Leserbriefe zu „Die Militarisierung der Politik und der Gesellschaft ist atemberaubend“

Ein Artikel von:

Hier weist Albrecht Müller darauf hin, dass keiner der Bundeskanzler, die er in Bonn erlebt habe, sich „unentwegt vor Panzern und anderem Militärgerät fotografieren“ ließ. Heute sei das gängige Praxis. Das werde mittel- bis langfristig gesellschaftsprägend wirken. Unsere Kinder und Enkel würden mit diesen Bildern aufwachsen. Sie würden „so an militärische Rüstung gewöhnt und Abrüstung nur schwer noch als politisches Ziel begreifen“. Die Öffentlichkeit sei offenbar jetzt schon so an die Präsenz des Militärischen gewöhnt, dass es keinen Widerstand mehr gebe. Wir haben hierzu interessante Zuschriften bekommen. Danke dafür. Eine Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann hier für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

es ist einfach nur widerlich, wie sich Kanzler und Minister da abbilden lassen. „Aus der Geschichte lernen“ – aber wir doch nicht! Täglich kann man Bilder/Videos aus der Ukraine sehen, was diese Waffen anrichten. Die moderne Kriegsführung mit dem Einsatz von Drohnen, den hochauflösenden Bildern, lassen keine Seite unbeobachtet. Es sieht aus wie Tontaubenschießen. Keine Chance für die Soldaten. So schmerzlich dies auch ist, das muß man weiter verbreiten, um ein Umdenken herbeizuführen.

Schauen Sie mal auf Druschba.fm oder andere Kanäle, treffen Sie eine exemplarische Auswahl für die Leser. „Im Westen nichts Neues“ wird um Dimensionen übertroffen.

Mit freundlichem Gruß
Rolf Schönenberg


2. Leserbrief

Sehr geehrte Leute der Nchdenkseiten,

zu Ihrem Artikel “Die Militarisierung der Politik und der Gesellschaft ist atemberaubend” möchte ich noch eines anmerken: In der letzten Zeit sehe ich immer mehr Menschen in olivgrüner Kleidung. Auch Kleidung mit Tarnmuster ist offensichtlich sehr in Mode. Die Menschen machen sich anscheinend nicht bewusst, was sie da tragen. Aber ich gehe davon aus, dass diese Modeerscheinung eine subtile Wirkung entfaltet, die eine weitere Militarisierung der Gesellschaft fördert.

Mit freundlichen Grüßen
H. Schuster


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

was soll uns dieses Posieren von Scholz sagen? Der “Russe” ist die größte Bedrohung, die momentan im Raum steht. Darauf müssen wir unsere ganzen Kräfte konzentrieren, und dann bleiben andere wichtige Dinge leider unerledigt. Das ist nicht unsere Schuld.

Erinnert das nicht an eine gewisse Frau Thatcher? Die war ja Anfang der 80er Jahre innenpolitisch gescheitert. Und dann fand sie dieses Nadelöhr “Falkland”; man wollte ja keinen Krieg führen, aber man musste. Die Ablenkung war erfolgreich, der neoliberale Siegeszug nahm seinen Lauf.

Gruß ans Team
Roland Kuntz


4. Leserbrief

Wie bin ich froh und dankbar, dass es die Nachdenkseiten gibt! Ich vermute, es geht vielen Ihrer Leser so, die mehr zu den Stillen und äußerlich Passiven gehören wie ich, dass sie sich mit ihrer Wut, ihrem Erschrecken, ihrer Verzweiflung und dem Unverständnis so vieler Menschen ringsum nicht völlig allein fühlen müssen.

Könnten Sie zur Ergänzung Ihres Artikels bei Gelegenheit Fotos von bigotten Politikern veröffentlichen, die auf Kirchentagen Bibelstunden geben?

Mit freundlichen und dankbaren Grüßen
Angela Drewes


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller! NDS bringt es!  Gerade habe ich das Laufband von WELT-TV geguckt und folgende Meldung in Sachen Haushaltspläne der Ampel von rechts nach links wandern sehen:  Nur die Rüstung bekommt mehr! (sinngemäß). In einem Interview hat sich der FDP-Vogel so geäußert: “Wir können nicht mehr geben, wenn wir nicht mehr haben” (sinngemäß). Der Mann war mal Chef der “Jungen Liberalen”, die in Stuttgart auf “meinem” Schlossplatz einen Aufruf in die Höhe hielten: “Krieg beenden – Waffen senden”. Zum Nachfolger schweige ich.

Es reicht in der Tat! Ich wandele altersgemäß auf Herrn Müllers Spuren und kann als Ausgebombter und Evakuierter mitfühlen. Wenn noch nicht einmal der Nazipropagandist Kiesinger oder gar der Sowjetresterampen-Raffzahn Kohl sich mit Rüstung in Szene gesetzt haben, sagt das alles über Scholz aus. Es ist nun vorläufig (und “altersgemäß” wohl  up ewig und ungedeelt) Schluss mit meiner SPD-Wahl! Der Kanzler Scholz, der stets verschämt sein Jacket mit dem rechten Arm über das evtl. offene Gesellschaftsfensterchen (japanisch) hält, sollte sich was schämen.

Nach den verheerend schlechten VerteidigungsministerINNEN hat man dem Ex-Weil-Gefolgsmann Pistorius den Helm aufgesetzt. Ich bin nicht gegen eine Armee eines sauber geführten Staates (z.B. Brandt und Schmidt). Die Menschheit ist noch lange nicht so weit, dass sie ohne Verteidigung auskommt. Pistorius also empfand ich als Erlösung auf diesem Job – zumal er auch rein sprachlich was hergibt! Er entpuppt sich indes als Mann des Hegemons und hat nicht den Einblick in die Wirklichkeit, die da lautet: Der Krieg kann nicht gewonnen werden. Es bleibt beim Ausbluten………

Es reicht!
Dieter Münch


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller und NDS Team,

Die Aufrüstung von Deutschland, da gibt es eine erhebliche Problematik.

Es sind zu nennen:

Wenn Deutschland zum militärisch stärksten regionalen Hegemon wird, da muss man sich fragen wie werden Frankreich und Großbritannien darauf reagieren.

Ausserdem sollte man das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren und zwar:

Die geplante militärische Extremhochrüstung von Deutschland in Kombination mit dem jetzt herrschenden politischen Klima der militärischen Kampflust + die Leitmediensituation die noch Öl ins Feuer giesst. Weiterhin kommen zum tragen die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung (Waffen und Granaten kann man nicht essen), die zu erwartenden Einsparungen für soziales, Infrastruktur etc. Fehlende Facharbeiter, fehlende Medikamente und last but not least das Klimaproblem.

Dieser Mix hat eine unglaubliche Sprengkraft, die nur auf den Zündfunken wartet, die Frage ist nicht ob der Funken kommt sondern wann.

Wie soll das Problem gelöst werden das sich daraus ergibt, dass erwiesen ist, dass die Gesamtpolitik (Regierung und Parlament) nicht imstande sind, eine grosse Krisensituation zu bewältigen zum Wohlergehen der Allgemeinbevölkerung?

Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens


7. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,

anbei eine kurze Anmerkung zu ‘Die Militarisierung der Politik und der Gesellschaft ist atemberaubend’ von Herrn Müller. Ich finde das passt sehr gut zur Refeudalisierung aller Verhältnisse. Gerade für’s preussisch junkersche Deutschland. Wenn knapp bekleidete Mädels mit Autos posieren, warum soll ein Kanzler, als schließlich erster Kapitalsekretär, nicht mit einem Produkt seiner Herrchen posieren? Hoffentlich bleibt er aber weiterhin angezogen.

Dazu noch eine Leseempfehlung:

Wer würde in den Mutterländern des Spätimperialismus am meisten von der Senkung des Konsums betroffen sein? Die Menschen, die zur Kategorie der KaputtMach-Wirtschaft gehören, leisten keinen Anteil an der Produktion, müssen aber von den Geldern, die aus den güterwirtschaftlichen Tätigkeiten generiert werden, mitfinanziert werden. Es ist möglich, dass dieser Bevölkerungsanteil in seinem Konsum soweit zurückgefahren wird, dass es gerade noch so zum Leben reicht. Dies kann bis zu 60% des Potentials an Arbeitskräften betreffen, die heute schon zur KaputtMach-Wirtschaft gehören und für die Produktion ohne Bedeutung sind, und ist abhängig vom Ausmaß der hierdurch eintretenden sozialen Unruhen. Die restlichen 40% würden weiter leben wie bisher, weil sie vom Finanzkapital noch gebraucht werden.

Gestützt wird diese Darstellung von den Aussagen, die schon 1995 500 führende Politiker, Wirtschaftsführer und Wissenschaftler aus allen Kontinenten im Fairmont-Hotel in San Francisco (Kalifornien, USA) tätigten, die ähnliche Zustände für die Industrienationen für das 21. Jahrhundert voraussagten und im Buch Die Globalisierungsfalle veröffentlicht wurden. [37]

Denkbar ist auch eine massive Militarisierung der Gesellschaft, so dass ein Großteil der Arbeitskräfte der KaputtMach-Wirtschaft ins Militär verschoben wird. Ein erster Schritt in diese Richtung könnten die seit einiger Zeit von den USA geforderten Aufrüstungsmaßnahmen an die Mitgliedsstaaten der NATO und die vom Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigten Sondervermögen für die Bundeswehr über 100 Milliarden Euro sein. [38] Demnach wäre es denkbar, dass in Deutschland bald jeder zweite Erwachsene (also das Potential an Arbeitskräften, welches sich derzeit in der KaputtMach-Wirtschaft befindet) in einer Militäruniform steckt.

Aus:

Der Zweck der Arbeit im historischen und volkswirtschaftlichen Kontext

Der Zweck der Arbeit wird durch das herrschende System definiert. Dabei hängt die Länge der Arbeitszeit davon ab, wie wir wirtschaften. Von Darwin Dante, Published On: 14. Mai 2022

free21.org/der-zweck-der-arbeit-im-historischen-und-volkswirtschaftlichen-kontext/

Mit freundlichen Grüßen
Mike Holstein


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