Kriegsvorbereitungen – überall in Europa laufen sie. Während in Deutschland die politische Losung „Kriegstüchtigkeit“ lautet, bauen die Niederlande zur Vorbereitung auf einen angeblich möglichen Krieg mit Russland ein Kriegsgefangenenlager für russische Soldaten – „auf Probe“, wie die Bild-Zeitung berichtet. Kriegsgefangenenlager? Für russische Soldaten? Drehen sie jetzt völlig durch? Ein Kommentar von Marcus Klöckner.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Podcast: Play in new window | Download
Warum soll man ein Feuer löschen, wenn man es noch mehr zum Brennen bringen kann? Das scheint sich die Politik Europas auf die Fahnen geschrieben zu haben. Warum sollten Politiker auf Diplomatie mit Russland setzen, wenn sie die Möglichkeit haben, für „schöne“ Kriegsvorbereitungen grünes Licht geben zu können? Man hat das Gefühl, die Politik ist völlig durchgedreht – und der Wahnsinn wird von Tag zu Tag schlimmer.
Da vermeldet die Bild-Zeitung, die Niederlande bauen gerade ein Kriegsgefangenenlager für – wie das Springer-Blatt es propagandistisch und journalistisch untragbar formuliert – „2000 Putin-Soldaten“.
Kriegsgefangenenlager für russische Soldaten mitten in Europa?
Die Friedenspolitik des Kontinents ist nicht mehr vorhanden. Reichlich vorhanden hingegen ist der politische Wille, immer weiter, immer härter, immer irrer auf einen Konfrontationskurs mit Russland zu gehen – zum schweren Nachteil der Bevölkerungen.
Unsummen an Kosten sind das eine. Das andere ist, dass die Konfrontationspolitik die Saat eines realen Krieges immer mehr wässert. Jedem verantwortlichen Militär sollte es davor grauen, überhaupt einen realen Krieg mit Russland in Betracht zu ziehen. Jeder verantwortliche Offizier sollte bei jeder Gelegenheit die Politik zur Vernunft ermahnen. Stattdessen sind bei den „klugen Köpfen“ des Militärs längst die Gedanken vom Krieg in voller Blüte.
In Deutschland redet der eine davon, dass wir „mit allem reingehen (werden), was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe, aber auch in der Nato, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen“, während die niederländische Generälin Nicole de Wolf erklärt, für das Kriegsgefangenenlager brauche es keine Wachtürme und Suchscheinwerfer, es stünde ja moderne Überwachungstechnik zur Verfügung. „Warum sollte ich Soldaten physisch einen Zaun bewachen lassen, wenn ein Kamerasystem das gesamte Gelände abdeckt?“
Warum sollte die Generälin nicht über die Ausgestaltung von Kriegsgefangenenlagern sprechen, sondern einer kriegslüsternen Politik entgegentreten?, wäre die angebrachtere Frage. Doch dergleichen trauen sich die „mutigen“, „klugen“ hochrangigen Militärvertreter offenbar nicht.
Krieg gibt es dann, wenn die Politik sagt, jetzt ist Krieg. Und die Militärs folgen brav. Nichts gelernt. Gar nichts.
Titelbild: Screenshot Bild-Zeitung







