Maschmeyer die Umstellung der Altersvorsorge in Richtung staatlich geförderter privater Vorsorge beurteilt hat. Er sprach davon, wie auf einer „Ölquelle“ zu sitzen. Siehe hier:

„Nach der Verlagerung von der staatlichen zur privaten Altersvorsorge stehe die Finanzdienstleistungsbranche «vor dem größten Boom, den sie je erlebt hat», sagte Maschmeyer. «Sie ist ein Wachstumsmarkt über Jahrzehnte.» Noch sei noch nicht überblickbar, wie sich der Anstieg der privaten Altersvorsorge im Detail ausgestalte. «Es ist jedoch so, als wenn wir auf einer Ölquelle sitzen», sagte Maschmeyer. «Sie ist angebohrt, sie ist riesig groß und sie wird sprudeln.»“

Quelle vom 8.6.2005: Netzeitung

Drei Jahre später hat Maschmeyer/AWD die Auswirkungen „überblicken“ können. In einer PR-Beilage von GGMS im Rheinischen Merkur vom 18.11.2008, die sich freundlich mit AWD beschäftigt, und die wir teilweise in Anlage 3 dokumentieren, steht zu lesen:

„Im Jahr 2007 erzielte AWD Rekord-Umsatzerlöse von 762,4 Millionen Euro und erreichte mit 57,4 Millionen € den höchsten Jahresüberschuss seit Unternehmensgründung. Die Profitabilität des Unternehmens erreichte mit einer Eigenkapitalrendite (ROE) von 47,6 Prozent erneut ein herausragendes Niveau und belegte die hohe Werthaltigkeit des Geschäftsmodells.“

Näheres über das Geschäftsmodell erfahren wir im Film von Panorama wie auch in der Dokumentation von Finanztest/Stiftung Warentest. Wir als Steuerzahler und auch die Riester-/Rürup-Rentner sollten immer beachten, dass wir mit unseren Steuern die Förderung der Riester- und der Rürup-Rente und die hohen Provisionen und anderen Verdienste der Finanzdienstleister, der Banken und Versicherungen bezahlen. Von nix kommt nix.

Teil 2 der Ausschnitte aus der Beilage im Rheinischen Merkur zeigt übrigens auch wieder einmal, wie verlogen die Behauptung von Walter Riester ist, er habe keine Werbung für AWD betrieben. Die Zeitungsbeilage ist eine bezahlte Werbung für AWD. Dort kommen Riester und Rürup zusammen mit Maschmeyer, alle drei kräftig lachend, groß raus.

P.S.: An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich für die vielen Hinweise bedanken. Den Hinweis auf den Rheinischen Merkur zum Beispiel und dessen Beilage verdanke ich einem Pädagogen in meiner Nähe. Andere Informationen zum Thema werden wir in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Anlage 1
Offener Brief von Christoph Lütgert/Panorama an Dr. Maschmeyer

Sehr geehrter Herr Dr. Maschmeyer,

jetzt versuche ich es mit diesem offenen Brief, erneut mit Ihnen in Kontakt zu treten. Vielleicht wird daraus dann doch noch ein Dialog oder ein Streitgespräch. Denn, das sehen Sie doch vielleicht auch: Ihre bisherige Taktik hat nichts gebracht, und wir bleiben bei unserer Berichterstattung, dass Sie und Ihr AWD tausende Anleger ins Unglück gestürzt haben.

Ihr Medienanwalt Matthias Prinz hat mit seinen hektischen Aktivitäten unseren Film über den “Drückerkönig Maschmeyer” nur noch populärer gemacht. Jede Einstweilige Verfügung – und mag sie noch so abstrus sein – hat dem “Judge‘s Cut” unseres Filmes im Internet eine zusätzliche Pointe beschert. Für das geneigte Publikum lohnt es sich stets, unsere Reportage auf panorama.de anzuklicken. Denn dank Staranwalt Prinz gibt es immer was Neues.

Und damit, dass Gerhard Strate, der zweite Promi-Anwalt in Ihrem Auftrag, versucht hat, mein Privat- und Berufsleben auszuforschen, haben Sie, verehrter Dr. Maschmeyer in der Öffentlichkeit wohl auch nicht gerade punkten können. Mein Sender, der NDR, hat Strates langen Schnüffel-Brief in der gebotenen Kürze beantwortet. Sie, Herr Maschmeyer, sind jetzt genau so klug als wie zuvor. Und die Öffentlichkeit weiß, wozu Sie in Ihrem Einsatz gegen kritische Journalisten fähig sind.

War es Ihre eigene Eingebung oder die eine PR-Profis – jedenfalls wirkte Ihre jüngste Eingebung recht kurzatmig: Sie wollten sich zum Wohltäter à la Bill Gates aufspielen, kündigten Sie in einem Zeitungsinterview an, und Gutes tun. Dann, bitte sehr, richten Sie doch endlich mit Ihren vielen hundert Millionen einen Fonds ein, aus dem Sie Ihre AWD-Opfer entschädigen ? Das würde die Öffentlichkeit vielleicht überzeugen.

Noch eine ganz persönliche Frage: Was gilt denn nun: Ihre für mich fast schon schmeichelhafte Aussage in einem Zeitungs-Interview, die ARD -Reportage über den Drückerkönig Maschmeyer sei ganz allein das Werk des eifrigen Reporters Christoph Lütgert ? Oder gilt die Verschwörungs-Theorie Ihres früheren Sprechers Bela Anda, wir Filmemacher hätten im Auftrag und für Geld von AWD-Konkurrenten gegen den AWD agiert ?

Und wie, bitte schön, sollte ich Ihrer Familie nachstellen, wie Sie es ebenfalls in einem Interview bejammern, wenn ich Ihre Familie gar nicht kenne ? Ich weiß nicht, wie Ihre geschiedene Gattin aussieht, und auch Ihre Söhne habe ich nie gesehen. Veronica Ferres, der allerdings war ich ein- oder zwei mal ganz nahe. Nur wäre ich nie auf die Idee gekommen, sie zu den fragwürdigen Geschäften ihres aktuellen Lebensgefährten zu fragen.

Sehr geehrter Herr Dr. Maschmeyer, lassen Sie die Unwahrheiten und lassen Sie uns reden. Sie wissen genau, welche Fragen ich Ihnen in einem Interview stellen will. Mit der ständigen Behauptung, ich hätte Ihnen meine Fragen nie geschickt, machen Sie sich lächerlich, denn im Internet kann jeder meine Anfragen an Sie nachlesen. Und wenn Sie darüber hinaus weitere Auskünfte brauchen, dann klicken Sie doch folgenden Link an.

Da dokumentiert die unbestechliche Stiftung Warentest, was von jenem AWD-Vertriebssystem zu halten ist, das Sie, verehrter Dr. Maschmeyer, aufgebaut haben. Genau dazu wollte und will ich Sie fragen.

Also: Laufen Sie nicht immer weiter weg. Geben Sie sich einen Ruck und mir das seit Monaten erbetene Interview

Mit freundlichem Gruß

Christoph Lütgert

Anlage 2:

AWD: Finanztest dokumentiert AWD-Vertriebssystem
09.02.2011
Der Gründer der Finanz­dienst­leistungs­firma AWD, Carsten Maschmeyer, hat engste Kontakte zu wichtigen Politikern. Das hat der NDR in seinem Film „Der Drückerkönig und die Politik“ im Januar 2011 eindrücklich dargestellt. Auch Finanztest berichtet seit 15 Jahren über die Geschäfts­methoden des AWD. Auch das wollte Maschmeyer mehrfach verhindern. Finanztest hat jetzt alle Artikel zum AWD in einem 48-seitigen PDF zusammengefasst.
….

Anlage 3:
Ausschnitte aus einer Beilage zum Rheinischen Merkur vom 17.Nov. 2008:

Teil 1 enthält die zitierte Aussage zur Eigenkapitalrendite (ROE) von 47,6 %

Zitat: Aussage zur Eigenkapitalrendite
Rheinische Merkur Teil2

Teil 2 das berühmte Foto mit Riester und Rürup und dem segnenden Maschmeyer.

Bild: Riester, Rürup und Maschmeyer

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