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Hinweise des Tages

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(AM/KR)

  1. Robert von Heusinger: Die schwache Lohnentwicklung in Deutschland gefährdet das Wachstum
    Meine einzige große Sorge gilt der Lohnentwicklung. Sie ist das größte Risiko für meine Prognose. Die Löhne entwickeln sich noch immer viel zu schwach! Nicht nur die Unternehmen, auch die Menschen in diesem Land müssen den Aufschwung spüren. Eine durchschnittliche Lohnerhöhung um vier Prozent im nächsten Jahr sollte drin sein. Warum vier Prozent? Weil der Zuwachs der Arbeitsproduktivität im laufenden Jahr bei rund zwei Prozent gelegen hat, die von der Europäischen Zentralbank angestrebte Inflation bei 1,9 Prozent liegt. Zwei plus 1,9 macht 3,9. Eine solche Lohnerhöhung wäre verteilungsneutral, würde also an den Rekordgewinnen der Firmen nichts ändern.
    Quelle: ZEIT-Weblog
  2. Blackstone und die Telekom: Wie eine Investmentgesellschaft Strippen zieht
    Kaum hat René Obermann den Vorstandsvorsitz der Deutschen Telekom übernommen, bläst ihm der Wind kräftig ins Gesicht. Fast täglich wird über den Verkauf von Konzernteilen, neue Stellenstreichungen oder einem Einstieg der russischen Sistema spekuliert. Doch bestätigt hat sich bislang keines der Gerüchte. Im Umfeld von Obermann heißt es, der Telekom-Chef müsse sich erst in das neue Amt einarbeiten. Viel Zeit bleibt dem 43-jährigen Topmanager nicht:
    Quelle: heise online
  3. Und du bist raus: Wie Finanzinvestoren die Traditionsfirma Grohe auspressen
    Sie heißen “Blackstone” oder “Texas Pacific Group” und haben Milliarden in den Kassen. Ihr Geschäft: Sie kaufen und verkaufen Firmen wie Obsthändler Äpfel und Birnen. Ihre offizielle Strategie: Firmen fit für den Weltmarkt zu machen. Das wirkliche Ziel: in kurzer Zeit soviel Profit wie möglich herauszupressen. Jetzt kaufen sich internationale Investoren auch in Deutschland in großem Stil ein. Wie sich diese Übernahmen auswirken, zeigt Hubert Seipel am Beispiel des Traditionsunternehmens Grohe.
    Quelle: PHOENIX
  4. Köhler stellt sich gegen Rüttgers’ Vorstoß
    Bundespräsident Köhler greift in die aktuelle politische Diskussion um die Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld ein. Er lehnte Forderungen von NRW-Ministerpräsident Rüttgers ab, langjährig Versicherten mehr zu bezahlen.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE

    Kommentar: Gleichgültig, wie man zu Rüttgers steht, die Intervention des Bundespräsidenten in die aktuelle Politik wird immer unerträglicher.

  5. REGIERUNGSBILDUNG IN ÖSTERREICH: “Die Eurofighter sind zu teuer”
    „SPIEGEL ONLINE: Österreich geht es wirtschaftlich gut, trotzdem konnten Sie im Wahlkampf punkten: Sie forderten Umverteilung. Ihre deutschen Genossen von der SPD trauen sich an diese Thematik seit langem nicht mehr ran. Geben Sie denen doch mal einen Tipp.
    Darabos: Der Keim der ÖVP-Niederlage war der: Es ist zu wenig, wirtschaftspolitische Parameter als Erfolg auszuweisen. Die Österreicher haben zwar anerkannt, dass sich ihr Land im internationalen Vergleich gut entwickelt, doch sie haben gefragt: Österreich geht’s gut, aber was haben wir als Einzelne vom wirtschaftlichen Aufschwung? Deshalb unser durchaus riskanter Wahlkampf mit der Umverteilungsdebatte in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit. Das kam in Österreich sehr gut an. Riskant war das, weil eine Diskussion über Umverteilung Ängste bei den Menschen schüren kann, dass ihnen etwas weggenommen werden soll. Deshalb haben wir immer klar gesagt, dass wir von oben nach unten umverteilen wollen.“
    Quelle: SPIEGEL ONLINE

    Kommentar: Warum kann das die SPD nicht wieder lernen?

  6. Der Aufbau Ost ist noch kein Selbstläufer
    Die EU-Kommission hält die Lasten der deutschen Vereinigung für überwunden – das stößt in Ostdeutschland auf große Verwunderung
    Quelle 1: BerlinOnline
    Quelle 2: BerlinOnline

    Kommentar AM: Ich wundere mich auch.

  7. SPD-nahe Manager fordern Auto-Maut und Bahn-Verkauf
    SPD-nahe Wirtschaftsexperten fordern in einem Thesenpapier weitreichende Änderungen in der Verkehrspolitik. Sie sprechen sich für eine Auto-Maut aus und befürworten die vollständige Privatisierung der Verkehrssparten der Deutschen Bahn.
    Quelle 1: FR
    Quelle 2: Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF - 1.9 MB]

    Kommentar: Der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung ist zu allererst ein Lobbyzirkel, im konkreten Fall für die Privatisierung der Bahn und für die Ausdehnung der Privatfinanzierung der sonstigen Verkehrswege. So wie dieser Kreis auch schon für die Privatisierung der Altersvorsorge eingetreten ist. Diesen Lobbyverein als Kreis von „Wirtschaftsexperten“ zu bezeichnen ist schon ziemlich abenteuerlich.

  8. Gerd Bosbach erhält Ehrenpreis «Die goldene Falte»
    Köln (AP) Der Remagener Statistikprofessor Gerd Bosbach erhält den Ehrenpreis «Die goldene Falte» für seine Aktivitäten für ein klischeefreies Altersbild. Bosbach widerlege konsequent die gängigen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung, erklärte das «Büro gegen Altersdiskriminierung» am Freitag in Köln. Diese Prognosen würden von Politikern genutzt, um die Generationen gegeneinander auszuspielen und eine alten- und altersfeindliche Stimmung zu erzeugen.

    Der Wissenschaftler entziehe den «altersdiskriminierenden Horrorszenarien von der Vergreisung der Gesellschaft und ihrer drohenden Überalterung» die Grundlage, hieß es. Damit trage er zur Etablierung eines realistischeren Altersbildes bei.

    Die «Goldene Falte» wird seit dem Jahr 2000 vom «Büro gegen Altersdiskriminierung» vergeben. Für den Ehrenpreis nominiert waren diesmal fünf Kandidaten. Der Gewinner wurde per Fax- und Internetabstimmung ermittelt.
    Quelle: de.news.yahoo.com

    Wir gratulieren!

  9. Altersvorsorge: Deutschland gegen Großbritannien
    Ein Vergleich der Rentenprobleme in der Bundesrepublik und in Großbritannien bringt überraschende Erkenntnisse.
    Quelle: SZ

    Kommentar: Nachdem der britische Rentenexperte John Hills festgestellte hat, daß Großbritannien, was den Lebensstandard im Alter angeht, nahezu das Schlusslicht in Europa sei, daß in Großbritannien mehr als dreimal so viele Rentner in Armut lebten als hierzulande und daß dies hauptsächlich in der privaten Vorsorge begründet sei, kommt doch unser Experte, Axel Börsch-Supan zu den Schluß: “Wir müssen auch Experimente wagen, etwa bei der Privatvorsorge.”
    Börsch-Supan ignoriert die Aussagen Hills, daß in einer nicht geregelten Altersabsicherung das private Sparen vernachlässigt wird, weil zum Beispiel das Geld knapp ist, Kinder kommen oder Arbeitslosigkeit besteht. Der Niedergang der Börse, die falschen Versprechen der Versicherer oder die betrügerischen Machenschaften der Firmen mit ihrer Pensionskasse, alles Ausflüsse einer kapitalgedeckten Privatvorsorge, werden vom Direktor des im wesentlichen von der Versicherungswirtschaft finanzierten Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) ignoriert. Daß die so versorgten Rentner auch noch früher sterben, wäre dann ganz im Sinne der Versicherungswirtschaft.

  10. Nachfolgend der Link zu einem aufschlußreichen Beitrag von Prof. Helmedag
    Der Artikel schildert den Versuch des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft,
    über entsprechend aufbereitetes “Unterrichtsmaterial” die Schülerinnen und Schüler im Sinne der Arbeitgeberverbände manipulativ zu beeinflussen:
    Quelle: TU Chemnitz [PDF - 80 KB]
  11. Eine Milliarde Euro für die Hochschulen: Lächerlich wenig
    Der Hochschulpakt hilft den Universitäten nicht. Er verhindert nur, dass alles noch schlimmer wird.
    Quelle: SZ
  12. Lucas Zeise: Zu Brüssel Nein sagen
    „Die EU-Kommission mischt sich in Dinge ein, die sie nichts angehen. Im Sparkassenstreit überdehnt sie so offensichtlich ihre Kompetenzen, dass es allerhöchste Zeit wird, dem Treiben ein Ende zu setzen.“
    Quelle: FTD
  13. “Mindestlohn jetzt”
    „Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, hat die Regierung zur sofortigen Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns aufgefordert. Eine genaue Summe nannte der Gewerkschafter auch.“
    Quelle: FTD
  14. Bürgertum vs. Unterschicht: Arbeitslos? Selbst Schuld!
    Deutschlands Mittelschicht spricht heute über Arbeitslose, als wären sie Kriminelle. In der öffentlichen Debatte gelten sie nicht mehr als Opfer der Verelendung, sondern als Mitschuldige an der sozialen Krise – die neuen Bürgerlichen wollen sich einreden, dass ihnen selbst so was nie passieren würde.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE

    Kommentar eines NachDenkSeiten-Lesers: Ein für den Spiegel ganz erstaunlicher Artikel, der sich schon fragen lassen muß, was er selbst zu dieser Sicht beigetragen hat.

    Anmerkung KR: Typisch für den SPIEGEL wiederum ist es, als Ursache für die Arbeitslosigkeit nur die Globalisierung zu nennen. Dabei hat das Nachrichtenmagazin aus Hamburg den Rückgang der Realeinkommen der Lohnabhängigen jahrelang mit neoliberaler Propaganda unterstützt und damit seinen Teil zum Siechtum des Binnenmarkts beigetragen (der für die Beschäftigung wichtiger als der Export ist). Noch im August 2004 betätigte sich der SPIEGEL als Einpeitscher und forderte Schröder unverhohlen auf, bei der Durchsetzung der Agenda 2010 nicht nachzulassen: “Sei rüde, sei ehrlich, mach es schnell”.

  15. ARD-VERTRAG: Trubel um Jauch
    Dass Günther Jauch die neue Christiansen wird, hatte bereits für Zündstoff gesorgt – besonders die Werbeverträge des Moderators wurden kontrovers diskutiert. Jetzt forderte die zukünftige WDR-Intendantin Monika Piel klare Richtlinien für Reklame-Promis der ARD.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE

    Kommentar eines unserer Leser: „Die NDS haben dazu beigetragen, dass so etwas überhaupt aufstößt.“ Freut uns, wenn das so wäre.

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