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22. Dezember 2014
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Warum muss man die Fakten verfälschen

Verantwortlich:

So beginnt ein Brief von Heiner Flassbeck zu einem Artikel in der ZEIT: „Gefangen in der Sparfalle – Deutschland ist wieder wettbewerbsfähig. Doch drei Hindernisse blockieren den Aufschwung“ von Marc Brost und Wolfgang Uchatius.

Warum muss man die Fakten verfälschen, wenn man über die Lage der deutschen Privathaushalte schreibt. Sie wissen so gut wie ich, dass die Sparquote in Deutschland in den vergangenen Jahren nicht “deutlich gestiegen ist”. Hätten Sie Ihren Lesern dargelegt, dass sie von ihrem absoluten historischen Tiefstand von 9,2 (s. www.bundesbank.de [PDF – 24 KB]) auf lediglich 10,5 in 2004 gestiegen ist, statt mit dem internationalen Vergleich sofort von den Fakten abzulenken, hätte jeder gemerkt, dass die ganze Geschichte auf dem falschen Fuß steht. Hätten Sie ehrlicherweise noch darauf hingewiesen, dass die Sparquote während der 90er Jahre fast durchweg gefallen ist, hätte jeder Leser feststellen können, wie leider auch die ZEIT Geschichten “macht”. Hätten Sie dem Leser dagegen erläutert, dass der leichte Anstieg der Sparquote bei weitem nicht die andauernde Konsumschwäche in Deutschland erklären kann, wäre der Artikel ein echtes Highlight geworden. Hätten Sie gar darauf hingewiesen, dass dort, wo gespart wird, auch Schulden gemacht werden müssen, hätten Sie tatsächlich etwas zur Aufklärung des Volkes beigetragen. Aber ich weiss, darum geht es beim Journalismus heute ja nicht mehr.

Mit den besten Grüssen

Heiner Flassbeck

Quelle: DIE ZEIT

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