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Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und glückliches Neues Jahr!

Verantwortlich:

Deutschland, ja die gesamte Welt stehen an einem Wendepunkt. Der Kreuzzug der neoliberalen Ideologen konnte sich noch bis vor kurzem den Anstrich von wirtschaftlicher Vernunft und Effizienz geben. Ihre Rezepturen galten als „alternativlos“ oder „objektiv notwendig“. Spätestens die Finanzkrise hat diese Fassade für jedermann sichtbar niedergerissen. Ein ungerechtes Bereicherungssystem, hinter dem oft kriminelle Machenschaften stecken, kam zum Vorschein.

Der Staat, der über Jahre hinweg „ausgehungert“ werden sollte, musste über Nacht mit Milliardensummen in bis dato unvorstellbarer Höhe „Rettungsfallschirme“ über Banken und ganze Industriezweige aufspannen. Wir alle werden für das Zerstörungswerk einer Minderheit in Haft genommen.

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Rezession wird plötzlich nach öffentlichen Investitionen gerufen. Es werden Konjunkturprogramme aufgelegt, die jahrelang als wirkungslose „Strohfeuer“ abgetan wurden.

Plötzlich wimmelt es in Wirtschaft, Politik und Medien nur noch so von „Wendehälsen“, die ihre früheren Parolen am liebsten aus den Archiven tilgen würden. Die Rezepturen der viel zitierten „Experten“ entpuppen sich als hohle Dogmen. Unsere „Führungseliten“ tun so, als sei die Krise wie ein „Spring-ins-Feld-Teufel“ (Steinbrück) über uns gekommen. Sie wollen damit vertuschen, dass sie jahrelang dem „Teufel“ hinterherliefen. Banker, Politiker, Meinungsmacher versuchen jetzt alles, um von ihrem vorausgegangenen Tun abzulenken. Machen wir uns nichts vor: Hinter den Schuldzuweisungen und hinter den (zaghaften) Schuldeingeständnissen verbergen viele, der angeblich vom Saulus zum Paulus Bekehrten, nur ihre Absicht des „Weiter-so“.

Wenn Sie in den zurückliegenden Jahren die NachDenkSeiten gelesen haben, dann wussten Sie schon seit langem, dass die Alarmzeichen der Krise schon viel früher erkennbar waren. Die Kritik und der Widerstand eines großen Teils der Bevölkerung gegenüber der „Diktatur“ der neoliberalen „Reformen“, die bisher allenfalls in Umfragen oder in den Volksabstimmungen über die europäischen „Reform“-Verträge ihren Ausdruck fanden, stehen plötzlich wieder auf der Tagesordnung. Das offenkundige Scheitern der bisher herrschenden Lehren könnte eine Chance für einen Wechsel bieten.

Im Jahr 2009 finden wichtige Wahlen statt, unter anderem die Europawahl und die Bundestagswahl. Schreiben Sie Ihren Kandidatinnen und Kandidaten und melden Sie sich bei deren Veranstaltungen zu Wort. Gehen Sie an die Straßenstände und lassen die angebotenen „Luftballons“ platzen. Sagen Sie den Politikern, dass schon genug plattgemacht worden ist und lassen Sie sich nicht mit schönen Worten und Versprechungen abwiegeln. Fragen Sie ganz konkret danach, mit welchen Maßnahmen die Kandidatinnen und Kandidaten die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft in Arm und Reich aufhalten wollen, was sie zu tun gedenken, um die Binnennachfrage zu stärken, um gute Arbeit zu angemessenen Löhnen zu schaffen, was sie an Ihrer Rente verbessern wollen, wie sie für mehr Chancengleichheit in der Bildung sorgen wollen, wie sie das Fleddern öffentlichen Eigentums aufhalten wollen oder wie sie Sicherheit gewährleisten wollen, ohne dass in Ihre Freiheitsrechte eingegriffen wird und die Gefahr besteht, dass Ihr Computer ausgespäht wird.
Machen Sie aus Ihrer oft erlebten Ohnmacht im Wahljahr eine Macht gegen das „Weiter-so“.

Die NachDenkSeiten möchten Ihnen dabei auch im kommenden Jahr zur Seite stehen. Wir möchten Ihnen weiterhin ein verlässlicher Partner sein und Sie mit Fakten und Argumenten dagegen wappnen, von den Meinungsmachern hinters Licht geführt zu werden. Wir wollen Ihnen helfen, die wohltönenden Wahlkampfparolen zu durchschauen. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass eine aufgeklärte Gegenbewegung an Kraft gewinnt, die notwendig ist, damit ein neuer Kurs möglich wird.

Dazu bauen wir auch im kommenden Jahr auf Ihr Engagement. Wir sind darauf angewiesen, dass Sie mitmachen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns im zurückliegenden Jahr unterstützt haben. Ohne Ihre tägliche Mithilfe, wären die NachDenkSeiten gar nicht möglich. Wir können nur immer wieder um Verständnis und Nachsicht bitten, wenn wir es nicht schaffen, uns für Ihre Hinweise, Ihre Anregungen, Ihre Argumente und Ihre Kritik regelmäßig zu bedanken oder darauf zu reagieren. Bitte sehen Sie uns nach, dass wir manchmal auch beim besten Willen auf Ihre Mail nicht antworten können. Wir lesen sie, aber die Kraft und vor allem die Zeit reicht oft nicht einmal zu einer formalen Antwort.

Das kleine Team der NachDenkSeiten wünscht Ihnen ein fröhliches Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und gutes Neues Jahr.

Und wenigstens in diesem Wunsch schließen wir uns der Weihnachtsbotschaft der Kanzlerin an: „Spannen Sie aus und schöpfen Sie Kraft“.

Diesem Wunsch unserer Regierungschefin wollen wir uns auch selbst nicht entziehen. Wir machen jetzt für einige Tage bis zum Jahresanfang Pause. Es sei denn, es geschieht etwas, was dringend analysiert und kommentiert werden müsste. Dass Sie jetzt für einige Tage keinen neuen Eintrag im kritischen Tagebuch finden, muss für Sie nicht bedeuten, dass Sie keinen Lesestoff auf unserer Webseite finden. Scrollen Sie einfach ein bisschen zurück, oder rufen Sie eine unserer Rubriken auf. Sie werden sehr viele Texte finden, die so aktuell sind wie zum Zeitpunkt des Einstellens.
Wenn Sie wichtige Texte bequemer als am Bildschirm lesen wollen, dann greifen Sie einfach auf unser Jahrbuch zurück. Am vergangenen Wochenende wurde mit der Auslieferung begonnen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Lieb, Ihr Albrecht Müller, Ihr Kai Ruhsert
Ihr Webmaster Lars Bauer – www.medienpalast.de

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