Wie wir an Krieg als Mittel der Politik gewöhnt werden

Wie wir an Krieg als Mittel der Politik gewöhnt werden

Wie wir an Krieg als Mittel der Politik gewöhnt werden

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Die abgebildete Schlagzeile ziert heute die Frontseite meiner Tageszeitung mit einem Bericht von afp/dpa – wie auch gestern schon Meldungen des Fernsehens. Sie ist typisch dafür, wie Kriege als etwas Selbstverständliches vermittelt werden. Es wird nicht mehr hinterfragt, ob Waffenlieferungen sinnvoll und erlaubt sein sollen. Es wird nicht mehr hinterfragt, ob Kriege sinnvoll sind. – Die Schlagzeile nutzt gleich mehrere Methoden und Hilfsmittel der Manipulation. Albrecht Müller

„Deutsche Kampfpanzer“ – da schwingt eine ordentliche Portion Nationalstolz mit. – Im konkreten Fall wird zusätzlich die häufig angewandte Manipulationsmethode „B sagen und A meinen“ benutzt. Die Botschaft B lautet: „die Ukraine hofft“. Damit wird vermittelt, dass die Lieferung von Kampfpanzern etwas Gutes ist. Denn auf etwas Böses, Unerlaubtes, Tödliches kann man ja schließlich nicht hoffen. Die mit B transportierte Botschaft A lautet: Es ist sinnvoll, Kampfpanzer zu liefern. Das wird dann noch überhöht dadurch, dass das Attribut „deutsche“ davor gesetzt wird. Siehe oben. „Ukraine hofft auf deutsche Kampfpanzer“ – Kann es noch etwas Selbstverständlicheres geben, als diese zu liefern? Sie sind deutsch und gut. Basta.

Ich habe übrigens die Schlagzeile auch einem älteren Menschen mit Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg gezeigt, bevor ich diesen Text geschrieben habe. Dort löste die Schlagzeile wie bei mir Kopfschütteln aus. Aber man muss davon ausgehen, dass dies für die Mehrheit der aktiven und für die junge Generation nicht zutrifft. Da wird die Schlagzeile wie gewünscht und vermutlich auch strategisch geplant eingesetzt.

Zum Vorgang passt auch dieser Videoclip der Frankfurter Rundschau. So geht’s los:

„Super Please“: Ukraine bittet mit Scherz-Video um Leopard-Panzer
Erstellt: 03.11.2022, 09:24 Uhr
Von: Yannick Hanke

Inmitten des martialischen Ukraine-Kriegs haben die Bewohner des Landes ihren Humor ganz offensichtlich nicht verloren. Der „Super Please“-Clip auf Twitter zeugt davon. …

Unglaublich.

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