Leserbriefe zu „Wer so mit den eigenen Bürgern umgeht, geht auch gewalttätig mit dem Rest der Welt um“ und „„Der amerikanische Frühling wird vom Trump-Regime erstickt“ – ein Tagesschaubericht, den es so nie geben wird“

Ein Artikel von:

Am 2. Juni 2020 sind aus Anlass der Demonstrationen und Proteste in den USA zwei Beiträge auf den NachDenkSeiten erschienen. Albrecht Müller bewertet hier die US-amerikanische Innen- und Außenpolitik, die durch Gewalt gekennzeichnet ist. Als Konsequenz fordert er ein Umdenken in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Jens Berger benutzt hier das Mittel der Satire, um aufzuzeigen, dass deutsche Medien wie die „Tagesschau“ und die politische Entscheidungsträgerschaft auf die aktuellen Ereignisse in den USA anders reagieren, als zuvor über vergleichbare Ereignisse in anderen Staaten berichtet worden ist. Zahlreiche Leserinnen und Leser haben auf beide Artikel reagiert. Die Zustimmung zu beiden Beiträgen ist groß. Aber auch andere Einschätzungen sind mitgeteilt worden. Für die eingereichten Leserbriefe bedanken wir uns sehr. Im Folgenden nun eine Auswahl der Zuschriften. Zusammengestellt von Christian Reimann.

Zu: Wer so mit den eigenen Bürgern umgeht, geht auch gewalttätig mit dem Rest der Welt um

1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

dieser Bericht entspricht auch meiner Meinung.

Wann die Verantwortlichen hier in unserem Land und in Europa endlich begreifen, dass die Vereinigten Staaten ausser Kriege führen keine Werte haben, vermag ich nicht zu sagen. Es gibt in ihrer kurzen Geschichte (ca. 240 Jahre) gerade mal 17 Jahre in denen sie keinen Krieg geführt haben.

Es wird höchste Zeit, dass wir uns vor der Gewalt dieser Nation schützen. Außerdem dürfen wir uns nicht weiter in gewalttätige Kriege verwickeln lassen.

Deutschland verhält sich in der Tat wie ein treuer Vasall. Auf diese” Wertegemeinschaft”  kann ich verzichten und damit kann ich mich auch nicht identifizieren. Nur alles abnicken was verlangt und erwartet wird muss in der Tat endlich aufhören.

Die ganze Situation an dem jetzigen Präsidenten Trump auszumachen ist wohl zu einfach. Diese Nation kann eben einfach nur Krieg. Mir scheint es ist ihr einziges Mittel Geld und Macht zu erlangen.

Wir müssen uns aus den Fängen der USA und der Nato lösen, vor allen Dingen den Dialog mit Russland neu aufbauen.

Aber so  habe ich es in der Schule gelernt. Der Westen ist gut und der Osten ist böse. Bei genauem Hinsehen ist diese These wohl schon lange nicht mehr haltbar.

Schließen möchte ich mit einem alten Sprichwort : “Sage mir wer deine Freunde sind, und ich sage dir wer du bist”.

Herzliche Grüße
Gerda Keuter


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen herzlichen Dank für diesen Artikel. Sie sprechen mir aus dem Herzen!

Freundliche Grüße aus Hamburg
Renate Vetter


3. Leserbrief

Lieber Albrecht Müller,

vielen herzlichen Dank für Deine klaren und deutlichen, aber sehr angemessenen Worte. Mir wäre zwar lieber, wenn man dies nicht über die USA schreiben müsste, aber es lässt sich nicht mehr vermeiden. Es scheint wirklich allerhöchste Zeit, sich aus dieser destruktiven „Freundschaft“ zu verabschieden und im Innern den teils destruktiven Patriotismus infrage zu stellen, was schon längst überfällig ist.

Deine Sorge und Deine Forderungen kann ich gut verstehen. Hierzu erlaube ich mich ein längeres Zitat mit Hervorhebungen von mir, das in mehrfacher Hinsicht in unsere Zeit passt:

„Völker werden ungefähr durch die Staaten, die sie bilden, repräsentiert; diese Staaten durch die Regierungen, die sie leiten. Der einzelne Volksangehörige kann in diesem Kriege mit Schrecken feststellen, was sich ihm gelegentlich schon in Friedenszeiten aufdrängen wollte, daß der Staat dem Einzelnen den Gebrauch des Unrechts untersagt hat, nicht weil er es abschaffen, sondern weil er es monopolisieren will wie Salz und Tabak. Der kriegführende Staat gibt sich jedes Unrecht, jede Gewalttätigkeit frei, die den Einzelnen entehren würde. Er bedient sich nicht nur der erlaubten List, sondern auch der bewußten Lüge und des absichtlichen Betruges gegen den Feind, und dies zwar in einem Maße, welches das in früheren Kriegen Gebräuchliche zu übersteigen scheint. Der Staat fordert das Äußerste an Gehorsam und Aufopferung von seinen Bürgenr, entmündigt sie aber dabei durch ein Übermaß von Verheimlichung und eine Zensur der Mitteilungen und Meinungsäußerungen, welche die Stimmung der so intellektuell Unterdrückten wehrlos macht gegen jede ungünstige Situation und jedes wüste Gerücht. Er löst sich los von Zusicherungen und Verträgen, durch die er sich gegen andere Staaten gebunden hatte, bekennt sich ungescheut zu seiner Habgier und seinem Machtstreben, die dann der Einzelne aus Patriotismus gut heißen soll.“ [1]

Sigmund Freud hatte dies im März und April 1915 unter dem Eindruck des ersten Weltkrieges, der damals 6 Monate andauerte, geschrieben.
Den Autor füge ich deshalb nach dem Zitat an, weil Sigmund Freud schon zeitlebens als „Verschwörungstheoretiker“ galt, der mit seinen Studien die intellektuellen Fähigkeiten der Menschheit in relativierte und deshalb heute von manchen Zeitgenossen als “umstritten” bezeichnet wird. Beispielsweise „unterstellte“ er mit seiner These vom Unbewussten und dem Handeln würden Affekte, vergangene Erfahrungen und Triebe zugrunde liegen. Dieses Zitate zeigt, seither hat sich wenig verändert in der Kriegstreiberei, dem Umgang mit Bevölkerungen und im verringerten Nachdenken, nur die Protagonisten wechseln im Verlauf der Zeit. Die Sätze könnten gleichermaßen für den US-amerikanischen Krieg gegen das eigene Volk, den völkerrechtswidrigen Kriegen weltweit, die Kündigung eines Friedens- und Rüstungskontrollvertrages nach dem anderen und die Kommunikation der Regierungen und der Medien gelten.

Wer vor dem umfassenden Verbot der Wahrnehmung von Grundrechten, berechtigt oder nicht, gedacht hatte, so etwas könne nie passieren, sieht sich heute eines Besseren belehrt. Und wer denkt, ein Krieg in Europa könne nie mehr geschehen, soll bitte sehr Recht bekommen, aber es könnte auch anders kommen, gerade durch die Kriegstreiberei der Nato und der USA.

Sehr herzliche Grüße,
Harald Martin

[1] Freud, Sigmund; Imago, Bd. 4 (1), 1-21, Wien 1915; In: Sigmund Freud, Studienaugabe Band IX, Fragen der Gesellschaft Ursprünge der Religion; Zeitgemäßes über Krieg und Tod I. Die Enttäuschung des Krieges; Fischer, Frankfurt/Main, 1982, S. 39


4. Leserbrief

Hallo Herr Müller,

mit Ihrem Artikel “Wer so mit den eigenen Bürgern umgeht, geht auch gewalttätig mit dem Rest der Welt um” sprechen Sie etwas an, was sich außer Frau Wagenknecht kein/e Politiker/in zu sagen traute, das es nämlich in der BRD keine eigenständige Außen- und Sicherheitspolitik gibt. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, mit Ausnahme der Zeit unter Willy Brandt und Egon Bahr, haben sich deutsche Politiker dem Willen des Imperiums gebeugt, dafür haben schon von Anfang an die CIA, sowie die Transatlantiker in der Politik und den Medien gesorgt.

Ich habe soeben das Buch von Daniele Ganser “Imperium USA” gelesen, wobei ich schon durch das Buch von William Blum “Killing Hope” informiert war, zu welchen Gräueltaten des Imperiums unsere Politiker und auch unsere sogenannten “Qualitätsmedien” geschwiegen haben, statt sie mit Berufung auf die Menschenrechte aufs Schärfste zu verurteilen. Durch illegale Kriege und verdeckte Operationen (CIA) gehen seit 1945 circa 20-30 Millionen Menschenleben (die Verstümmelten, Gefolterten, Traumatisierten und Vergewaltigten nicht mitgerechnet) auf das Konto derer, die vorgeben, uns vor den bösen Kommunisten und seit 9/11 vor den Terroristen beschützen zu wollen.

Es wäre schon lange an der Zeit sich aus der Rolle des Handlangers und treuen Vasallen zu emanzipieren, die Nato zu verlassen und sich endlich an das Völkerrecht zu halten. Aber dazu sind unsere Volksvertreter wohl zu feige und wenn man sieht, wie das Imperium mit Menschen umgeht, die sich widersetzen, kann man das vielleicht sogar nachvollziehen.

Zu den derzeitigen Protesten in den USA möchte ich noch anmerken, dass ich sie für durchaus berechtigt halte, auch wenn ich das Vorgehen der “Antifa” missbillige. Auf einigen Demos hierzulande habe ich sie als nicht gerade friedliebend erlebt.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Dennerlein


5. Leserbrief

Sehr geschätzter Albrecht Müller,

sehr guter und wichtiger Artikel – vielen Dank Albrecht Müller!

Doch wie sich die Bilder aus den USA und aus Deutschland gleichen – bitte Video anschauen.
Nur das es bei uns (noch) keine Toten gibt (zumindest mir spontan nichts bekannt) sondern nur “Traumata” (psychisch, seelisch, mental). Das ist m.E. kaum besser und genau so gewalttätig.

Das heißt für mich auch in Bezug auf Deutschland: “Wer so mit den eigenen Bürgern umgeht, geht auch gewalttätig mit dem Rest der Welt um” und das mittlerweile die “inneren Verhältnisse” – wie Sie sie Herr Müller in Bezug auf die USA sehen – auch in Deutschland herrschen! Auch wenn viele es nicht wahr haben/sehen wollen.

Die mittlerweile m.E. in Deutschland strukturell angelegte Gewalt (insbesondere psychisch, seelisch, mental – aber auch physisch) zeigt sich m.E. insbesondere im ignorieren/diffamieren/diskreditieren von Evidenz, was (m.E. bewusst) Spaltung in der Bevölkerung hervorruft bzw. (m.E. bewusst) die Zersetzung der Bevölkerung zum Ziel hat (was gegenseitige Diffamierung hervorruft). Beides bedeutet die Entsolidarisierung der Bevölkerung und dient m.E. dem Machterhalt bzw. verzögert den Machtverlust zu m.E. unannehmbaren (diktierten) Konditionen! Hier ein m.E. passender Artikel dazu.

Herzliche Grüße
Andreas Rommel


6. Leserbrief

Ich sehe – ergänzend zu den Worten von Herrn Müller – den Neoliberalismus als Hauptübel der aktuellen Ausschreitungen in den USA. In meinen Augen war die Ermordung* des Schwarzen nur ein Triggerpunkt, der bei vielen Menschen das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Man kann auch jetzt wieder all die neoliberale (ausgrenzende) Menschenverachtung / Ungerechtigkeit bebildern:

40 Mio Arbeitslose im Zuge der Coronakrise und des defacto nicht vorhandenen Kündigungsschutzes in den USA, sowie Verantwortungslosigkeit der US-Unternehmer, die so rabiat agiert haben (man muss wissen, dass in den USA Löhne und Gehälter wöchentlich ausgezahlt werden; ebenso schnell sind – anders kann ich mir die dramatischen Entwicklungen auf dem US-Arbeitsmarkt nicht erklären – die Arbeitnehmer ihre Jobs los, sprich sie stehen wortwörtlich auf der Straße)
Hilfspakete, die die Taschen der Reichen noch voller machen werden (weil ungerecht verteilt) und das sich auch bereits in diversen Entwicklungen widerspiegelnd (die Reichsten Milliardäre sollen “krisenbedingt” innerhalb kürzester Zeit deutlich über 400 Mrd Dollar reicher geworden sein, allen voran Jeff Bezos und wohl auch -Achtung Triggerpunkt – Bill Gates).
Und wer bezahlt das Ganze, sowohl mit Prekarisierung als auch mit hart erarbeiteten Steuern? Richtig. Die Unter- und Mittelschicht. (Jimmy Dore hat das gut skizziert; ab Minute 3 etwa)

Um es deutlich zu sagen: ich bin nicht gegen Hilfsprogramme, um Krisen zu bewältigen. Die Frage ist nur, ob sie zielführend und gerecht verteilt werden und ob sich auch alle – im Besonderen jene, die die Mittel dazu haben – an der Krisenbewältigung beteiligen. Das hat mich schon an der Agenda 2010 so gestört. Ok. Man ist zu dem Schluss gekommen, dass man den Gürtel enger schnallen muss. Diese Erkenntnis kann man ja haben. Störend ist nur, wenn man sieht, wie sich einige dann davon ausgenommen haben und im Gegenteil immer reicher wurden. Das ist falsch verstandene Loyalität, die einige immer sehr leichtfertig von anderen einfordern, sich selbst dabei aber gerne ausnehmen. Der Punkt ist: Loyalität ist keine Einbahnstraße. Wer von anderen Loyalität einfordert, der geht mit gutem eigenen Beispiel voran.

Weiter im Text: Der Mord an Floyd ist ja auch nur einer von Vielen, der durch die US-Polizei Jahr für Jahr begangen wird (ich hab mal die Zahl von um die 1tsd. pro Jahr gehört; hinzu kommt eine GefängnisIndustrie von 2 Mio Insassen, welche für McDonalds Kleidung nähen (?) und auch für Victoria Secret; sie bekommen dafür 27 Cent pro Stunde; die Info ist mW auch von Jimmy Dore).

Die Neoliberalen zeigen in ihrer kompletten Haltung, was für eine Verachtung sie dem Volk und den Menschen als Ganzes gegenüber haben. Der Neoliberalismus, der stark nach innen wütet, sind die Kriege im Außen.
Alles, was die Neoliberalen zu bieten haben ist mit dem Finger auf Andere zeigen (China, Russland, Iran, Venezuela etc pp) und auch im Innern die Spaltung der Gesellschaft durch alltäglichen Rassismus hoch zu halten.

Was ich gut an den Ausschreitungen finde: nicht die Ausschreitungen ansich aber dass so mal endlich was an die Oberfläche kommt, was sich nicht mehr mit manipulativen neoliberalen Propagandastücken in den Medien unter der Oberfläche halten lässt. Das ist es, was den vorherigen neoliberalen Präsidenten immer gelungen ist. Trump besitzt da die – will mal sagen – richtige Tollpatschigkeit auch zu sagen, was seine Vorgänger wahrscheinlich auch alle imsgeheim gedacht haben bzw wofür ihre Politik immer gestanden hat.

*warum ich es für Mord halte: es war kein Totschlag aus Affekt. Er hat 5 Minuten Zeit gehabt es sich zu überlegen. Er ist auch von Passanten darauf aufmerksam gemacht worden. Vermutlich war auch das bereits seine Voreinstellung ggü Schwarzen und außerdem weiß er, dass bisher niemand ernsthaft für seine Taten bei der Polizei zur Rechenschaft gezogen wurde. Man wird abwarten müssen wie das Verfahren ausgeht. Ich will diesbezüglich mal wertfrei bleiben. Vll sind da doch mal einige Leuchten hell / wach geworden, dass sie da jahrelang den Bogen überspannt haben, indem sie die Polizeigewalt mindestens billigend in Kauf genommen und verteidigt haben (die militärische Hochrüstung der Polizei spricht jedoch eine andere Sprache, nämlich Absicht). Wundern würde mich jedoch auch ein im Sinne des Rechts negativer Ausgang des Falls vor Gericht.

Abschließend: wir sollten jetzt vorsichtig sein mit dem Finger ausschließlich nur auf die USA zu zeigen. In Sachen Befugniserweiterungen, Polizeigewalt (siehe HH G20), Militarisierung (Kriegswaffen bei HH G20), merkwürdige Rechtssprüche vor Gericht etc gibt es auch hier äußerst bedenkliche Entwicklungen. Ja und das Thema Ausgrenzung ist auch ein massives gesellschaftliches Problem. Diese darf man da auch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Es sind so oder so nicht immer nur die Anderen…

von unserem Leser R.A.


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,
liebe NDS-Redaktion,

nahezu 40 Mio. Amerikaner leben an, bzw. unter der Armutsgrenze – die meisten davon sind schwarz. Rassismus gehört seit der Staatsgründung zu dieser Nation wie das Sternenbanner. Ethnische Minderheiten werden in den USA systematisch unterdrückt, man maßregelt aber China für den Umgang mit Hongkong. Durch das Streben nach dem individuellen Glück entstand (und entsteht) keine soziale Gemeinschaft, sondern jeder ist seines nächsten Konkurrent. Die USA wurden durch Gewalt, was sie sind. Keine andere Nation, die sich für kultiviert hält, legt Jahr für Jahr auch nur annähernd so blutige Statistiken vor.

VG Michael Wrazidlo


Zu: „Der amerikanische Frühling wird vom Trump-Regime erstickt“ – ein Tagesschaubericht, den es so nie geben wird

8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

herzlichen Dank für diesen “wahrhaftigen” Bericht – So geht Journalismus …Ernsthaft, es fühlte sich während des Lesens richtig gut an!

….Endlich Schluß mit der entsetzlich heulerischen Doppelmoral der “Westlichen Wertegemeinschaft”, verbreitet durch die allermeisten westlichen Medien…SO, wie Sie es schreiben, wird ein Schuh draus!

P.S.: Schreiben Sie doch jetzt immer so – ich fänd’s klasse!

Ein eifriger Leser der “NachDenkSeiten” seit der ersten Stunde. Hervorragende Arbeit all die Jahre.

Danke sag Ihr treuer Leser Matthias Ulbrich


9. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

oft finde ich ihre Artikel gut.

Aber beim oben genannten Artikel war ich doch sehr enttäuscht.
Da machen sie auch plumbes Trump-Bashing.

Sieht so ein Frühling aus?
Brennende Häuser und Autos, Pflastersteine geworfen, Polizist mit Auto überrollt…

Auch die mutmaßliche Ermordung eines Schwarzen und brutale Polizeigewalt rechtfertigen niemals (solche) Gewaltexzesse!
Sonst dreht nur die Gewaltspirale immer höher und spielt den Polizeistaat-Verfechtern in die Hände.

Was fehlt:
– Verurteilung der Gewalt auf beiden Seiten!
– Übernahme der Demonstrationen durch sehr gewalttätige Gruppen
==> mutmaßliche, von Soros finanzierte Antifa-Banden! “Riot to rent”?

Bei aller Wertschätzung von friedlichen Demonstranten, das was jetzt in USA passiert ist, da muss ein Rechtsstaat einschreiten. Sonst herrscht das Recht von Schlägerbanden und Kriminellen.
(wie bei uns… da werden solche auch vom Familienministerium bezahlt – outgesourcede SAntifa)

Bei uns musste u.a. ein Gewerkschaftler “d’ran glauben”, wo ist da der Aufschrei? – von NDS?
Schade, von ihnen hätte ich einen differenzierteren Artikel erhofft.

Denn dabei gäbe es noch viel, anderes zu diskutieren (z.B. “Cui bono?”)

Mit freundlichen Grüßen
Axel P

Antwort Jens Berger:

Lieber Axel P,

ich hoffe, Ihnen ist klar, dass es sich beim Artikel um eine als solche gekennzeichnete Satire handelte?

Beste Grüße
Jens Berger


10. Leserbrief

Hallo NachDenkSeiten,

ich möchte auf Ihren Beitrag von Jens Berger „Der amerikanische Frühling wird vom Trump-Regime erstickt“ – ein Tagesschaubericht, den es so nie geben wird, ebenfalls satirisch, oder ironisch reagieren.

Herr Berger versucht sich als Satiriker und scheitert an der Wahrheit. Hier ein paar Ergänzungen zu seinen „satirischen“ Äußerungen, die er unterschlägt, verbiegt, oder verharmlost. Zugegeben, das macht die Tagesschau auch. Aber es gehört zur Fairness, trotzdem bei den Fakten zu bleiben. Denn es geht hier nicht darum berechtigte Proteste zu diskreditieren und einen Tötungsverbrechen zu verharmlosen, sondern dass hier unter dem Deckmäntelchen der Satire moralisch überfrachtet Tatsachen einseitig verbogen werden. (…).

Seit Tagen erschüttern Proteste die USA. In vielen Städten des Landes gingen Sicherheitskräfte des Trump-Regimes in den letzten Nächten mit Gewalt gegen Demonstranten vor.

Waren es alles friedliche Demonstranten und die Sicherheitskräfte sind grundlos mit Gewalt gegen sie vorgegangen?

Auslöser der landesweiten Proteste war am 25. Mai der Mord an George Floyd, einem Angehörigen der ethnischen Minderheit der Afroamerikaner durch einen Angehörigen der umstrittenen US-Sicherheitskräfte in Minneapolis.

War es ein Mord, also eine vorsätzliche Tötung? (Definition.)

Im Fall von Chemnitz (Auch da gab es gewalttätige Reaktionen, waren das dann auch satirisch ausgedrückt „Moderate Rebellen“?), in Köthen, in Frankfurt am Main usw. alles Gewalttaten mit Messern, durch Schläge oder in dem ein Mensch vor einen Zug gestoßen wurde, war es immer Totschlag. Einmal sogar ein “Versagensbereites Herz”, das plötzlich scheinbar grundlos versagte. Und es angeblich keinen Zusammenhang mit zuvor erfolgten Schlägen gegeben hat.

Übrigens alles Fälle wozu die NachDenkSeiten schwiegen, soweit mir bekannt. Die Täter waren alles Migranten. Kann es sein, dass es daran lag?

Nach Jens Berger hat es also der Polizist vor gehabt Floyd umzubringen. Unterschlagen wird, dass es einen Polizeieinsatz wegen einer Straftat gab. Floyd war also ein Straftäter, kein unschuldiger Passant.

Seit Jahrzehnten lässt in den USA eine Clique von Oligarchen rund um die alle paar Jahre wechselnden Machthaber im Weißen Haus die Bevölkerung ausbluten.
Da Berger von Jahrzehnten spricht, meint er auch Präsidenten der Demokratischen Partei der USA, einer war sogar ein Farbiger. Ist das nicht Rassismus und Pauschalisieren?

In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland unterstrich Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die gemeinsame Forderung nach einer robusten Durchsetzung der Menschenrechte der amerikanischen Opposition.

Wer ist das, die amerikanischen Opposition? Die Demokraten, die ja, wie Berger noch zuvor selber meinte, seit Jahrzehnten ebenfalls als Machthaber für die Zustände mit verantwortlich sind. Oder meint er die die außerparlamentarische  Opposition, die jetzt so friedlich und gewaltfrei Supermärkte und Läden plündert, Häuser in Brand setzt und Sicherheitskräfte angreift? „Experten“, „Kritiker“ und „Beobachter“ meinen, es wäre die Antifa. Andere Journalisten der Qualitätsmedien betätigen sich als „Verschwörungstheoretiker“ und meinen, es wären „False Flag Operation“ der Rechten, die die Taten der friedliebenden Antifa in die Schuhe schieben will.

Wie gesagt, ich missbillige Gewallt, aber auf beiden Seiten und ich bin für faire und ausgewogene Berichterstattung. Auch wenn hier mit dem Mittel der Satire und Übertreibung gearbeitet wird. Gehört der wahre Kontext zum Spiel. Und der beinhaltet nun mal, dass die Festnahme Floyds nicht grundlos und vorsätzlich oder geplant war, soweit bisher bekannt. Und dass die berechtigten Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus nicht nur friedlich erfolgten, sondern fast sofort mit Gewalt, Plünderungen, Brandstiftung und Zerstörung einher gingen und noch gehen.

Ich frage mich immer, wie wohl unsere Medien berichten und werten würden, wenn solch ein Fall hier geschehen würde. Ich erinnere nur an die Ausschreitungen beim G20 Gipfel 2017 in Hamburg. Wo, meiner Meinung nach, die NachDenkSeiten teils sehr einseitig berichtete und urteilte und gewalttätige Ausschreitungen von „Demonstranten“ nahezu durchweg nur als Reaktion auf gewalttätige Polizeieinsätze darstellte und Brandstiftungen und Plünderungen kaum thematisiert wurden. Dafür umso mehr die Tätigkeit der Polizei. Die eher als Provokation dargestellt wurde und sich deshalb die überwiegend friedlichen Demonstranten nur wehrten.

Im Augenblick berichten und urteilen fast alle „Qualitätsmedien“ einseitig überwiegend gegen Trump und mit sehr viel Verständnis für die Demonstranten, auch wenn die Gewalt usw. durchweg ebenfalls dargestellt wird. Wird aber trotzdem ein schiefes Bild erweckt, dass hauptsächlich die Sicherheitskräfte gewalttätig seinen. Ein schönes Beispiel sind die heutige Nachrichtensendungen ZIB des ORF im österreichischen Frühstücksfernsehen (leider nicht in der ORF TVthek zu finden), wo fast nur friedlich Demonstranten gezeigt wurden, kaum Gewalttaten der Demonstranten, dagegengesetzt wurden gewalttätige Bilder der Polizei und dementsprechend kommentiert, obwohl es eine Nachrichtensendung war und kein Magazin oder Kommentar. Ausschließlich negativ wurde Trump mit Unterstellungen und Vermutungen dargestellt. So als wäre die Berichterstatterin Hellseherin, die die Gedankenwelt Trumps lesen könnte. Ähnlich verfahren nahezu alle deutschen Nachrichten. Der Fairness halber muss man aber sagen, dass in der ORF-ZIB 2 um 13 Uhr dann aber ausgewogener berichtet und auch die Ausschreitungen thematisiert wurden. Hellseherische Kommentare und Unterstellungen zu Trump wurden aber ebenfalls, wie schon in den Morgenstunden, wieder gezeigt.
tvthek.orf.at/profile/ZIB-1300/71280/ZIB-1300/14053829

Stellen sie sich einfach mal vor, es gäbe solche Ausschreitungen in Deutschland. Wie würde wohl Frau Merkel reagieren? Und wie würden wohl die bisher nahezu durchweg Merkel-unkritischen Medien berichten? Seit Wochen werden überwiegend friedlich demonstrierende und „sapazierende“ Bürger gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland durchweg negativ und aggressiv beschrieben. Was wäre wohl erst wenn es solche Ausschreitungen, wie in den USA, in Deutschland gäbe?

J. Gerke


11. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

ich habe beim lesen die satirischen Warnhinweise glatt für einen Moment vergessen und extreme Zuversicht gespürt. Der Artikel hat das Zeug für ein Buch, also Tagesschau-Satire in mehreren Folgen und die Realität zum kalten duschen danach muss noch dazu.

Aber ersthaft ist es doch nicht zu fassen, dass Millionen Menschen keinen gemeinsamen Nenner finden gegen diese Entwicklung einzuschreiten. Es sind die Stillhaltedrogen de Gegenwart, wie Konsum und Konsum und Konsum, die uns taub, blind und stumm machen (Die Drei Affen). In den USA haben viele Menschen nicht viel zu verlieren, darum kocht es auch gerade.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Laubereau


12. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

endlich mal was zum Lachen und noch dazu so erhellend. Ein gelungener Wurf! Mein Tipp: Überlassen Sie den Artikel im Tausch gegen eine gute Flasche Wein den Kollegen von der “Anstalt” – natürlich nur bei ausdrücklicher Nennung des Copyrights.

Vielen Dank und beste Grüße!
Gabriele Koppel


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