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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
Ein Aufruf der Herausgeber:
"DIE NACHDENKSEITEN BRAUCHEN IHRE UNTERSTÜTZUNG."
21. Dezember 2014
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„Nie wieder Krieg“– Diese Einsicht soll offensichtlich endgültig der Vergangenheit angehören. Eine Art Wochenrückblick.

Verantwortlich:

Weil ich jeden Krieg für Wahnsinn halte, hat mich die Rede des Bundespräsidenten beim Antrittsbesuch bei der Bundeswehr in der zu Ende gehenden Woche sehr beschäftigt. Ähnlich erging es offensichtlich auch vielen Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten. Es war eine Rede zur Gewöhnung an Militäreinsätze. Das Echo auf die beiden Beiträge in den NachDenkSeiten vom 12. Juni und vom 13. Juni war sehr groß und es ist sehr interessant. Auch für unsere Leserinnen und Leser. Deshalb dokumentieren wir unten einen Teil der Mails. Es gab sehr viel mehr Mails. Ihnen allen ein großes Dankeschön. Von Albrecht Müller

Vorweg noch einige Anmerkungen:

  1. Zur Verwirrung darum, was der Bundespräsident tatsächlich gesagt hat
    In meinem ersten Beitrag vom 12. Juni habe ich die kritisierte Passage korrekt zitiert. Sie lautet in der jetzt korrigierten schriftlichen Fassung der Rede des Bundespräsidenten: „Und noch viel weniger gerne denken wir daran, dass es wieder deutsche Gefallene gibt, das ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“
    Der vom Bundespräsidialamt veröffentlichte und von mir in meinem zweiten Beitrag verlegte Redetext enthielt diese Passage nicht. Ich hatte diesen Link benutzt. Inzwischen ist auch unter diesem Link der Text geändert. Das ist ein etwas verwirrendes Verfahren. Das Bundespräsidialamt hätte zumindest anmerken können, dass inzwischen der Text der schriftlichen Fassung dem gesprochenen Wort angepasst worden ist.
    Auf meine Anfrage zur Klärung des wirklich Gesagten bei der Pressestelle des Bundespräsidialamtes habe ich von diesem keine Antwort erhalten. Nicht ganz die feine Art. Aber gut, man muss sich daran gewöhnen, dass die Freiheitspropaganda nicht die Freiheit, hart zu kritisieren, meint. Freiheit ist die Freiheit der Angepassten.
  2. Quellen und das Spektakel des Besuchs in Hamburg:
    Wer sich noch für die Rede interessiert, der kann den obigen Link nutzen oder auch diesen. Für Interessierte lohnt sich ein Blick in das Video. Die Veranstaltung (bzw. ein Teil davon) ist über YouTube abrufbar.
    Die Rede von Herrn Gauck ab ca. 11:27 die kritisierte Stelle ab ca. 22:44.
    So kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Es lohnt sich wirklich, diesen Film anzuschauen. Das ganze Brimborium gehört offensichtlich mit dazu. Bei mir löst das Schaudern aus.
    Interessant auch die Beteiligung von Kindern an der emotionalen Aufrüstung.
  3. Sichtbar wird auch das Zusammenspiel von Verteidigungsminister, Bundeswehr und Bundespräsident beim Versuch, das Grundgesetz einseitig auszulegen
    Die Auslandseinsätze werden mit dem Gedanken der Freiheit verkoppelt. Freizeit (nachträgliche Korrektur: es muss “Freiheit” heißen, klar; aber ein schöner Fehler des Spacherkennungssystems war das doch schon?!) ist das Allerwichtigste, so äußerte sich schon der begrüßende Vertreter der Führungsakademie. Gaucks Bestätigung: Die Bundeswehr ist die Stütze der Freiheit.
    Bundespräsident Gauck ist offensichtlich der Schlussstein in der spätestens mit dem Kosovo Krieg begonnenen Übung, Militäreinsätze für normal zu halten. Der Ernstfall ist nicht mehr der Frieden sondern der Krieg. Darauf weist einer der NachDenkSeiten Leser in einer Mail (in der Doku die erste Mail) aufschlussreich hin.
*

Dokumentation einiger Mails an die Redaktion der NachDenkSeiten zur Rede des Bundespräsidenten bei der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg am 12.6.2012:
(Zusammengestellt am 15.6.2012 von AM)

*

Sehr geehrter Herr Müller,

danke für diese klaren Worte. Ich sage das als ehemaliger Berufsoffizier West, der natürlich nach seiner Pensionierung nicht zum Pazifisten geworden ist.

In der Tat, das waren ekelhafte Worte. Aus meiner Sicht wurden sie gewählt, um die weinerliche Dauerklage meiner ehemaligen Kameraden über die mangelnde Akzeptanz der Auslandseinsätze in der Bevölkerung zu bedienen und ihren Dünkel zu unterstützen, sich ethisch-moralisch über die Mehrheit der Deutschen zu erheben.

Die jetzige Führungsgeneration der Bundeswehr ist in einer Zeit politisch sozialisiert worden, in der der Grundkonsens der alten Bundesrepublik bereits über Bord geworfen war, der da lautete: “Welches sind nun die Aufgaben der Streitkräfte? Wir haben ernsthaft und redlich umzudenken und uns bewusst zu machen, dass der Soldat in aller erster Linie für die Erhaltung des Friedens eintreten soll; denn im Zeitalter des absoluten Krieges mit seinen eigengesetzlichen, alles vernichtenden Kräften gibt es kein politisches Ziel, welches mit kriegerischen Mitteln angestrebt werden darf und kann – außer der Verteidigung gegen einen das Leben und die Freiheit zerstörenden Angriff.” (Der spätere Generalleutnant und Friedensforscher Wolf Graf Baudissin 1951).

Inzwischen wurde das “Militärische enttabuisiert”, leider durch einen Sozialdemokraten, und die Soldaten der Bundeswehr haben ihr nach den Prinzipien der Inneren Führung für ihren Beruf unerlässliches Gewissen bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages in Verwahrung gegeben und stellen das Denken im Anschluss an eine Mandatsentscheidung ein. Löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel, werden jedoch mit Karriereverbot sanktioniert, wie der Fall des Majors Florian Pfaff zeigt; obwohl er den Wehrdienstsenat beim Bundesverwaltungsgericht auf seiner Seite [PDF – 470 KB] hat.

Die Worte des Bundespräsidenten sind jedoch auf der Höhe der Zeit. Sie passen vorzüglich zu der Absicht, wegen der geplanten tieferen NATO-Integration im Rahmen der sog. “smart defence” künftig Vorratsbeschlüsse im Bundestag fassen zu lassen, um bei den Partnern nicht als Kriegsbremser unangenehm aufzufallen. Der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung und langjährige Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Willy Wimmer (CDU), der sowohl 1998 als auch 2001 gegen die Kriegseinsätze gestimmt hat, die uns Glücksüchtigen die schwer zu ertragenden Gefallenen bescheren, sagt dazu in einem Leserbrief an die Schweizer Wochenzeitung “Zeitfragen”:

So tragisch das Massaker von Houla ist, so wenig werde ich den Eindruck los, dass der Tod der Kinder wie das Dorf Racak im Kosovo genutzt werden soll, um eine Militärintervention in Syrien – wie damals den Krieg gegen Jugoslawien – zu begründen. Alle die sich jetzt aufregen – USA, Frankreich und England – sind für Hunderttausende Tote, zuletzt im Irak, verantwortlich und halten das für normal.
In diesem Kontext ist auch die Medienkampagne von de Maizière in diesen Tagen zu sehen. Wenn der Bundestag nicht mehr oder nur mit Fußfesseln über den Einsatz der Bundeswehr entscheiden darf, dann ist eines gewiss: Es werden der amerikanische Präsident und der kriegstreiberische US-Kongress sein, die über den Einsatz der deutschen Hilfstruppen entscheiden werden. Die Wehrpflicht war für uns das letzte zur Verfügung stehende Mittel, die Bundeswehr nicht generell im US-Interesse eingesetzt zu sehen. Als zu Guttenberg die Wehrpflicht abschaffte, war der letzte Damm weg. Äußerungen von Gabriel und de Maiziere machen deutlich, dass US-Einfluss auf allen Seiten wahrgenommen wird und Gabriel die US-Zustimmung zu einer SPD-Regierung will.
De Maizière geht natürlich glatt über die Verfassung und höchstrichterliche Entscheidungen weg, wenn er eine Integrationsautomatik ohne Bundestag fordert. Dann bleibt nach dem Bundesverwaltungsgericht wieder nur dem einzelnen Soldaten das Recht – und auch die Pflicht –, sich aus völkerrechtswidrigen Einsätzen zu verabschieden.
Die bisherige Integrationsdichte wurde mit dem kalten Krieg begründet. Statt die Bundeswehr zur reinen Söldnerarmee zu machen, sollte die Integration aufgegeben und die Nato nur noch auf den Nato-Vertrag reduziert werden.

Und ich sage zu dem Auftritt des Bundespräsidenten an der Führungsakademie mit Max Liebermann: Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.

Mit freundlichen Grüßen
J. S.

*

Lieber Albrecht Müller,

der Beurteilung der Gauck-Rede kann man nur zustimmen. Er erfüllt im zum Bundespastoralamt verkommenen Schloß Belevue die Aufgabe, die Letztbegründungsmühle zu drehen, nicht nur den Weg in die Finanzmarkt-Diktatur abzusegnen, sondern auch noch das allgemeine Zivilversagen wieder hoffähig zu machen. Jeder Krieg ist bekanntlich erst ein politischer, wirtschaftlicher, psychologischer und sozialer Krieg, bevor er militärisch wird. Also Ausdruck der Unfähigkeit einer Gesellschaft Konflikte zivil und unmilitärisch zu lösen. Da mit dem „modernen Krieg“ eine Trennung von ziviler und militärischer Front nicht mehr möglich ist (im 1. Weltkrieg waren unter 100 Toten 14 Zivilisten, im 2 Weltkrieg rd. 40 und bei den Kriegen in Korea und Vietnam lag der „Bodycount“ bei 80-90) ist jede Entscheidung für militärische „Lösungen“ eine Entscheidung für den Massenmord an der Zivilbevölkerung.
Wenn es noch Nachweises bedurft hätte, daß die Kirche in der DDR nicht nur das Nest der Opposition, sondern auch der Hort der Reaktion war, ist er hiermit hinlänglich erbracht worden. – Aber vielleicht gibt es ja jetzt den einen oder anderen vom Bodenpersonal des Herrn, die Herrn Gauck theologische Nachhilfe geben, wie es vor 1600 Jahren der hl. Kirchenvater Johannes Chrysostomus zu Matt. 10,16 als Empfehlung „Über die christliche Art Krieg zu führen“ gab.

… und einen schönen Gruß

Peter R.S.

*

Sehr geehrte Herr Müller,

ich beziehe mich hier auf Ihren Artikel und dem, der im Spiegel bzgl. der Äußerungen des Herrn Gauck über Militäreinsätze erschien.
Ich gehöre im Gegensatz zum Bundespräsidenten keiner Kirche an, bin aber trotzdem sehr gläubig.
Es ist für mich daher unbegreiflich, wie ein angeblich Gläubiger laut Spiegel meint:

Die Abscheu gegen Gewalt sei zwar verständlich, und Gewalt werde immer ein Übel bleiben. „Aber sie kann – solange wir in der Welt leben, in der wir leben (…) – notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden“, betonte Gauck.

“Wie lehrte uns Jesus!”, mag man ihm da entgegenschleudern und nachzulesen im Neuen Testament:

“Ihr sagt, Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Ich aber sage euch: Wer euch auf die eine Wange schlägt, dem haltet auch die andere hin. Wer euch die Hose nimmt, dem gebt auch euer Hemd”

Und das gab er uns nicht mit für ein Reich im Himmel, sondern für unser Leben auf diesem Planeten, Herr Gauck!
Und wer Jesus in diesen Worten folgt, ist mitnichten glücksüchtig.
Im Gegenteil, ihm wird viel Enttäuschung und Schmerz widerfahren.

Ich kann nur hoffen, das Deutschland und die ganze Welt endlich erwacht und solche falschen Propheten und Pharisäer wie einen Gauck zum Teufel jagt.

Es ist eine Folter, dem ganzen Irrsinn jeden Tag auf’s Neue begegnen zu müssen.

Herzliche Grüße
M. G L R

*

Lieber Herr Müller,
 
gerade las ich Ihren Beitrag über den Einwand eines NachDenkSeiten-Freundes zur Rede von Herrn Gauck. Das gleiche Zitat, das Sie in Spiegel-Online gefunden haben, stand gestern auch in tagesschau.de. Da ich Ihr Entsetzen teile und auch Ihre Wortwahl im Artikel von gestern richtig finde, schicke ich Ihnen zu Ihrer persönlichen Unterstützung meinen heute abgeschickten Brief an Herrn Gauck. Zur Erklärung für Sie, Herr Müller: Ich bin Kriegskind und mein Vater ist noch vor meiner Geburt gefallen. Hierzu habe ich 2010 an Frau Merkel und Herrn zu Guttenberg als Antwort auf ihre unerträglichen Reden zum Tod dreier Soldaten geschrieben. Diesen Brief, in dem ich die unten stehende Bitte ausgesprochen habe, habe ich für Herrn Gauck beigelegt. Sollten Sie interessiert sein und Zeit haben, so können Sie ihn ebenfalls lesen. Ich stelle ihn in den Anhang.
 
Mit herzlichen Grüßen und großem Dank für Ihr Engagement und das des NachDenkSeiten-Teams
U. Str.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
 
mit Entsetzen habe ich in der ‘Tagesschau.de’ den gestrigen Bericht über Ihre Rede vor den Soldaten der Bundeswehr gelesen. Ich kann nicht glauben, dass ein Präsident von „seinem Volk“ so redet, wie Sie es getan haben sollen. Haben Sie uns tatsächlich eine „glücksüchtige Gesellschaft“ genannt, weil wir mehrheitlich Kriege und Einsätze deutscher Soldaten im Ausland ablehnen?
 
So wie ich mich an Frau Merkel und Herrn zu Guttenberg mit der Bitte gewendet habe, nie wieder in meinem Namen für den Tod von Soldaten zu danken, so bitte ich Sie heute, mich mit Ihrer vor den Soldaten gezeigten Haltung nicht mehr als Bundespräsident zu vertreten.
Ihre Missachtung der Mehrheit des Volkes, das die Verantwortung darin sieht, aus den Schrecken der erlebten Kriege den Schluss zu ziehen, dass Krieg kein Mittel der Politik ist, lässt mich schaudern. Gerade Deutschland sollte das Recht und die Pflicht haben andere Wege aufzuzeigen und weder Soldaten noch Waffen (U-Boote an Israel, Panzer nach Saudi-Arabien, Kleinfeuergewehre in Krisengebiete usw.) zum Töten ins Ausland schicken.
In Ihrer Rede sprechen Sie den Soldaten Verantwortung zu und entwerfen ein Gegenüber von „Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus“. Sie unterstellen in der Gesellschaft die Erwartung einer „Bringschuld von Staat und Demokratie“ ohne Gegenleistung und fordern einen „Einsatz“ für Demokratie – hingebungsvoll auch bis zum Tod. Sehe ich es falsch, wenn mir Ihr Begriff von „Demokratie“ in diesem Zusammenhang eher als Euphemismus für den Begriff „Vaterland“ erscheint?
Ihre Sicht auf unsere Gesellschaft erschüttert mich. Kennen Sie den Geist der Obrigkeit des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts? Ich verstehe Ihr Verständnis von Demokratie nicht.
Unzählige Menschen in unserer Republik – sowohl die Teilnehmergeneration als auch deren Kinder und Enkelkinder – leiden noch heute unter den Folgen der beiden Weltkriege. Sie selbst betonen immer wieder Ihre eigene damit zusammenhängende Geschichte, Herr Bundespräsident. Hierzu gehört Ihnen mein Respekt. Aber es gibt auch ganz andere Geschichten, worüber immer noch Sprachlosigkeit herrscht. Und Sie sprechen von Glücksucht.
Zur Erklärung meines Entsetzens sende ich Ihnen im Anhang meinen Brief vom 15. April 2010 an Frau Merkel und Herrn zu Guttenberg. Sie haben mir damals nicht geantwortet. Werden Sie mir antworten?
Mit freundlichen Grüßen

*

Sehr geehrter Herr Müller,

Ihr Buch der falsche Präsident hat mir gut gefallen. Auch die Nachdenkseiten gefallen mir.

Heute bin ich aber über Ihren Artikel sehr enttäuscht, da Ihre Worte für mich als unsachlich empfunden werden.

Zitat: “Diese Skepsis bestätigt der Bundespräsident jetzt – mit Einlassungen, die alle, die sich mit der Anwendung von militärischer Gewalt schwertun als ekelhaft empfinden müssen. Wenn Gauck jetzt in Hamburg sagt „Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen”, dann unterstellt er damit den abwägenden Skeptikern, dass sie „glücksüchtig“ seien. Welch eine Ignoranz! Die „Glücksüchtigen“, die Gauck hier moralisierend anprangert, interessieren sich vermutlich mehrheitlich gar nicht für das Problem des Für und Wider Militäreinsätze. Ihnen ist wie vieles egal. Sie werden von den Attacken des Bundespräsidenten auch gar nicht erreicht.”

Es folgt ein Abschnitt aus der Rede des Bundespräsidenten, der mit Ihrem Artikel nicht zu vereinbaren ist.

Zitat:

“Zum anderen ist es aber schon auch ein Nicht-wissen-Wollen. Das ist menschlich: Wir wollen nicht behelligt werden mit dem Gedanken, dass es langfristig auch uns betreffen kann, wenn anderswo Staaten zerfallen oder Terror sich ausbreitet, wenn Menschenrechte systematisch missachtet werden. Wir denken nicht gern daran, dass es heute in unserer Mitte wieder Kriegsversehrte gibt. Menschen, die ihren Einsatz für Deutschland mit ihrer körperlichen oder seelischen Gesundheit bezahlt haben. Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für die Gesellschaft schwer zu ertragen.
Die Abscheu gegen Gewalt ist verständlich. Gewalt, auch militärische Gewalt, wird immer auch ein Übel bleiben. Aber sie kann – solange wir in der Welt leben, in der wir leben – notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden. Allerdings müssen wir militärische Einsätze begründen. Wir müssen diskutieren: darüber, ob sie die gewünschten Ziele erreichen oder schlimmstenfalls neue Gewalt erschaffen, und auch darüber, ob wir im Einzelfall die Mittel haben, die für ein sinnvolles Eingreifen nötig sind. All diese Fragen gehören – mit den handelnden Personen – in die Mitte unserer Gesellschaft.
Dass Frieden, Freiheit und die Achtung der Menschenrechte vielfach nicht von allein entstehen – wer wüsste das besser als wir Deutschen? Es waren ausländische Soldaten, die unserem Land die Möglichkeit der Freiheit schenkten, als sie selbst für ihre eigene Freiheit kämpften. „Ohne uns“ als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte annehmen. Unsere Bundeswehr hat sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst, sie ist fest verankert in einer lebendigen Demokratie. Sie hat unser Zutrauen verdient, nicht nur in Debatten um den „gerechten Krieg“ zu bestehen, sondern auch einem „gerechten Frieden“ einen Weg zu bahnen, indem sie beiträgt zur Lösung von Konflikten, indem sie friedliche Koexistenz zu schaffen sucht, wo Hass regiert.”

Wo spricht der Bundespräsident das Wort “glücksüchtig” aus. Ich kann die Worte in der Rede nicht erkennen. Ein Link zu der der Rede des Bundespräsidenten wäre in meinen Augen sehr sinnvoll, da sich dann jeder Leser selber informieren kann. Ich kann nicht in den Worten erkennen, dass der Bundespräsident diejenigen alle, die sich mit der Anwendung von militärischer Gewalt schwertun, als ekelhaft empfunden werden. Aus welchen Worten wollen Sie das erkennen? Der Bundespräsident sagt wörtlich, dass die Abscheu gegen Gewalt verständlich ist, also nicht ekelhaft, wie Sie behaupten. Weiter sagt der Bundespräsident wörtlich, dass militärische Gewalt immer ein Übel bleiben wird. Ich finde es gut, dass der Bundespräsident auf die aktuellen Kriegsversehrten unter uns hinweist und denen somit auch Ehre erweist.

Bei Ihrer Deutung “Ohne uns” vergessen Sie völlig, dass die Amerikaner uns von der Nazidiktatur befreit haben und Gauck sehr deutlich auf die Hilfe der Amerikaner hingewiesen hat. Auch die Amerikaner hätte 1944 sagen können “Ohne uns”. Ich bin dankbar, dass die Amerikaner uns befreit haben und daran hat der Bundespräsident mit Sicherheit auch gedacht. Auch die Frage nach dem “gerechten Frieden” finde ich sehr bedenkenswert.  Dabei denke ich sofort an das ende des 1. Weltkrieges. Der Amerikaner Wilson wollte einen gerechten Frieden, den aber die Franzosen und Engländer nicht wollten. Wir alle kennen die Folgen. Ihre Aussage des kläglichen Niveau kann ich nicht nachvollziehen.
Ich bin mir sicher, dass der Bundespräsident den Krieg in Afghanistan ebenso wie ich schrecklich findet. Außerdem möchte ich auch daraufhinweisen, dass der Bundespräsident den “Blankoscheck” für Israel von der Kanzelerin zurückgezogen und dass er vor einen Krieg deutlich gewarnt hat. 
Nach meinem Empfinden werden Sie mit Ihrem Artikel dem Bundespräsidenten nicht gerecht.
Ich hoffe sehr auf eine kurze Antwort.

Mit freundlichem Gruß
Bernd K.

Anm. Albrecht Müller: Wie schon erwähnt und wie von mir korrekt geschildert, enthielt der ursprüngliche schriftliche Text die kritisierte Stelle nicht. Jetzt ist das vom Bundespräsidialamt korrigiert.
Auch ich betrachte den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung. Allerdings muss man um der historischen Wahrheit willen darauf hinweisen, dass im Kampf um die Befreiung von den Nazis nicht nur Amerikaner sondern mindestens 20 Millionen Bürgerinnen und Bürger und Soldaten der Sowjetunion umgekommen sind und wir auch diesen die Befreiung verdanken.

*

Moin, moin,
wenn ich Ihrem Link zur Rede auf bundespaesident.de  folge, steht da jetzt glückssüchtig. Was da stand, als Sie den Link einfügten, weiß ich nicht; dem Text von AM entnehme ich, es habe da nicht gestanden. Deswegen mag ich elektronische Medien nicht so gerne: Bei Papier habe ich was gelesen und kann es nachschlagen und dann steht es da immer noch. Hier nun ändert es sich undokumentiert über Nacht…
C. L./15.6.2012

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Hallo, lieber Herr Müller,

f.a.z. online hatte auch, wie SPON, so berichtet, die Süddeutsche hingegen nicht.

Diese Aussage von Gauck ist nicht nur ekelhaft, böse oder boshaft, sondern abfällig abwertend gegenüber denen, die Betroffen sind. Gleichzeitig spricht Neid auf die Jungen mit, wegen ihrer unbeschwerten Jugend, die sie in Frieden, ohne Hetze im guten Westen verbringen konnten.

Gauck kennt doch so eine Jugend gar nicht. Alle seine Reden fließen ein in seine Vergangenheitsbewältigung, die er unbewusst öffentlich betreibt – aber nicht gelingt – weil die Zuwendung, der Respekt für andere Menschen einfach fehlt.

Er prangert gutes Leben an, wie viele Pietisten. Leiden gehört für diese zum höchsten Ideal.
Er hat gelitten, warum nicht auch andere ?

Dabei ist das Recht auf Glück in der amerikanischen Verfassung gesetzlich verankert und wenn ich nicht irre, auch in der Menschenrechtskonvention.

Sie haben schon richtig geschrieben. Ihr erst-bestes Gefühl war auch das Beste.

Übrigens auch die Überschrift Ihres Buches ist noch treffender, wenn man sich die Begriffe “falsch” mal “auf der Zunge zergehen lässt.” Falsch meinten Sie, nicht der richtige. Falsch bedeutet aber auch ein falscher Fuffziger, im Sinne von unehrlich.

Ich bevorzuge die 2. Version, stimme aber auch zu, dass er nicht der richtige ist, der meine Weltanschauung vertreten könnte.

Alles Gute und viele Grüße
K. Sch.

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Lieber Albrecht,
 
Ich bin sicher weniger Experte für den “Holzhammer” als Du es über Jahrzehnte immer gewesen bist, aber wenn der Bundespräsident tatsächlich von “Glückssüchtigen, die Gefallene nicht ertragen könnten” gesprochen hat, ist das Wort “ekelhaft” keineswegs unangebracht…….
 
ES

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Lieber Herr Müller,
 
die Bezeichnung “bösartig” würde ich auch bevorzugen. Im übrigen halte ich es für keinen Zufall, dass diese Rede in dieser Diktion nach der öffentlichen Diskussion um die Lieferung von deutschen U-Booten nach Israel erfolgt ist. Es ist doch auch in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands ein einmaliger Vorgang, dass ein Bundespräsident sich so eindeutig für Kriegseinsätze der Bundewehr äußert. Dies ist eine Zäsur und wir werden demnächst noch lange daran kauen dürfen, bis zum nächsten harten Kriegseinsatz, leider.  
 
Mit solidarischen Grüßen
 
G. F.

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Sehr geehrter Herr Müller,
liebe NDS-Redaktion,

der “Kriegs-Gauck”, wie ihn Uli Gellermann auf der “Rationalgalerie” nennt, lernt nichts mehr dazu.

Er ist und bleibt ein Borgia – ein kaltblütiger, machiavellistischer Betroffenheitskomödiant, der seine prestigesüchtigen Weltmachtsphantasien notdürftig hinter den UNO-Mandaten verbirgt und humanitäre Einsätze schon dann für gerechtfertigt hält, wenn sie aus allerbesten Absichten geführt werden.

Mit vielen Grüßen
M. W.

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Sehr geehrter Herr Müller,

sollte der von SPON zitierte Ausspruch des Bundespräsidenten zutreffen, so läge dessen Perfidie m.E. in der Unterstellung begründet, dass gefallene Soldaten nur für unsere „glückssüchtige“ Gesellschaft ein Problem, für „normale“ Gesellschaften hingegen selbstverständlich zum Alltag gehören.

Soldatentod als gesellschaftlicher Alltag: Herr Gauck als Wiedergänger Preußens.

Damit nicht genug, verkündet diese Botschaft ein protestantischer Pfarrer von seiner weltlichen Kanzel herab. Protestantische Staatsnähe, wie man sie ebenfalls für ausgestorben hielt.

Haben wir das wirklich verdient, neben Brünhilde Merkel auch noch einen Hindengauck ?

Mit freundlichen Grüßen 
E. J.

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Sehr geehrter Herr Müller!

Vielleicht könnte man ja auch alternativ von einem Beitrag Gaucks sprechen, der in seiner „Bösartigkeit geradezu ekelhaft“ ist!

Mit freundlichen Grüßen,
W. K.

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Sehr geehrter, lieber Herr Müller,

Ihren Anmerkungen zum o.g. Thema schließe ich mich vollinhaltlich an. In diesem Zusammenhang habe ich an Herrn Gauck einen offenen Brief geschrieben.

Weiterhin alles Gute für Sie und die Nachdenkseiten.

Viele Grüße
J. R.

Wenn Sie, Herr Bundespräsident, von DEN Deutschen mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr fordern, so weise ich diese Forderung nicht nur ganz entschieden zurück, sondern verwahre mich, als Deutsche, auch gegen meine Inanspruchnahme durch Sie in dieser Form. Ich bin, Herr Bundespräsident, ausdrücklich nicht für mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr, sondern halte die seit Jahren anhaltene Militarisierung der deutschen Außenpolitik für sehr gefährlich und in Teilen auch für grundgesetzwidrig. Wenn Sie weiterhin, Herr Bundespräsident, eine gewisse Distanz der Bürger zu den Streitkräften bemängeln, so halte ich diese Äußerung schlicht für eine Unverschämtheit. Ich bin eine Bürgerin, und habe zu den Streitkräften nicht nur eine gewisse sondern sogar eine große Distanz, und ich lasse mir das weder verbieten noch  zum Vorwurf machen, auch nicht durch den Bundespräsidenten. Wenn Sie, Herr Bundespräsident, im Hinblick darauf, dass es wieder deutsche Gefallene gibt, von “unserer glücksüchtigen Gesellschaft” sprechen, die das schwer ertragen kann, ist alleine Ihre Wortwahl schon schwer erträglich. Überhaupt, Herr Bundespräsident, Ihre ständigen Belehrungen, wie aktuell vor der Führungsakademie der Bundeswehr, empfinde ich immer mehr als Zumutung. Sie sind für mich weder Demokratie- noch Freiheitslehrer, und ich verwechsele Freiheit auch nicht mit Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus. Dass eine funktionierende Demokratie Einsatz, Aufmerksamkeit und Mut erfordert, ist nicht nur eine Binsenweisheit, sondern wird in diesen Tagen ganz besonders deutlich. Die neoliberalen “Predigten” von der Freiheit der Märkte, insbesondere der Finanzterrorismus (anders kann ich das nicht mehr bezeichnen), die ständig wachsende Kluft zwischen arm und reich, die erschreckende Zunahme sozialer Vereisung und roher Bürgerlichkeit, bedrohen in der Tat die Demokratie und den sozialen Frieden. Um dem entschieden entgegenzutreten braucht es vor allen Dingen ein kritisches Bürgertum, zumal blinder Gehorsam, Obrigkeitshörigkeit und Untertanengeist bekanntlich ins Verderben führen. Ein Bundespräsident, der aber z.B. die Occupy-Bewegung unsäglich albern findet, Herrn Sarrazin Mut bescheinigt, den Hartz IV-Kanzler Schröder bewundert, mehr Offenheit für Auslandseinsätze der BW fordert, den Afghanistankrieg für gerechtfertigt und erträglich hält, ist nach meinem Verständnis der völlig falsche Präsident. Diese Gesellschaft, insbesondere die Einkommensschwachen und sozial Benachteiligten, braucht z.B. wieder viel mehr von der guten, alten Solidarität, auch durch den Bundespräsidenten. Solidarität, eine Eigenschaft die leider immer mehr aus der “Mode” kommt, und so gut wie gar nicht mehr öffentlich “gepredigt” wird, ist, daran erlaube ich mir zu erinnern, der Kitt, der eine Gesellschaft erst zusammenhält. Die von Ihnen vertretenen Positionen lassen jedoch, nach meinem Eindruck, einen erheblichen Teil der Gesellschaft, dabei handelt es sich mittlerweile um Millionen, und es werden täglich mehr, völlig unberücksichtigt außen vor. Sie reden ständig von Freiheit in Verantwortung, wobei ich mich immer frage, was das konkret sein soll. Eines steht allerdings fest, Freiheit, die nur dann existiert, wenn Mensch sie sich leisten kann, ist keine Freiheit sondern exakt das Gegenteil. Nicht spalten sondern versöhnen, hat mal einer Ihrer Vorgänger gesagt. Diesen Rat von Johannes Rau, der auch mehr Bürger- als Bundespräsident war, lege ich Ihnen ganz nahe ans Herz.

mfg
J. R.

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Sehr geehrter Herr Müller,

mein Vater ist aus dem 2. Weltkrieg als Versehrter zurückgekehrt (Beinamputation unterhalb des Knies; ganz zu schweigen von den seelischen Wunden). Er würde mir glaube ich zustimmen, wenn ich sage: Gaucks Stellungnahme, die – erfreulicherweise – äußerst gering ausgeprägte Kriegsbereitschaft des dt. Volkes, sei Ausdruck einer glückssüchtigen Gesellschaft, ist ekelhaft! 

Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Es fehlt bloß noch, dass er sagt “Kerls, wollt ihr ewig leben?”

Mit besten Grüßen aus Oldenburg
U. Br.

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Lieber Albrecht Müller,

mir ist die Reaktion auf den ausgewiesenen Geschichtsverdreher, -verzerrer und -revisionisten Gauck (Stichwort: Wiederbewaffnung gegen den erbitterten Widerstand der Bevölkerung usw.) nicht scharf genug. Ihre Einschätzung dieser Rede Gaucks (ekelhaft und bösartig) ist aus meiner Sicht deshalb ausgesprochen milde aber auch vollständig angemessen. Ein Tondokument der Rede mit der Ausdrucksweise “glückssüchtige Gesellschaft” finden Sie hier auf den Web-Seiten der Führungsakademie der Bundeswehr. Bei Minute 11:28  ist die besagte Stelle, der in vieler anderer Hinsicht unsäglichen “Rede” Gaucks.  Das ganze ungeheuerliche Ausmaß der “Rede” Gaucks wird deutlich, wenn man sie mit der Rede eines wirklichen Bundespräsidenten, nämlich der Gustav Heinemanns vom 1. Juli 1969, vergleicht: Dem Frieden dienen. [PDF – 40 KB]

Gauck ist aus meiner Sicht ein Relikt der 50er Jahre, und zwar ein übles Überbleibsel.

Freundliche Grüße

U. R.

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Kaum zu Glauben aber offensichtlich keine Satire.

Und der eigentliche Skandal, dass sich keiner empört! Wie weit ist unsere Gesellschaft schon wieder gekommen.

Ein aufmerksamer Leser der Nachdenkseiten
M. V.
Cottbus

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Liebes Redaktionsteam,

Spiegel-Online nimmt sich des Themas auch in der Satire-Ecke SPAM an: “Glücksucht: Therapeut und Heiler”

Ich finde, es lohnt sich, die Strecke mal durchzuklicken, da es nicht einfach nur albern ist, wie vieles sonst der Stelle.

Viele Grüße,
Chr. Br.

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Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank fuer Ihre Beitraege zu den Militaereinsaetzen in den Nachdenkseiten.

“Schwerter zu Pflugscharen” waere die einzig richtige Antwort eines evangelischen Pfarrers vor der Bundeswehrakademie gewesen.

Wo waren Herr Gauck und die Pfarrerstochter Angela Merkel 1983 im Rahmen des Kirchentages in Wittenberg?

Herzliche Gruesse
B. K.

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Sehr geehrter Herr Müller,

als ständiger Leser der NDS muss ich mich doch mal direkt an Sie wenden. Vorab gesagt, Ihren Beitrag vom 12.06.2012 “Worte des Bundespräsidenten…” unterstütze ich vollständig.

Vorgestern, am 12.06.12 besuchte ich eine Austellung von 70 Karikaturisten, das sog. SATIRICUM – Sommerpalais Greiz. Dieses hat lt. erworbenem Katalog sogar den wohlwollenden Segen der thüringischen Ministerpräsidentin und der Landrätin erhalten. Die dort zu sehenden, ganz aktuellen Karikaturen, passen zu einem großen Teil zu all dem, was Ihre NDS bringen.

Ich fand eine Darstellung des Herrn Gauck, die nach kurzem Betrachten genau das ausdrückt, was Sie schrieben.

Wenn die hier dargestellte Person das Abzeichen “Pflugscharen zu Schwertern” trägt, fällt mir doch gleich ein, wer damals wirklich als Bürgerrechtler in der DDR gewirkt hat, z.Bsp. der Pfarrer Friedrich Schorlemmer, einer derjenigen, welche nach der Wende die süße Verführung politischer Ämter bewußt nicht nutzten. Zitat WIKIPEDIA : “Auf dem Kirchentag 1983 in Wittenberg fand auf dem Lutherhof unter seiner Verantwortung die symbolische Umschmiedung eines Schwertes zu einer Pflugschar statt, obwohl die DDR-Behörden vorher die öffentliche Benutzung des Slogens…für illegal erklärt hatten” Die Aktion wurde zu einem Hoffnungszeichen für die Friedensbewegung in ganz Deutschland.

Ein Herr Gauck, in der DDR selbst privilegiert, auch mit fragwürdigen Kontakten, tauchte erst während des Kippens der DDR auf, als man persönlich nichts mehr verlieren, aber manches gewinnen konnte. Als jemand, der den größeren Teil seines Lebens im Osten verbrachte, habe ich etliche dieser Typen beobachten und studieren können. Als die Menschen noch auf den Straßen demonstrierten, bereiteten sie schon ihre Karriere in den neuen Ämtern vor.
 
Noch eine Bemerkung: Es ist ja sehr schwierig, Leser für die NDS zu gewinnen. Die Mainstream-Meinungsmache vernebelt das Denken. Und doch wird bei vielen Menschen, vielleicht nur punktuell, rationaler gedacht, als man annimmt. Ein Beispiel hierfür sind mindestens 50 Karikaturisten der Ausstellung in Greiz. Also bitte weitermachen!
 
Mit den besten Grüßen und Wünschen,  E. H.
 

*

Sehr geehrter Herr Müller,

nach meinem Dafürhalten war die Formulierung „ekelhaft“ bezüglich der Äußerungen und damit verbundenen Haltung unseres Bundespräsidenten zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr durchaus passend gewählt. Besser lässt sich mein Empfinden dabei kaum auf den Punkt bringen. Es ist beschämend zu sehen, wie sich Herr Gauck bei den Mächtigen dieser Welt mit kritikloser Bewunderung anbiedert.

Mit freundlichen Grüßen
A. G.

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Sehr geehrter Herr Müller,

ich finde, dass Ihr Kommentar zu Gauck’s Rede noch sehr glimpflich war.
Man könnte es auch so sehen:
Wenn Gauck von der “Glückssüchtigen Gesellschaft” spricht, die deutsche Gefallene nur sehr schwer ertragen könne, steht das diametral zu Weizsäckers wesentlichen Inhalten der Rede zum 8. Mai., die man als eine “Ächtung des Krieges” bezeichnen kann.

Für mich hat der neue Bundespräsident nicht mehr alle Tassen im Schrank: es ist das Allerletzte, was wir noch anzusteuern hätten, dass wieder Soldaten, Männer und Frauen, für die großenwahnsinnigen politischen Ideen einiger “Weltenlenker”
die Knochen hinhalten.

Weizsäcker:

“…Wir Wir gedenken aller Völker, die im Krieg gelitten haben, vor allem der unsäglich vielen Bürger der Sowjetunion und der Polen, die ihr Leben verloren haben.
Als Deutsche gedenken wir in Trauer der eigenen Landsleute, die als Soldaten, bei den Fliegerangriffen in der Heimat, in Gefangenschaft und bei der Vertreibung ums Leben gekommen sind.
Wir gedenken der ermordeten Sinti und Roma, der getöteten Homosexuellen, der umgebrachten Geisteskranken, der Menschen, die um ihrer religiösen oder politischen Überzeugung willen sterben mußten.
Wir gedenken der erschossenen Geiseln.
Wir denken an die Opfer des Widerstandes in allen von uns besetzten Staaten.
Als Deutsche ehren wir das Andenken der Opfer des deutschen Widerstandes, des bürgerlichen, des militärischen und glaubensbegründeten, des Widerstandes in der Arbeiterschaft und bei Gewerkschaften, des Widerstandes der Kommunisten.
Wir gedenken derer, die nicht aktiv Widerstand leisteten, aber eher den Tod hinnahmen, als ihr Gewissen zu beugen.
Neben dem unübersehbar großen Heer der Toten erhebt sich ein Gebirge menschlichen Leids,
Leid um die Toten,
Leid durch Verwundung und Verkrüppelung,
Leid durch unmenschliche Zwangssterilisierung,
Leid durch Bombennächte,
Leid durch Flucht und Vertreibung, durch Vergewaltigung und Plünderung, durch Zwangsarbeit, durch Unrecht und Folter, durch Hunger und Not,
Leid durch Angst vor Verhaftung und Tod,
Leid durch Verlust all dessen, woran man irrend geglaubt und wofür man gearbeitet hatte.
Heute erinnern wir uns dieses menschlichen Leids und gedenken seiner in Trauer.
Den vielleicht größten Teil dessen, was den Menschen aufgeladen war, haben die Frauen der Völker getragen.
Ihre Leiden, ihre Entsagung und ihre stille Kraft vergißt die Weltgeschichte nur allzu leicht. Sie haben gebangt und gearbeitet, menschliches Leben getragen und beschützt. Sie haben getrauert um gefallene Väter und Söhne, Männer, Brüder und Freunde.
Sie haben in den dunkelsten Jahren das Licht der Humanität vor dem Erlöschen bewahrt.
Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich.

Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen…..”

Gaucks Befürwortung militärischen Einsatzes – der nie ganz von Krieg zu trennen ist – durch die Hintertür ist eine Schande für unsere Bundesrepublik und ein massiver Verstoß gegen das Gebot des Grundgesetzes.

Mit freundlichen Grüßen
C. W.

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