Kriegspropaganda auf einflussreichen Kanälen – NZZ und Frankfurter Allgemeine

Kriegspropaganda auf einflussreichen Kanälen – NZZ und Frankfurter Allgemeine

Kriegspropaganda auf einflussreichen Kanälen – NZZ und Frankfurter Allgemeine

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Die Neue Zürcher Zeitung erscheint am 3. Februar mit einem Interview mit dem ehemaligen deutschen Außenminister und Grünen-Politiker Joschka Fischer. Siehe unten A. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nutzt die gesamte Seite 1 der Ausgabe vom 4. Februar zum Trommeln für die Kriegstauglichkeit. Siehe unten B. In beiden Artikeln wird die Entstehungsgeschichte des Krieges in der Ukraine wie üblich in der westlichen Propaganda nicht beachtet. In beiden Artikeln werden Russland imperiale Absichten unterstellt. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Interessant ist, wie Fischer den Konflikt personalisiert. Putin wird zum Ausbund des Bösen hochstilisiert. Fischer unterstellt als selbstverständlich, dass Russland imperiale Absichten habe. Die Neutralität der Schweiz müsse überdacht werden.

Bemerkenswert sind auch Fischers Bemerkungen zur Rolle des Staates und zur Bedeutung des „Wachstums“. Das Interview ist insgesamt ein guter Beleg für die im NDS-Beitrag vom 1. Februar skizzierte Beobachtung, wie Parteien hierzulande nacheinander umgedreht worden sind: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit“. Und wer betreibt die Willensbildung der Parteien? Betr.: Gräser und das BSW.

  1. INTERVIEW mit Joschka Fischer in der Neuen Zürcher Zeitung NZZ

    «Es hat doch keiner von uns damit gerechnet, dass Kriege um die Hegemonie in Europa wieder möglich sein werden», sagt Joschka Fischer
    Der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer fordert alle nötige Unterstützung für die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland. Das gelte auch für die Schweiz, deren Neutralität heute überdacht werden sollte. …

    Quelle: NZZ

  2. Aufmacher der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 3.2.2024:

    Überschrift und Vorspann:

    So schrecken wir Russland nicht ab

    Der Verteidigungsminister fürchtet einen Angriff Putins in 5-8 Jahren. Bis dahin müsste Deutschland kriegstauglich sein. Wie soll das gehen? Von Morten Freidel

    Der Artikel nimmt die gesamte erste Seite in Anspruch. Die Headline wird auf olivgrünem Untergrund neben einem monströsen Gewirr von Panzern, Soldaten und Fallschirmjägern präsentiert. Man muss gar nicht lesen, um in Kriegsstimmung versetzt zu werden.

    Im Text eingeblendet heißt es:

    Im schlimmsten Fall könnte die Ukraine den Krieg verlieren. Und dann stünde ein hochgerüstetes russisches Heer einer bröckelnden NATO gegenüber.

    Und:

    Wenn Deutschland zu lange wartet, geht es ein hohes Risiko ein. Dann bliebe Russland ein Zeitfenster, in dem die Gelegenheit für einen Angriff günstig ist.

Hier wird durchgehend unterstellt und zugleich suggeriert und verbreitet, Russland plane einen Angriff auf den Westen. Und es wird zugleich die Botschaft vermittelt, dagegen müsse man sich mit Kriegstauglichkeit wehren. Die Alternative, einen Verständigungsversuch zu machen und Frieden zu schließen, wird nicht einmal bedacht. Das scheint konsequent. Der Bundeskanzler hat es ja gesagt: Wir leben in einer Zeitenwende. D. h. übersetzt: Wir müssen zum Krieg bereit sein. Die Rüstungswirtschaft hat offensichtlich auf voller Breite gesiegt. Sie bestimmt die öffentliche Debatte. Von Einfluss der Friedensbewegung keine Spur.

Das ist der helle Wahnsinn und wichtige Meinungsmacher nehmen das hin und verbreitet es.

Bitte dagegenhalten.

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Titelbild: Davide Calabresi / shutterstock.com