Mit der Veröffentlichung von 3,5 Millionen Dokumenten – Texte, Fotos, Videos, E-Mails etc. – aus den „Epstein-Akten“ hat das amerikanische Justiz-Department zum Teil schockierende Momente aus dem Leben zahlreicher „Mächtiger und Reicher“ publik gemacht. Eine Welle sensationeller Enthüllungen in den Medien wie auch so manche politische Erdbeben sind wohl unvermeidlich. Zugleich scheitern vorerst die Versuche, Russlands Geheimdienste als Drahtzieher des Skandals hinzustellen. US-Präsident Trump äußerte indessen, man soll die „Epstein-Akten“ langsam ad acta legen, weil es „wichtigere Dinge“ gebe. Eine neue Ausgabe der O-Töne. Von Valeri Schiller.
ABC News am 4. Februar 2026
Diese Bilder, die zwei der mächtigsten Männer Großbritanniens zeigen [Ex-Prinz Andrew und Ex-Diplomat Peter Mandelson – Anm. d. Red.], wurden letzte Woche vom US-Justizministerium veröffentlicht. Sie sind Teil der umfangreichen Veröffentlichung von 3,5 Millionen Dokumenten, bekannt als Epstein-Akten.
(Quelle: ABC News, ab Minute 0:36)
NZZ am 15. September 2025
„In den frühen Morgenstunden des 10. August 2019 wird Jeffrey Epstein tot in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in New York aufgefunden. Die offizielle Todesursache lautet: Suizid. Epstein soll sich mit Bettlaken von seinem Kajütenbett erhängt haben. Ein Bericht des Justizministeriums bestätigt diesen Befund 2023. Jedoch steht auch im Bericht, dass in der Haftanstalt viele Dinge schiefgelaufen sind. So hätten die Wachen alle 30 Minuten einen Rundgang machen sollen. In der Nacht von Epsteins Tod wurde dieser allerdings das letzte Mal um 22:40 Uhr gemacht. Dass Rundgänge nicht gemacht wurden, zeigt sich auch auf dem zehnstündigen Überwachungsvideo, das Justizministerin Pam Bondi im Juli 2025 deklassifiziert und veröffentlicht hat. Darauf ist zu sehen, dass die Mitarbeitenden ihren Posten nur selten verlassen. Die Gefängnisangestellten haben im Nachgang die Protokolle gefälscht, damit ihre Nachlässigkeit in den Rundgängen nicht auffällt.“
(Quelle: NZZ, ab Minute 0:30)
Großunternehmer Bill Gates am 4. Februar 2026
„Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich und ich entschuldige mich dafür. (…)
Es stimmt, dass ich nur bei Abendessen dabei war, nie auf der Insel war und keine Frauen getroffen habe. Je mehr ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass es die ganze Zeit ein Fehler war.“
(Quelle: Breaking911, ab Minute 1:08 und ab Minute 1:26)
Großbritanniens Premier Keir Starmer am 4. Februar 2026
„Mandelson [ehemaliger britischer Botschafter in den USA – Anm. d. Red.] hat unser Land, unser Parlament und meine Partei verraten. Mr. Speaker, er hat mein Team wiederholt belogen, als er vor seiner Ernennung zum Botschafter nach seiner Beziehung zu Epstein gefragt wurde. Ich bedauere, ihn ernannt zu haben. Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, wäre er niemals auch nur in die Nähe der Regierung gekommen.“
(Quelle: Reuters)
Polens Regierungschef Donald Tusk am 4. Februar 2026
„Immer mehr Kommentatoren und Experten gehen davon aus, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine geplante Operation des russischen KGB handelte. Diese sogenannte Honigfalle sollte die Eliten der westlichen Welt, vor allem die der Vereinigten Staaten, in Bedrängnis bringen. Das kann nur bedeuten, dass sie auch über kompromittierendes Material gegen viele noch heute aktive Führungspersönlichkeiten verfügen.“
(Quelle: FRANCE 24, ab Minute 0:29)
SkyNews am 4. Februar 2026
Korrespondent: „Der Name des russischen Präsidenten taucht über 1.000-mal in Epsteins Akten auf. Dies unterstellt keine Straftaten, und es gibt keine Beweise dafür, dass sie sich jemals getroffen haben. Aber es scheint, als hätte Epstein es gewollt. (…)
Wladimir Putin wird in diesen Akten erstmals substanziell erwähnt, und zwar ab September 2011. Ein anonymer Kontakt spricht von einem Treffen, das Epstein nach eigenen Angaben später im selben Monat arrangiert hat. Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass es tatsächlich stattfand, es gibt keine weiteren Details. Ab 2013 zeigen die E-Mails jedoch, dass er mehrere Versuche unternahm, Putin über den ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland zu treffen. (…)
Ein Jahr später, im Juli 2015, wird er erneut aktiv. In einer weiteren E-Mail an Jagland schreibt er: ‚Ich würde Putin immer noch gerne treffen und über Wirtschaft sprechen. Ich würde Ihre Unterstützung sehr schätzen.‘ Es folgen weitere Versuche in den Jahren 2016, 2017 und schließlich 2018. Im Juni 2018 kommt eine weitere kurze E-Mail an Jagland: ‚Würde Putin sehr gerne treffen.‘“
(Quelle: SkyNews, ab Minute 0:05 und ab Minute 1:01 und ab Minute 2:34)
Marija Sacharowa, Pressesprecherin des Außenministeriums Russlands, am 4. Februar 2026
„In den sogenannten Epstein-Akten, in denen kürzlich 3,5 Millionen Dokumente veröffentlicht wurden, sehen wir Videos und Fotos von ebendieser westlichen Elite, die dies eindeutig beweisen. Jetzt wissen wir, wie die westliche Elite mit Kindern umgeht, auch mit ihren eigenen. Nun, heute ist ihnen das wahrscheinlich egal. Urteilen Sie selbst, was sie mit ihnen machen. Was erwarten Sie von denen, die jahrelang, jahrzehntelang Kinder missbraucht und verdorben haben, und das buchstäblich am Fließband? Dazu gehören sowohl immer neue minderjährige Opfer dieser Verderbtheit als auch Erwachsene, die deren politische Karriere vorantreiben wollen. Das sind die Personen, die hinter dem Kiewer Regime stehen.“
(Quelle: TASS)
Welt-Herausgeber Ulf Poschardt am 3. Februar 2026
„Wenn das nicht passiert und wenn nicht juristisch ermittelt wird, dann allerdings, glaube ich, ist der Vertrauensverlust in Eliten und die Mächtigen und die Reichen groß. Ich möchte nur noch mal sagen, die sexuelle Gewalt gegen Kinder hat leider viele Wurzeln, auch in der Bundesrepublik. Odenwaldschule, die Grünen, ich muss es einfach sagen, die haben erst in den 80er-Jahren damit gebrochen. Und wir müssen das alles aufklären, und ich hoffe sehr, dass die amerikanische Justiz dazu getrieben wird. Ich hoffe sehr, dass Donald Trump nicht nur von den Demokraten, sondern auch von seinen eigenen Leuten dazu getrieben wird. Und ich finde, niemand darf straffrei hinwegkommen, wenn klar ist, dass er sich schuldig gemacht hat, egal wie reich und wie mächtig er ist.“
(Quelle: WELT, ab Minute 5:44)
US-Präsident Donald Trump am 4. Februar 2026
Korrespondentin: „Haben Sie die neuen Akten gelesen, die vom Justizministerium veröffentlicht wurden?“
Trump: „Ich bin mit vielen Dingen beschäftigt. (…)
Ich denke, es ist wirklich an der Zeit, dass sich das Land anderen Themen zuwendet. Jetzt, wo nichts über mich ans Licht gekommen ist, außer dass Epstein und andere Leute eine Verschwörung gegen mich angezettelt haben, denke ich, es ist an der Zeit, dass sich das Land anderen Dingen zuwendet. (…)“
Korrespondentin: „Was würden Sie den Menschen sagen, die das Gefühl haben, dass sie keine Gerechtigkeit durchgesetzt haben, Herr Präsident?“
Trump: „Sie sind die schlechteste Reporterin. Kein Wunder, dass CNN wegen Leuten wie Ihnen keine Einschaltquoten hat.“
(Quelle: Sky News, ab Minute 11:53 und ab Minute 12:23)
Titelbild: Screenshots Breaking911, Reuters, FRANCE 24, SkyNews, TASS, WELT






