Leserbriefe zu „Die Diagnosen folgen dem Geld“ und „Goldman Sucks“

Ein Artikel von:

Die Beiträge: Bernd Hontschik über das Gesundheitssystem: „Die Diagnosen folgen dem Geld“ und „Goldman Sucks“, welche sich mit Bernd Hontschiks Einsichten zu den Entwicklungen im Gesundheitssystem befassen, erzeugten bei den Lesern einiges an Resonanz, die wir nachfolgend wiedergeben. Wenn die Menschen, die in diesem Bereich weitreichende Entscheidungen treffen, sich auch mal mehr mit den hier beschriebenen Folgen befassen würden, wäre ein erster Schritt getan. Inwieweit wir auf Zustände zusteuern, wie sie in „… Jahr 2022 … die überleben wollen“ beschrieben werden, bleibt zu beobachten. Zusammengestellt von Moritz Müller.

1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Kollege Hontschik,

im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu und werde mir sicher Ihr Buch bestellen!

Zwei Anmerkungen habe ich jedoch:

Zum Ersten :”Noch hat man als Ärztin oder Arzt genug Möglichkeiten, eine patientengerechte Humanmedizin zu praktizieren”. Sagen Sie.

Das ging bis Mitte der Neunziger Jahre!  Heute kann ich mit meiner dreißigjährigen Berufserfahrung als gynäkologischer Kassenarzt

dazu nur sagen: Zumindest in meinem Fachgebiet  nur um den Preis der Selbstausbeutung ( Familie inklusive ).

Zum Zweiten: In der Diskussion wird oft vergessen, dass in der modernen  Medizin immer noch das Krankheitsmodell des Menschen als Maschine dominiert. Die Folgekosten dürften horrend sein!

“Das Maschinenmodell vom Patienten wird erst aufgegeben werden, wenn das jetzige Gesundheitssystem unbezahlbar geworden ist “. Dies schrieb -glaube ich- Thure von Uexküll.

Er hat sich geirrt. Die Politik hat sogar die Ärzte zu Maschinen gemacht.

In Anlehnung an Max Horkheimer sollte man sagen: Wer das Wort Kapitalismus nicht in den Mund nehmen will  muss über das Gesundheitswesen schweigen.

Mit freundlichen Grüßen aus Much
Wilfried Klein


2. Leserbrief

Liebe NDS-ler,

dem Artikel kann ich nur voll zustimmen.

Die Big-Pharma- und Ärzte-Lobby sind offensichtlich sehr rührig. Auch hinter dem Thema Zwangsimpfung stecken sicherlich beide Lobbys.

Geht es doch nur um Gewinnmaximierung. Warum ist es möglich, dass ich als Ungeimpfte einen Geimpften anstecken kann? Das bedeutet die Impfung wirkt nicht richtig!

Die Big-Pharma Lobby versucht bei der EU zu erreichen, dass homöopathische Mittel möglichst verboten werden und Heilpraktiker, die Naturmedizin anwenden Probleme bekommen. Wenn diese homöopathischen Mittel so schlecht wären, wie Big Pharma behauptet, wären diese keine Konkurrenz für sie.

Aus eigener Erfahrung weiß ich inzwischen diese Mittel wirken, wenn ein GUTER Homöopath sie ausgesucht hat.

Die profitgierigen Investoren kaufen schon Zahnarztpraxen auf und stellen Zahnärzte ein. Laut Aussagen einiger dieser Zahnärzte im Internet, bekommen sie Ärger mit dem Investor, wenn sie nicht immer nur die teuerste Lösung anbieten. Profit, Profit!!

Außerdem lässt der Staat teilweise über ÖPP und PPP zu, dass Unternehmen Gewinne einstreichen und der Steuerzahler die Instandhaltung zu finanzieren hat.

Für mich ein ganz klarer Beweis dafür, dass wir in einer Kapital/Konzerndiktatur leben.

Nicht nur in der Gesundheitsindustrie ist alles nur noch der Profitgier der Investoren untergeordnet. In fast allen Bereichen ist dies doch inzwischen so.

Selbst die Arbeitskraft ist zu einer Ware verkommen.

Strom hätte nie privatisiert werden dürfen. Und Wasser wird es hoffentlich nicht auch noch ganz.

Besonders abartig finde ich, dass letztendlich das Solidarsystem GKV und damit deren Zwangseinzahler abgezockt werden. Damit werden die Beitragszahlungen nach oben getrieben, nur um Konzernen und Investoren hohe Profite zu bescheren.

Die Diktatur der Konzerne und ihrer Eigner!

Nun habe ich meinem Frust Luft gemacht. Sorry!

Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Doll


3. Leserbrief

Liebe NachDenkSeiten-Macher, 

vielen Dank für diesen Beitrag zu unserem Gesundheitssystem.

Besonders deutlich werden die tatsächlichen Prioritäten der Medizin in der Psychiatrie.

Anders als bspw. in der Orthopädie oder Allgemeinmedizin gibt es hier eine gefährliche Schieflage im Arzt Patienten Verhältnis.

Kaum ein Psychiatrie Patient oder Angehöriger hinterfragt die Behandlung mit Psychopharmaka, und kein Psychiater wird aus eigenem Antrieb die Neben-Wirkungen dieser Medikamente thematisieren. Auch die kollegiale Loyalität wird groß geschrieben.

Diese für Patienten sehr ungesunde Mischung ist die Grundlage des Erfolgs der biologischen Psychiatrie und Konzernen wie Eli Lilly und Co.

Hinzu kommt dass psychisch Kranke nicht unbedingt in der Mitte der Gesellschaft leben und man so unangenehme Wahrheiten leichter unter Verschluss halten kann.

“Tödliche Psychopharmaka und organisiertes Leugnen” Peter C. Gøtzsche
“Nebenwirkung Tod” John Virapen
Bücher und Videos zum Thema von Robert Whitaker

mit freundlichen Grüßen
RE


4. Leserbrief

Sehr schönes Interview. Ich sehe es ganz ähnlich. Ich finde unser Gesundheitssystem hat eine katastrophale Qualität. Und das liegt nicht am Geld, denn das scheint ja zur Verfügung zu stehen, wie in dem Interview dargelegt, nur leider an der falschen Stelle. Ich sehe es so: den Sparzwang gibt es immer an der schwächsten Stelle im System: bei Pflegern, Physiotherapeuten etc. pp. Da wo noch gutes Geld fließt, hat man sich schön eingerichtet und auch da geht es mehr um die Quantität als um die Qualität. Von ganzheitlicher Medizin scheint man hier nicht sonderlich viel zu halten. Und Prävention oder frühzeitiges Gegensteuern bei Fehlentwicklungen…. Fehlanzeige. Dann lieber warten, bis das Kind vollends in den Brunnen gefallen ist. Und auch dann nur auf Schlagworte hören und sich nicht des Gesamtproblems annehmen.


5. Leserbrief

Sehr geehrtes NDS Team

“Ihre Ausführungen zeigen nur die Spitze des Eisberges und es fehlt der Pfiff, dem Leser die Fakten um die Ohren zu hauen. Es ist mir technisch nicht möglich mit Links zu illustrieren. Ich meine wem es interessiert findet die passenden Links selbst. Sie frühen die Theorie, Leute wie ich die tatsächliche Praxis.”

Das Gesundheitssystem, das ganze System insgesamt ist finanziell (für die bestimmende Reiche Oberschicht) nicht mehr tragbar und wird abgeschafft. Die Wohlhabenden, Reichen, die obere Schicht haben ihre eigene medizinische, soziale Versorgung. Notfallaufnahmen, Krankenhäuser, Therapien, Ärzte & Co die es nur für sie gibt. Dort finden sie keine Leute wie Sie oder Mich. Wir haben eine 2 Klassen Gesellschaft, die Reichen haben ihre Welt und der Rest bleibt für uns.

Ich bin einer von Millionen. Nicht sehr alt, unheilbar Krank, nicht mehr arbeitsfähig. Die Rente & Co reicht um primitiv über die Runden zu kommen (gelinde ausgedrückt .. grins). Gehe ich zum Arzt werde ich nicht mehr behandelt, eine Überweisung zum Facharzt wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Hätte man mir von Anfang geholfen, statt alles kaputt zu sparen, würde ich heute noch arbeiten. Stattdessen ist jeder meiner Tage das, was man im gleichnamigen Film sieht (und täglich grüßt das Murmeltier). Krass ich warte nur noch auf den Tod. Vernünftige wenn überhaupt, Hilfe kriege ich nicht, ich wohne nicht mal angemessen. Witzig ich habe vor Jahren dafür gesorgt das ein Amtsgericht und ein Betreuer für mich zuständig ist. Ich bin nicht entmündigt. Mein Kommentar dazu: “Ich bin krank nicht blöd.” Man staunt immer was der (noch) kann. So viel zum Thema du kannst dir doch Hilfe suchen.

Ich gebe Ihnen den Tenor des ganzen Systems, das man nun gestaltet. Ein Beispiel das für alles steht. Im Zeitraum 1980 haben Krankenkassen und ihre Trolle das Thema “aktive Sterbehilfe” durchgekaut. Logisch ohne ein Ergebnis sich die Finger schmutzig zu machen. Aber es gab eine Lösung “sozialverträgliches Frühableben“. Im Bericht findet man Ausführungen: ” .. die Leute werden zu alt, selbst kranke Rentner sind zu zählebig, solche Leute

die nicht mehr zur Profitierterzielung nutzbar (dienlich) sind nur noch Kosten verursachen, sind nicht mehr tragbar und müssen weg .. ” Wohlgemerkt das sind nur harmlose Schnappschüsse der Ausführungen.

Die Bedeutung ist doch wohl klar. Man will dem Nutzvieh es schmackhaft machen, sich freundlicher Weise zum Wohle der Allgemeinheit, Gesellschaft der Menschheit doch bitte schön selbst aus dem Verkehr zu ziehen und zu entsorgen. In der Praxis erhält der Delinquent sein Gift auf Wunsch eine Schusswaffe, Problem gelöst, man macht sich nicht die Finger schmutzig. Jeder hat ja das Recht über ich selbst zu entscheiden und wann er wie stirbt .. (grins).

Die Vorbeitungen es dem Volk zu verkaufen laufen doch bereits. Ich (Millionen im Wohlstandsland) werde nicht mehr behandelt. Soziale Netzwerke sind das was man Internierung – Umerziehungslager nennen kann. Die Welt, der Focus & Co verbreiten keine Nachrichten, sondern durchdachte Meinungen. Man fängt ja schon lange auf Kinderseiten damit an. Sogar die Kirche spielt bei dem erzwungenenden Suizid mit. Was früher eine Sünde und all der Mist war, wird heute zum Wohle Aller wie ein ganz normales Ritual zelebriert. Es läuft darauf hinaus das Leute die nicht reich sind mit 55 Jahren abzutreten haben. In einer schönen Zeremonie, entweder in der Familie oder so, läßt sich das gut verkaufen, wenn man es klug anstellt. Nun man ist auf dem besten Wege dazu. Sie mögen es bemerken, verstehen Sie aber auch das Messer, das man Ihnen legal in den Rücken rammt und das noch als Wohltat präsentiert? Das ist Perversion in Reinkultur.

Es ist furchtbar wie weit man es gebracht hat. Nun bleibt uns nichts anderes übrig, als auch den letzten Weg zu gehen. Die Ressourcen sind am Ende, eine hoffnungslose Überbevölkerung, gefährliche Altlasten, Missstände & Co ohne Ende. Da ist für normale Leute wie Sie und Ich kein Platz mehr. Wikileaks und Tochterseiten, vor Jahren fand ich dort ein Konzept der Rentenentwicklung, woraus ersichtlich wurde, auf was es hinausläuft. Und das haben wir heute und es kommt noch schlimmer. Aber wen juckts, bald gibt es frei Haus Gift oder eine Schusswaffe, mit der Urkunde “Danke, zum Wohle für alle (doch wohl eher zum Wohle für die Reichen .. grins)”

Haben Sie sich ihre Zukunft so einmal vorgestellt, im Rahmen ihrer Familie, Freunde, Rituell und Glücklich mit 55 Jahren selbst umzubringen? Ich glaube kaum. Doch das wird zur Realität. Ganz ehrlich ich habe kein Problem damit, warum sollte ich bei der “Gesellschaft” noch bleiben wollen? Sie werden sehen, das neue Konzept wird ein mörderischer Erfolg. Was solls müssen wir nicht sowieso alle mal sterben. Warum ziert man sich denn so, man sieht doch das wird nichts mehr. So war es auch in großen, mächtigen Rom, bevor es unterging.

Mit freundlichen Grüßen
Freddy 56


6. Leserbrief

Hallo NDS und sehr geehrter Herr Hontschik,

Zitat: “Sie optimieren die Behandlungsabläufe, und die Zufriedenheit ihrer Kunden steht obenan – behaupten sie jedenfalls.”

Sprache ist etwas Wunderbares, sie ist eines der Hauptmerkmale empfindender, lebendiger Wesen, und je mehr davon sich einig sind, welche Information in einem Laut steckt, desto besser klappt die Kommunikation.

Der Begriff “Kunde” (und auch der “Klient”) ist seit einiger Zeit im Fokus der Beratungsfirmen und Werbeagenturen – wo früher “Kunden” eigentlich nur im Supermarkt zu finden waren, und beim Verlassen desselben aufhörten Kunden zu sein, gibt es heute kaum noch einen Ort, an dem man vor der Behauptung sicher ist sich aktuell in einem Verkäufer-Käufer-Verhältnis zu befinden. Spätestens die “Kundenkarte” der Krankenkasse, das “Kundencenter” im Arbeitsamt und der “Kundenservice” der Bahn (hier paßte zu Zeiten – obacht, gefährlicher Sozialismus! – staatlich verwalteter Verkehrsbetriebe dieses Wort nicht so gut) erinnern einen daran, was man ist: Nämlich keinesfalls verpflichtet, herbeizitiert oder gezwungen, sondern Kunde. Also jemand, der auf der Suche nach einer bestimmten Ware oder Dienstleistung freiwillig einen Verkaufsraum betritt, mit der Absicht etwas zu kaufen.

Sprache ist hier nicht mehr kommunikativ im Sinne offenen Informationsaustauschs, sondern manipulativ. Das Wort “Kunde” suggeriert immer einen Tausch gegen Geld, und damit werden auch viele andere Belange, weswegen Menschen sich an jemand anderen wenden, zum simplen Kaufvertragsabschluß degradiert – auch wenn sie keine andere Wahl haben, wie der Hartzer, der Pendler oder der Verletzte. Im Schlepptau wabern dann aber noch Begriffe wie “König” (das ist der Kunde angeblich immer) und “Zufriedenheit” (angeblich die des Kunden, der sich einen Herzenswunsch erfüllt) herum. Nur Positives also, und ein schönes Beispiel, wie Erkenntnisse der modernen Psychologie ins Werkzeugköfferchen der PR wandern.

Diese Sorte billiger Tricks funktionierten in der Werbung schon immer prima. Daß auch das privatisierte Krankheitswesen sich diese zu eigen gemacht hat, verwundert nicht.

Wir sollten besser auf unsere Sprache achten, und uns keinesfalls dem Neusprech hingeben. Das meiste davon ist fürchterlich würdelos. Mir kommt es jedenfalls nicht in den Sinn mich in einem Krankenhaus als “Kunde” zu fühlen. Ich bin übrigens auch kein “Verbraucher” und auch kein “Arbeitnehmer”.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Bichler


7. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten,

Seit 1972 bin ich ärztlich tätig, auch heute noch. Ich überblicke die Änderungen in Krankenhäuser und Praxen aus der Nähe. Dem Autor stimme ich zu – uneingeschränkt. Im Medizinbereich geht es fast nur noch um Geld, genauer: Profit. Der Eindruck wird erweckt, es sei eben “alles” teurer geworden, im Unterschied zu früheren Jahren nicht mehr bezahlbar. Stets wird das perfide Wort “sparen” benutzt. Ich habe den Einsatz von Wirtschaftsprüfern erlebt, z.B. PwC. Das Ergebnis war schon klar, bevor deren Tätigkeit begann: z.B. vor allem Personal einsparen. Aus der “Pflege” wurde so ein “Knochenjob”. Wem nützt es? Nicht den Patienten, nicht dem Personal. Also wem? Darf man die Frage überhaupt stellen, ohne Ärger zu bekommen? Zweimal bin ich vor Arbeitsgerichten gescheitert. Nach der Verhandlung sagten Richter und Vertreter der Gegenseite: er hat ja Recht, aber das kann man nicht gelten lassen, es hätte ja weitreichende Auswirkungen. Verstanden habe ich: hier sprechen Komplizen miteinander.

Mit freundlichen Grüßen,
N.N.


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