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15. Dezember 2017
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Giftgaseinsatz zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Umfeld von Konferenzen zu Syrien? Zynischer geht es nicht. – Siehe Lüders bei Lanz.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Militäreinsätze/Kriege, Strategien der Meinungsmache
Albrecht Müller

Wieder ist in Syrien Giftgas eingesetzt worden. Und wieder folgte daraufhin ein propagandistischer Schlagabtausch. (siehe auch hier) Bei uns besonders interessant die Rolle der Außenbeauftragten der Europäischen Union – die sofort die Verantwortung bei Assad festmachte, sozusagen meinungsführend für die ihr folgenden Propagandisten. Und jetzt auch die Bild-Zeitung – siehe hier und hier. Nach deren Meinung deutet alles auf die Verantwortung des „Machthabers“ Assad hin. – Der Nahostexperte Michael Lüders widerspricht bei Lanz im ZDF. Schauen Sie sich diese Sendung an. Damit sie keine Zeit verschwenden müssen, hier die Information über die wichtigen Passagen: Von Minute 3:45 bis Minute 26. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Markus Lanz weist darauf hin, dass zur Zeit ein Wettkampf um die Deutungshoheit tobt. War es Assad, im Zusammenhang mit den Russen? Michael Lüders berichtete davon, dass auch ein früherer, massiver Giftgaseinsatz vom August 2013 Assad in die Schuhe geschoben worden war, tatsächlich aber der damalige Einsatz in der Nähe von Damaskus auf ein Zusammenspiel zwischen der Al Nusra-Front und dem türkischen Geheimdienst zurückging. In seinem aktuellen Buch „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ hat Michael Lüders den damaligen tödlichen Vorgang geschildert und belegt. (Näheres zum interessanten Buch von Michael Lüders siehe zum Beispiel hier)

Auch jetzt gehe es dem Westen nicht um Aufklärung, sondern darum, ein Feindbild zu schaffen – das Feindbild von Russland und Iran.

Bei Lanz wurde die berechtigte Frage gestellt: Wie sinnvoll ist es, in Syrien um jeden Preis einen Regierungswechsel herbeizuführen? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Es ist nicht sinnvoll. Vor allem ist es dann nicht sinnvoll, wenn danach die Lage noch viel schlimmer ist – wie zum Beispiel schon in Libyen und im Irak demonstriert. Und es ist nicht sinnvoll und auch nicht berechtigt, wenn die Täter eines Regimewechsels – im konkreten Fall der Westen – viel Dreck am Stecken haben. Wir sind nicht die Guten! Unsere Propaganda ist gut. Und es lassen sich Leute und Medien dafür einspannen, die wir für ehrenwert gehalten hatten.

Der ganze Vorgang ist nur zu verstehen, wenn man mitbedenkt, dass wir umzingelt sind von Strategien der Meinungsmache.

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