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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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21. Dezember 2014
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DIE LIEBE DER KINDER – Montag, 22.8.2011, 22.45 h bei ARD

Verantwortlich:

Machen Sie mal Pause von der Politik und von der üblichen Meinungsmache. Mein Neffe Franz Müller hat einen sehenswerten Film gedreht. Im Folgenden Kurzinhalt und verschiedene Kritiken von taz, Süddeutsche Zeitung, FAZ, tvspielfilm. Albrecht Müller.

Kurzinhalt
 
Nach einer Kontaktanzeige treffen sich Robert und Maren auf einer Raststätte in der Mitte des Lebens. Ein Motelbett, ein Rückzieher, ein Überfallsbesuch, der Umzug in die gemeinsame Patchwork-Wohnung. Es geht schnell, „eine dieser Begegnungen, von denen es nicht viele gibt“ sagt Maren, „irgendwas fehlt immer“ sagt Robert lakonisch, als Maren zweifelt. Maren, die nicht leicht zufrieden zu stellende Intellektuelle, Robert der sanfte Pragmatiker, immer wieder überraschend geistreich und sensibel, doch zuweilen zu stumpf und ignorant – für Maren. Theater oder Karaoke? Oder beides? Als sich Marens Tochter und Roberts Sohn in eine naive ungestüme Liebe stürzen, erscheint die Beziehung der Eltern mit einem Mal wie mühsame Bastelei …
Trailer: www.dieliebederkinder.de

TAZ
DVD Kritik

Süddeutsche Zeitung –  26.8.2010
Was fehlen muss – von Fritz Göttler
Lied der Freiheit – Franz Müllers ‘Die Liebe der Kinder’

So, jetzt besorg ich mal was zu trinken, sagt der Chef zu seinem Mitarbeiter, sie haben gerade den Garten eines Kunden vom Wildwuchs befreit. Mit einer Flasche und zwei Gläsern kehrt er aus dem Haus zurück – die werden schon nichts dagegen haben, erklärt er, dass wir uns eine Flasche ihres Roten geholt haben. Die Utopie, von der dieser Film erzählt, ist völlig frei vom Besitzdenken, vom Begriff des Eigentums, materiell wie immateriell, was Geld oder Bücher, Respekt oder Liebe angeht. Einer der schönsten Filme dieses Jahres, er zeigt uns, was Freiheit ist, wie wenig sie kostet und wie schmerzhaft sie sein muss.
Dass er Baumschneider ist, hat der Mann Robert der Frau Maren verschwiegen, als er sich im Internet mit ihr in Verbindung setzte. Er gab sich als Umweltschützer aus, um soziales Gefälle zu kaschieren, sie arbeitet in einer Bibliothek, schreibt eine wissenschaftliche Biografie. Sie merkt es, als sie sich dann in einer Autobahnraststätte zusammensetzen (ganz phantastisch: Marie-Lou Sellem, Alex Brendemühl), ist kurz sauer, dann ziehen sie zusammen und sind nun, was man eine Patchwork-Familie nennt, sie bringt ihre Tochter, er seinen Sohn ins Haus. Kurze Zeit später öffnet sie nachmittags die Tür ihrer Tochter, da liegt die mit dem Sohn gemeinsam im Bett.
Diese Liebe der Kinder, der radikale, unnachgiebige, böse Amour fou der Teenager ist ein Test für die Liebe der Eltern, die Kinder wollen weg, in die Unabhängigkeit, die Ukraine. Das klingt, so kurz erzählt, sehr kompliziert, aber es entwickelt sich ganz natürlich in den Bildern von Franz Müller, der im Kölner Filmclub 813 arbeitete und 2003 den schönen ‘Science Fiction’ drehte. Diese Bilder sind klar und vollkommen wie Skizzen, in ihnen finden Abgeklärtheit und Impulsivität zusammen wie bei den großen Regisseuren, von Hawks und Cassavetes bis zu Thome und Demy. Irgendetwas fehlt immer, heißt es mal, in der Liebe, im Kino, genau das macht ihre Größe aus.

Frankfurter Allgemeine Zeitung – 28.8.2010
Die Liebe der Kinder – von Michael Althen
LIEBESWUNDER

Man könnte sagen, dass Franz Müllers Film fast französisch ist in seiner Art, der Liebe bei der Arbeit zuzusehen. Ihrem Hin und Her zwischen Glück und Alltag. In der Tat fallen einem auch kaum deutsche Vergleiche ein für dieses kleine Wunder an emotionaler Genauigkeit. Zwei Menschen um die vierzig (Marie-Lou Sellem und Alex Brendemühl) lernen sich im Internet kennen, treffen sich auf einer Autobahnraststätte, gehen ins Motel, überlegen es sich anders und kommen doch zusammen. Sie arbeitet in einer Bibliothek und schreibt an einem Buch und hat sich einen einfachen Mann gewünscht. Den bekommt sie auch: Er ist Baumschneider, aber die Klischees greifen nicht in diesem Film. In der Liebe ist nichts nur einfach. Besonders nicht, wenn jeder ein halbwüchsiges Kind in die Beziehung bringt. Und schon gar nicht, wenn die sich auch ineinander verlieben. Wie diese zwei Lieben konkurrieren und sich spiegeln, erzählt Müller mit einer atemberaubenden Umsicht und zeigt, dass es nichts Abenteuerlicheres gibt als einen Film, dem die Liebe als Thema genügt.

TV Spielfilm:
Die Liebe der Kinder
Drama von Franz Müller (“Kein Science-Fiction”).

Nicht lange nachdem sie sich im Internet kennengelernt haben, zieht Bibliothekarin Maren (Marie-Lou Sellem) beim Baumschneider Robert (toll: Deutschspanier Àlex Brendemühl) ein. Sie bringt die 17-jährige Tochter Mira mit, die sich sofort mit Roberts Teensohn Daniel versteht. Als die Kinder sich ineinander verlieben, droht die Beziehung der Eltern zu zerbrechen…
Das klingt schwergängig, doch Franz Müller erzählt sein Drama um ernsthafte Kinder und unreife Erwachsene leichtfüßig, teils mit verblüffendem Humor.
Tiefgang, federleicht: ein kleines Meisterwerk.
Quelle: www.tvspielfilm.de

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