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30. August 2015
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Denkfehler Wirtschaftsdebatte

Merkels Herrenmenschentum gründet nicht auf eigener Leistung sondern auf der Fehlkonstruktion der Eurozone und der brutalen Ausnutzung dieser Fehlkonstruktion

Es wird in diesen Tagen und Stunden viel geschrieben. Alleine die Hinweise des Tages enthalten eine Reihe von sehr guter Analysen, darunter einen Beitrag von Don Alphonso „Das ist ein Putsch gegen die alte BRD“ auf faz.blog, dem ich die Erinnerung an die Tradition des „Herrenmenschen“ verdanke. In den Analysen und Wertungen der verschiedenen Artikel kommt ein Hinweis zu kurz: Die deutsche Volkswirtschaft verdankt ihre Stärke im Vergleich zu der Mehrheit der anderen Euro Staaten einer Fehlkonstruktion. Man kann eine Währungsunion nämlich nicht gründen, wenn man nicht zugleich dafür sorgt, dass die Wettbewerbsfähigkeiten der Partner/alias: die Lohnstückkosten sich einigermaßen ähnlich entwickeln und auf mittlere Sicht ein Ausgleich der Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite stattfindet. Deutschland hat diese Fehlkonstruktion brutal ausgenutzt. Es hat mit der Agenda 2010 die Löhne gedrückt und ist stolz auf die Entwicklung eines Niedriglohnsektors. Von Albrecht Müller

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Die Krise in Griechenland: Kein Mangel an absurden Erklärungsversuchen

Eine Schnellschätzung von Eurostat [PDF – 63,5 KB], dem statistischen Amt der Europäischen Union, ergab in der vorletzten Woche, dass das saisonbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Griechenland im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken ist. Da die Wirtschaftsleistung des Landes bereits im vierten Quartal 2014 um 0,4 Prozent geschrumpft war, befindet sich Griechenland nach einer gängigen Definition damit wieder in einer Rezession (zwei Minus-Quartale in Folge). Von Günther Grunert[*].
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Die gute alte Volkswirtschaftslehre

Amerika hat sich noch immer nicht ganz von den Folgen der Finanzkrise von 2008 erholt. Aber man kann mit Fug und Recht sagen, dass wir schon viel verlorenes Terrain zurückgewonnen haben, wenn auch noch nicht alles. Von der Eurozone kann man das allerdings nicht behaupten, denn dort liegt das reale BIP pro Kopf noch unter dem von 2007 und auch noch 10 Prozent unter seinem eigentlich für jetzt erwarteten Stand. Das ist schlechter als Europas Wirtschaftsleistung in den 1930er Jahren. Von Paul Krugman, aus dem Englischen übersetzt von Sabine Tober.

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Flexible Arbeitsmärkte senken die Produktivität und verhindern Arbeitsplätze

Angeführt von der deutschen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat die Eurogruppe auf ihrer Position beharrt, auch die neue griechische Regierung unter Alexis Tsipras (SYRIZA) müsse sich zu „Strukturreformen“ bekennen und diese weiterführen. Zu solchen „Reformen“ gehört regelmäßig auch die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Die dümmlich-neoliberale Halsstarrigkeit von Schäuble und Co. ist deshalb Anlass genug, auf einen wesentlichen Zusammenhang hinzuweisen: Die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts erhöht nicht die Produktivität (und damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit) von Unternehmen und Volkswirtschaften, sondern senkt sie sogar. Und sie verhindert die Schaffung von Arbeitsplätzen. Von Patrick Schreiner.
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Christine Lagarde und der IWF: Arroganz und Ignoranz

Die Eurogruppe ist am Montag (16.02.2015) in Brüssel eindeutig auf Konfrontationskurs mit Griechenland gegangen, der mit einem Ultimatum endete: Entweder – so die unmissverständliche Botschaft – Griechenland stellt einen Antrag auf Verlängerung des Reformprogramms oder es gibt keine Finanzierung mehr für das Land. [1] Als Hardlinerin entpuppte sich einmal mehr die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die keinen Verhandlungsspielraum erkennen wollte. „Zeit online“ gibt sie mit den Worten wieder, dass, wenn es keine weiteren Reformen in Griechenland gebe, es auch zu keiner Auszahlung der so dringend benötigten Hilfskredite kommen werde. Und überhaupt sei eine IWF-Überprüfung Griechenlands längst überfällig. Von Günther Grunert [*]
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Weimar an der Ägäis

Will man über die Maßnahmen sprechen, die in einer geschwächten Weltwirtschaft gebraucht werden, kontert bestimmt jemand mit dem Gespenst des Deutschlands der Weimarer Zeit, das angeblich ein Paradebeispiel für die Gefahr von Haushaltsdefiziten und expansiver Geldpolitik ist. Doch die Geschichte Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg wird fast immer in merkwürdig selektiver Weise präsentiert. Dauernd ist von der Hyperinflation von 1923 die Rede, als die Menschen mit Schubkarren voller Geld herumzogen, aber man hört nichts von der viel bedeutsameren Deflation der frühen 1930er Jahre, als die Regierung des Kanzlers Brüning – die die falschen Lektionen gelernt hatte – Deutschlands Bindung an das Gold mit Geldverknappung und scharfer Austerität zu verteidigen suchte. Von Paul Krugman, aus dem Englischen übersetzt von Sabine Tober.
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Nobody Understands Debt – Verschuldung wird nicht richtig verstanden

Viele Volkswirte, Janet Yellen eingeschlossen, sehen die globalen Wirtschaftsprobleme seit 2008 hauptsächlich als eine Sache des “Schuldenabbaus” – als ein simultanes Bemühen von Schuldnern fast überall auf der Welt, ihre Schulden zu verringern. Warum Schuldenabbau ein Problem ist? Weil meine Ausgaben dein Einkommen sind und deine Ausgaben mein Einkommen, und weil die Einkommen weltweit sinken, wenn alle zur gleichen Zeit ihre Ausgaben senken. Von Paul Krugman aus dem Englischen übersetzt von Sabine Tober
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