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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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19. Dezember 2014
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Nachtrag zur ideologiebeladenen Wirtschaftspolitik: Marsch in die Deflation

Verantwortlich:

Angestoßen von den beiden letzten Beiträgen zur mangelhaften makroökonomischen Politik (siehe hier und hier) machte ein NachDenkSeiten-Leser auf Heiner Flassbecks Warnung vor einer deflatorischen Entwicklung aufmerksam. Ich mache mir die gleichen Sorgen, muss aber in vielen Mails und öffentlichen Beiträgen feststellen, dass sich viele Menschen eine Inflation befürchten. Das ist vermutlich eine Fehleinschätzung. Albrecht Müller

Hier zunächst der Hinweis des NachDenkSeiten-Lesers:

„In der kürzlichen SWR2-Diskussionssendung “Forum Stresstest für den Euro – Bringen Griechen und Iren die Währungsgemeinschaft zu Fall?” forderte der EZB-Chefökonom Jürgen Stark, Deutschland müsse seine “maßvolle” Lohnpolitik der vergangenen Jahre weiter fortsetzen, während die unter Wettbewerbsproblemen leidenden Staaten (insbesondere Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Irland) in den kommenden Jahren eine Niedriglohnpolitik (ergänzt um eine staatliche “Sparpolitik”) betreiben müssten.
Der m.E. zutreffende Einwand Flassbecks: Er, Heiner Flassbeck, sei verwundert, aus dem Munde des EZB-Chefvolkswirts Stark derartige Politikempfehlungen zu vernehmen, denn diese würden der von der EZB angestrebten Zielinflationsrate in Höhe von knapp unter 2 Prozent zuwiderlaufen. Bei Umsetzung der Stark-Forderungen würde die Euro-Zone den Marsch in die Deflation antreten.“

Angesichts der Besetzung wichtiger Einrichtungen wie der Europäischen Zentralbank mit Personen von der „Qualität“ und ideologischen Ausrichtung Jürgen Starks und des EZB-Präsidenten Trichet und ihres Widerhalls bei der Brüsseler Kommission sind die Warnungen vor einer Deflation sehr berechtigt. Die Metall-Tarifabschlüsse in Deutschland bestätigen diese Richtung. Unsere Probleme mit der mangelnden Abstimmung der Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone werden wir auf diese Weise nicht lösen.

P.S.: Im oben erwähnten Beitrag vom 12. Februar hatte ich den Einfluss von Juristen auf die Wirtschaftspolitik kritisiert. Das war zu pauschal formuliert und hat Widerspruch bei einigen unserer Leser ausgelöst. Das bedaure ich.

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