Videohinweise

Jens Berger
Ein Artikel von:

Hier finden Sie alle zwei Wochen einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW/JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Ukraine
  2. TTIP: Die eingemauerte Demokratie
  3. Steuern
  4. Lebensversicherer kürzen Überschüsse
  5. Heiliges Geld!
  6. Mängel bei psychologischen Gutachten
  7. Personalengpässe bei der Deutschen Bahn
  8. Kämpfen Konzerne mit unsauberen Mitteln um jugendliche Kunden?
  9. Heute jung, morgen arm: Wovon im Alter leben?
  10. Edward Snowden: Here’s how we take back the Internet
  11. Schachmatt: Strategie einer Revolution oder Fallstudie amerikanischer Politik
  12. Hunger
  13. Immer noch ungeklärt: Neue Spuren zum Oktoberfest-Attentat
  14. Kabarett und Co.

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützten, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse videohinweise(at)nachdenkseiten.de schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Ukraine
    1. KenFM im Gespräch mit Willy Wimmer: USA drängen EU in den Krieg
      Die westliche Staatengemeinschaft fordert weitere Sanktionen gegen Wladimir Putin und das von ihm geführte Russland. Grundsätzlich führen Sanktionen immer zur Vertiefung des Grabens zwischen den Konfliktparteien. Sie treffen eher die Zivilbevölkerung denn die politische Kaste, und tragen in der Regel zur Eskalation eines Konfliktes bei. Zählt man aktuell eins und eins zusammen, muss man davon ausgehen, dass der von der  NATO geführte Westen auf eine Zuspitzung der Lage hinarbeitet.
      Zu genau diesem Fazit kommt auch der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer. Er war unter anderem als Staatssekretär des Verteidigungsministeriums während der Kanzlerschaft Helmut Kohls tätig. Wimmer begleitete als Diplomat die 2+4-Gespräche zur deutschen Wiedervereinigung. Er war von 1994 bis 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, kurz OSZE, und kennt die Strukturen derartiger “neutraler” Organisationen genauestens. Aufgrund dieser Kenntnisse verfolgt Wimmer auch die geplante Aufklärung durch eben diese OSZE aufmerksam, denn er weiß, dass auch Informationen einer solchen angeblich unbefangenen Aufklärungsmission manipuliert oder nach den eigenen Bedürfnissen einer Konfliktpartei verwendet werden können.
      Zum Beispiel, um mit selektiven Informationen einen Angriff zu rechtfertigen. So geschehen im Balkankrieg 1999. Ein solcher Angriff auf der Krim wird immer wahrscheinlicher, befürchtet Wimmer. Wir trafen ihn im Großraum Köln, um über die aktuellen, beunruhigen Entwicklungen zwischen den beiden großen Kontrahenten des Kalten Krieges zu sprechen.
      Quelle: KenFM via YouTube

    2. Krim-Krise: Die Unruhestifter sitzen im Westen
      Kai Ehlers, Journalist und langjähriger Russland-Kenner, spricht mit weltnetz.tv über den Interessen-Konflikt in der Ukraine. „Es gibt für Russland keinerlei Grund, diesen Konflikt auszuweiten. Im Gegenteil, es gibt jeden Grund, diesen Konflikt zu stoppen und Ruhe einkehren zu lassen. Wenn ich es von der anderen Seite her betrachte, würde ich sagen, die Unruhestifter auf der Seite des Westens, die also bisher 25 Jahre lang versucht haben, nach Osten vorzudringen, sind nicht befriedet. Sie werden weiter versuchen, Russland in die Ecke zu drängen, weil sie das brauchen für ihre geostrategischen Interessen, mit denen sie Russland eingemeinden oder unschädlich machen wollen – oder wie immer man es sagen will – um freien Raum zu haben für ihre China-Asien-Indien-Politik. Das ist der Stand der Dinge.“
      Quelle: Weltnetz TV
    3. Peter Scholl-Latour: Russland im Zangengriff- Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam
      Eine aus dem Jahre 2006 stammende Doku von PSL über Russland uns sein Verhältnis zum Ausland.
      Quelle: Peter Scholl-Latour via YouTube

      Anmerkung unseres Lesers M.H.: Das erste Drittel des Beitrages beschäftigt sich mit dem Rolle der Ukraine zu Russland. Obwohl das Material der Doku bereits acht Jahre alt ist, erscheint es vor den Hintergründen der aktuellen Geschehnisse aktuell wie damals.

    4. Ukraine: Far-right armed with bats patrol Kiev
      Ukraine’s former President Viktor Yanukovych made his first public appearance since being ousted from office a week ago. At a news conference in Russia, he apologised for not “having enough strength to keep stability” in Ukraine and called his usurpers “young, neo-fascist thugs”.
      Quelle: BBC
    5. Julia Timoschenko: „Zu den Waffen greifen und die Russen vernichten!“
      Julia Timoschenko, ukrainische Ex-Regierungschefin und politische Verbündete deutscher Regierungspolitiker in der derzeitigen Krise um die Ukraine, hat sich in einem Telefonat mit dem ehemaligen Vizechef des nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung, Nestor Schufritsch von Viktor Janukowitschs Partei der Regionen, für die „Vernichtung der verfluchten Russen “ ausgesprochen. „Ich werde all meine Beziehungen spielen lassen, die ganze Welt auf die Beine stellen, damit von Russland nicht mal verbrannte Erde übrig bleibt“, sagte Timoschenko in einem am Montag bei YouTube veröffentlichten Video. Das Telefonat ist abgehört und ins Internet gestellt worden. Timoschenko selbst bestätigte auf ihrer Twitter-Seite inzwischen die Echtheit des Gesprächs.
      Quelle: Weltnetz TV
  2. TTIP: Die eingemauerte Demokratie
    Das Handels- und Investitionsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU soll, so versprechen EU-Kommission und Wirtschaftsverbände, Wachstum und Arbeitsplätze bringen. Doch Kritiker befürchten, dass damit grundlegende demokratische, soziale und ökologische Standards auf Dauer außer Kraft gesetzt werden – insbesondere durch das umstrittene Investor-Staats-Schiedsverfahren (ISDS). Deutschland habe, so Peter Fuchs von der Organisation PowerShift, bereits in etwa 140 Investitionsabkommen vor allem mit Ländern des globalen Südens solche Schiedsverfahren eingeführt, die es deutschen Unternehmen erlauben, Regierungen wegen entgangener Profite vor außergerichtlichen Tribunalen zu verklagen. Mit TTIP könnte nun umgekehrt auch Deutschland vermehrt Ziel solcher Klagen werden. Inakzeptabel sei außerdem die geplante „regulative Kooperation“, die Lobbyisten privilegierten Zugang zur Gesetzgebung biete, sowie die aktive Geheimhaltung der Verhandlungsinhalte.
    Quelle: Kontext TV

    Dazu: Erklärvideo über TTIP
    Was ist an TTIP so gefährlich? Warum wehren sich Bürgerinnen und Bürger beiderseits des Atlantiks gegen dieses Abkommen? Unser Erklärfilm fasst wesentliche Punkte bündig und unterhaltsam zusammen.
    Quelle: attac

  3. Steuern
    1. Wer viel hat, dem wird gegeben: Deutschlands Steuergeschenke
      Über das eigene Geld zu reden, ist in Deutschland nicht gern gesehen. Den Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn gelang es in monatelanger Recherche erstmals, zwei große Konzerne, Headhunter und leitende Angestellte für einen Film über eine neue Art des Geldverdienens zu gewinnen: Arbeitgeber zahlen die Kita-Beiträge, bezuschussen Rentenversicherungen, Fitnessclub-Besuche und Reisen – alles steuerfrei für den Arbeitnehmer. Der schicke Dienstwagen samt Tankkarte für ganz Europa inklusive privater Nutzung für die ganze Familie ist obendrein extrem steuerbegünstigt, so dass leitende Angestellte bis zu 2.000 Euro steuerfrei im Monat “geldwert” dazu verdienen können, “so viel wie manch ein anderer im Monat verdient”, sagt ein Headhunter. Dabei geht es um Vorteile, von denen “normale” Familien nur träumen können. Familie Matzke aus Essen-Kettwig zum Beispiel: Katja Matzke kann ihrem Beruf nur am Samstag nachgehen, solange die kleine Tochter noch keinen Kita-Platz hat. Den Platz zahlt die Familie aus eigener Tasche ebenso wie ihr Auto. Allein für Benzin gibt Ingo Matzke, Leiter einer Betreuungseinrichtung der AWO für schwererziehbare Jugendliche, gut 3.600 Euro im Jahr aus. Die Rückerstattung aus der steuerlich absetzbaren Pendlerpauschale beschert ihm davon gerade mal 350 Euro im Jahr zurück.
      Quelle: WDR
    2. Steuerbetrug leicht gemacht – Fahnder auf verlorenem Posten
      Steuerbetrügereien fliegen meist nur dann auf, wenn geheime Konten im Ausland bekannt werden. So ist es bei Uli Hoeneß und tausenden Steuerhinterziehern. Oft sind es Nachbarn, Ehefrauen, vermeintliche Freunde, die den Steuersünder verraten, oder der Name steht auf einer gekauften Bankdaten-CD. Nur so gelingt es den deutschen Steuerbehörden die Betrüger zu überführen, da sich Steueroasen wie die Schweiz, Österreich oder Luxemburg auf ihr Bankgeheimnis berufen und keine Kontodaten nach Deutschland übermitteln. Frontal21 über den schweren Kampf gegen Steuerhinterzieher.
      Quelle 1: frontal 21
      Quelle 2: ZDF

      Dazu: Wie Online-Händler Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten
      Wir wollen eine schnelle SD-Speicherkarte bestellen. Beim Online-Marktplatz Amazon finden wir eine besonders günstige: 33,02 Euro inklusive Versandkosten. Außerdem kaufen wir bei Ebay einen hochwertigen USB-Speicherstick. Er kostet mit Porto umgerechnet 70,74 Euro. Bestellung Nummer drei ist ein Controller für eine Xbox, also ein Zubehör für Computerspiele. Das kostet 27,99 Euro – inklusive Versand.
      Was uns gleich auffällt ist, dass die günstigsten Anbieter oft nicht in Deutschland sitzen. Speziell in unseren Fällen kommt die Ware jedes Mal aus Jersey, einer Kanalinsel zwischen Großbritannien und Frankreich. Bedenken haben wir nicht, denn bei der Speicherkarte heißt es: “Die angegebenen Preise sind inklusive Mehrwertsteuer.” Beim USB-Stick allerdings finden wir außer “Artikelstandort Jersey, Großbritannien” gar keine Steuer-Infos. Nur der Verkäufer des Spiele-Controllers schreibt, es könne vorkommen, dass Zoll- oder Einfuhrgebühren fällig werden. Doch was bedeutet das?
      Quelle: ARD

    3. Steuersünder-CDs: Eine Bilanz
      Immer wieder hören wir von CDs aus Luxemburg, Liechtenstein oder auch der Schweiz. Aber wie viele davon wurden inzwischen eigentlich aufgekauft? Und was hat es dem Staat gebracht? Wir haben versucht, eine Bilanz zu ziehen.
      Bundesfinanzministerium kennt Details über CD-Ankäufe nur aus den Medien
      Für die CDs haben deutsche Behörden rund eine Million Euro pro CD bezahlt – aber was haben Sie dafür bekommen? Wie viele Steuerhinterzieher durch solche CDs erwischt? Wie viele Steuern zusätzlich eingenommen? Eine Anfrage beim Bundesfinanzministerium ergibt, das man es auch dort nicht weiß. Zitat: “Soweit Erkenntnisse vorliegen, basieren diese auf den Mitteilungen der Länder oder aus Medienberichten.” Zuständig seien die Bundesländer und: “Die Länder lehnen eine Veröffentlichung (…) bisher ab.” Das ist verblüffend – immerhin kommen die Mehreinnahmen dort an und auch bei der Entscheidung, ob angekauft werden darf, war das Bundesministerium beteiligt.
      Das Bundesfinanzministerium kennt Details über CD-Ankäufe also nur aus den Medien? Die haben natürlich oft über Steuer-CDs berichtet. Erstmals im Jahr 2008, als eine CD aus Luxemburg zum Skandal um Klaus Zumwinkel führte. Erst zwei Jahre später folgten weitere: von der Schweizer Credit Suisse, der Privatbank Julius Bär und eine dritte von der Luxemburger HSBC. Aber Details über die Zahl der dadurch begonnen Verfahren und über dadurch erzielte Mehreinnahmen wurden nie bekannt.
      Quelle: ARD
    4. Konzernsteuern: Wie das Ausland lockt
      In Sachen Kundenbegeisterung und Image ist Apple fast konkurrenzlos. Apple ist eines der profitabelsten Unternehmen der Welt. Nach Angaben des US-Senats hat das Unternehmen mehr als 100 Milliarden Dollar Kapital angehäuft. Sensationell dabei ist: Apple schaffte es, fünf Jahre lang für außerhalb der USA gemachte Gewinne keine Steuern zu zahlen. Die Ware wird von chinesischen Billigproduzenten gebaut. Pro Jahr wird allein in Deutschland für gut 268 Millionen Euro verkauft. Aber mit Verlust. So steht es im  Geschäftsbericht von Apple Deutschland. Zuletzt seien es mehr als 18 Millionen Euro gewesen. Die Steuern belaufen sich deshalb auf null Euro.
      Quelle: ARD
  4. Lebensversicherer kürzen Überschüsse
    Versicherungsunternehmen klagen, der Branche gehe es schlecht. Doch Finanzexperten haben festgestellt, es geht vor allem Kunden schlecht, die weniger Überschüsse ausgezahlt bekommen.
    Quelle: ZDF Mediathek

    Dazu: Um die Rendite gebracht – Lebensversicherer kürzen Überschüsse
    Versicherungsunternehmen klagen, der Branche gehe es schlecht: Niedrigzinsphase, hohe Rückstellungen, zu wenig neue Kunden. Doch Finanzexperten haben festgestellt, es gehe vor allem Kunden schlecht, die weniger Überschüsse ausgezahlt bekommen. Die Bundesregierung plant jetzt gesetzliche Änderungen, die vorrangig den Lebensversicherern helfen sollen. Doch neben der Absicherung der Konzerne kommt es vor allem darauf an, weder neuversicherte noch langjährige Kunden zu benachteiligen. In Deutschland gibt es insgesamt rund 95 Millionen Lebensversicherungen, von denen pro Jahr sieben Millionen ausgezahlt werden.
    Frontal21 über die Situation der Kunden privater Altersvorsorge und das Tauziehen zwischen Versicherungsbranche und Verbraucherschützern um Überschuss und Gewinn.
    Quelle: frontal21

  5. Heiliges Geld!
    Die Grundpfeiler des Heiligen Stuhls gerieten durch einen Finanzskandal nach dem anderen ins Schwanken, und Papst Franziskus muss angesichts der damit verbundenen nachhaltigen moralischen und spirituellen Erdbeben Schadensbegrenzung betreiben. In Jesus Garces Lamberts Dokumentarfilm nimmt der britische Historiker John Dickie die katholischen Kirchenfinanzen unter die Lupe
    Der Papst ist nicht nur Hirte von mehr als einer Milliarde gläubiger Menschen. Er ist auch Manager eines Großkonzerns, der jährlich Milliardensummen umsetzt. Die Heilige Römische Kirche besitzt Krankenhäuser und Universitäten, Goldschätze und Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Sie empfängt Spenden von überall auf der Welt, nennt stattliche Immobilien in Manhattan ihr Eigen und gehört zu Deutschlands größten Arbeitgebern. Die katholische Kirche ist die reichste der Welt, hat aber auch die meisten Finanzskandale aufzuweisen.
    Die Affären machen nicht nur den Gläubigen weltweit zu schaffen. Sie betreffen die höchsten Ränge im Vatikan. So standen die Finanzskandale auch im Mittelpunkt des ungewöhnlichen Konklaves, in dem eine Gruppe von Kardinälen den Wandel forderte. Und sie setzten den Argentinier Jorge Mario Kardinal Bergoglio durch. Seine Mission ist es, die Kirchenfinanzen zu sanieren.
    In „Heiliges Geld“ wirft der Historiker und Schriftsteller John Dickie einen Blick in die Taschen des Heiligen Vaters und macht die wirtschaftlichen Aktivitäten der Katholischen Kirche transparent. Mit exklusiven Interviews und Dokumenten zeigt die Dokumentation, wie der Heilige Stuhl und die katholische Kirche weltweit Geld machen und wie sie es ausgeben. Sie dokumentiert, wie die Spendenmaschine funktioniert, analysiert die Bilanz der Vatikanbank, die erstmals im Oktober 2013 veröffentlicht wurde, und offenbart dabei eine Kirche, die nicht immer eins mit ihrer eignen Mission ist.
    Quelle: ARTE
  6. Mängel bei psychologischen Gutachten
    Wenn Eltern sich um das Umgangsrecht streiten, beauftragen Familienrichter häufig zur Klärung der Situation einen Gutachter. Doch das kann für die betroffenen Eltern und Kinder zur Katastrophe werden.
    Quelle: ZDF Mediathek

    Dazu: Kampf ums Kind – Mängel bei psychologischen Gutachten
    Wenn Eltern sich, zum Beispiel nach einer Trennung, um das Umgangsrecht streiten, beauftragen Familienrichter häufig zur Klärung der Situation einen Gutachter. Doch das kann für die betroffenen Eltern und vor allem die Kinder zur Katastrophe werden. Das Problem: In Deutschland darf jeder, der entsprechend ausgebildet ist, Gutachten schreiben. Bundesweite einheitliche Mindeststandards für psychologische Gutachten an Familiengerichten gibt es nicht. Die Folge: Viele Gutachten weisen massive Mängel auf. Das wurde inzwischen in mehreren Studien nachgewiesen. Ein unhaltbarer Zustand, der dringend verändert werden muss, sagen auch immer mehr Experten.
    Frontal21 zeigt, wie fragwürdige Gutachten über Schicksale entscheiden.
    Quelle: frontal21

    Anmerkung C.R.: Das Thema um schlechte Gutachten bei Familiengerichten ist nicht neu; hier zwei ältere, aber lesenswerte Hinweise: Da ist schlechter Rat teuer und Gutachter: Die heimlichen Richter.
    Empörung oder Zorn kann ausgelöst werden, weil bisher -trotz der Kenntnis der Schäden- weder klare Kriterien für zu Gutachtern bestellte Personen noch Verpflichtungen für Richter an Familiengerichten zu Fortbildungen existieren; dazu: Berufsbedingt überheblich.

  7. Personalengpässe bei der Deutschen Bahn
    Konzern-Unterlagen: Fast acht Millionen aufgelaufene Überstunden
    Personalmangel führte im vergangenen Jahr zu massiven Zugausfällen in Mainz. Mehrere Stellwerk-Mitarbeiter waren plötzlich krank geworden, andere im Urlaub, so dass der Hauptbahnhof über Wochen lahm gelegt war. Nach diesen Vorfällen in Mainz hat die Deutsche Bahn wieder mehr Fahrdienstleiter eingestellt. Der Konzern behauptet gar, von dauerhaften und größeren Personalengpässen könne keine Rede sein. Doch die Realität ist eine andere.
    Bis Ende 2013 sind bei der Deutschen Bahn im Schienenbereich fast acht Millionen Überstunden aufgelaufen. Dazu kommen 5,6 Millionen Stunden aus offenen Urlaubsansprüchen. Das geht aus vertraulichen Unterlagen hervor, die Frontal21 vorliegen. Allein die Lokführer verzeichneten danach im Januar 2014 insgesamt 2,6 Millionen Überstunden und offene Urlaubsansprüche.
    Bei den Fahrdienstleitern waren es 1,9 Millionen Überstunden und offene Urlaubsansprüche. Nach Berechnungen von Frontal21 entsprechen Überstunden und offene Urlaubsansprüche insgesamt einer Jahresarbeitsleistung von 8500 Vollzeit-Mitarbeitern.
    Quelle: ZDF
  8. Kämpfen Konzerne mit unsauberen Mitteln um jugendliche Kunden?
    Sie sind die Helden einer ganzen Generation: YouTube-Stars, die mit ihren Videos ein Millionenpublikum erreichen. Das macht sie auch für die Werbeindustrie interessant.
    Quelle: ARD
  9. Heute jung, morgen arm: Wovon im Alter leben?
    Der Freistaat steht wirtschaftlich an der Spitze – trotzdem sind in Bayern mehr Menschen von Altersarmut bedroht als in jedem anderen Bundesland. Die Renten liegen unter dem Bundesdurchschnitt, jeder Fünfte ab 65 Jahren in Bayern ist armutsgefährdet. Der Wohlstand ist gerade im Alter nicht gerecht verteilt.
    Junge Menschen werden bereits beim Einstieg in Ausbildung und Berufsleben mit dem Thema Rente konfrontiert – spätestens aber, wenn die eigenen Eltern bedürftig werden. Wie blicken sie in die Zukunft? Wann macht es Sinn, mit der Altersvorsorge zu beginnen und welches Modell verspricht Sicherheit? Lohnt sich eine staatlich geförderte Vorsorge? Zum Beispiel die Riester-Rente: sinnvoller Rentenzusatz oder Mogelpackung? Gibt es Alternativen dazu?
    Moderator Rainer Maria Jilg spricht mit Rentnern in Bayern, für die Armut zum Alltag geworden ist, und mit ihren erwachsenen Kindern. Er lässt Renten-Experten zu Wort kommen und denkt gemeinsam mit ihnen über Lösungen zur drohenden Altersarmut nach.
    Quelle: BR
  10. Edward Snowden: Here’s how we take back the Internet
    Appearing by telepresence robot, Edward Snowden speaks at TED2014 about surveillance and Internet freedom. The right to data privacy, he suggests, is not a partisan issue, but requires a fundamental rethink of the role of the internet in our lives — and the laws that protect it. “Your rights matter,” he says, “because you never know when you’re going to need them.” Chris Anderson interviews, with special guest Tim Berners-Lee.
    Quelle: ted
  11. Schachmatt: Strategie einer Revolution oder Fallstudie amerikanischer Politik
    Wie fabriziert oder inszeniert man eine Revolution? Susanne Brandstätter hat fast drei Jahre lang an ihrem Dokumentarfilm “Schachmatt – Strategie einer Revolution” gearbeitet, um die Hintergründe der rumänischen Revolution 1989 und des Sturzes von Diktator Nicolae Ceausescu aufdecken zu können. Ihr Film zeigt, wie und warum Deutschland, Ungarn und vor allem die USA hinter den Kulissen agiert haben. Dabei ging es nicht nur um das Wohl des rumänischen Volkes. Europas Einigung und Deutschlands Wiedervereinigung standen auf dem Spiel – und Amerikas Vormacht. Susanne Brandstätter stellt die Ereignisse in Rumänien in einen internationalen Kontext und lässt die ganze Dimension dieser Geschehnisse erkennen. Es war ein internationales Schachspiel – ein Machtspiel mit weit reichenden Folgen für Europa und die USA.
    Quelle: arte via YouTube

  12. Hunger
    Derzeit leiden nach UNO-Angaben fast 900 Millionen Menschen auf der Erde unter Hunger. Das bedeutet, dass jeder achte Mensch nicht genügend zu Essen hat, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben jedes Jahr mehr Menschen als an den Folgen von Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Naturkatastrophen, Konflikte, Armut, eine schlechte landwirtschaftliche Infrastruktur und eine ausgebeutete Umwelt sind die Hauptursachen für Hunger. Dabei wäre es theoretisch möglich, alle Menschen von Hunger zu befreien. Marcus Vetter und Karin Steinberger gehen in ihrem Dokumentarfilm “Hunger” in Mauretanien, Kenia, Indien, Brasilien und Haiti den Ursachen für das Dilemma nach. Sie erzählen, wie die Menschen mit dem Hunger leben, und warum so viele Konzepte der Entwicklungspolitik versagt haben.
    Warum ist die Bekämpfung von Hunger so schwierig? Fakt ist: Es werden zehn Prozent mehr Lebensmittel produziert als man benötigt, um alle Menschen satt zu bekommen. Marcus Vetter und Karin Steinberger sind in fünf Ländern auf Spurensuche gewesen: Was sind die Gründe für Hunger? Sie reisten von Haiti, wo die mittellosen Bauern mit den Zauberworten Freihandelspolitik und Strukturanpassung gelockt wurden, bis in den Süden Kenias. Hier haben die Stämme der Massai und ihr Vieh kein Wasser mehr. Riesige Blumenfarmen, für die erste Welt, haben die Eingeborenen vom Wasser abgeschnitten und von ihren Gebieten verdrängt.
    Quelle: arte

    Dazu: Festung Europa: Eine Reise entlang der Migrationsfront
    Quelle: Spiegel TV

  13. Immer noch ungeklärt: Neue Spuren zum Oktoberfest-Attentat
    Am 26. September 1980 tötete eine Bombe 13 Besucher des Münchener Oktoberfestes, mehr als 200 Menschen wurden schwer verletzt. Ziemlich schnell ermittelte die Polizei als alleinigen Täter den rechtsextremen Studenten Gundolf Köhler, der bei dem Anschlag starb. Sein Tatmotiv sei Frust gewesen und nicht seine rechtsextreme Gesinnung, so die Ermittler.
    Jetzt nähren von Polizei und Bundesnachrichtendienst freigegebene Akten Zweifel an der Alleintäterthese. So ignorierten die Ermittler die Spur zu einem rechtsextremen Förster, der über große Mengen Waffen und Sprengstoff verfügte. Auch Hinweisen auf die rechtsradikale „Wehrsportgruppe Hoffmann“, der Köhler zeitweise angehörte, ging die Polizei nicht konsequent nach.
    Quelle: ZDF
  14. Kabarett und Co.
    1. Volker Pispers: Wilkommen in der Demokratie
      Quelle: 3sat via YouTube

    2. Georg Schramm sagt, wie es wirklich ist
      Quelle: Kulissenriss via YouTube

Rubriken:

Videohinweise

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!